daStandard.at-Interview

Migration ins Gedächtnis schreiben

Olivera Stajić, 26. Juli 2010, 17:05
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    foto: olivera stajic

    Christiane Hintermann hat anhand von Schulbüchern und Ausstellungen untersucht, welche Narrative in Bezug auf "Migration" weitergegeben werden.

Die Migrationsforscherin Christiane Hintermann über das kollektive Gedächtnis der ÖsterreicherInnen und den "Albtraum" in einigen österreichischen Schulbüchern

daStandard.at: Sie forschen am Ludwig Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit. Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?

Hintermann: Wir haben uns Migration und Erinnerung zum Schwerpunkt gesetzt. Die Ursprungsthese oder besser gesagt Beobachtung war, dass Migration im österreichischen Gedächtnis keine Rolle spielt. Es gibt ja das Selbstverständnis, dass Österreich während der Zeit des kalten Krieges das supertolle Asylland war. Was aber die Arbeitsmigration nach dem Zweiten Weltkrieg betrifft, versteht sich Österreich nach wie vor überhaupt nicht als Einwanderungsland.

Woher kommt diese Differenz in der Wahrnehmung?

Hintermann: Das ist auch eine der Forschungsfragen, die wir uns stellen. Wieso etwas, das so konstitutiv ist, nicht Teil der bestimmenden Narrative der zweiten Republik geworden ist? Eine mögliche Erklärung, bzw. eine These besteht darin, dass diese junge Nation, die nach den Zweiten Weltkrieg noch im Aufbau begriffen war, etwas das von außerhalb kam als "Gefahr" betrachtet hat. Man sah sich lieber als etwas Homogenes, das abgeschlossen ist. Wieso das heute auch so ist, liegt vielleicht auch am angeblich vorübergehenden Charakter der Arbeitsmigration.

Sie haben konkret Ausstellungen und Schulbücher zum Thema Migration untersucht. Welche Fragen haben Sie gestellt?

Hintermann: Im Rahmen eines Projektes, an dem ich und zwei schwedische KollegInnen von der Universität Malmö gearbeitet haben, haben wir Schulbücher und Ausstellungen untersucht. Ich habe österreichische Geographie- und Geschichte-Schulbücher der AHS-Oberstufe der letzen vierzig Jahre untersucht sowie Migrationsausstellungen, um zu sehen, wie Migration in Österreich erzählt wird. Welche Narrative werden weitergegeben und wie werden MigrantInnen dargestellt? Das waren unsere Forschungsfragen.

Welche Ausstellungen haben sie konkret untersucht?

Hintermann: Zunächst "Gastarbajteri", die ich für die wichtigste Ausstellung zu diesem Thema halte. Dann habe ich noch eine Ausstellung im Museum Arbeitswelt Steyr aus dem Jahre 2003 untersucht. Sie hieß "Migration, Eine Zeitreise nach Europa" und war in ein größeres europäisches Projekt "Migration, Work, Identity" eingebunden. Die dritte war eine relativ kleine Wanderausstellung in Tirol "Migration in Bildern", die 2006 fertig geworden ist und die vom Zentrum für MigrantInnen (ZeMiT) organisiert worden ist. Allen Ausstellungen war gemeinsam, dass sie das Thema Migration in das kollektive Gedächtnis schreiben wollten. Sie wollten darauf hinweisen, dass diese Geschichte nichts Neues ist, und dass es ein Teil der österreichischen Geschichte ist. Dass Migration einfach Normalität ist.

Zum Unterschied zu anderen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich oder Kanada, gibt es in Österreich kein Museum mit einer ständigen Ausstellung zum Thema "Migration". Woran liegt das?

