"Ich mache Literatur und Punkt!"

Meri Disoski, 15. Februar 2010, 12:04
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    foto: margit marnul

    Seher Çakir erhielt 2008/09 das österreichische Staatsstipendium für Literatur

Die Autorin Seher Çakir über einschränkende Kategorisierungen und ihre Wahrnehmung in der türkischen Community

daStandard.at: Gehst du an die Decke, wenn du den Begriff Migrationsliteratur hörst?

Çakir: Ja! Auch bei AusländerInnenliteratur, GastarbeiterInnenliteratur, multi- oder interkulturelle Literatur. Wieso diese eigens geschaffenen Bezeichnungen? Wieso diese künstlichen Kategorien?

Wie gehst du damit um, dass auch du in diese Schubladen gesteckt wirst?

Çakir: Es kotzt mich an! Ich mache Literatur und Punkt! Ich will in keine Schublade gesteckt werden. Ganz egal, welches Etikett man ihr gibt. Ich kämpfe gegen diese Art der Kategorisierung  durch mein Schreiben an! Durch die Art, wie ich schreibe. Durch meine Themenwahl. Ich lasse mich nicht schubladisieren und auf bestimmte Themen festlegen. In meinem aktuellen Kurzgeschichtenband "zitronenkuchen für die 56. frau" greife ich viele unterschiedliche Themen auf.

Und auch viele Klischees.

Çakir: Ja, auch das. Ich greife in meinen Texten bewusst stereotype Bilder auf. Letzten Endes werden sie aber unterlaufen.

Wie ist deine Einstellung gegenüber Literaturpreisen, die eigens für AutorInnen nicht-deutscher Muttersprache ausgeschrieben werden? 

Çakir: Einerseits finde ich sie gut, andererseits Scheiße. Wobei sich "Scheiße" darauf bezieht, dass solche Preise noch immer nötig sind. Aber wenn es sie nicht gäbe, wenn es diese Förderungen nicht gäbe ... Ich weiß nicht, ob ein Dimitré Dinev, eine Julia Rabinowich, eine Anna Kim oder auch eine Seher Çakir entdeckt worden wäre.

All diese AutorInnen haben den von Christa Stippinger initiierten Preis "schreiben zwischen den kulturen" erhalten.

Çakir: Und ich bin davon überzeugt, dass es Christa Stippinger zu verdanken ist, dass diese AutorInnen bekannt wurden.

Ohne das Engagement der Initiatorin in Frage zu stellen: Ist es nicht problematisch, dass die eingereichten Texte sich "im weitesten Sinne mit den Themen Migration, Identität oder leben zwischen Kulturen auseinandersetzen" sollen, wie es im Ausschreibungstext heißt? Wie siehst du das?

Çakir: Soweit ich weiß, ist der Ausschreibungstext gar nicht so eng gefasst und "schreiben zwischen den kulturen" ist offen für alle und alles. Die thematische Vorgabe  wird  durch die Formulierung "im weitesten Sinne" entschärft. Das lässt doch einen gewissen Spielraum offen.

Wie ist die Resonanz auf deine Texte in der türkischen Community?

Çakir: Sehr unterschiedlich. Letztens wurde ich zum Beispiel von einem Mann gefragt, ob ich an einem neuen Frauenbuch schreiben würde. Ich hätte ihn augenblicklich erwürgen können. Ich schreibe keine Frauenbücher!

Als ob die Kategorie "Migrationsliteratur" nicht reichen würde. 

Çakir: Genau! Und hinzu kommt noch dieser biografische Voyeurismus. Ein Beispiel: Zwei meiner Geschichten aus "zitronenkuchen" sind queer. Da stand natürlich sofort die Frage, ob ich es selbst auch bin, im Raum. Es ist mühsam, wenn immer alles als autobiografisch wahrgenommen wird.

