Tomate

Jenseits aller Grenzen

03. September 2010 09:44
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    Foto: montage: dastandard.at (Foto: goal ag)

    Alexander Segert ist seit 14 Jahren für die Wahlwerbung der SVP verantwortlich. Die FPÖ hat den Werbefachmann auch in den heimischen Wahlkampf geholt.

Unter dem Motto "Keep it simple and stupid“ setzt Alexander Segert seit Jahren rassistische Kampagnen "ins rechte Licht“.

Man sieht Minarette in den Himmel wachsen. Dann tauchen Muezzins auf. Auf beides kann man ein Stoppschild richten, um Punkte zu sammeln. Doch auch der eifrigste Verteidiger des Abendlandes kann nicht gewinnen, denn am Ende ist die Steiermark "voller Minarette und Moscheen". "Damit das nicht geschieht - FPÖ wählen", heißt es im Abspann. Simple and stupid (einfach und deppert) ist der österreichische Ableger des bereits im letzten Jahr in der Schweiz lancierten Online-Spieles "Minarett-Attack".

Mit der österreichischen Version "Moschee Baba" sollen "vor allem junge Wähler spielerisch an das Thema 'Moschee/Minarett' herangeführt werden, um sie zur Wahlbeteiligung zu motivieren", meint Alexander Segert, der Entwickler des Online-Spiels. Und wie es das Einmaleins der rechten Populisten gebietet, tritt man an den (jungen) Wähler am besten mit Angst schürenden Bildern, simplen Botschaften und scheinbar einfachen Lösungen heran.

Das Moscheen-Spiel ist nicht die erste rassistische und menschenverachtende Kampagne des deutschen Werbefachmanns. Segert stellte bereits "die Linken" als rote Ratten dar, die sich über die prallgefüllten Börsen der Schweizer hermachen. "Sicherheit schaffen" verkündeten seine Plakate für die Schweizerische Volkspartei (SVP) aus dem Jahr 2007. Diese propagierten, dass es für schwarze Schafe (Ausländer) keinen Platz unter den weißen Schafen (Schweizer) gibt. Die Raketen-ähnlichen Minarette für die Schweizer Anti-Moscheen-Kampagne aus dem Jahr 2009 sind ebenfalls das Werk von Segerts PR- und Werbeagentur Goal AG

Verhetzung, Provokation und Tabubruch durch menschenverachtende Sager und Bilder: Segert geht gerne an die ethischen und juristischen Grenzen, um die Botschaften seiner Auftraggeber unter das Volk zu bringen. Seit mehr als vierzehn Jahren setzt er rechtes Gedankengut werbetechnisch um und überschreitet dabei stets die Grenzen des guten Geschmacks. Rassismus-Vorwürfen begegnet er mit zynischen Kommentaren über Meinungsfreiheit und gesetzeskonforme "gelungene politische Kommunikation".

Für unsere erste Tomate gibt es trotz großer Konkurrenz keinen besseren Kandidaten. Obwohl in diesem Fall ein einsamer Paradeiser allzu bescheiden erscheint. (Olivera Stajić, 03. September 2010, daStandard.at)

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Ben Hemmens
13.10.2010 16:53
Eines kann man aber den Segert'schen,

aber auch den meisten F-Plakaten der letzten 20 Jahren geben, die sind plakativ.

Was bei den meisten Darbietungen der anderen Parteien trotz (oder wegen!) riesigen Werbebudgets sehr selten vorkommt.

Ein weißer Hintergrund, ein simples Bild, ein Spruch. Orientierung an konkreten alltäglichen Bedürfnissen der Leute, die Plakat sehen. Schrift und Aufmachung seit vielen Kampagnen überall gleich geblieben. Schiach, aber gut.

Die anderen haben bei jeder Fuzerl-Wahl ein komplett neues Styling und Sprüche, die die Lebenswirklichkeit so genau treffen wie "Soziale Gerechtigkeit" (vom Gusenbauer, also "Barolo für alle" hätts besser getroffen) oder "Mehr Steiermark" (wie bitte? Besatzungstruppen nach Payerbach-Reichenau?) etc. etc.

gärtner
05.09.2010 12:25
und eine tomate ist nicht

"simple and stupid“?