Hintermann: Ich glaube, es liegt zum Teil daran, dass die historischen Museen ein eher konservatives Geschichtsverständnis haben und "lang vergangene Geschichte" ausstellen, also etwa "Römer in Wien", Mittelalter ect. Es gibt auch z. B. von der Politik keinen Impuls in die Richtung. Im Unterschied zu den Wiener Bezirksmuseen sind in Berlin zum Beispiel die "Nachbarschaftsmuseen" auf diesen Zug aufgesprungen und organisieren immer wieder Ausstellungen.

In den USA geht man mit dem Thema Migration und dem Inkludieren aller Bürger anders um. New York hat das tolle Ellis Island-Museum. Wann ist bei uns Vergleichbares denkbar?

Hintermann: Das Ellis Island ist ja auch erst 1990 als "Immigration Museum" gewidmet worden. Das ist, wenn man die Geschichte der USA betrachtet, auch sehr spät passiert. Bis zu der Institutionalisierung eines solchen Museums ist es also ein relativ weiter Weg.

Schulbücher waren auch Gegenstand Ihrer Untersuchungen. Wie sieht hier der Befund aus?

Hintermann: Ich muss sagen, dass sich die Lage, Gott sei Dank, langsam bessert. Es ist aber erschreckend, wie wenig dieses Thema behandelt wurde. Noch in den 1970er Jahren kommt es kaum vor, erst in den Neunzigern und in den Büchern, die seit 2000 herausgekommen sind, wird das Thema durchgehend behandelt. In Geografie-Schulbüchern wird es viel früher und viel ausführlicher thematisiert, als Teil räumlicher Mobilität zum Beispiel. In den Geschichte-Schulbüchern, die ich analysiert habe, wurde Migration 1986 zum ersten Mal erwähnt und zwar in Form einer Grafik "Asylland-Österreich" und einem Bezug zu "Deutschland als Gastarbeiterland", Deutschland also als Ziel der Arbeitsmigration und Österreich als Asylland.

Wie sehen die aktuellen Schulbücher aus?

Hintermann: Seit der letzten Lehrplanreform 2004 ist Migration als wesentlicher Bestandteil im Geografie -Lehrplan verankert. Jetzt findet man auch Überschriften wie "Migration ist der Normalfall" oder "Einwanderungskontinent Europa". Nicht alle kommen aber ohne Stereotype und "Wir"/"Sie"-Kategorisierungen aus: Dann findet man zum Beispiel im Kapitel über Einwanderung nach Österreich die Überschrift "Die 'anderen' Österreicherinnen und Österreicher".

Finden Sie, dass das Thema mittlerweile in Schulbüchern auf einem ausreichenden Niveau thematisiert ist?

Hintermann: Wenn wir zum Beispiel das GW-Buch Kompass (für 11. Und 12. Schulstufe, Anm. d. Redaktion), hernehmen, dann würde ich sagen "ja". Hier wird Migration nicht nur in eigenen Kapiteln abgehandelt. In einem Kapitel über Armut in Österreich gibt es z. B. einen Absatz über MigrantInnen. Die Narrative werden vielfältiger, es wird Diversität aufgezeigt. In den Geschichtebüchern ist es anders, hier wurde Migration lange Zeit nur als Flucht oder Vertreibung thematisiert.

Was haben ihre KollegInnen aus Schweden zum Thema "Schulbücher" zu berichten?

Hintermann: In den Achtzigerjahren, als bei uns das Thema überhaupt erst in die Bücher kam, wurde in Schweden bereits die multikulturelle Gesellschaft thematisiert. Es hängt also schon mit der gesamtgesellschaftlichen Wahrnehmung und dem Diskurs zusammen. Bei uns ist es sehr stark als finanzielles und wirtschaftliches Problem dargestellt worden. Ein Problem mit dem "wir fertig werden müssen" und dieses "wir" ist durchgehend, bis auf wenige Ausnahmen, klar abgegrenzt.

Ist das nicht absurd, wenn man die Strukturen der Schulklassen betrachtet, zumindest hier in Wien?

