Sex und populäre Musik

28. März 2011, 19:45
  • Artikelbild
    foto: transcript

    Dietrich Helms u. Thomas Phleps (Hg.): Thema Nr. 1. Sex und populäre Musik. Bielefeld: transcript 2011.

  • Artikelbild
    foto: epa/giorgio benvenuti

    Kylie Minogue mit zwei unbekannten Männern

"Let's talk about sex" war ein weltweiter Nummer 1 Hit von Salt'N'Pepa. Der Frage, wie über Sex in der Populärmusik gesprochen/gesungen wird, geht ein aktueller Sammelband nach

Insgesamt elf Beiträge umfasst der von Dietrich Helms und Thomas Phleps herausgegebene Sammelband „Thema Nr. 1. Sex und populäre Musik". Die Artikel befassen sich mit sehr unterschiedlichen Richtungen innerhalb der Popmusik: Neben einem Beitrag über Sexualmetaphorik im Pre-War-Blues findet sich auch ein Artikel, der Männerbilder im Heavy Metal untersucht sowie ein Text zum Thema „Schwulenhass in der jamaikanischen und deutschen Dancehall". Die im Band versammelten Beiträge untersuchen exemplarisch, wie jeweils über Homo/Sexualität gesungen/gesprochen wird, welche Frauen- bzw. Männerbilder in den Song bzw. den dazugehörigen Musikvideos vermittelt werden und fragen, ob manche Clips die Grenze zur Pornografie überschreiten.

„Stöhnsongs"

Hans-Joachim Erwe beschäftigt sich in seinem Beitrag anhand mehrerer Beispiele mit von ihm scherzhaft so bezeichneten „Stöhnsongs". Er spannt den Bogen dabei von Serge Gainsbourg und Jane Birkins „Je t'aime ... moi non plus" über Donna Summers „Love To Love You Baby" und Lil Louis' „French Kiss" bis hin zu Beyoncé Knowles „Naugthy Girl". Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Songs: Die Eindeutigkeit, mit der sie - zumeist durch exzessives Stöhnen der Frau(enstimme) - sexuelle Erregung hörbar machen. Im Fall von Gainsbourg und Birkin stellte dies noch einen eklatanten Tabubruch dar, sorgte für Entrüstung und schließlich in weiten Teilen Europas auch für ein Verbot bzw. einen Boykott ihres Songs. Heutzutage mag „exzessives Stöhnen" in einem Song hingegen wohl kaum mehr aufzuregen. Dementsprechend resümiert Erwe: „Schließlich beobachtet man im historischen Vergleich, dass die Intensität des Stöhnens (...) stetig zunimmt. Die Tabugrenze sinkt offenbar. Die Reize müssen stärker werden, um Aufmerksamkeit zu erregen, um womöglich noch an Grenzen zu stoßen oder gar zu provozieren."

Orientalische Schönheiten und Mütter

Mit Frauenrollen in der Popmusik der arabischen Welt befasst sich Thomas Burkhalter, der in seinem Beitrag die Inszenierung von Sängerinnen/Frauen in Musikvideos in den Mittelpunkt rückt: „Frauen und Männer fahren in teuren Autos herum, oder sie tanzen an perfekten Stränden. Die Frauen räkeln sich gerne auf einem luxuriösen Bett in einer luxuriösen Villa. Sie tragen mal Lingerie, mal treten sie als orientalische Schönheiten auf." Diese pointierte Beschreibung zeigt, dass die auf Rotana, dem arabischen Äquivalent zu MTV bzw. VIVA, ausgestrahlten Videoclips wohl genauso gut auf den beiden letzt genannten Sendern gezeigt werden könnten. Auch wenn sich „konservative und religiöse Kreise" von diesen im MTV-Stil gestalteten Videos provoziert fühlen, seien die existierenden Musiksender gegen jede Art von Kritik weitestgehend immun. „Sex sells" gilt eben auch in der arabischen Welt. (Meri Disoski, daStandard.at, 25. März 2011)

Kommentar posten
19 Postings
senyo
00

Donna Summers „Love To Love You Baby" und Beyoncé Knowles „Naugthy Girl". -> beyonce "coverd" hier sequenzen von dem song, gerade die stöhnelemente. man hätte bestimmt auch eingeständige stöhnlieder von ihr gefunden.

Troy Mc_Clure
00
27.3.2011, 19:32

schaut ja sehr öd aus das Biachl.

http://www.youtube.com/watch?v=d9NddxciWbw

Heinz Anderle
 
92
26.3.2011, 07:47
Durfte vor kurzem einmal eine Hörprobe der "Apres Ski"-Hitparade...

... hineinziehen und mußte dabei feststellen, daß dem Niveau nach unten wohl keine Grenze gesetzt ist.

Da bleibe ich als Klassikliebhaber doch lieber bei der nur scheinbar abstrakten Tonartencharakteristik und -dualität (c-moll/Es-Dur, g-moll/B-Dur, f-moll/As-Dur) sowie der Symbolik von Motiven, Topoi und Affekten, wenn sie sich subjektiv zu voller musikalischer Blüte entfalten.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Knochenmann
00
29.3.2011, 05:26

Einerseits: schön, das sie über ihren Tellerrand hinausschaun. Andererseits: Was zum Teufel haben Sie denn erwartet?

shangl
00
27.3.2011, 11:27
ich habe mich...

