Im Anflug auf die Reisewelt

Güler Alkan, 14. Juli 2010, 12:02
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    foto: christian müller/vorteilvielfalt_wko

    Mansur Yilmaz ist seit 14 Jahren im Reisegeschäft tätig.

Mit speziellen Angeboten und persönlicher Betreuung hat sich Mansur Yilmaz auch außerhalb der türkischen Migrantengemeinde in der Reisebranche etabliert

Mansur Yilmaz ist durch seinen (mittlerweile verstorbenen) Vater auf die Idee gebracht worden, im Reisesektor Fuß zu fassen. Damals vor 16 Jahren begann Yilmaz im Geschäft des Vaters, der sich auf den Verkauf der türkischen Laute (genannt "Saz") spezialisiert hatte, Flüge in die Türkei zu vermitteln. So konnte man im Familiengeschäft neben türkischen Musikinstrumenten auch Flugtickets mit dem Reiseziel Türkei kaufen.

Schnelle Expansion

Zwei Jahre später, 1996, eröffnete Yilmaz sein erstes Reisebüro im 16. Bezirk. "Von diesem Zeitpunkt an, gab es alle zwei Jahre einen Expansionsschub", berichtet der Unternehmer, der in der Türkei ein BWL-Studium absolviert hat und 1994, eigentlich mit dem Ziel sich das Diplom anrechnen zu lassen, nach Österreich gekommen ist. Heute umfasst das Reisebüro "Martireisen" sechs Filialen in Wien und gemeinsam mit seinem (seit 2010 hinzugekommenen) Partner beschäftigt Yilmaz bereits zwanzig Mitarbeiter.

Vertrauen erarbeiten

Auch wenn Umsatz und Filialnetz kontinuierlich gewachsen sind, hat Yilmaz klein angefangen. Waren es zu Beginn vorwiegend Bekannte, die bei ihm buchten, wurde sein Kundenstock durch Mundpropaganda immer größer. Innerhalb kurzer Zeit hat er sich in der türkischen Migrantengemeinde einen Namen als verlässlicher Geschäftsmann gemacht.

"Dabei spielt Vertrauen eine große Rolle", ist sich Yilmaz sicher. Natürlich kommen viele Kunden in sein Reisebüro, weil sie in ihrer Muttersprache beraten werden können, aber noch wichtiger sei es durch professionelles Arbeiten das Vertrauen der Kunden zu gewinnen: "Es gab innerhalb der türkischen Gemeinde auch Fälle, wo Kunden um ihr Geld gebracht wurden, also für Flüge bezahlten und dann ohne Ticket da standen, weil die neu gegründete Firma dann plötzlich in Konkurs ging."

Persönliche Betreuung

Für Yilmaz reicht es nicht, nur hinter dem Schreibtisch Geschäfte zu machen. Er nimmt oft am aktiven Leben der türkischen Gemeinde teil, so kann man ihn auf Veranstaltungen diverser Vereine, auf Feierlichkeiten und Hochzeiten antreffen. Der persönliche Kontakt zu den Kunden ist dem Reisebüroinhaber sehr wichtig. Es kann auch mal vorkommen, dass er auf dem Flughafen nach dem Rechten schaut und den Abreisenden einen guten Flug wünscht.

Die Klientel weiß diese persönliche Betreuung zu schätzen und in Anspruch zu nehmen. Nicht selten wird Yilmaz nach Dienstschluss angerufen, besonders wenn es um einen Todesfall in der Familie geht und rasch Flüge in die Heimat gebucht werden müssen. Den Kunden steht für solche und andere Notfälle eine 24-Stunden-Hotline zur Verfügung.

Breites Kundenspektrum

Neben den türkischen Stammkunden, die jährlich und zahlreich (meist für die gesamte Familie) Flugtickets kaufen und Yilmaz auch in Krisenzeiten nicht abhanden kommen, buchen mittlerweile vermehrt österreichische Kunden bei "Martireisen". Insbesondere Pauschal- und Last-Minute-Angebote sind sehr beliebt.

Auch türkischstämmige Kunden buchen nicht mehr nur Flüge in die Heimat, sondern oft Familienurlaube, hauptsächlich an der türkischen Riviera, während die österreichische Klientel mehr Abwechslung bei Urlaubsdestinationen bevorzuge, erzählt Yilmaz. Der Fokus liegt daher nicht mehr allein auf Türkei-Reisen: "Mit dieser Spezialisierung hat es angefangen und damit machen wir auch sicher weiter, aber wir sind als Reisebüro natürlich global ausgerichtet und daher offen für die ganze Welt", so Yilmaz über das erweiterte Angebot und zukünftige Expansionspläne. (Güler Alkan/daStandard.at/14.7.2010)

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