Hintermann: Das ist ja der Albtraum dabei. Nehmen wir mal ein Beispiel dafür wie Formulierungen SchülerInnen aus Einwandererfamilien aus der Klassengemeinschaft ausschließen: In der Einleitung zum Kapitel "Bevölkerung in Österreich" steht in einem Geographiebuch: "Am Beispiel ausländischer MitschülerInnen wird gezeigt werden, dass Fremdsein auch mit vielen Nachteilen verbunden sein kann". Dann gibt es aber wieder ein sehr integrierendes Beispiel im bereits erwähnten Kompass, in dem alle SchülerInnen, auch jene ohne offensichtliche Migrationsbiografie einen Fragenbogen zur Migrationsgeschichte der eigenen Familien ausfüllen sollen. Die Schülerinnen werden dazu angeleitet, zu erforschen, ob es mal Migration in der Familie gab und ob sie sich auch selber vorstellen könnten, einmal "auf Wanderschaft" zu gehen. (Olivera Stajić, 26. Juli 2010, daStandard.at)

Christiane Hintermann hat Geographie an der Universität Wien (Schwerpunk Migrationsforschung) studiert. Seit 2006 forscht sie am Ludwig Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit. Die im Interview besprochenen Forschungsergebnisse zu Österreich, Schweden und einigen anderen europäischen Ländern erscheinen im September 2010 in einem Sammelband beim StudienVerlag: Christiane Hintermann/Christina Johansson (eds.): Migration and Memory. Representations of Migration in Europe since 1960.

Links:

LBI für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit
Gastarbajteri - Virtuelle Ausstellung

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
1 2
W s
00
Vielleicht mit dem Nürnberger Trichter

das Volk traktieren?

zwergleviathan
00
10.8.2010, 09:39
Die Lösung?

ein Migrationsmuseum muss her, denn dann wird es automatisch besser und so wie in den USA

wieviel klüger als alle anderen müssen wohl solch kluge Köpfe sein, daß solch offensichtliche Fehlinterpretationen Sinn ergeben und die "dummen unwerten" Bedenken der Gegner einer VRSTÄRKTEN Migration sich in Luft auflösen?

oder liegts an einem zukunftssicheren Job mit angemessener Bezahlung, der einen von den Schattenseiten dieses Multikultizwangs fernhalten kann und den Kids eine gute Privatschule ermöglicht?

ein Schelm wer sowas denkt...

Henriette Loderer
 
16
31.7.2010, 09:50
In den Schulklassen tobt der Krieg der Zivilisation

Wenn " Einheimische" zur Minderheit werden: Religion erobert den Schulhof, Horror-Zustände, nackte Gewalt.Zitate: DEUTSCHE MÄDCHEN SIND SCHLAMPEN, MOSLEMMÄDCHEN HINGEGEN SAUBER. SCHÜLER SPRICHT VON EHRE (SEINER) OHNE DIE ER NICHT LEBEN KÖNNTE! Kurde bekennt das er es hasse wie sich deutsche Mädchen kleiden. Lehrerinnen wird von moslemischen Vätern der Handschlag verweigert. Lehrer müssen sich gegen ganze Familienclans verteidigen. 70% der Schüler sind an manchen Schulen Moslems.
Sowas bekommt man natürlich im ORF nicht zu sehen und unsere Politiker erwägen weitere Zuwanderung.
Da können wir uns auf die nahe Zukunft wirklich freuen.
Gesehen um Mitternacht im ARD.

ka:ta
41
28.7.2010, 19:12

Ich glaube, das größte Problem ist, dass die ÖsterreicherInnen im Gegensatz zu sogenannten "Zuwandererländern" wie Schwedern, UK etc. an der Migration stets nur die negativen Seiten sehen und sich in der (politischen) Diskussion ausschließlich darauf versteifen, anstatt sich wie andere Länder auf die positiven Potentiale der "Migration" zu konzentrieren und diese zu fördern.

