Halal & Haram

Meri Disoski, 3. Juni 2010, 15:52
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    foto: reuters/regis duvignau

    Auf der Halal Expo in Paris Ende März 2010 wurde die wachsende Palette der Halal-Produkte vorgestellte - unter anderem auch Halal-Babynahrung.

Das arabische Wort halal bedeutet das Erlaubte. Haram steht für das Verbotene. Ob etwas als halal oder haram gilt, ist im Islam von großer Bedeutung. Vor allem wenn es um Essen und Sex geht

Auf der Homepage von "Halal-Essen Wien" wird eine einfache Erklärung dafür gegeben, was als halal bzw. als haram gilt. Halal umfasst demnach "alle Dinge und Handlungen, die aus islamischer Sicht gestattet, zulässig und islam-konform sind" während im Gegenzug haram all jene Dinge umfasst, die "der Islam den Muslimen verboten hat". Darüber hinaus gibt es noch einen zwischen halal und haram liegenden Grenzbereich, der makruh genannt wird und all das bezeichnet, was zwar nicht ausdrücklich verboten ist, "jedoch Richtung haram tendiert" und deshalb von Muslimen "vorsichtshalber zu meiden" ist.

Töten von Schlachttieren

Als haram, also unerlaubt, gilt beispielsweise das Töten von Tieren vor ihrer Schlachtung. Weiß man, dass ein Tier vor der Schlachtung getötet wurde, gilt es als Aas, somit als unrein und in Folge als mit den muslimischen Speisevorschriften unvereinbar. Denn: "Verboten ist euch das Verendete sowie Blut und Schweinefleisch und (...) das Erdrosselte, das zu Tode Geschlagene, das zu Tode Gestürzte oder Gestoßene (...). Das ist eine Freveltat", heißt es im Koran.. Halal und damit erlaubt ist nur jenes Fleisch, das von geschächteten Tieren stammt. Mit dem Ziel, das Tier vor Eintritt des Todes möglichst vollständig ausbluten zu lassen - Blut gilt als unrein - wird den Tieren dabei mit einem Schnitt sowohl die Halsschlagader als auch die Luft- und Speiseröhre durchtrennt.

Halal-Tiefkühlkost

Dass seine Produkte allesamt "garantiert halal" sind, versichert Sami Erkurt, Gründer und Geschäftsführer von Itikat Helal, einem auf halal-Erzeugnisse spezialisierten Unternehmen. Mit dem Ziel, islamkonforme Tiefkühlkost für Muslime anzubieten, gründete Erkurt im Jahr 1994 seine Firma Itikat. Der anfangs noch belächelte Unternehmer hat heute gut lachen: Der große Erfolg seiner Firma führte dazu, dass der zunächst kleine Betrieb Erkurts zu einem großen Unternehmen wuchs, das "heute tausende Klein- und Großbetriebe in ganz Europa" beliefert. Die von Itikat angebotene Produktpalette umfasst neben Geflügel- und Rindfleisch auch Sardellen und Teigwaren. Neben der Premium-Marke Itikat können KundInnen auch Erzeugnisse aus dem Sortiment der preisgünstigeren Marke Efendi auswählen.

Haram Sexshop

Die Qual der Wahl haben auch KundInnen des ersten Scharia-konformen Online-Sexshops, der seit März 2010 existiert und sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut: schon wenige Tage, nachdem die Seite online gegangen war, musste sie wegen Überlastung vorübergehend aus dem Netz genommen werden. Auf der Seite von El Asira (dt.: Die Gesellschaft), die sich in zwei, nach Geschlechtern getrennte Bereiche unterteilt, können neben einer Vielzahl an Gleitmitteln, Massageölen und verschiedenen "Lovpils" auch Zyklusregulierende Tabletten oder Cremen gegen Schwangerschaftsstreifen erstanden werden. Die angebotenen Produkte gelten allesamt als halal und stehen somit mit den Gesetzen der Scharia im Einklang, da sie weder Alkohol noch die aus tierischen Fetten erzeugte Gelatine enthalten. Pornos und Sextoys wird man hier vergeblich suchen, gilt Derartiges doch als "haram", also als mit dem Islam unvereinbar. Was für Pornos und Sextoys gilt, trifft nicht auf erotische Damenunterwäsche zu: Diese wird zwar auf der Seite angekündigt, vorerst müssen sich Interessierte jedoch mit der Zusatzinformation"„Soon available at El Asira" begnügen.