Du warst 2005 Preisträgerin von "schreiben zwischen den kulturen", 2007 folgte der Inzinger Literaturpreis und das Stipendium der Wiener Wortstätten, 2008/2009 das österreichische Staatsstipendium für Literatur. Was kommt als nächstes? 

Çakir: Mein aktuelles Ziel ist die Fertigstellung eines neuen Romans. Ich komme aber leider eher langsam voran, weil ich mich nicht ausschließlich auf das Schreiben konzentrieren kann. Ich habe einen Brotjob, um mir das Schreiben leisten zu können. Der Roman sollte schon längst fertig und mit einem Preis prämiert sein (lacht).

Seher Çakir wurde in Istanbul geboren und wuchs in Wien auf. 2005 erhielt sie den Literaturpreis "schreiben zwischen den kulturen", 2007 den Inzinger Literaturpreis und im selben Jahr das Stipendium der Wiener Wortstätten. 2008/9 erhielt sie das österreichische Staatsstipendium für Literatur.

Veröffentlichungen (Auswahl)

- Mittwochsgedichte. Türkisch-Deutsch. Ins Türkische übertragen von Seher Çakir. Berlin: Hans Schiler Verlag 2004.
- Sevim und Savaş oder Liebe und Kampf. In: wortstätten n°3.anthologie. das buch zum interkulturellen autorentheaterprojekt "wiener wortstätten 2008". Hg. v. Hans Escher und Bernhard Strudlar. Wien: edition exil 2008.
- zitronenkuchen für die 56. frau. kurzgeschichten. Wien: edition exil 2009

Kommentar posten
23 Postings
zerohero
12
23.2.2010, 14:37
VIEL LÄRM UM NICHTS

*gähn*
wer liest bitte diese bücher, die nur von schriftstellern selbt und deren familienmitgliederm oder bekannten oder freunden im internet gelobt wird?

Mathias
 
30
22.2.2010, 17:58
Gehst du an die Decke, wenn du den Begriff Migrationsliteratur hörst?

Was würde die Dame wohl sagen, wenn der Marcel Reich-Ranicki deren Bücher kommentieren würde? *hehe*

Nun, es gibt zu dem Thema noch weitere Interviews und Kritiken :-)

( http://www.dasbiber.at/node/1243 )

Hier gibt es eine Geschichte zu lesen. Da kann sich jeder selber ein Bild davon machen:

( http://derstandard.at/122046051... eher-Çakir )

Der Stil erinnert mich ein bischen an Charlotte Roche ... (habe auch nur kurze Ausschnitte gelesen)

deborah12
31
18.2.2010, 00:17
gratulation und weiter so!!!

ich möchte ihnen gratulieren!! ihre medienpräsens ist ein zeichen ihres erfolges, keine frage. ich lese auch ihre gastkommentare in den qualitätsmedien österreichs. öneri kannte ich nicht, jetzt kenne ich auch diese zeitschrift, finde auch dieses engagement von ihnen grandios!!! habe mich schlau gemacht und siehe da, sie sind einer der initiatoren öneris!! wau!!! (zu all den negativen postings: gute werbung!!!)
bravo, weiter so und viel erfolg weiterhin!!!!

dieWENDE
33
17.2.2010, 17:34
SEHR GUT

Fr. Cakir, ich beneide Sie sehr.
Wie schaffen Sie es dass Menschen zu Ihrem Interview total neidisch werden?Sie haben ein Interview gegeben und man kritisiert (negativ) nichts konkretes, nichts sachliches.finde ich ja sehr lustig ;) da kann ich nur gratulieren.Alle lustigen die hier was negatives abgeben,haben nur ein persönlichen Angriff auf Sie.Wenn man was verlangt können sie nichts vorlegen aber kennen tun sie Sie besser als Sie sich selbst.Das ist die beste Werbung.Anscheinend haben diese Menschen ein großen Neid auf Sie,weil die es nicht so weit bringen.Also quazi möchtegernkritiker & Literaren!Diese Menschen werden nie zufrieden sein. Die greifen auch Nobelpreis- & Oscarpreisträger an. DIE SIND LÄCHERLICH und unterste schublade ;)