Alina Zak
00
12.9.2010, 22:22
USA, ist ein klass. Einwanderungsland

und schweden hat niedrigere Zuwanderung. in Wien spricht man von 30-44%. klar das das ein anderes Thema ist als in Schweden. da kommen Identitätsfragen auf. Migranten verstehen das, weil auch sie sich mit dem Thema Identität auseinandersetzen. der Mensch ist nicht absolut flexibel. er braucht auch etwas Stabilität als soziales Wesen. Veränderung ständig aufzuzwingen hat nichts mit Toleranz zu tun.sie muß freiwiliig passieren damit man sie schätzen kann

Helmut-S
512
27.7.2010, 13:19
Mei, was für ein Geschwurbel

Wenn man also Migration anders in Schulbücher schreibt, wird plötzlich alles besser?

Der Ötzgür wird seiner Frau erlauben eine Berufsausbildung zu machen, und seine drei Burschen werden statt den Ballkäfig zu terrorisieren daheim am Schreibtisch Deutsch üben?

Es gibt reale Probleme mit der Integrationswilligkeit gewisser Einwandererschichten, die auch in der dritten Generation sich mehr als Türke fühlen, als Muslim und damit insgesamt als "was besseres" als die Alteingesessenen.

Liebenswert naiv erscheint es da, in Geographiebüchern nach der Antwort zu suchen.

Henriette Loderer
 
37
28.7.2010, 15:11
Treffend

treffender kann man es nicht sagen.
Die enthusiastischen Befürwortern von Migration und Zuwanderung genieren sich ja auch nicht zu behaupten die "eingesessenen" Österreicher wären zu blöd oder zu faul sich ausreichend zu vermehren und nicht in der Lage oder zu faul zu arbeiten und es
MÜSSE daher für ausreichende Zufuhr von gebährfreudigen und arbeitswilligen Migraten sowie speziell ausgebildeten aus dem Ausland gesorgt werden. Fragt sich da nur wer Österreich bis vor 10 Jahren zu dem sozial europaweit vorbildlichen Land gemacht hat, dass es für Migranten und Aslyanten so begehrenswert macht.

Cafe Corretto
46
27.7.2010, 11:50
Irgendwie irgendwas!

Wofür sind diese Forschungsergebnisse und wer finanziert das? - Ich glaube, dass die Industriellenvereinigung dafür Verwendung hätte.

Der Titel "Migration ins Gedächtnis schreiben" klingt ziemlich agressiv.

Irgendwie (mit Forschungsergebnissen) will man uns wieder irgendwas (aufgrund wirtschaftliche Interessen) einpleuen wie wir zu denken bzw. zu sein haben. Solch totalitäre Gedanken lassen Bonzen heute von jemanden präsentieren, der wirklich gut(mensch) ist. Mit einer Studie belegt, ist man moralisch als auch argumentatorisch besiegt.

trollvottel
80
27.7.2010, 14:40

Naja: Wenn die Schule versagt, die Medien (allen voran die Krone) mit veralteten Stehsätzen verhetzen Mehrheit und so sogar im 21. Jahrhundert noch bei vielen Ansichten verbreitet sind, die zu 95% der Rassenlehre der Drecksnazis entsprechen, dann MUSS man wohl etwas unternehmen.

Zum Beispiel gezielt auf Österreichs Geschichte als höchst erfolgreicher Vielvölkerstaat hinweisen. Zum Beispiel schon in der Schule erläutern, wo damals überall Österreich war, von Bosnien bis Südpolen nämlich, und dass natürlich zahllose Bürger innerhalb Österreichs migrierten. Zum Beispiel belegen, wie weltfremd die Rassenlehre ist, wegen der sich selbst Leute mit Namen wie Hojatsch oder Pospischil als "Arier" gerieren. Undsoweiter.

