daStandard.at-Porträt

"Hier kann ich Vermittlerin sein"

Eva Zelechowski, 12. Mai 2010, 15:38
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    foto: eva zelechowski

    Kaya I. ist Polizeianwärterin an der Sicherheitsakademie Wien.

Die gebürtige Türkin Kaya I. befindet sich in der Grundausbildung zur Polizeibeamtin. In ihrem zukünftigen Beruf sieht sie sich auch als Vermittlerin zwischen den Kulturen

Die 19-jährige Kaya I. tritt selbstbewusst auf und hat einen festen Händedruck. Seit fünf Monaten ist sie Schülerin der Sicherheitsakademie (SIAK) im Bildungszentrum Wien und bezeichnet das Gebäude in der Marokkanergasse im Dritten Wiener Gemeindebezirk inzwischen als ihr „zweites Zuhause“. Die Uniform wirkt an der jungen Frau auch bereits wie eine zweite Haut.

Wienerisch mit Akzent

Ihre türkische Heimat hat Kaya I. als Zehnjährige gemeinsam mit ihren Eltern verlassen. Nach drei Jahren Volksschule in der Türkei landete sie unmittelbar in der dritten Klasse einer Wiener Volksschule – ohne jegliche Sprachkenntnisse. „Die Sprache war natürlich eine totale Umstellung und das erste Problem, aber ich konnte mich schnell einleben“, sagt sie in einer vertrauten regionalen Mischung aus typischem Wienerisch und leichtem Akzent.

Vorurteile in beiden Kulturen

„In der Türkei bin ich eine Ausländerin, in Österreich heißt es wiederum, ich habe Migrationshintergrund, ich bin also auch hier eine Ausländerin. Man lebt gewissermaßen zwischen zwei Welten“, beschreibt die Penzingerin ihre Identität und ergänzt lächelnd: „Zuhause fühle mich aber in Österreich. Hier habe ich meine Freunde und meine Familie.“ Die Konfrontation mit Vorurteilen von Bekannten oder Nachbarn kennt Kaya I. aus beiden Kulturen: In der Türkei wird sie nun mehr als Gast gesehen, in Österreich kämpft sie mit gängigen Parolen wie das „Drängen“ der Migranten in den Arbeitsplatz.

„Die Prüfung war einfach“

Im Ausbildungsjahrgang 2010/2011 ist Kaya I. eine von zwei weiblichen türkischen Polizeianwärterinnen, doch von den SIAK-MitschülerInnen wurde sie durchwegs positiv angenommen. In der Vorstellungsrunde stieß sie vor allem auf Neugier: Wie sie es geschafft habe, so schnell die deutsche Sprache zu erlernen. „Die Aufnahmeprüfung selbst war aber eigentlich ziemlich einfach“, erklärt sie mit einem Lächeln.

Neue Aspekte einbringen

Über ihren Berufswunsch erzählt Kaya: „Ich weiß, dass es viele Menschen in Österreich gibt, die kaum oder nicht gut Deutsch sprechen. In diesem Beruf sehe ich mich deshalb auch als Vermittlerin zwischen der türkischen und österreichischen Bevölkerung. Hier kann ich viel zur besseren Verständigung zwischen den Kulturen einbringen“.

„Familienfreundlichere“ Berufsvorschläge

Als die 19-Jährige der Familie und Freunden von ihrer Berufswahl erzählte, blickte sie in begeisterte und schockierte Gesichter gleichermaßen. Nach etlichen Diskussionsmarathons, ob sie sich das denn wirklich alles gut überlegt hat und sich der Gefahren und der weniger reizvollen Aspekte wie Nachtschichten bewusst ist, hat man sich damit abgefunden. „Besonders meine Familie hatte Bedenken, dass es mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht einfach werden würde. Sie haben es mit ‚familienfreundlicheren‘ Alternativvorschlägen versucht“, fügt sie hinzu und lacht. Nicht zuletzt aufgrund des Images der Polizei als Ordnungshüter wurde letztendlich die Entscheidung der Tochter positiv angenommen.

