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"Wir sind Ausländer hier und wir sind Ausländer zuhause."
vergrößern 500x670Vor 26 Jahren kam Ivan aus Bosnien nach Wien und gehört seitdem zum Inventar des Café International am Yppenplatz.
Während ich im hinteren Teil des Café International (kurz CI) auf Ivan warte, sitzen mir drei Männer gegenüber und unterhalten sich auf Kroatisch. Sie warten, wie ich später erfahre, auf den Abschlusstest ihres Deutschkurses, der Teil des CI-Angebots ist. Der Kachelofen zu meiner Linken heizt auf vollen Touren. "Was ist überhaupt unsere Heimat?", fragt mich Ivan, als er sich zu mir an den Tisch setzt und an seiner Melange nippt. "Das frage ich mich oft selbst, denn wir sind Ausländer hier und wir sind Ausländer zuhause", lacht er. Ivan wurde in Bosnien, in der Stadt Brčko, geboren und landete, wie er erzählt, zufällig in Wien.
Überall Ausländer
Wegen des "blöden" Krieges in Bosnien, wie Ivan sagt, habe er versucht in Kroatien eine zweite Existenz für seine Familie aufzubauen und eine neue Heimat zu finden. "Dort haben wir ein Haus gebaut, weil wir nicht gewusst haben, ob es möglich sein wird, nach dem Krieg nachhause zurück zu kehren." Aber auch Kroatien sieht er nicht als seine Heimat. "Inzwischen bin ich seit 26 Jahren - mehr als mein halbes Leben - in Österreich und bin trotzdem Ausländer. Wir haben ein Haus in Bosnien und eines in Kroatien. Aber ich lebe mit meiner Familie in Wien".
Die Familie, das sind Ivans Frau und seine drei Töchter, die in Wien geboren sind und hier die Schule und die Universität besuchen. "Ich bin ein glücklicher Mensch, ich habe drei Töchter!", sagt Ivan und meint weiter: "Meine Kinder sind zweisprachig aufgewachsen, aber zuhause sprechen wir nur Kroatisch. Ich wollte ihnen kein falsches Deutsch beibringen. Deutsch haben sie dann im Kindergarten gelernt."
"Da kommst du ins Spital und wartest nur auf den Tod"
Seine vier Geschwister haben es ihm gleich getan, sie leben ebenfalls in Wien und auch die Eltern pendeln zwischen Brčko und Wien. "Mein Vater kam 1969 als Gastarbeiter nach Österreich und seine Hoffnung war, dass er genug Geld verdient, damit wir Kinder nicht auswandern müssen. Im Nachhinein finde ich, das war ein Fehler, denn hätte er uns damals nach Österreich geholt, hätten wir die Sprache sofort gelernt und unsere Ausbildung hier abgeschlossen. Wir wären in Wien aufgewachsen, das hätte sich auch auf unsere Identität und Mentalität ausgewirkt", schlussfolgert Ivan.
Inzwischen ist Ivans Vater 74 Jahre alt und in Pension. Aufgrund gesundheitlicher Probleme muss er häufig in Wien sein, weil die medizinische Versorgung in Bosnien viele Schwachstellen aufweist. "Du kommst ins Spital und wartest nur, bis du stirbst", meint Ivan überspitzt.
Zufällig in Wien gelandet
Im Gegensatz zu vielen seiner bosnischen Landsleute flüchtete Ivan nicht wegen des Krieges nach Österreich. "Ich bin bereits 1986 zufällig hier gelandet, das war eine spontane Entscheidung. Nach meiner Ausbildung in der Gastgewerbeschule habe ich in Brčko keine Arbeit gefunden, also habe ich während der Sommersaison in Kroatien am Meer gearbeitet. Da hatte ich einen super Job und habe super verdient. Ich hätte auch das restliche halbe Jahr damit finanzieren können, aber das wäre fad und war für mich keine Lösung."
Stattdessen zog ihn der Zufall, oder in seinem Fall ein Onkel, der in Wien wohnte, nach Österreich. "Damals habe ich gar nicht gewusst, wie viele Leute von uns (aus dem ehemaligen Jugoslawien, Anm. d. Red.) hier in Wien gelebt haben. Zu der Zeit gab es schon sehr viele so genannte Ex-Yu-Lokale und alle quasi auf einem Platz", lacht Ivan: "Es war eine super Zeit, die Arbeit war toll und wir hatten viel Spaß."
