daStandard.at-Reportage

Lukratives Geschäft mit Frauen

Güler Alkan, 27. September 2010, 10:15
  • Artikelbild
    foto: redcross estonia

    Poster einer Medienkampagne in Estland mit einem Menschenhändler, der mit einem profitablem Job im Ausland wirbt.

  • Artikelbild
    vergrößern 600x400
    foto: güler alkan

    In der Mittelalter-Stadt Tallinn werden nicht nur Souvenirs angeboten, Sextouristen aus Nord- und Westeuropa sind mehr an der Ware Frau interessiert, die in manchen Massagesalons und Nachtklubs im Preis inkludiert ist (Symbolfoto).

  • Artikelbild
    foto: eurotours 2010

    Der Artikel ist im Rahmen des Projektes "eurotours 2010 - Wie geht Europa mit Migration um?" entstanden. Facebook-Gruppe: Eurotours 2010

Warum Frauenhändler so leicht an ihre "Ware" kommen: MitarbeiterInnen des Traumazentrums Atoll in Tallinn geben Einblick in ihre Arbeit mit ehemaligen Sexarbeiterinnen

Ein gewöhnliches Wohnhaus nicht unweit der historischen Altstadt von Tallinn. In der guten Wohngegend deutet nichts darauf hin, dass sich hier das Trauma- und Rehabilitationszentrum Atoll der estnischen NGO Eluliin (engl. Life Line) befindet. Auf den Namensschildern an der Eingangtüre ist Atoll nicht angeschrieben. Dabei braucht sich die Beratungsstelle nicht zu verstecken, bietet doch das neunköpfige Team aus Psychologen, Anwälten und Sozialarbeitern neben Gesundheits- und Sozialberatung, Unterkünften und rechtlicher Verfahrensbegleitung auch ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm für ehemalige Sexarbeiterinnen an.

Eda Mölder, Psychologin und Leiterin von Atoll, sitzt auf einer gemütlichen Couch. Das Rehabilitationszentrum erinnert mehr an ein Zuhause als eine Beratungsstelle, auf der unteren Ablage des Couchtisches blickt einem eine große Stoffpuppe entgegen. Diesmal ist es die Psychologin, die redet anstatt zuzuhören. Und sie hat viel zu erzählen.

Mehrfach traumatisiert

"Wir arbeiten einen Rehabilitationsplan mit den Betroffenen aus, oft in Zusammenarbeit mit der Familie, und wir machen den Frauen von Beginn an klar, dass es sich um jahrelange Rehabilitationsarbeit handelt." Denn um die Frauen, die jahrelang (meist) unfreiwillig als Sexarbeiterinnen tätig waren, zu heilen, muss man tief graben - bis in die Kindheit. "Diese Frauen sind oft mehrfach traumatisiert, und die erste Traumatisierung beginnt bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren", erklärt Mölder.

Was sie mit Ersttraumatisierung meint, ist körperlicher und/oder seelischer Missbrauch in der Kindheit. Und sie nennt erschütternde Zahlen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch: Die  Missbrauchsrate in Estland beträgt 20 Prozent, mehr als ein Drittel der estnischen Kinder erlebt körperliche oder psychische Gewalt. Die Täter sind meist in der Familie und der Nachbarschaft zu finden. Mölder kritisiert, dass das Thema Kindesmissbrauch in der Öffentlichkeit eher ausgespart wird, vor allem wenn es um Mädchen geht: "Bei männlichen Opfern ist in den Medien gleich von Pädophilie die Rede, bei den Mädchen scheint es normal zu sein, diese schon im jungen Alter zu sexualisieren."

Psychologisch verwundbar

Die Zweittraumatisierung erfolgt laut Mölder in der Pubertät, wenn die Mädchen von Klassenkollegen oder Bekannten emotional bzw. körperlich missbraucht werden. Die Psychotraumata der Betroffenen wiederholen sich, das Trauma wird immer größer und größer, so die Psychologin: "Die persönliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter und der gesamte Sozialisationsprozess ist von den Traumata gekennzeichnet. Die Mädchen sind nicht imstande soziale Bindungen und Beziehungen zu verstehen. Sie fallen auf Versprechungen rein und verstehen nicht, was real mit ihnen passiert."