Halal-Zertifizierung

Österreichische Unternehmen, die ihre Produkte zertifizieren wollen, können sich an das IIDZ Austria (Islamisches Informations- und Dokumentationszentrum Österreich) wenden. Zurzeit profitiert primär der Export in den arabischen Raum von dem Halal-Zertifikat. Doch auch der europäische Halal-Lebensmittelmarkt wächst und wird auf 12 bis 15 Milliarden Euro geschätzt.

Links:
Halal-Austria
Asala Halal Essen
El Asira
Itikat

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2
odranoel-64
25
22.6.2010, 23:09
Kann mir jemand erklären

wieso Menschen im 21. Jhdt. nach 1600 Jahre alten Regeln eines schwer kranken Wüstenbewohners bei uns leben wollen.

Zwie Ferl
 
31
Können SIE mir erklären

warum im Europa des 21.Jhdt. Menschen nach 2000 Jahre alten Regeln eines mit Todesstrafe sanktionierten Verbrechers aus Palästina leben wollen?

NCC 1701-D
00
24.10.2010, 21:26
Ich möchte eigentlich beides gerne wissen

Der / die OP hat aber nie behauptet, die Lehre des "Verbrechers aus Palästina" gutzuheißen.

Letztlich reduziert sich nämlich beides auf die Frage, warum denn bitte um alles in der Welt auch im 21. Jahrhundert noch so viele Menschen wie besessen an Jahrtausende alten, überholten "Moral"vorstellungen festhalten.

miraculix66
 
311

wozu brauchen wir das hier in europa überhaupt zu wissen?- ich denke es ist entbehrlich und leute die wirklich hier leben wollen können diese ganzen gschichtln an der grenze gedanklich abgeben....

maxbz
24
Bildung schadet nie

Wittgenstein
13
19.6.2010, 13:16
....wenn sie hilft

religiösen Unsinn zu erkennen.

Thomas Abdallah
53
Merkwürdig

ist, dass im Zusammenhang mit dem Schächten immer von den Muslimen und von Halal gesprochen wird.
Ich habe noch NIE einen Zeitungsbericht über das jüdische, koschere Schächten gelesen.
Kann mir wer erklären, warum das so ist?

hanbal
00

Die meisten Juden essen nicht koscher, die unterscheiden sich nicht von einem (Alt-)Katholiken oder Protestanten der großen Kirchen. Bei den Moslems hingegen ist die Zahl, die ewig die Extrawurst gebraten kriegen wollen, sehr hoch, Tendenz steigend.

bixente uhudla
 
34
11.6.2010, 00:46

wenn sie so wenig zeitung lesen,daß sie noch nie was über das koschere schlachten gelesen haben,dann ist das aber ihr problem......

Neuer Nick neues Glück
18

Ich habe bislang im Standard einen Bericht über Schlachten à la Kaschrut und zwei über Schlachten à la Halal gelesen.
Wenn wir uns jetzt die Anzahl der Juden und der Moslems in Wien anschauen dürften wir noch ca. 1000 weitere Berichte über Halal bekommen.

maxbz
28
Ist nicht weiter merkwürdig,

alles rund um das Thema Juden ist mit einem Tabu umgeben. Die die Anhänger des Islam versuchen einen ähnlichen Status zu erlangen, allein die Auswüchse des Christentums kann man (noch) offen und frei in allen Belangen kritisieren.
Eigentlich eine Schande.

Gernot H
86
Und wieder ein Beitrag zur Parallelgesellschaft!