Henriette Loderer
 
27
28.7.2010, 15:28
Vielvölkerstaat

hat ja auch nicht wirklich funktioniert und die Bürger der österreichischen Kronländer haben stets massiv auf Eigenständigkeit und die Abspaltung von Österreich gedrängt. Waren aber bis zum Ende des ersten Weltkrieges alles Österreicher und keine Ausländer, auch was Lebensweise und Kultur anbelangt keine "Fremden".
Die damalige Zuwanderung aus Tschechien, Slowenien oder Ungarn usw. kann man in keiner Weise mit der heutigen aus Anatolien oder Nigeria usw. vergleichen, da diese aus völlig anderen Kulturkreisen kommen und sich absolut nicht integrieren können und wollen sondern lediglich unser Sozialsystem nutzen und geniessen.

trollvottel
31
30.7.2010, 09:45

Das ist Unsinn, Henriette, du beschreibst nur die Dynamik des 19.Jh. - und im letzten Absatz zählst du nur dumpf sterotype rassistische Vorurteile auf.

Henriette Loderer
 
12
30.7.2010, 14:34

schon in naher Zukunft wird es sich ja zeigen wer da Unsinn schreibt. Finde es eben provokant dass gewisse Leute meinen die eingesessenen Österreicher wären unfähig zu blöd und zu faul den Sozialstaat Österreich ohne Zuwanderung aufrecht zu erhalten. Lasse mir aber ganz sicher deshalb keine stereotypen rassistische Vorurteile unterstellen. Habe mit dem rechtsradikalen Pöbel genauso wenig am Hut wie mit den linken Traumtänzern und Chaoten. Gewinner sind wie immer die Mächtigen und Reichen solange sich das dumme Volk gegenseitig bekämpft und angiftet. Aber diese Methode lernt man ja schon in den Grundseminaren für Führungskräfte Uneinigkeit und Konkurrentzkampf unter den Angestellten ist gut für das Management.

Chien de Pique
11
27.7.2010, 21:15

Können Sie auch mal ein paar Belege für Ihre kühnen Behauptungen liefern? Wie wäre es mit Nachweis der 95%?

Cafe Corretto
13
27.7.2010, 18:36
Diese Studie ist genauso entbehrlich wie die Rassenlehre.

wildkater
72
27.7.2010, 09:40

...ich neige immer dazu, zu erinnern, dass vor allem in Wien der Anteil an slawisch- und hungarostämmigen Nachnamen sehr hoch ist.

Das oftmals genau diese "Urwiener" gegen die heutigen Migrantengenerationen schimpfen, ist eines der vielen Mysterien die ich in Österreich empfinde.

Henriette Loderer
 
36
28.7.2010, 18:28

ganz einfach, weil die heutigen Migranten aus völlig anderen Kulturkreisen kommen wie vor 100 Jahren die Altösterreicher aus den Kronländern. Die konnten sich aber gut integrieren, haben überwiegend gut deutsch gesprochen wenn auch mit Akzent und hatten die gleiche Religion. lDie Mädchen kamen meist als Dienstboten und haben dann Österreicher geheiratet und viele Männer waren als gute Handwerker geschätzt. Aber leicht hatten die es mit Sicherheit auch nicht in Wien oder Österreich Fuß zu fassen den soviel Steigbügelhalter, Befürworter Unterstützer und politisches Wohlwollen wie die heutigen Migranten aus aller Welt hatten unsere Vorfahren leider nicht. Die mussten sich ihre Existenz in Österreich hart erarbeiten und erkämpfen.

Chien de Pique
14
27.7.2010, 13:49

Ich denke, UngarInnen, TschechInnen, SlowakInnen usw. werden in aller Regel auch nicht wirklich angefeindet, auch nicht in der ersten Generation.

wildkater
61
27.7.2010, 14:01

Achso, es gibt da eine gewisse Anfeindungshierarchie, ich verstehe...