Ein leichtes Spiel für die Zuhälter, die auf die psychologische Verwundbarkeit ihrer Opfer setzen. Sie suchen die Mädchen gezielt aus, beobachten die Familien oft jahrelang, wohnen in der Nachbarschaft, gehören zum unmittelbaren Bekanntenkreis und wissen daher gut über kleine oder große Familienprobleme Bescheid. "Auch die Mittelschicht ist betroffen, heutzutage in Zeiten der Wirtschaftskrise ist jedes estnische Mädchen gefährdet. Wir haben auch Fälle von ausgebeuteten Frauen mit Universitätsabschluss, das ist kein rein sozio-ökonomisches Problem der Unterschichten", betont Mölder.

"Frischfleisch"

Die Frauen, die bei Eluliin Hilfe suchen haben Beispielloses durchgemacht. Ein besonders drastischer Fall ist der Psychologin noch gut in Erinnerung: "Eine Klientin ernährte sich über mehr als drei Jahre nur von Hot Dogs, die sie an der Tankstelle kaufte, während der Fahrer, der sie zu den Freiern hin- und zurück ins Bordell brachte, dort einen kurzen Stopp machte. Ihr Körper war so geschädigt, am Anfang der Therapie hat sie außer Tee nichts anderes vertragen", berichtet Eda Mölder."Die Frau erhielt von den 1000 kroons (ca. 64 EUR) pro Stunde, die ihre Freier bezahlten, nur 300 kroons, von diesem Betrag wurde ihr Geld für die Miete und für Lebensmittel abgezogen. Außerdem hatte sie Schulden bei ihrem Zuhälter, der ihr Amphetamine besorgte, damit sie frisch und munter ihre "Dienste", manchmal 40 Stunden ohne Unterbrechung, antreten konnte, denn die Freier wollen frisches Fleisch, keine depressiven oder müden Mädchen", so Mölder. Um die Schulden für die Drogen zu bezahlen, musste R. mind. fünf Freier abarbeiten. Dass der Zuhälter am Gewinn des Dealers mitverdiente, war ihr dabei nicht klar.

Gewiefte Ausbeuter

Frauenhandel ist lukrativ. Insbesondere für die Zuhälter, die gewieft ihren Gewinn verdoppeln und an den Frauen so lange wie möglich verdienen wollen. So werden Frauen, die im Ausland wie z.B. in Finnland oder Italien gut verdienen, mal für eine Weile nach Estland zurückgeschickt, dort verdienen sie weniger und brauchen dann länger zum Abarbeiten der Schulden. Oder die Freier, die ja der Zuhälter vermittelt, bleiben auf einmal aus, was für die Prostituierte weniger Einnahmen und mehr Schulden bedeutet.

"Die Frauen realisieren die systematische Ausbeutung oft gar nicht", erzählt Eda Mölder. Diese Ausbeutung bedeutet auch die Kontrolle des gesamten Tagesablaufes und der sozialen Kontakte. Dabei gehen die Zuhälter äußerst geschickt vor. So werden "Freunde" für die Frauen engagiert, die Mädchen verlieben sich und haben keine Ahnung, dass der Partner vom Zuhälter bezahlt wird. Oft sind die Zuhälter auch die Ehemänner der Prostituierten, was eine Aufdeckung der kriminellen Machenschaften nicht gerade begünstigt.

Sextourismus

Schätzungen zufolge gibt es 3000 bis 5000 Prostituierte in Estland, "in Tallinn alleine sind es 500", so Mölder. Offizielle Statistiken gibt es kaum. Organisierte Prostitution ist verboten, den Zuhältern drohen zwar Strafen, einen gesonderten Menschenhandelsparagraphen sieht das estnische Strafgesetzbuch (noch) nicht vor. "Früher gab es rund 17 Bordelle in Tallinn, die Polizei hat da aber gute Arbeit geleistet, jetzt gibt es nur zwei bis drei Bordelle", weiß Eda Mölder zu berichten. Straßenprostitution gäbe es kaum mehr. Die Zuhälter haben das Geschäft auf Nacht- und Stripclubs, Saunabetriebe und Massagesalons ausgelagert, die von Touristen aus z.B. Finnland, England und Italien gerne im Rahmen von "Junggesellenfeiern" und Wochenend-Saufgelagen besucht werden.