LSDBlue
07.09.2010 14:53

Nein, gerade als Gärtner solltest du wissen dass sie nahrhaft, gesund & lecker ist ;-)

Kiki Novak
05.09.2010 08:52
Den würd ich gern als Sandsack verwenden

invodaseibua
05.09.2010 14:16

ach was, dann müsstest du mit deinen mäusefäustchen nächsten tag zum onkel doktor laufen.

und das wollen wir doch nicht, gell?

Massimo Montanari
05.09.2010 08:34
Der Über-Drüber-Schweitzer Segert

ist Deutscher und würde, laut eigener Aussage, auch eine Kampagne "Deutsche raus aus XYZ" lancieren, wenn es seine Auftraggeber wünschen. Als intellektuelle Herausforderung sieht Segert seine Mitgliedschaft bei der rechtslastigen Psychosekte VPM.

Harry Y.
 
04.09.2010 19:58
Der Name "Goal AG" sagt eigentlich alles:

ein Ziel wird anvisiert; und das (Sie wissen schon, was...eine Art Endsieg) wird gewissenlos verfolgt, ohne nach links oder rechts zu blicken und koste es an ethischer und intellektueller Substanz, an charakterlicher Integrität, was es wolle.

So wird auch alles zum Krieg im Kleinformat; wir merken auch hier im Forum, - oder hier besonders, - wie die Blauen im Mob, Pack bzw. Rudel herumziehen und alles niedermachen, das sich mit Qualität, in Mühe und im Widerstand rührt. Diese Leute meinen, mit jeder Niedertracht, die dann, weil diese ihrer Gemeinheit ja so sehr entspricht, mit grün belohnt wird, einen Etappensieg errungen zu haben; allein, er war bedeutungs-, weil inhaltslos; die reine Masse gewinnt nichts - sie walzt nur alles nieder.

Beelzebube
04.09.2010 17:57

Simple, damit es die Rechten verstehen. Stupid, damit die Linken es auch kapieren.

Harry Y.
 
04.09.2010 19:29

Aha, das Teufelsbürschen ärgert sich.
Gut so ;)

NoahJoan
04.09.2010 17:22

Einfach nur populistische Volksverblödung!

"...vor allem junge Wähler spielerisch an das Thema 'Moschee/Minarett' herangeführt werden..."

Einfach lächerlich! In Österreich braucht es einfach ein Fach "Politische Bildung" an den Schulen, damit sich die Jugend nicht von solchen Honig-ums-Maul-schmierern blenden lässt!

Und die Erwachsenen sollten endlich aufhören der Krone alles zu glauben...

Genauso sollte der Standard aufhören linksradikalen Journalismus zu betreiben..

Warum ist es in unserer Gesellschaft nicht möglich, dass die Leute frei denken?

LSDBlue
07.09.2010 14:55

Also Politische Bildung & Recht hatte ich schon vor 10 Jahren in der HAK

pox vobiscum
05.09.2010 12:15

Denken ist doch anstrengend, zeitraubend und energieaufwändig und informieren erst recht. Aber stimmt schon, die Welt könnte so schön sein.
Einige der aus gewissen Hirnen entkommenen, frei umherschwirrenden Gedanken sind allerdings schon ziemlich beunruhigend. Gedankenbefreiung dieser Art abstellen! Jetzt! :)

Harry Y.
 
04.09.2010 20:00

Geben Sie mir ein paar Beispiele für diesen "linksradikalen Journalismus".

Hafner
05.09.2010 07:00
Schon mal

... Einen Standard gekauft?

Harry Y.
 
04.09.2010 19:32

Bräuchten wir aber Schulpflicht bis 18 (wofür ich eintreten würd', stünde es überhaupt zur Diskussion. Aber nur bei gleichzeitiger Flexibilisierung und Individualisierung des Schulsystems und der Lehrpläne - Pflichtfächer gäbe es natürlich dennoch.)

pox vobiscum
05.09.2010 12:21

Gute Idee, ehrlich. Würde auch die Jugendarbeitslosigkeit senken. Aber bedenken Sie die Kosten, das kann sich die marode Republik nicht mehr leisten, wo soll das Geld her, es gibt nicht mehr genug Familiensilber zu verschleudern, äh sorry, wollte schreiben: zu privatisieren.