Der Unkurze
09
27.7.2010, 17:13

klar, je weniger integrationswille desto mehr anfeindungen.. klingt eigentlich logisch

Chien de Pique
00
27.7.2010, 15:03

Ja, natürlich gibt es die, etwa auch innerhalb der Rechtsparteien (FPÖ: SerbInnen, KroatInnen, RussInnen gut und lieb). Ob das schön ist, ist eine andere Frage, aber das ist die Realität.

trollvottel
71
27.7.2010, 14:42

Naja - früher warens vor allem die Juden, weil die erkannte man, und natürlich Böhmen (Ziegelbähm), Tschuschen (alle "Slawen"), etc.

Inzwischen gibt es wieder deutlicher optisch erkennbare Fremde, der Zorn des versoffenen Bierzeltpöbels ist natürlich besonders leicht gegen "Neger" oder "Araber" umzulenken. Juden sind hier inzwischen ausgestorben, man hetzt aber dennoch, "Heimische" (= Arier) gegen "Ostküste"

Henriette Loderer
 
24
28.7.2010, 18:46
Hetze

Fragt sich wer da gegen wem mehr hetzt.

populäre Front
 
213
27.7.2010, 11:43
Wenn Sie ganz scharf nachdenken, fällt Ihnen sicher Unterschiede zwischen früheren und aktuellen Migrationswellen auf, die diese "Mysterium" erklären.

Warum soll ich Migranten akzeptieren, die selbst in der 3 Generation nur sehr gebrochen Deutsch sprechen und die wesentlichsten Grundwerte der lokalen Kultur nicht akzeptieren?

Meine Großeltern mütterlicherseits migrierten in der Zwischenkriegszeit aus Tschechien. Beide lernen in kürzester Zeit die lokale Sprache, meine Mutter konnte nurmehr fetzenweise Tschechisch sprechen, obwohl sie in ihrer Kindheit noch regen Kontakt zur Verwandtschaft in der alten Heimat hatte. Abgesehen von der geographischen und kulturellen Nähe halte ich Tolernaz gegenüber sich abschottenden, antidemokratisch eingestellten, frauenfeindlichen, selbst intoleranten Migranten für unangebracht.

Es kann keine Toleranz gegenüber intoleranten Ideologien geben.

wildkater
92
27.7.2010, 12:42

Migration ist doch keine Ideologie - eine "intolerante" schon gar nicht. Blöder Vergleich.

"Toleranz gegenüber sich abschottenden, antidemokratisch eingestellten, frauenfeindlichen, selbst intoleranten Migranten" halte auch ich für unangebracht - diese bilden aber mit Sicherheit nicht den Hauptanteil aller Einwanderer. Das wollen uns nur immer die ewiggestrigen Hetzer von FPKBZÖ weismachen.

Zudem integrieren sich Einwanderer umso schneller, je besser die Möglichkeiten hierzu gegeben sind.

Und: überlegen Sie mal, wo Österreicher ohne Migranten wäre. Schauen Sie sich mal auf Baustellen um. Viele Arbeiten würde ein Österreicher heute gar nicht mehr machen. Einwanderer sind aber oft genau das, was Ihnen immer abgesprochen wird: fleißig.

populäre Front
 
04
30.7.2010, 12:40
Sie fragen, wo Österreich heute ohne Migranten wäre?

1)Es würden nicht seit Jahrzehnten von "Gast"arbeitern Devisen ins Heimatland transferiert werden, sondern den Inlandskonsum anregen.

2)Firmen müssten dem Gesetz von Angebot und Nachfrage entsprechend höhere Löhne bezahlen, wenn Österreicher gewissen Arbeiten nicht machen würden. Stattdessen importiert man sich lieber billige Arbeitskräfte. Das Sozialsystem zahlt eh der Staat,. gell.

3)Warum schmeißen Sie alle Migranten in einen Topf? Fakt ist halt leider, dass ein verhältnismäßig großer Anteil gewisser Migrationsgruppen auf Bildung keinen Wert legt, die lokalen Grundwerte komplett ablehnt und den Staat auf der Tasche liegt.

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