Profitables Auslandsgeschäft

Vielen Frauen, die in heimischen Nacht- und Stripklubs arbeiten, wird auch ein Auslandsjob angeboten. "Neu-Einsteigerinnen" werden ebenfalls angeworben. Im öffentlichen Fernsehen werden unverhohlen Werbespots gesendet, die eine geldreiche Karriere als Tänzerin in Nachtklubs im Ausland, z.B. in Zypern, versprechen. "Die estnischen Vermittlungsagenturen und Nachtklubbetreiber wissen das Gesetz dabei immer auf ihrer Seite", berichtet ein Sozialarbeiter, der anonym bleiben will. Denn sind die Mädchen einmal im Ausland, wird ein Vertrag mit dem Nachtklub vor Ort abgeschlossen, mit dem die Herren in Estland natürlich nichts zu tun haben.

Mit den Geschehnissen im Ausland ebenso wenig. Nicht selten werden Mädchen, die als Tänzerinnen engagiert wurden, zur Prostitution gezwungen. Auch diejenigen, die bewusst mit Sexarbeit ihr Geld verdienen wollten, erleben dann eine bittere Enttäuschung. Wenn nämlich die Pässe weg sind, und ihnen kein oder zu wenig Geld ausbezahlt wird.

Innerstaatlicher Frauenhandel

"Die meisten unserer Klientinnen sind Opfer des innerstaatlichen Frauenhandels, dabei handelt es sich meist um junge Mädchen und Frauen aus dem Nordosten Estlands, die nach Tallinn oder andere Großstädte gebracht werden", erklärt Mölder. Das nordöstliche Estland, das sind die Landkreise Lääne-Virumaa, Ida-Virumaa und Narva, das sind neben unberührter Natur auch Industriegebiete, die ihre Blütezeit schon längst hinter sich haben, was einen hohen Anteil an Arbeitslosigkeit bedeutet, mit der die dortige Bevölkerung, mehrheitlich russischsprachig, zu kämpfen hat.

Atoll arbeitet auch mit NGOs und Frauenhäusern im Ausland zusammen, um Betroffenen vor Ort die Rückkehr nachhause zu ermöglichen, hier sind laut Mölder vor allem Finnland und Schweden die anvisierten Zielländer der Frauenhändler. Kooperiert wird auch mit den estnischen Grenzbehörden, die Atoll über Fälle von Frauenhandel informieren. Die MitarbeiterInnen des Beratungszentrums betreiben aber auch aufsuchende Sozialarbeit, oft in den vielen "Wohnungsbordellen" Tallins.

Freier kriminalisieren

In den "Wohnungsbordellen" leben zwei bis sechs Frauen und bieten ihre Dienste an, ohne klar ersichtliche Zuhälterstrukturen. "Das ist ja auch das Schwierige, die Ausbeutung zu beweisen, wenn keine direkte Gewalt, sondern Manipulation und emotionale Erpressung ausgeübt wird", klagt Mölder über den geringen Anteil der strafrechtlich verurteilten Zuhälter in Estland. Viele Frauen trauen sich nicht gegen die Zuhälter auszusagen, dafür sei der Opferschutz für Betroffene von Menschenhandel in Estland nicht ausreichend genug, fügt die Leiterin von Atoll hinzu. Verständnis für die Opfer ist auch nicht immer gegeben. "Eine Klientin wurde sogar nach einem Verhör von einem Polizisten in die Sauna eingeladen", so Mölder.

Prostitution und Frauenhandel sind für Mölder eng miteinander verwoben, denn "Prostitution treibt den Frauenhandel an." Langfristig wünscht sich Mölder, dass Estland dem Nachbarn Schweden folgt, und nicht nur Zuhälter, sondern auch die Freier kriminalisiert werden: "Denn was für die Freier zehn Minuten Spaß bedeutet, richtet gesamt gesehen enorm großen gesellschaftlichen Schaden an, wenn man schon allein die epidemische HIV-Situation bedenkt." (Güler Alkan, 27. September 2010, daStandard.at)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 225
1 2 3 4 5
tom2312
113
28.9.2010, 09:43

Solche Zustände bekommt man mit Verboten nicht in den Griff. Die Zahlen aus dem Verbotsland Schweden zeigen KEINEN Rückgang der Prostitution, aber auch keinen Zuwachs, was bereits als Erfolg dargestellt wird. Allerdings haben sie die steigende Zahl der Internet-Vermittlungen nicht in der Statistik.