...bei den postings von "dr. heinz anderle, freigeist" frage ich mich immer: was zeichnet eigentlich einen freigeist aus? ernsthafte frage...ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich das da erkenne

gidolf
05
26.3.2011, 19:47

Dem ersten Absatz ist bedingungslos zuzustimmen - insbesondere, als er das nach unten offene Niveau nicht auf Schihüttenmusik beschränkt.

Der zweite ist einfach nur lächerlich. Wow, Sie wissen, was eine parallele Dur-/Molltonart ist! Noch ein paar Beispiele bitte, es gabert noch neun. Was sich subjektiv zu irgendwelcher Blüte entfaltet, ist weiters - Sie habens erraten! - subjektiv.

Und nicht zuletzt sind namentlich und noch mehr mit persönlicher Bezeichnung unterschriebene Postings Zeichen dafür, dass der/die VerfasserIn das Medium, in dem er/sie sich bewegt, nicht so wirklich begreift (der Titel ist da nur mehr Ergebniskosmetik nach unten).

Heinz Anderle
 
00
26.3.2011, 20:54
Die Subjektivität des Komponisten (!)...

... bedeutet für den Hörer die hermeneutische Herausforderung:

Beethoven, Klavierkonzert Nr. 4, G-Dur, op. 58 schildert Orpheus und Eurydike

Es gibt leider sonst nicht allzuviele bereits enträtselte Werke. Schuberts drei letzte Klaviersonaten weisen wohl ebenfalls Bezüge zum Liederzyklus der Winterreise auf. Auch in Beethovens drei letzten Klaviersonaten gibt es einen Zusammenhang untereinander.

Ignoranten bleiben besser bei der Almhüttenparty...

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

sick boy
01
26.3.2011, 23:30

ein beethoven evergreen und ein wenig schubert ist ist jetzt aber nicht ernsthaft alles, was dem doktor einfällt, oder??

und welche gar?
lewis/belohlavek oder doch lieber horowitz? den orpheus schmäh sieht man bei googles top five, da braucht man sich nicht zu als experte in die auslage stellen. wobei er gut zum tosic passen würde, sinnfrei und maßlos arrogant....

opherus
04
26.3.2011, 19:20
Freigeist?

Spielen Sie Völkerball?

Protheus
 
02
26.3.2011, 18:21
Wenn man Ihren Rezesionen glauben darf

scheint es in der Klassik auch Müll zu geben.
http://www.amazon.de/gp/cdp/me... G1ABRDNJ2V

Leute, die Ihren Titel ungefragt angeben, sind nicht erst seit Guttenberg nicht mehr "in". Entschuldigen Sie bitte das rüde Auftreten, aber Ihr Beitrag erweckt in seiner Gesamtheit bei mir den Anschein, es ginge Ihnen hier mehr um persönliche Darstellung, als um das eigentliche Thema.

Beim Barte des Proleten!
00
28.3.2011, 08:31
Dr. Heinz Anderele

Wenns ihn nicht gäbe müsste man Ihn erfinden, wie das Krümelmonster.

Protheus
 
00
28.3.2011, 16:12
Er ist also schon bekannt im Forum?

Ich schätze, dann geht man ihm besser aus dem Weg. Scheint ja niemandem sonderlich viel zu nützen, sich mit ihm zu unterhalten. Klassische Musik scheint sein Thema zu sein, er sieht aber wohl nicht ein, dass es daneben auch noch eine Welt gibt und unterstellt nun allen anderen Ignoranz.

Mehr als ein Kopfschütteln kann er dafür ja nicht erwarten.

Heinz Anderle
 
00
26.3.2011, 20:42
Akademischer Grad.

Ich verstecke mich übrigens weder bei Amazon noch hier im online-Standard hinter einem Pseudonym. Als Freigeist bekenne ich mich offen zu meinen Ansichten.

Können Sie das auch?

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Protheus
 
01
27.3.2011, 04:49
Ach,

Sie sind also einfach nur ein Troll. Entschuldigen Sie, hätte mir gleich auffallen müssen, nachdem Sie die C-Klasse Musiker unserer Zeit (Après-Ski) mit Menschen vergleichen, die mehr oder weniger ihr ganzes Leben der Musik gewidmet haben und dann zum Schluss kommen, Bach und Co. hätten musikalisch wertvollere Musik gemacht.

Es gab damals sicherlich auch Barden, die ungefähr auf die gleiche Stufe gestellt werden können, wie unsere Skimusiker. Aber der Vergleich war Ihnen wohl nicht stark genug.

Sinn und Zweck von Après-Ski ist übrigens auch nicht die musikalische Perfektion, sondern viel eher die kurzzeitige Unterhaltung und der Mitgröhlfaktor.

Wie auch immer: Sie haben da Äpfel mit Kirschkernen verglichen.

OurLadyPeace
01
27.3.2011, 04:10

und was genau wollen sie damit erreichen, daß sie ihren Doktortitel mit dazu schreiben?

4simo
00
29.3.2011, 20:18
damit ers net vergisst, man wird halt alt...

entenfutallesgut
00
25.3.2011, 20:21
^^

http://www.youtube.com/watch?v=AN7GOSKMvgQ

Davon gibt's auch eine metallischere Version, damals oft im U4 gespielt - hat die jemand ?

Drago+
00
27.3.2011, 18:19

Ich mag's altmodisch...

http://www.youtube.com/watch?v=m... re=related

Wie also macht man Babys, ich möchts auch wissen..? ;)

Busen zeigen kann jede, da ist kein Sex....

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.