Neger, Tschusch, Kanak

"Tschusch" sagt man nicht!

Olivera Stajić, 19. April 2011, 11:29

Monitor: Ein Leitfaden des BMASK will für einen anderen sprachlichen Umgang sensibilisieren und entpuppt sich als plumpe Ansammlung derber Schimpfwörter

Unser Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) hat einen Leitfaden für diskriminierungsfreie Sprache, Handlungen und Bilddarstellungen zusammengestellt. Soweit so löblich. Diskriminierung und Verunglimpfung aufgrund des Geschlechts, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung gehört selbstverständlich bekämpft. Der vorliegende Leitfaden ist aber streckenweise leider ein anschauliches Beispiel für den sprichwörtlichen "Schuss nach hinten".

Das Kapitel über die sprachliche Diskriminierung liest sich wie das Zelebrieren aller verbalen Untergriffigkeiten, die die deutsche Sprache zu bieten hat. "Sexuell frustrierte Karrierefrau" sagt man nämlich nicht, genauso wenig wie "Warmer" oder gar "Neger, Tschusch, Kanak, Zigeuner"! Und das sind jetzt noch die harmlosesten "bösen Worte" aus der Liste. Positive Beispiele einer diskriminierungsfreien Berichterstattung über verschiedene (Rand)Gruppen sind hingegen rar gesät.

Erfrischend war allerdings der explizite Hinweis für die JournalistenkollegInnen, die es noch immer nicht wissen (wollen): "Die Nennung der Herkunft ist dann rassistisch motiviert, wenn sie für ein Verbrechen nicht relevant ist, denn es wird davon ausgegangen, dass die Herkunft für die Straftat doch eine Rolle spielt." Wünschenswert wäre auch eine ähnlich prägnante Erklärung des Begriffes "Ausländer", der in den österreichischen Boulevardmedien noch immer gerne über die vermeintlich anonyme Masse der "Anderen" gelegt wird. Doch das sind alles fromme Wünsche und wären wohl im einem "Medienleitfaden Integration" besser aufgehoben. Nur als kleiner Hinweis an den neugegründeten Presserat.

An einen allgemeinen Leitfaden des BMASK darf man anscheinend keine hochtrabenden Ansprüche stellen. Empfehlenswert bleibt er aber trotzdem für alle jene, die ihren Stammtisch-Wortschatz erweitern wollen und journalistische Zuspitzung gerne über ernsthafte Recherche und differenzierte Darstellung stellen. Und es bleibt natürlich zu hoffen, dass der Leitfaden nicht in Kinderhände fällt. Die Kleinen schnappen ja gerne derbe Schimpfwörter auf.

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Posting 1 bis 25 von 111
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ruhe auf den billigen plätzen
00
26.5.2011, 13:07
Gustav Meyrink, "Der violette Tod"

An die Geschichte erinnert mich die ganze Diskussion hier irgendwie... absurd.
Suchspiel: In einem-welchem? alten Arik-Brauer-Lied kommt das N**-Wort vor! So what?

trollvottel
00
25.5.2011, 15:51

Ich würd mir so einen Leitfaden fünfsprachig wünschen ... Rassistische Beschimpfungen gibt's ja wohl nicht nur im Deutschen?

[Junge Leute begeistern sich oft für Schimpfworte und wollen unbedingt lernen, wie man in Fremdsprachen Mütter beleidigt oder mit intimem Wissen über Esel angibt oder wie man "bei euch" zum Zumpferl sagt; sich gegenseitig Worte und Sätze beizubringen ist ein guter erster Schritt Richtung Integration.]

nalevo
32
dieser leitfaden ist leider nicht vollständig.

ganz wichtige elemente sind nicht enthalten oder bewusst weggelassen ?

es ist hier ist die rede von diskriminierungsfreier

- sprache
- handlungen
- bilddarstellungen.

und was ist mit GEDANKEN ?

selbst Gedanken in dieser Richtung sollten verboten werden. damit fängt doch alles erst an, wenn menschen selbständig denken was nicht zugelassen ist.

Die entsprechenden Kontrollmechanismen wird man doch wohl schon haben.

und dann: die aufzählung der gruppen enthält auch solche mit unterschiedlicher weltanschauung.

ist es aber nicht so dass die diskriminierung von rechter weltanschaung geradezu

verpflichtend ist für fortschrittlich denkende menschen ?

Hotblack_Desiato
10
doppelplusgut

G e o r g
31

Ach, die armen Rechten! Jetzt sollen sie nicht mal mehr offen rassistisch sein dürfen! Wo kommen wir denn da hin? Und als nächstes soll mann Frauen nicht mehr abwerten dürfen ... Die Welt steht nicht mehr lang!

trollvottel
00
25.5.2011, 15:48

Um so perverser, dass Rechtsextreme dann ausgerechnet Orwell zitieren (der sein 1948 ja unter dem Eindruck der NS-Diktatur und der Stalin-Diktatur schrieb)

burnout...das beim auto
21
28.4.2011, 21:19
in letzter zeit

kam mir des öfteren die diskriminierung meiner religiösen anischten unter. auch hier im forum.
also los ihr liberalen. kommt mit eurem bashing.

ICH GLAUBE GOTT,dem Vater meines Herrn Jesus Christus.