Prostititution ist nicht abschaffbar, es gibt Angebot und Nachfrage. Verbieten macht es nicht weg!

Sehr wohl in den Griff zu bekommen wäre aber die elende Lage der Frauen.

Das Rezept ist einfach: Legale Freiräume für selbstbestimmt arbeitende Sexworkerinnen. Prostitution mit Gewerbeschein - dann müssen sie sich nix mehr gefallen lassen.

Wird in unserer moralisierenden Frauen- und konsumierenden Männergesellschaft aber nicht passieren.

A.B. Artig
 
23
29.9.2010, 01:08

Kluge und ruhige Worte, etwas, das mir manchmal ob der Fassungslosigkeit über manchen Geisteszustand immer wieder fehlt.

Tschuri Cazzino
 
42
28.9.2010, 10:50
Ihr Argument der Nicht-Abschaffbarkeit, von dem allgemein

(meiner Meinung nach irriger Weise) angenommen wird, das es auf alle Straftaten zutrifft, ist keinesfalls ausreichend. Oder wollen Sie alle Verbrechen legalisieren, weil sie durch Gesetze nicht abgeschafft weren können?

Das Rezept ist eben nicht einfach, da es de facto unkontrollierbar ist, ob eine Prostituierte selbstbestimmt und unter menschenwürdigen Umständen arbeitet. Auch in Ländern mit legalen Freiräumen für Prostitution wie z.B. Österreich gibt es Zwangsprostituion und sexuelle Ausbeutung.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

tom2312
00
28.9.2010, 22:22

Es geht nicht darum, einen gutmenschlichen Idealzustand herzustellen, es geht darum, die Lage der Frauen, die diesen Job machen, freiwillig oder gezwungen, zu verbessern.

Und da wäre es gut, wenn man über Maßnahmen nachdenkt, die effektiver sind als z.B. die Prohibition gegen den Alkoholmissbrauch.

Ganz zu schweigen von der Frage, wo Paysex eigentlich anfängt: Wie genau formulieren Sie ein Verbotsgesetz?

Und überhaupt nicht zu reden von anderen Ausbeutungsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt, die auch nicht bestraft werden.

Wenn ich von legalen Freiräumen spreche, dann meine ich nicht Österreich. Diese Freiräume gibt es nirgends, der Trend geht in die Gegenrichtung. Wir empören uns, wir verbieten - und wir vergessen wieder ...

zahnloser Tiger
21
21.10.2010, 15:31
Prostitution

ist ein Handel der auf menschliche Bedürfnisse wie Nähe oder Sexualität abzielt

hierbei gibt es keine "Marktmacht des Kunden" oder regulierende Behörden

"legale Freiräume" sind ein diffuses Konzept das auf eine Aufrechterhaltung einer menschenunwürdigen Praxis abzielt

oder gehts hier um die Lissabon-Ziele?

60% Frauenerwerbsquoteund so?
vom AMS aus ins Puff wegen Verlust des Berufsschutzes???

Prostitution verdient durch Opfer (die Sexarbeiterinnen) an Opfern (die Soziopathen die bezahlten Sex brauchen)

bezahlten Sex darf und sollte es nur in therapeuthischen Belangen geben (siehe Surrogatpartnerschaft für Behinderte oder Sexualtherapie)

rechtfertigen sie nicht UNRECHT mit anderem Unrecht ("andere Ausbeutungsverhältnisse")!

Simba
45
28.9.2010, 09:10
ach was...

die machen das doch alle freiwillig und die Zuhälter beschützen nur die Frauen. Wer Prostituierte sein will, weil das immerhin ein Traumberuf ist, soll doch. Die ganzen Emanzen sollen sich nicht so aufpudeln, die sind doch nur neidisch, weil mit ihnen keiner will. Immerhin ist es eine Ehre mit einem feisten, schwitzigen Stinker, der dann auch noch um die Kohle feilscht, Sex haben zu dürfen.

