Kein Mitleid bitte!

Olivera Stajić, 9. März 2010, 16:20
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    Sonya Puthuparambil und Sahire Bozkurt bei einem StipendiatInnen-Treffen

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    Ayse Dogan mit der Kammerschauspielerin Andrea Jonasson bei einem Film-Projekt zum Thema "Mythen und Legenden der Stadt Wien"

Sie sind erfolgreich, sozial engagiert und selbstbewusst. Alles, was junge Menschen mit Migrationshintergrund brauchen, sind bessere Startbedingungen

Seit vier Jahren gibt es in Wien das Stipendienprogramm "Start", das begabte und engagierte Zuwandererkinder fördert. Die jungen StipendiatInnen erhalten ein monatliches Bildungsgeld, einen Laptop mit Internet-Zugang und nehmen gemeinsam an Seminaren, Bildungs- und Kulturveranstaltungen teil.

Herausragend

"Gefühlsmäßig bewerben sich mehr Mädchen", erzählt Lukas Kluszczynski, Programmleiter von Start-Österreich. Doch man bemühe sich um "Vielfalt und gerechte Aufteilung" der Förderung, so Kluszczynski. Der schulische Erfolg ist ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme ins Programm, aber auch die soziale Bedürftigkeit. "Wir wollen Leute unterstützen, die sich das Ganze so nicht leisten könnten", so Kluszczynski. Die wichtigste Voraussetzung ist aber das außerschulische Engagement der KandidatInnen: "Wir wollen Leute, die daran interessiert sind, die ganze Thematik um Migration und Integration voranzubringen und da etwas zu leisten. Das sind oft Klassen- oder Schulsprecher oder Redakteure von Schülerzeitungen. Entscheidend ist dann auch, wie sich der Schüler mit seinem Engagement bei uns vorstellt und präsentiert."

Unter jenen die, die Start-Jury überzeugen konnten, ist auch Ayse Dogan. Die Neuzehnjährige besucht die VBS Hamerlingplatz und ist seit zweieinhalb Jahren im Stipendienprogramm. Derzeit arbeitet sie an ihrem Maturaprojekt und entwickelt eine Lern- und Kommunikationsplattform für ihre Schule. "Wenn meine Arbeit gut wird, wird das Konzept auch an weiteren Schulen umgesetzt", erzählt Dogan stolz. Die HAK-Schülerin möchte nach der Schule Mathematik und Soziologie studieren.

Engagement ist gefragt

Für Sonya Puthuparambil steht auch schon fest: "Ich werde studieren und zwar im Ausland, entweder in England oder Deutschland". Die Neuzehnjährige hat bereits viel Auslandserfahrung gesammelt. "Ich konnte mit Hilfe von Start ein Auslandspraktikum organisieren, eine Woche in einer Schule in Paris mit anderen Migrantenkids verbringen und ein Auslandsemester in England machen", erzählt Puthuparambil. Start stellt zusätzlich 700 Euro pro Schuljahr und SchülerIn für individuelle Förderung auf. "Das ist aber etwas, um das sich die StipendiatInnen gezielt bemühen müssen. Wir wollen Engagement sehen", erklärt der Programmleiter.

Den Horizont erweitern

Neben der Möglichkeit ins Ausland zu gehen, schätzt Sonya Puthuparambil vor allem den Erfahrungsaustausch mit den anderen StipendiatInnen. "Man lernt hier interessante und sehr unterschiedliche Menschen kennen. In ihren Lebensgeschichten gibt es oft Kriegs- und Fluchterfahrungen. Das erweitert meinen Lebenshorizont, denn ich bin hier geboren und kenne das nicht", so die Maturantin.

Sonyas KlassenkameradInnen in der VBS Augarten wundern sich manchmal, wieso es so ein Programm gezielt für Migrantenkinder gibt. Die Schülerin liefert aber sofort eine selbstbewusste Erklärung: "Es ist doch so, dass Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturen kommen, nicht alles geschenkt bekommen. Armuts- oder Kriegsflüchtlinge haben das alles nicht, was typische Österreicher als selbstverständlich ansehen. Ich finde es gut, dass Start genau solchen Menschen hilft". 