Romano Jilo1
00

Was Parallelgesellschaften sind, wissen Sie nicht? Lesen Sie sich erst in die Materie ein und fürchten Sie sich bitte erst dann:
Ein Beginn könnte zB sein:
http://derstandard.at/123358680... 17?seite=3
Vielleicht eines vorweg: ÖVP, SPÖ, u.ä.m. bilden PARALLELGESELLSCHAFTEN, nicht aber türkische oder andere Gruppen.

birci mirci
67
nur weil moslems halal-fleisch essen wollen

entsteht doch keine parallelgesellschaft!!!

menschen, ihre religionen, ihre kulturen...sind unterschiedlich, und das ist auch gut so!

hema1
 
12
29.7.2010, 17:00
ist nicht gut so

Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind Brüder und Schwestern. Langsam sollten sich alle an diese Tatsache annähern !!!

mans zelmerlöw
17

also ich find das ganze religionsdings nicht gut!

birci mirci
14
;)


...dass sie das nicht gut finden ist auch GUT!!!
jedem das seine.

Micaela Sklubova
125

an alle unten stehenden und noch kommenden muslim-hetzer, die sich hinter "tierschutz" verschanzen:
in österreich werden halal-schlachtungen unter betäubung durchgeführt. sie sind deshalb genauso tier-quälerisch oder nicht wie jede andere schlachtung.

natürlich darf man religiöse gesetze blöd finden – ich tu das auch. aber man sollte aufpassen, dass man nicht in stereotypen reinfällt und dadurch nicht gegen fragwürdige traditionen und religiösen übereifer kämpft sondern gegen die menschen dahinter.

hamstertier
11
14.6.2010, 14:35
an micaela

jede form von tierquälerei ist abzulehnen, ob es sich um einen tiertransport, schlachtung in üblichen schlachthöfen, käfighaltung von hühnern, hasen, haltung und tötung von pelztieren, daunenrupf, mästung von enten zwecks leber, etc,etc...
oder schächtung aus religiösen gründen handelt, ist völlig wurscht.

das tier leidet genauso wie der mensch und hat das recht auf gute behandlung.

Chien de Pique
112

Die Betäubung sieht so aus, dass das Tier einen Bolzen in den Kopf bekommt, nachdem man es schon geschnitten hat (Post-cut Stunning), wobei es selbstverständlich Schmerzen empfindet. Steht so auch im unten verlinkten Biber-Artikel. Ein sehr fauler Kompromiss, imho.

alles neu macht der mai
71

dann bitte keine tiertransporte mehr, anbindehaltung, und was den tieren so an grauslichkeiten angetan wird. sonst ist das echt eine scheinheilige debatte.

hamstertier
00
14.6.2010, 14:37
an alles neu...

selbstverständlich.
tierquälerei ist immer abzulehnen.

Chien de Pique
00
12.6.2010, 00:12

Da laufen Sie bei mir eh offene Türen ein.

Timagoras
 
02
11.6.2010, 12:54
"dann bitte keine tiertransporte mehr"


eh!

ich bin gegen tiertransporte, darf aber nicht gegen qualvolles schächten (von welcher religionsgruppe auch immer) sein?

wieso das denn?

maxbz
416
Schächten ist übelste Tierquälerei

Moslems die die Halal-Fleisch essen unterstützen somit diese unnötige Tierquälerei, die heute absolut nicht mehr nötig ist.
Wer seinen Glauben streng und wörtlich leben möchte, sollte deshalb als Moslem vegetarisch leben.

In dem Zusammenhang gibt es auch noch die unglaublichen Geschichten über riesige Schiffe, die von Australien oder Neuseeland nach Saudi Arabien fahren mit lebenden Schafen und Rindern, die sich dort wochenlang in finsteren Kammer rumquälen müssen, nur weil man sie in Arabien lebend möchte um sie selbst zu schlachten.
Das ist Halal:
http://www.spiegel.de/wirtschaf... 52,00.html

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