Gell, meine Herrn?

zahnloser Tiger
12
21.10.2010, 15:33
na ich bin mir sicher die "Beachboys" an der Elfenbeinküste

sind viel fröhlicher wenn sie mit einer fetten stinkenden schwitzenden Nordeuropäerin auf deren Geheiss und Zimmer "zum Stich" kommen

die bekommen nämlich wenigstens billige Uhren geschenkt...

Zu einem unglaublichen Preis!
11
28.9.2010, 12:55
"Sex haben zu dürfen"?

Die Damen vollbringen als Selbständige eine Dienstleistung. Preisverhandlungen gehören da zum Geschäft.

http://dastandard.at/plink/128... 1/18286827

c-a-f-f-e-e
12
28.9.2010, 12:20

mhm, das 'Gell meine Herrn?' hätten sie sich sparen können. wenn sie nicht wollen, dass wir die 'Emanzen' verallgemeinern brauchen sie uns 'Herrn' auch nicht verallgemeinern. seltsam, dass es dafür noch grüne stricherl gibt...

Simba
42
28.9.2010, 12:35
die, die ich meine, wissens schon...

die anderen müssen sich ja nicht angesprochen fühlen.

1000 Kopfläuse können nicht irren
14
28.9.2010, 10:43
Bitte...

... leses Sie sich das Posting von Tom2312 über Ihrem durch. Das halte ich für grundvernünftig. Sie finden sich übrigens im letzten Absatz wieder! (C;

Simba
12
28.9.2010, 13:32
ich weiß jetz nicht,

warum meine Antwort nicht erscheint. Aber gut...

Dass es keine Prostituierten mit Gewerbeschein und Krankenversicherung und einem anständigen Arbeitsplatz gibt, liegt nicht an den Frauen und ihren Moralvorstellungen, sondern einzig und allein daran, dass das etwas kostet .

Keine Prostituierte mit halbwegs akzeptablen Arbeitsbedingungen gibt sich mit 50€/h zufrieden. Flatrate-Bordelle würde es dann nicht mehr geben. Die Prostituierten wären über 18 und Gewaltspielchen würden heftig extra kosten, oder gar nicht mehr möglich sein.

Na, da wären die Konsumenten aber netter, als ich dachte, wenn die da mitspielen würden (wos doch immer noch einen Haufen heroinsüchtiger Kinder gibt und die Flüge in den fernen Osten immer günstiger werden.

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
28.9.2010, 16:39
Habe Ihre Antwort gelesen.

Wenn ich alles richtig verstehe, sind unsere Meinungen sehr ähnlich. Zur Prostitution denke ich:
1. legalisieren, aber ganz offiziell!
Derzeit nutzt Unter- und Halbwelt die bestehende
Halblegalität aus und so blüht u.a. auch der
Menschenhandel!
2. Leute, zahlt doch bitte faire Preise an die
Sexdienstleisterinnen! Auch die Preise korrelieren
mit Legalität/Illegalität ("Schwarzarbeit, etc.").
Dies geschieht zwar durchaus bereits, aber es
könnte sicher besser sein, sonst würde man von
den niedrigen Tarifen nichts hören!
3. Einfach Mensch bleiben. Wenn eine Frau sich
tatsächlich dazu entschieden hat P. zu werden,
ist das zu respektieren, auch u. besonders von
Freiern!

Simba
22
28.9.2010, 11:11
was hat das mit moralisierenden Frauen (ach wie böse) zu tun?

Wir reden hier in dem Art. nicht über ordentlich geführte Puffs und Gewerbescheine.

Diese Vision von Tom wird deswegen nicht Wirklichkeit, weil das was kostet. Eine angemeldetet, krankenversicherte Prostituierte kostet mehr als 50€/h und sie machts sicher auch nicht auf Flatrate-b*msen mit dir und sie wird wahrscheinlich älter als 16 sein. Brutalitäten würden übrigens extra kosten.