Chanel Stella
42
17.2.2010, 23:48
tolle antwort

erfolg hat viele NEIDER
eigentlich ist hier d. schlußfolgerung: frau cakir ist gut, schreibt gut, viele verfolgen offensichtlich ihren werdegang!!! ob sie dann sich in neid zerfressen, weil SIE erfolgreich sind, soll ja nicht das problem niveau voller menschen sein!!!

Lale Cakir
32
17.2.2010, 18:36

und sie sind verliebt in sie? findet niemand, dass hier etwas eigenartig ist? jeder, der sie kritisiert, wird gleich als neidisch gestempelt. andere argumente sehe ich hier nicht.

UND NUN gehört dieser platz ihnen. Loben sie (sich) selbst bis zum himmel! wer es glaubt, ist selber schuld oder unfähig

Lavinya
33
17.2.2010, 18:08

und wie sachlich ist ihr kommentar?
so narzistisch wie sie ist, macht sie gute werbung für das, was sie nicht kann. sonst kann sie nichts. ihre leseproben sind ja jedermann jederfrau zugänglich.
mit jeden, der sein müll als literatur verkauft, habe ich ein problem

Nesly
20
22.2.2010, 05:30

ich finde Ihre Einstellung zur Sachlichkeit entsetzlich! Es ist sehr auffällig wenn Neid und Missgunst auf Intellekt trifft, und bei Gott.. Sie und solche wie Sie sind unerträglich für die intellektuelle Welt...

Ihr Neid ist Ihnen regelrecht angeschrieben.. hoffentlich sind Sie nicht allzu "erwachsen".. denn das wäre ein gänzlicher Widerspruch dessen was Sie von sich geben..

Lale Cakir
23
17.2.2010, 12:14

unter oneri.at findet man leseproben von frau cakir, so kann man sich ein bild von ihrem schreibtalent (!!!) machen. meines wissens ist sie eine lachnummer der türkischen community, da sie überall im mittelpunkt stehen will und sich aufdrängt.

Lavinya
32
17.2.2010, 11:55

http://derstandard.at/126220878... Unfaehigen

erklärt cakir-phänomen sehr gut

Lavinya
23
17.2.2010, 11:53

ich bin sehr überrascht, dass frau cakir so über die schubladisierung spricht. schließlich verdankt sie dieser schubladisierung, dass sie, so literarisch untalentiert wie sie ist, in den medien platz nehmen darf.

johann potakowskyj
 
01
17.2.2010, 02:37
da braucht man sich nicht zu schämen

auch die meisten autoren, die österreichische ureinwohner sind, haben einen brotberuf (manches mal auch journalismus) und bessern ihr einkommen durch preise und stipendien auf. für literatur gibt es da zum glück eine unzahl von stifterpreisen.

Spirogyra
10
15.2.2010, 23:34
"Ich weiß nicht, ob ein Dimitré Dinev, eine Julia Rabinowich [...] ohne Literaturpreise für nicht-deutsche Sprache entdeckt worden wären"

Dochdoch. Die "machen" nämlich nicht Literatur, sondern haben was zu sagen und tun das mit beneidenswertem schriftstellerischen Talent. Kein Grund, ihren Erfolg als Resultat exotischer Preise zu schmälern.