Kein Mitleid, bitte!

Mitleid möchte die Tochter südindischer Migranten nicht erregen und ärgert sich oft über die Darstellung in österreichischen Medien. Die jungen StipendiatInnen, die gerne "als Vorzeige-Migranten" interviewt werden, können auch von einigen schlechten Erfahrungen mit JournalistInnen berichten. In einer Wochenzeitung mussten sie dann plötzlich von "schwerer Kindheit und gewalttätigen Vätern lesen" - mitleiderregende Geschichten, "die wir so nie erzählt haben", so eine Stipendiatin. "Manchmal sind grundlegende Daten falsch. Wenn es besser passt, dass jemand aus Tschetschenien und nicht aus der Türkei kommt, dann vertauscht der Redakteur gerne diese Angaben", weiß Lukas Kluszczynski zu berichten. 

Förderungswürdig 

Nicht Mitleid erregen, sondern Vorbild sein, das ist das Motto der Start-StipendiatInnen: "Es ist wichtig, dass den Jugendlichen gezeigt wird, dass man Erfolg haben kann", betont Sahire Bozkurt. Die Achtzehnjährige hat türkische Wurzeln, ist in Österreich geboren und aufgewachsen und sieht darin große Vorteile: "Wir haben eben diese zwei Seiten, die man zeigen kann und sollte. Wir bringen viel mit - das ist förderungswürdig!"

Das Start-Programm gibt es derzeit in Wien und Vorarlberg. Gefördert werden OberstufenschülerInnen mit Migrationshintergrund. In Wien werden die nächsten Stipendien zwischen 7. April und 6. Mai 2010 ausgeschrieben, nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt es ab April auf der Start-Homepage.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
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deppenapostroph
00

was wir am wenigsten brauchen, sind diejenigen (bobos mit migrationshintergrund, die jetzt "was mit medien" machen), die uns sagen, was wir brauchen.

Bobby W
00
30.3.2010, 19:34
es wird zeit...

die revolution kommt immer näher,
doch angesagte revolutionen finden bekanntlich nicht statt

doch es kommen nicht die Moslems, da bin ich mir sicher, denn die soziale unzufriedenheit wird über religionen de menschen vereinen und auf die strasse treiben

hema1
 
00
14.6.2010, 12:44
Die Religionen sollen verbinden, nicht trennen!

Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind Brüder und Schwestern. Das sollten auch viele Väter begreifen!

http://www.hopeland.at

zwutschgi
10
18.3.2010, 15:12
leitkultur

kann mir bitte jemand erklären, was sich hinter der europäischen leitkultur verbergen soll?!

jo eh
01
15.3.2010, 01:02

brillanter kommentar.

danke für den link. ein paar isl.misten sind sicher wieder beleidigt

Granny
07
14.3.2010, 18:25
Pauschalisierung

"Sie sind erfolgreich, sozial engagiert und selbstbewusst. Alles, was junge Menschen mit Migrationshintergrund brauchen, sind bessere Startbedingungen"

Ziemlich dumme Pauschalisierung. Der Migrantenanteil in Ehrenämtern ist übrigens unterdurchschnittlich niedrig. Zudem gibt es auch viele, die nicht erfolgreich sind. Einen Intensivtäter in Berlin würde man wohl kaum als "sozial engagiert" und "erfolgreich" bezeichnen...!?

King Of Wörschtlständ
00
15.4.2011, 23:14
Owa genau!