Allein das und nur das verhindert ordentlich angemeldete Sexarbeiterinnen mit Gewerbeschein.

tom2312
11
29.9.2010, 07:03

Mit dem gleichen Argument können wir die Gewerbeordnung abschaffen, weil Sie jede handwerkliche Dienstleistung steuerfrei um die Hälfte bis ein Drittel kriegen. Soll es deswegen keine Installateure mehr geben?

A.B. Artig
 
24
28.9.2010, 08:49
Die Verdrehungswut mancher scheinbar als Konsument Betroffener hier im forum ist beeindruckend. Kein Wort zu Gewalt, Ausbeutung und Zwang, zum sex. missbrauch als Kind, aber die 3Jahre Hot Dogsessen werden massiv beleuchtet. Ihr seid derart armselig.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
12
28.9.2010, 08:33
Manche traurige Einzelschicksale..

Aber trotzdem sollte man solche Geschichten doch ein bisschen nachrecherchieren:

http://newstaging.spectator.widearea.co.uk/the-magaz... acts.thtml

(Irgendwie ist die Formatierung dieses Artikels grausam, zumindest auf meinem browser. Trotzdem sollte man sich nicht abhalten lassen - nach einigem Suchen an der Seite findet man den ersten Absatz und dann weiter..)

Die punchline: In den meisten Faellen ist es fuer die Osteuropaererinnnen eine bewusste, wirtschaftliche Entscheidung, auf den Strich zu gehen.

Zu einem unglaublichen Preis!
00
28.9.2010, 11:40
Traurig aber wahr - siehe diestandard.at: Die Gier gewinnt immer

http://diestandard.at/1197469250049

A.B. Artig
 
13
28.9.2010, 10:16
Sie verharmlosen! Sie gehen auf den vorangegangenen MissbrAUCH nicht ein. Einige wenige, die solche Angaben machen, setzen all die restlichen Schicksale nicht ausser Kraft, und es sind immer noch oft falsche Versprechungen, die Frauen herlocken.

Aber ja. sicher. Wenn meine Kinder am Verhungern sind und mein Land keine Perspektiven bietet, wie in vielen Afrikanischen Ländern, entscheide ich mich gaaanz freiwillig.

emma goldman
32
28.9.2010, 03:56

vor nächtlichen taxifahrten sei frauen die allein unterwegs sind (z.b.in Wilna, tallin) übrigens abgeraten, da es sich mit0nter um scheintaxis zwecks entführung handeln kann....übrigen verdammt viele freier hier im forum, die wurzel allen übels.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
28.9.2010, 10:46
Sie glauben anscheinend immer noch...

... dass Frauen an sich moralisch praktisch Heilige sind, die sich immer nur für das entscheiden was SIE sich vorstellen. Wenn ich auch Ihre gute Absicht verstehe und prinzipiell unterstütze, der Realist in mir und auch die Realität selbst zeigt dass alles nicht so einfach ist wie Sie es sich vorstellen.

A.B. Artig
 
12
28.9.2010, 15:59

Was genau ist an dem Wörtchen "Zwangs"-Prostuitution unklar?

1000 Kopfläuse können nicht irren
20
28.9.2010, 17:20
Gehen Sie ein bisschen runter vom Gas.

Wenn emma goldman hier "übrigen verdammt viele freier hier im forum, die wurzel allen übels" schreibt, so meint sie auch all die, die Sexdienstleisterinnen fair gegenüberstehen und diese auch entsprechend entlohnen. Keine Rede davon, dass sie lediglich Freier von Zwangsprostituierten meinte. Ich bedaure diese Verallgemeinerung im Sinne von "alle Menschen sind mies". So etwas bringt niemandem etwas, auch emma goldman nicht und so habe ich mir eine Antwort erlaubt. Auch wenn diese Ihnen vielleicht nicht gefällt.

A.B. Artig
 
00
29.9.2010, 01:10

Ihre Antwort ist Ihre Meinung und dadurch Ihr gutes Recht. Ob sie mir gefällt, ist eine andere Frage- aber solange Prostitution unter menschlichen Bedingungen und auf freiwilliger Basis geschieht, kann man schlecht was dagegen sagen. ausser vielleicht, dass es meine Lebensweise nicht wäre, persönlich.

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
30.9.2010, 17:43
In diesem Sinne...

... wünsche Ihnen und mir weitere Diskussionen!
(C;

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 225
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.