Zwischen Krisensicherheit und Fehlentscheidung

Kayas Einstellung zu der gezielten verstärkten Rekrutierung von PolizeibeamtInnen mit Migrationshintergrund überrascht: „Wenn in Werbekampagnen explizit Menschen mit Migrationshintergrund angesprochen werden, könnte es sein, dass sich Personen bewerben ohne jemals mit dem Gedanken gespielt zu haben diesem Beruf nachzugehen. Also ohne zu wissen, was der Beruf mit sich bringt oder welche Bedeutung es hat, PolizistIn zu sein. Denn auch zwei wichtige Punkte sprechen auch für diesen Beruf: Die Krisensicherheit und das Interesse des Staates, Menschen mit Migrationshintergrund für den Polizeiberuf zu begeistern. Wichtig ist dabei jedoch, alle Aspekte abzuwägen, um eine Fehlentscheidung zu vermeiden", so Kaya. (Eva Zelechowski, daStandard.at, 12.5.2010)

 

Kommentar posten
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Andi Grub
12
Liest mal eure Kommentare!!!

Als erstes Respekt für die Junge Dame.

Und liest mal eure Kommentare, da schreibt einer etwas von einem KOpftuch und dann wird 100mal über einen Kopftuch geschrieben. Sie trägt keinen Kopftuch!

Hört auf euch wie paranoide Menschen zu verhalten. Da kommt ein ein (sicher) arbeitsloser Idiot auf die Idee, etwas gegen Koptuch zu sagen und Ihr kommentiert es 100mal.
Wieso kommentiert man über einen Kopftuch, sie trägt ja keinen, es war auch im Artikel nichts über einen Kopftuch zu lesen?? Man merkt das, fast in jedem Ö eine kleiner HC-Hit...Copy steckt. Ich schäme mich für euch(die sich über Kopftuch in diesem Artikel geschrieben haben)

knievel
00
14.1.2011, 12:13

gammeldeutsch?

salzamt1
00
15.1.2011, 20:34
ich möchte Sie erleben, wenn Sie Italienisch oder Slowenisch schreiben

ist sicher genauso "witzig"

knievel
00
16.1.2011, 20:48

einer der gründe weshalb ich nicht in ein slowenisches oder italienisches forum völlig sinnentleerte postings über 'sicher arbeitslose' andere forumsteilnehmer vom stapel lasse...

Wo samma denn?
00
7.10.2010, 00:02

Endlich mal ein positiver Bericht. :)
Das Mädel ist TOP!

Walter Bauer1
60
14.6.2010, 21:02

die sieht zu sensibel für diesen job aus

tiggerle
00

wenn sie schon mit 19 kein lächeln mehr aufs gesicht bringen würde, wär sie auch falsch in dem beruf.

fuchstritt
315
14.5.2010, 08:16

genau so gehts.ohne fetzn am schädl, deutsch sprechend u sich selbst versorgend in einem anständigen beruf.find i gut :-)

Herbert Lura
96
16.5.2010, 19:11

Deine Meinung mag berechtigt sein allerdings hat die Kopfbedeckung damit nichts zutun... Sie würde diesen Beruf auch ausüben können wenn sie "bedeckt" wäre...Primitv ist es hingegen jemanden aufgrund seines äußerlichen Erscheinungsbildes zu kategorisieren

Rosa Stahl
13
27.6.2010, 20:05

falsch. eine Polizistin ist ein Mitglied der Exekutive und hoheitlich tätig. Da kann sie NICHT irgendein religiöses Zeichen raushängen lassen. Wäre genauso abstrus, wenn eine Nonne glaubt, sie könne Polizistin sein und einen Schleier tragen, oder irgendein Sikh-Mitglied plötzlich mit Turban daherkommen.

Polizisten haben religiös völlig unparteiisch zu sein. Was sie dann privat machen, ist ihr Kaffee, aber im Beruf geht das nicht.

LSDBlue
13
27.6.2010, 09:38
Sie würde diesen Beruf auch ausüben können wenn sie "bedeckt" wäre

Kibara mit Kopftuch??? 100%ig geht das nicht!

H Salem
11
17.8.2010, 19:26
Achso ? Tragen die Kobra kein Kopftuch ?

http://diepresse.com/images/up... 210253.jpg

Lichtfreak
01
23.6.2010, 14:45
Wer seinen Glauben über ein äusserliches Merkmal vor sich hinträgt

kann wohl kaum fordern, eben gerade NICHT über diese Kleidung wahrgenommen zu werden.