Chanel Stella
52
15.2.2010, 23:22
gratulation frau cakir

also ich finde die autorin echt klasse.
sie schreibt toll und greift themen auf, die kulturübergreifend sind (was auch immer man/frau unter kultur verstehen mag. denn kultur ist nicht unbedingt zusammenhängend mit nationalität zu verstehen, für alle, die österreichische community , türkische comm. etc. eingrenzen. doch ich möchte jetzt nicht näher auf kultur eingehen.

ich möchte aber doch auf das neidige argument, "hochglanzfoto" eingehen.
schön ist schön,und hochgalnz allein kanns nicht sein. frau cakir hat offensichtlich nicht nur köpfchen, sondern ist auch schön.warum kann man das nicht unabhängig von ein ander beurteilen.das sie gut aussieht, und dass sie hervorragend schreibt.
nun,ich bin ein fan!by the way j. sieht a gut aus

Lavinya
23
17.2.2010, 11:50

hervorragend schreiben - nein, das kann sie nicht. ihre geschichten sind langewilig und entsprechen klischees. sie wiederholt ständig ihre sätze und glaubt dabei besonders literarisch zu sein. nicht zu vergessen ist, dass viele verlage ihre bücher nicht veröffentlichchen, da das, was sie schreibt, nicht deutsch ist.

awef
22
17.2.2010, 14:18

sie dürften ein ziemlicher fan von ihr sein sonst würden sie nicht soviel zeit damit verschwenden, artikel zu lesen (und fleißig zu posten) die sie nicht interessieren. und ja, gehört eigentlich nicht hierher, aber sie sieht gut aus und das müßten sie ja wissen wenn sie jemals bei einem vortrag von ihr waren.

Lavinya
21
17.2.2010, 18:06

sie sind bestimmt ein größerer fan als ich. schließlich besuchen sie anscheinend ihre vorträge deshalb, weil sie sie hübsch finden? wenn ich hübsche frauen sehen will gehe ich zur modeschau.

Marianne Pacult
34
15.2.2010, 19:09

Ich hab mich in der österreichischen Community umgehört und bin zum Schluss gekommen, dass man keinen Schluss aus ihr ziehen kann.

Lavinya
33
17.2.2010, 11:48

also 1. hübsch ist sie nicht, das foto ist das resultat von photoshop. 2. die frau hat nichts in der birne. mal ehrlich, wieso macht sie dann bei jeder migrantInnen und frauendebatte mit, wenn sie nicht in diese schubladen gesteckt werden will?
@chanel stella: heißen sie zufällig cakir mit nachnamen, oder gehören sie zum virales marketing team von frau cakir?

Chanel Stella
22
17.2.2010, 23:56

muss schon sehr schlimm sein für sie.
schon paranoid und besessen von frau cakir was?
offensichtlich überall dabei wo sich frau cakir aufhält. immer dabei. sie sind gut, ich lach mich kaputt!!! na ja und zufällig kennt man sie, und weiss, woher dieser frust kommt .
nun, für leute wie sie gibt es behandlungen!!!aber da müssen sie schon einige sitzungen in kauf nehmen. ohhhhhhhhhhhhhhh ohhhhhhhhhhhhhhhh

by the way: nein, ich kenne die autorin NICHT persönlich. leider. aber sie offensichtlich.

Chanel Stella
42
15.2.2010, 23:17
engstirnig!!

seeeeeeeeeeeeehr belesen und reif!!
hmmmm, nicht auf einen schluss gekommen, na so was ärgerliches!! frag noch mal nach bei der österreichischen community, vielleicht können die dir weiterhelfen und du siehst doch ein licht, irgend wo irgendwann!!!

lis123
32
15.2.2010, 20:20
?

Ah, was isn jetzt die "ö. Community"? Blah,blah - und was ist Ihrer Meinung nach ein literarischer Nicht-Schluss? Auf so was Vages hinauf und ein hübsches Hochglanzfoto verweigere ich doch glatt den Kauf. Und um Kaufen geht es doch im Literaturbetrieb, oder? Und wenn schon, dann kaufe ich lieber die alte Jelinek (von der hat man aber schon lang kein aktuelles Foto mehr gesehen).

TanteMitzi
20
15.2.2010, 20:42
"von der hat man aber schon lang kein aktuelles Foto mehr gesehen"

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