Seit 26 Jahren den gleichen Job
Aus einem Monat wurden drei Monate und auf den Winter folgten Frühling und Sommer. Seinen ersten Job hat Ivan immer noch: Er gehört seit 26 Jahren im Café International zum Inventar, wie er selbst sagt. Seitdem hat er praktisch durchgearbeitet, war keinen einzigen Tag arbeitslos und nur drei bis vier Mal im Krankenstand: "Ich weiß nicht einmal wo das Arbeitsamt ist", lacht er.
"Schau, damals war ich jung, ich bin hergekommen, mir hat's gefallen und ich bin geblieben. Ganz einfach." Ob er an eine Rückkehr denkt, frage ich Ivan. Er möchte in Wien bleiben und fährt stattdessen regelmäßig nach Bosnien und Kroatien in seine Häuser oder ans Meer. "Das ist einfach Urlaub und das genieße ich sehr. Aber meine Pension werde ich in Wien verbringen. Ich finde es nur korrekt, wenn ich hier gearbeitet habe, dass ich auch mein Geld hier ausgebe", sagt er.
"Im Holzpyjama zurückkehren ist Blödsinn"
Die Frage, wie er sein Leben an diesen drei Orten, an denen er seinen Alltag verbringt und an die er periodisch zurückkehrt, gestaltet, beantwortet der Gastwirt mit einem Sprichwort aus der Heimat: "Ein Depperter lebt dort, wo er will und ein Gescheiter dort, wo es besser ist." Dass seine Kinder wieder zurückkehren, damit rechnet er nicht. Er hofft sogar, dass sie es nicht tun. "Wir sind doch nicht grundlos ausgewandert! Die meisten Leute verbringen ihr Leben hier, arbeiten und kehren dann im Holzpyjama zurück. Das ist doch Blödsinn."
Nach dem Krieg sei in seiner Ortschaft viel saniert und die Infrastruktur auf Vordermann gebracht worden. Aber die Menschen hätten auch heute noch keine Perspektiven für die Zukunft. (Eva Zelechowski, 03. März 2011, daStandard.at)
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Ja klar, sooooo friedlich alles dort unten ... klaaaaar ...
... nur hörte man halt zB dauernd von Slowenen, dass die [serbische] Polizei dauernd vorgäbe, kein Slowenisch zu verstehen, und Leute dann auch gern mal misshandelte - die wollten offenbar Serbokroatisch in Slowenien etablieren, um Slowenien zum Verschwinden zu bringen und ein Serbisches YU durchzusetzen.
Dass regelmäßig serbische Polizeipatrouillen vor slowenischen Studentenheimen mit geworfenen Eiern, Paradiesern und Bierflaschen verjagt wurden, hörte man auch nur eher zufällig; und dass durch Tito die Massenmorde von Jugoslawen an einander vergessen worden wären, glauben auch nur Naivlinge ...
Erstens siehe die Geschichte des "SHS-Staates" und des serbischen Verfassungsputsches ca. 1929
Zweitens war der - mit Unterdrückungsmaßnahmen erkaufte - Haupterfolg Titos, daß er diese, von den Kriegsereignissen mit Ustascha etc. verschärften Konflikt zum Schweigen brachte.
Drittens habe ich am Tag des Begräbnisses von Tito Aufnahmedienst im KH gehabt, und da wurden laufend jugoslawische (vermutlich hauptsächlich bosnische) Gastarbeitersgattinnen mit Hyperventilationstetanie und ähnlichen psychogene Reaktionen eingeliefert, und immmer wieder hörtte ich von denen "Jetzt, wo Tito tot ist, werden uns die Serben umbringen".
Ich war 1991 dann nicht so überrascht, namentlich nach dem Aufstieg Milosevics.
habe noch nie gehört daß jemand als migrant zufällig in sudan, albanien oder in einem anderen armen land für 26 jahre zufällig gelandet wäre.
natürlich versucht man in ein reiches sicheres land zu gelangen--das ist kein zufall.
"niemand landet "zufällig " in wien."
Ausnamen Bestätigen die Regel!
Ich bin hier "zufällig" gelandet , keiner hat mich dazu gezwungen, das einzigste vielleicht die naive Idee das gemeinsame Sprachen binden.
Weit verfählt!
