Integration auf der Straße

24. Mai 2010, 17:24

Integration zum selber Ausprobieren? – eine Straßenaktion in Innsbruck macht es möglich

Am 26.5. wird von 14.00 - 16.00 eine Protestaktion auf der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck organisiert. Protestiert wird gegen die Subventionsstreichung durch das Bundesministerium für Inneres. Die Kürzung betrifft 30 Prozent des Gesamtbudgets, der Verein muss 13 von 17 Deutschkursen einstellen und ist in seiner Existenz bedroht.

Mit der Straßenaktion wollen die "Frauen aus allen Ländern" nicht nur auf ihre budgetären Nöte hinweisen, sondern auch den Prozess der Integration erlebbar machen. In vier Stationen können die Passanten sich informieren und auch einiges ausprobieren, um sich eine Vorstellung davon zu machen, welche Hürden Migrantinnen auf dem Weg zur Einbürgerung überwinden müssen.

Bei der ersten Station wird der Passant aufgefordert, eine Vereinbarung zu unterschreiben, die er nicht versteht. Gemeint ist damit die sogenannte "Integrationsvereinbarung". Als nächstes gilt es, eine Fremdsprache zu lernen. Lernwillige haben hier die Möglichkeit, sich mit Türkisch oder Russisch zu beschäftigen. Die nächste Aufgabe besteht darin, die Kinderbetreuung zu organisieren, um den Deutschkurs besuchen zu können. Keine leichte Aufgabe, seit der Verein "Frauen aus allen Ländern" keine Kurse mehr für Mütter mit Kleinkindern anbieten kann. Zum Abschluss können interessierte Passanten bei einem Probe-Staatsbürgerschaftstest überprüfen, ob ihre Kenntnisse über die Geschichte und das politische System Österreichs ausreichen, um die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

 

Der Verein "Frauen aus allen Ländern" unterstützt seit sieben Jahren Migrantinnen in Tirol, und zwar durch Bildungsangebote, Beratung, Kulturveranstaltungen, Feste und Workshops.

Link: Verein Frauen aus allen Ländern, Kultur- Bildungs und Beratungsinitiative

 

 

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maxbz
25.05.2010 21:02
"Bei der ersten Station wird der Passant aufgefordert, eine Vereinbarung zu unterschreiben, die er nicht versteht. "

Deshalb ist es vernünftig Deutsch zu lernen bevor man einwandert.
Wenn man einwandert ohne Deutsch zu können, dann sollte man sich nicht darüber beklagen, das hier die Formulare auf Deutsch sind.

Trotzdem wird hier am falschen Ende gespart. Die Fehler in der Einwanderungspolitik wurden gemacht und sollten schnellstmöglich behoben werden.

Jakob Egger 
27.05.2010 20:14

Würde es die österreichische Verwaltung umbringen, wenn sie ein paar Formulare in verschiedenen Sprachen anbieten würde? Das würde ja nicht nur Migranten helfen, sondern auch den Beamten, die jetzt diese Formulare mit Hand und Fuß erklären müssen!

Abgesehen davon finde ich es sehr verlogen, wenn die Politik einerseits im Wahlkampf Deutschkenntnisse von Zuwanderern fordert und kurz darauf Förderungen für Deutschkurse streicht.

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