Hat unser Gustl, eigentlich unser Ungustl am Ständl räsonniert, wia er Ihner Posting glesen hat. Des san ollas Pauschalisierungen, richtig!
Hams dir bei der Pauschalreise nach Antalya so die Hoa gschnitten, weilsd gar so grantig bist? hat unser Män Of alle Wörschtls, also pauschal betrachtet der Wörschtlmän, unser blader Franz, den Gustl gfagt.
Ja, weil es is aso, hat der Gustl gsagt, weil im individierten, äh, induvidu, wurscht, im Einzelfall kriagn de alle in Notstand vom AMS und a Eifon dazua, wanns nix hackeln gengan. Und an BMW, eh kloa. Zum Bewerben fahrn. Und wenn die Hacke nicht passt, kriagns halt a Gemeindebauwohnung. So schauts aus und net aso was die da zsammpauschalisiern.
Auch heut hat der Gustl wieder sein Eistee kriagt.

Konradin
00
14.3.2010, 13:01

Manche wollen Mitleid.
Manche wollen keines.

Manche wollen Quote.
Manche wollen keine.

Manche wollen als Teil das Ganzen gesehen werden.
Manche wollen als einzigartig gesehen werden.

Manche wollen aus der Tradition heraus verstanden werden.
Manche wollen ausschließlich individuell betrachtet werden.

Jeder schließt vom eigenen Bedürfnis auf die gesamte statistische Gruppe, der er zugehört - gibt aber das Gegenteil vor.

Keinem von ihnen sieht man an der Nasenspitze an, was er nun sein will. Aber jeder schimpft einen als unzulänglich - von "spießig" über Chauvi bis zu Rassist - wenn man ihn in die je ander Gruppe zählt.

Wie wär's mit Taferln um den Hals?

Ciena Consulting
00
13.3.2010, 23:44
was nötig ist...

...ist eine gesellschaft die migration und migranten nicht als übel ansieht - vor nur einigen wochen sagte mir der studiengangsleiter einer FH, ich würde "mitleid" haben wollen wenn ich darauf aufmerksam mache, daß in manchen vorlesungen menschen mit migrationshintergrund als menschen zweiter klasse dargestellt werden.

Fritz Wunderlich
00
12.3.2010, 13:54

bessere startbedingunge: wie wär es mit einer vermögensumschichtung in ö?

fuchstritt
411
11.3.2010, 11:50

alles was sie brauchen ist zuerst einmal kein fetzn am schädl.dann sehen wir weiter

King Of Wörschtlständ
00
20.4.2011, 00:16
Liaba an Fetzn am Schädl als lauter Fetznschädln!

Hat der Hanse, ein neuer Kumpel bei uns am Ständl von sich geben. Na, mehr hat er net braucht. An islamophoberten Tiachlfreund brauch ma do net! Hat unser Gustl glei geschrian. Du manst islamophil is er, hat der blade Franz, unser Ständlmän und Weltmann mit einer Bildung in sich, den Gustl glei ausbessert. Wos hot der Phil Decker mit de Kopftiacheln zu tun? Hat sich der Gustl gewundert, den kenn i nur ausn Jerry Cotton Heftl. Apropos Cotton, hat der blade Franz daraufhin gsagt, die meisten Kopftiachln san net aus Baumwolle.
Aso is is hin und her gangen am Ständl bis 3 in der Frua und die Gnackwatschen sind geflogen und zwar tief aber der Franz hot ka Heh braucht.
So is es, wenn mir Burschen über Geschellsaftspolitik uns äussern tun.

Mathias
 
00
16.3.2010, 18:30
fetzn

Was haben Sie gegen so ein Kopftuch? Sieht man sich den Rest an, dann ist es eine sehr schöne junge Frau, die auch sonst mit ihren Reizen nicht geizt!

Das ist auch etwas, was auf den ersten Blick auffällt. Zwar werden die Haare bedeckt, doch die restliche Kleidung ist oft westlich, sexy und körperbetont ...

deppenapostroph
00

wozu dann noch das kopftuch? :)

Dr. Socrates
52
12.3.2010, 10:55
auf zwei fotos sind vier frauen zu sehen.

von den vieren trägt eine ein kopftuch, drei nicht.

und woran beißen sich die poster wieder mal fest? erraten: an dem einen kopftuch.

und, jede wette: ohne den dazugehörigen artikel überhaupt gelesen zu haben.