Sonst wird es aber echt pervers!

sepp schilehrer
04
31.5.2010, 15:48

Das hat sehr wohl was damit zu tun, weil man (hier wohl eher: frau) sich mit einem Fetzn am Schädl absichtlich aus der Mitte der Gesellschaft verabschiedet und den ÖsterreicherInnen zu verstehen gibt, das man sich gar nicht integrieren will.

Somit kann ich auch für einen Staat, dessen Grundregeln ich mich nicht anschliesse, keinen Exekutivdienst versehen.

Auch wenn uns die Industrie der Empörten das gerne einreden will: Integration und Kopftuch passt nicht zusammen.

Madame Haram
14
16.5.2010, 23:08
Nun ja, genau genommen

könnte sie auch nur in einen Müllsack gehüllt den Polizeidienst versehen.

Allerdings zeugt der mangelnde Wille, sich gewissen Kleidungsvorschriften zu beugen und im Beruf ein neutrales Auftreten an den Tag zu legen (und die eigene Weltanschauung für diese Zeit hintanzustellen) von Integrationsunwilligkeit, der Verachtung hiesiger Sitten und auch von Fanatismus.

Im übrigen geht es dabei nicht nur um das äußere Erscheinungsbild. Bestimmte Kleidungsstücke haben eine eindeutige Botschaft. Und die des muslim. Kopftuchs (das ja in erster Linie dazu dient, die armen muslim. Männer nicht sexuell zu provozieren) ist in einer aufgeklärten Gesellschaft mehr als abzulehnen.

Der Unkurze
01
16.5.2010, 21:43

nein mit kopftuch könnte sie keine polizistin werden, da das kopftuch kein bestandteil der uniform ist

Uljanov-Blank
71
13.5.2010, 16:07
Eine gebuertige Tuerkin

heisst noch lange nicht, das wir, die anderen, z.b. aus Cz, Sk, H, Ru, Ua, Srb, Hr usw., das als einen richtigen Schritt ansehen; im Gegenteil, als Bevorzugung von Tuerken und Ablehnung von allen anderen

pantha rei
02
13.5.2010, 16:54
das soll ja nicht heißen,

dass hier nur Türken ausgebildet werden. ich trau mich wetten, dass auch tschechische oder polnische Anwärter die SIAK-Schulbänke drücken! Diversität ist das Stichwort.

curricula
311
13.5.2010, 15:36
Jetzt mal ehrlich...

Bei einer "normalen" Erwähnung der Exekutive im Standard wird gebasht bis zum geht-nicht-mehr... - kaum ist da ein Mädel mit Migarationshintergrund (?) in Uniform, schon überschlägt man sich mit übertrieben positiven Postings...

Jakob Egger
03
27.5.2010, 20:46

Leider sind "normale" Erwähnungen der Exekutive oft von Rambopolizisten die in der Ubahn Passanten verprügeln oder im Supermarkt Kinder erschießen.

Freundliche Polizisten kommen halt selten in den Standard.

Volksfront von Judäa
01
14.5.2010, 09:18
Na hoffentlich muss die Dame niemals bei Demonstrationen an forderster Front arbeiten (vielleicht sogar den Wasserwerfer bedienen)


...dann wäre ein paar Leute hier wohl endgültig heillos verwirrt ;-)

Schrumpfschlauch
00
17.5.2010, 08:08
Leichtere Ausrüstung haben die Polizei-Damen ja schon gefordert

Bösmensch
47
13.5.2010, 16:25

Das liegt daran, dass die Linken eben überall die Deutungshoheit haben.

Nina K.
10
13.5.2010, 16:06

ich sehe das nicht so. Ich empfinde es schön, wenn sich ein junger Mensch für seinen zukünftigen Beruf positive Ziele setzt und diese zu verwirklichen versucht.

Just N. Opinion
15
13.5.2010, 15:50
vielleicht weil die meisten "normalen"

erwaehnungen der exekutive im standard von fehlverhalten von exekutivbeamten berichten, wie uebertrieben brutale abschiebungsversuche, folterungen, pruegel fuer unschuldige demonstranten, korruption, illegale weitergabe von daten usw.?

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