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Das Programm "Integration in Action" in der Fahrrad-Metropole Kopenhagen hilft Frauen mit Migrationshintergrund mit Fahrradfahr-Kursen Teil der dänischen Kultur zu werde.
Die internationale Konferenz rund um das Thema Migration und Integration "Cities of Migration" rückt positive Integrationspraxis in Großstädten mit hohen Zuwanderungsraten in den Mittelpunkt. Der "Marktplatz der Ideen" bildet das Herzstück der 2008 ins Leben gerufenen Initiative und trägt innovative und erfolgreiche Integrationsbeispiele aus der ganzen Welt zusammen. In das Programm aufgenommen wurden jene Vorschläge, die "praxisorientiert, innovativ, erfolgreich und realisierbar" sind. Zwölf Großstädte von Auckland, Neuseeland über das deutsche Rüsselsheim bis Toronto in Kanada nehmen bisher an Cities of Migration teil und beliefern den Marktplatz mit ihren Ideen.
Urbaner Blickwinkel
Während Migrationspolitik häufig auf nationaler Ebene diskutiert wird, findet gelebte Integration auf lokaler Ebene statt. Da die Herausforderungen und Probleme von Großstädten so vielfältig sind wie sie selbst, ist der Blickwinkel der "Marktplatz-Ideen" bewusst urban gewählt. Unter den Rubriken Arbeiten, Leben, Lernen, Vernetzen und Planen bietet das Online-Portal der Cities of Migration inspirierende Ansätze zur Umsetzung und Vernetzung mit internationalen Akteuren. Viele der Einzelbeispiele erreichten bereits eines der Hauptziele der Initiative und wurden von Nachfolgeprojekten adaptiert.
Wirtschaftlicher Beitrag
Ein erfolgreiches Modell zur Integration von gut ausgebildeten Zuwanderern an der Erwerbsbevölkerung ist das Mentorenprogramm "Omega" (Opportunities for Migrant Employment in Greater Auckland). Um auf den wirtschaftlichen Beitrag von MigrantInnen in der Gesellschaft zu verweisen, vermittelt Omega qualifizierten MigrantInnen mittels persönlicher Betreuung und vergüteten Praktika eine angemessene Tätigkeit. Das berufsspezifische Programm schafft eine wichtige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und die Dynamik der Stadt und entstand auf Basis eines Beschäftigungsprojekts in Toronto.
Ausbildung als Grundstock
Im walisischen Cardiff beteiligen sich Polizisten beim Projekt E.S.O.L am Englischunterricht für Neuankömmlinge, wobei die Vermittlung von Sprachkenntnissen und der Kenntnisse über die jeweiligen Rechte und Pflichten mit dem Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbeziehung zwischen den MigrantInnen und der Exekutive einhergeht. Die Idee selbst stammt von einem Polizisten aus Cardiff, der die Ängste und das starke Misstrauen von Asylwerbern gegenüber den Gesetzeshütern beseitigen und ihre Wahrnehmung verändern wollte.
Der Schulerfolg von Kindern ist häufig an die elterliche Zusammenarbeit mit der Schule geknüpft, doch viele Eltern sind von der Partizipation ausgeschlossen. Im Rahmen des Programms „Mama lernt Deutsch - und Papa auch" wird gemeinsamer Sprachunterricht an Frankfurter Schulen für Eltern und Kinder aus Migrantenfamilien angeboten. Der praxisorientierte Unterricht umfasst Alltagsworte, die Eltern helfen, das neue Umfeld ihrer Kinder zu verstehen. Das erfolgreiche Programm wurde inzwischen auf nationale Ebene ausgeweitet.
Freizeit verbindet
Für ein erfolgreiches Miteinander setzen sich Initiativen ein, die auf alltägliche Bedürfnisse wie Unterkünfte, Gesundheits-, Sozial- und Freizeitbereich, Kulturangebote oder Nachbarschaftsbildung abzielen. Das Programm "Integration in Action" in der Fahrrad-Metropole Kopenhagen hilft Frauen mit Migrationshintergrund mit Fahrradfahr-Kursen Teil der dänischen Kultur zu werden und bietet ihnen neben mehr Mobilität und Selbstbewusstsein auch die Möglichkeit für gegenseitigen Austausch. Nicht zuletzt erhöht Fahrradfahren in Dänemark die Berufschancen, da gewisse Jobs im Pflege-Sektor daran gebunden sind, ob der Bewerber Fahrradfahren kann. Nachfolgeprojekte haben sich auch schon in Österreich und Deutschland etabliert.
Verständnis für einander stärken
"Integration ist ein Konzept der Vergangenheit - Mitwirkung ist das Konzept der Zukunft", sagt der Schweizer Muslime Dr. Tariq Ramadan, und berät die Stadt Rotterdam in Fragen zu "Stadtbewohner und Identität". Die Kernziele sind Vertrauensaufbau und Wissensaustausch zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in einem proaktiven Diskurs herzustellen, der in Holland im Kontext von Bildung, Beschäftigung oder medialer Wahrnehmung häufig in Missverständnissen mündet. Unter den daraus entstandenen Programmen befinden sich zahlreiche nationale Bildungs-Initiativen und eine europaweite Kampagne im Einsatz gegen Zwangsehen.
Kommunikationskampagne
Dass auch zeitlich begrenzte Aktionen Erfolg bringen können, zeigte die die Vertretung der Interessen von Einwanderern und Flüchtlingen von Massachussets (MIRA, die) ein Einzelschicksal nutzte, um eine Kommunikationskampagne auf nationale Ebene zu heben. Die bewusst emotionale Berichterstattung verlagerte den Schwerpunkt der Einwanderungsdebatte in den USA auf eine bis dato nahezu ausgeblendete menschliche Sichtweise des Themas. Im wahrsten Sinne ausgezahlt hat sich die MIRA-Strategie insofern, dass das mediale Echo 175.000 US-Dollar an Spenden und öffentliche Unterstützung für die geforderte Einwanderungsreform nach sich zog. (Eva Zelechowski, 26. August 2010, daStandard.at)
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