Igor Gassner
01
14.3.2010, 12:46
Es sind drei Frauen mit Migrationshintergrund

eine ist eine Journalistin . Von den drei Frauen ist eine aus Südindien. Nicht gerade eine Problemgruppe bei Einwanderern und zwei aus der Türkei. Eine mit Hidschab nicht Kopftuch. Bei der zweiten bin ich mir nicht ganz sicher ob sie nicht zu einer türkischen Minderheit gehört. Sehr viele Türken mit Minderheitenhintergrund sind in der Vergangenheit aus der Türkei ausgewandert nicht nur Kurden. Das sind im Azusland meist die liberalen Türken, wenn man ein wenig über die Herkunft nachfragt udn sich ein wenig kulturell auskennt kommt ma oft drauf dass erst der Vater oder Großvater in die Türkei eingewandert sind und sie aus dem Kaukasus oder dem Balkan stammen ubnd die Kaukasischen oder Slawischen Namen von den Türkischen Behörden türkisiert

Madame Haram
01
13.3.2010, 13:16
Was ist daran erstaunlich?

Natürlich wird über Problemfälle mehr gesprochen als über Leute, die es offenbar besser drauf haben, sich zu integrieren.

King Of Wörschtlständ
10
13.3.2010, 00:33
Naja, ein Bild sagt halt mehr als 1000 Worte!

Und man tut sich leichter mit dem Verstehen um was es geht als beim Lesen, Wort für Wort.
Am Ende hat man es durch das Bild auch besser kapiert. Für sich halt. Glaub ich. Es heisst ja auch "bildhaftes Denken".

maxbz
48
11.3.2010, 22:08

Frauen mit Kopftuch fehlt einfach ein gewisses, kulturelles Einfühlungsvermögen.
Sie setzen egoistisch ihren Standpunkt und verlangen von den anderen Toleranz und wundern sich dann, wenn ihnen die nicht entgegengebracht wird.

King Of Wörschtlständ
00
13.3.2010, 00:40
In dem Fall setzen sie mehr ihren Kopf durch.

Oder das Tuch darauf, wie man´s nimmt.
Wie auch immer: eins versteh ich dabei nicht. Da heisst es, diese Frauen müssen das Kopftuch aufsetzen ob sie wollen oder nicht, das ist astrein bewiesenes Wissen. Und dann setzen sie doch wieder ihren Standpunkt durch.
Kann mir das wer erklären?

Madame Haram
16
13.3.2010, 13:24
Der Punkt ist,

dass einige wohlmeinende Menschen vergessen, dass zwar mit der Verhüllung von Frauen weltweit sehr wohl sehr viel Zwang verbunden ist (in muslim. Staaten wie dem Iran, wo der Schleier per Gesetz vorgeschrieben ist, ebenso wie in den muslim. Parallelgesellschaften in Europa, wo halt die Sippe bzw. die Community "aufpasst", dass sich die eigenen Schwestern, Töchter, Cousinen nicht wie "westliche Schlampen" benehmen), was aber nicht ausschließt, dass es eben sehr wohl auch die "stolzen Kopftuchträgerinnen" gibt, die sich in der Rolle der muslim. Fanatikern gut eingelebt haben.

Güle, güle Hojaç Bey!
 
73
11.3.2010, 20:19
Nur ein Fetznschädl...

... stört sich am Kopftuchmädl!

chouette25
62
11.3.2010, 12:54
und alles was sie brauchen ...

... wäre ein gehirn an jener stelle, wo bei ihnen eine große luftblase ist. dann würden sie vielleicht solche kommentare nicht mehr schreiben!

che_guevara
38
10.3.2010, 16:57
Und wieder ein Bild mit Kopftuchmädchen...

Erfolgreich, sozial engagiert und selbstbewusst, ok, aber integriert?

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