Eins können Sie mir glauben nach der mittlerweilen Erfahrungen die hier zu landen als "nicht Österreicher" Würde ich es mir 2 mal Überlegen nochmal herzukommen.
natürlich hat man sie nicht gezwungen. das ist mir vollkommen klar. man muss niemanden zwingen, in einem reichen sicheren und sozialen land zu bleiben.
und sie sind offentsichlich in österreich geblieben. (das ist jetzt bitte kein vorwurf.) aber menschen sind nun mal so--bleiben dort wo es einem gutgeht oder suchen weiter.
kein problem...warum hat er 2 häuser gekauft? simple finanzanlage. er hat entweder die grundstücke oder die kompletten häuser vor mind. 1 jahrzehnt für einen spottpreis (mmn in schilling) bekommen und wird diese irgendwann für viel kohle veräßern...vielleicht kann er sich immer noch nicht (nach 26 jahren) so toll äußern, rechnen kann er schon :D
zB
"Ein Depperter lebt dort, wo er geboren wurde und ein Gescheiter dort, wo es besser ist"
oder der Satz bleibt so und das "will" hat eine tiefere Bedeutung. Es soll ja Leute geben, die tun "was sie wollen" und machen gar nicht sooo viel sinnvolles dabei. Mancher tut, was er will und kommt nicht mehr vor dem TV-Gerät hervor :-)
Häuser Yugos haben unten
und meistens 2-3 und mehr :).
Werden die sofort von Neid geplatzt.
Mein Vater hatt auch mehrere Häuser.
Früher konnten wir nicht in Wirtschaft und Aktien Investíeren in Yugoslawien erspartes.
Und haben deswegen in Imobielien Investiert.
Ein Haus schöner als andere.Richtige Villen.
Soga ein Prestige Wettbewerb ist erstanden,wer bessere und Größere haus habe.
Später waren Amerikanische Piloten sehr verwiert bei Bombardierung
Konnten nicht unterscheiden zwischen Milliterischen Gebeuden und Zivielen Gebeuden.
Es gibt eine Wahre Gastarbeiter geschichte,
Und zwa ein Yugo Gastarbeiter in Schweiz habe sein Chef unten eingeladen für Tochter Hohzeit.
Zurück in der Schweiz habe sofort Kündigung Bekommen wegen Neid
fragt sich warum diese "yugos" ( sie haben sie so genannt, nicht ich) immernoch in österreich sind, bei den neidischen österreichern und nicht in ihren tollen häusern..
offentsichtlich ist vielen ihrer landsleute eine kleine wohnung in österreich lieber als ein grosses haus in ex-jugoslawien.
Naja:
a) Herkunft: Land mit massiver Arbeitlosigkeit, sehr geringen Löhnen, niedrigen Preisen.
b) Hackeln: Land mit geringer Arbeitslosigkeit, hohen Löhnen, hohen Preisen.
Wer von A nach B hackeln fahrt und möglichst kein Geld ausgibt, ist nach einiger Zeit zwar immer noch ein Hungerleider im Vergleich zu den meisten Einheimischen von B, aber immer noch wohlhabend im Vergleich zu seinen unterbezahlten oder arbeitslosen Mitbürgern... so kann sich zB ein bosnischer Zementmischer mit dem, was er sich hier vom Mund abspart, "daheim" ein halbwegs bauchbares Haus bauen.
Früher gab es auch Österreicher, die es ähnlich gemacht haben - Akkordarbeit in der Schweiz etwa
nehmen sie sich ein Beispiel an Herrn Ivan! Der ist quasi Einwanderer der ersten Generation, kann anscheinend perfekt Deutsch... und sie als, lt. ihren Angaben, "Einwanderer der 3. Generation" reden immer noch so, als wären sie vor einem halben Jahr eingewandert... armselig.... wenn man nicht wüsste, dass es ohnehin nur gespielt ist...
aha, die Amis konnten militärische und zivile Gebäude nicht unterscheiden... weil? Schauen militärische Gebäude dort so aus wie die von ihnen erwähnten "Villen"?
Punkt 1: 40 % Polizei Kandidaten können nicht Rechsschreibung und das sind Inländer biterschön
Punkt 2:Natürlich schauen Zivile Gebeuden in Serbien aus als Milliterischen gebeuden.
Was denken sie ?
.
http://www.youtube.com/watch?v=m... re=related
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