Rush
04.09.2010 19:19
"Warum ist es in unserer Gesellschaft nicht möglich, dass die Leute frei denken?"

weil leute wie Sie, ihnen ständig irgendwelche "Fächer" und andere Zwänge vor die Nase setzen.

Wer ständig von irgendwelchen Beamten, Behörden, Gesetzen, Vorschriften und Autoritäten gehätschelt wird braucht nicht denken.

MondXicht
04.09.2010 15:38

Ein wahrer Goebbels. Aber es ist nicht nur seine Schuld, dass solche Parteien so zulauf haben. Intellektuelles Naserümpfen über die "simplen" Sorgen der kleinen Leute(Pfui Proleten, Bauern oder einfach Nazis allesamt) und ihre ungeschlachte Art diese zu formulieren tut das Seine.
Wollt ihr das Nazitum abschaffen, wird euch das mit elitärer Überheblichkeit und moralisierendem Zeigefinger NIEMALS gelingen. Die Wurzel des Problems ist oft eine sehr primitive menschliche Regung - Angst. Nehm den Leuten die Angst, dann gehen sie nicht zu denen die diese zu schüren verstehen.

Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!
 
04.09.2010 17:31
"Nehmt den Leuten die Angst"

Gehen Sie in das Ausländerviertel einer Großstadt und setzen Sie sich in ein Cafe, das vorwiegend von jungen Türken besucht wird. Bestellen Sie ein Bier und trinken Sie es friedlich an der Bar.
Schon bald werden ganze Gruppen von Kulturbereicherern Ihnen "Hilfe" anbieten, auch wenn Sie gar nicht darum gebeten haben....

Panter
05.09.2010 17:12
Äääh?

und was soll dann passieren???
kann es vielleicht sein das sie einen Aufkleber Ausländer raus und änliche Kleidungsutensilien tragen? dann ist es wirklich besser für sie diese Gegend zu meiden...oder nein gehen sie ruhig hin!!!

evo more or less
05.09.2010 10:44

schon öfters gemacht, hier im 15-en sind die türkischen cafes sowieso so ziemlich die einzigen wo man hingehen kann... das kent zb. kann ich nur vom ganzen herzen empfehlen ...

Round'n'round it goes
04.09.2010 19:56

Also ich mach das gerne mal. Mir hat man bisher nichts angeboten außer einer netten Unterhaltung. Was mache ich falsch?

Der Ruhestifter
05.09.2010 13:01
Vielleicht fehlen Ihnen die tätowierungen des nicht-steuerzahlers?

Simplicius Simplicissimus
04.09.2010 12:13
Ein religiöses Gebäude ...

... ist für Viele allerdings auch Inbegriffs schlechten Geschmackes. Und es waren Muslime, die aufgrund (allerdings schlechter) Karikaturen Kirchen niederbrannten. Was geschmacklose "Werbefachleute" virtuell in's Publikum schicken, von Kriegsspielen bis Moorhühner, setzen Muslime gleich in die Realität um. Tut christlich orientierte Staaten wie die USA und Nato-Verbündete übrigens auch. Fazit: Überhaupt weg mit diesen Glaubens-Behältnissen, die Ausgangspunkte von Lügen und Massenmord, Krieg und Nazi-Fluchthelfern, Kulturzerstörung (Maya, Azteken, u.s.w.) und Buberl-Vergenusswuzlern waren und sind. Ob schwarzer Männerfummel oder Kopftuch, Glockentürme oder Minarette, Synagogen, Stupas, Chörten, Kapellen, Kaaba oder Schreine, weg damit!

Der Ruhestifter
05.09.2010 13:10
Das ist doch eine unsinnige ersatzhandlung

Das problem ist, dass leute sich an archaischen und irreationalen konzepten orientieren, die in religionen tradiert werden (oder in anderen glaubenssystemen). Darauf sind aufklärung, naturalismus, skeptizismus die richtigen antworten.

Gebäude, gemälde, musik, können schön und interessant sein, auch wenn sie einer der praxis religiösen unsinns entstanden sind. Die können und sollen bleiben. Was weg muss - nicht durch verbote, sondern durch argumentation - sind überzeugungen.

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