Beisst euch auf die Zunge, ich will nicht mehr gemobbt werden. Ich will eine Broschüre über die öffentliche Diskriminierung meiner religiösen Ansichten. Immer diese Verallgemeinerungen.
Ungebildet, vom Land, etc.
;)

Gluck
00
29.4.2011, 01:21

Wenn das nun Ihr Glaubensbekenntnis ist, welchem Bekenntnis gehören Sie bitte an?

burnout...das beim auto
10
29.4.2011, 15:46
bekenntnis?

sie meinen ich soll mich auf eine formulierung festlegen auf die sich andere menschen vor einige jahrhunderten geeinigt haben?
ja, natürlich bin ich beeinflusst von brüdergemeinden, baptisten, evangelikalen, etc. diese richtung der reformierten haben mich einfach am meisten geprägt.
aber die reformation hat mich gelehrt, dass ich mich jeden tag selbst reformieren muss und darf.
somit ist mein bekenntnis das oben erwähnte:
ICH GLAUBE GOTT,dem Vater meines Herrn Jesus Christus. (zB Kol1,3)
so suche ich die wahrheit rauszufinden, als basis benutze ich die heutigen bibelübersetzungen, versuche andere aspekte und forschung einfließen zu lassen und mach mir meine eigenen gedanken dazu. um herauszufinden, was ist damals passiert!?

RS69
 
11

Sie dürfen natürlich glauben, woran Sie wollen.

Und bekommen den Selben Respekt wie jene, die an den christlichen Gott, den Moslemischen Gott, das Spagettimonster, oder woran auch immer sie wollen glauben.

burnout...das beim auto
10

das ist ungefähr so eine respektvolle, tolerante, undiskriminierende aussage wie wenn ich zu einem homosexuellen mann sage: sie bekommen von mir den selben respekt wenn sie was mit einem mann, einem esel oder mit einer schaufensterpuppe haben.

RS69
 
00

Tatsächlich halte ich Moslems, Christen, und alle anderen Religionen für gleichwertig. Sie offensichtlich nicht?

Wie wär's mit: Egal, mit welcher Art Erwachsener Sie was haben, ob Mann, ob Frau, ob Einer, ob Mehrere.

burnout...das beim auto
10

wenn sie das spaghettimonster aus dieser aufzählung weglassen, dann kann ich ihre aufzählung als nicht diskriminierend akzeptieren.

trollvottel
00
25.5.2011, 15:49

Trollfreak.

Erisian Liberation Front
41
28.4.2011, 18:16
Nett

Schriftlich formuliertes Denkverbot.
In "1984" nennt sich das Neusprech.

trollvottel
00
29.4.2011, 11:41

Wissenschaftlich nennt sich's eher Whorf-Sapir-Hypothese.

hildenberger
00
24.6.2011, 16:26

no effing way, josé. sapir-whorf ist davon so weit weg wie wolfgang pauli.

ilrio xxxxx
 
11
22.4.2011, 09:52
verbieten der schimpfwörter schaft die vorurteile noch lange nicht ab.

JosefGott
00
20.5.2011, 16:04

Aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Mirabeau
16
21.4.2011, 11:45
Früher hatten viele Menschen Vorurteile gegen Zigeuner.

Heute haben viele Menschen Vorurteile gegen Roma.

So einfach, wie sich die Politisch-Korrekten das vorstellen, wird man Vorurteile leider nicht los!

Die Bezeichnung „Migrant“ oder „mit Migrationshintergrund“ wurde eingeführt, weil die Bezeichnungen „Ausländer“ oder „Gastarbeiter“ als abwertend empfunden wurden.

Mittlerweile haben die Bezeichnung „Migrant“ oder "Migrationshintergrund“ die selbe oder eine noch schlimmere negative Konotation wie „Ausländer“ oder „Gastarbeiter“.

Die Sprachwissenschaft nennt so etwas eine Euphemismus-Tretmühle.
Der Begriff bezeichnet den Effekt, dass euphemistische Wortneubildungen alle negativen Assoziationen jener Wörter aufnehmen, die sie ersetzten.

oder:
10
25.4.2011, 12:28
begriffsverwendung "ausländerInnen"

Der Begriff AusländerInnen sollte nicht verwendet werden, weil er einfach zu schwammig ist. Ausländer sind alle die aus einem anderen Land kommen, mit der Medienaufmerksamkeit werden aber nur bestimmte ethnische Gruppen gemeint, nicht etwa Touristen oder Deutsche. Abgesehen davon wird der Begriff nach wie vor verwendet. Und "Gastarbeiter" wird wohl selten verwendet, weil es nach mehreren Generationen einfach nicht mehr nur die Gastarbeiter sind. Für mich sind Begriffe wie Migrant und Migrationshintergrund aber nach wie vor neutrale Begriffe.

trollvottel
01
29.4.2011, 11:43

Die FPÖ ist ja Meisterin darin, alte Konzepte in neuen Worten rüberzubringen.

Was früher "Jud" war, ist heute "Ostküste" oder "Semit"; frühere "N*ger" sind heute auf Plakaten "Drogendealer"; "Untermensch" heißt heute "Ausländer", und statt Arier sagt man "echter Österreicher" oder "autochthon" oder "heimisch".

Hyla Arborea
15
21.4.2011, 14:07

...und genau darin besteht ja der große Vorteil dieses Systems, man kann Jahrzehnte lang darüber reden, Worthülsen schaffen, betroffen sein, dabei immer korrekt bleiben und nebenbei ein kleines „burn out“ designen ohne dabei tatsächlich die Probleme zu lösen...

Kein Begriff drückt Mich aus
10
20.4.2011, 13:37

Also dieser Ratgeber ist schon halbwegs gut. Würden sich die Leute daran halten, wäre das um einiges angenehmer. Dass scheinbar auch Blödsinn drinsteht (das mit den Witzen) - das könnte wohl noch überarbeitet werden.

Tscharli Tschepplin
13
19.4.2011, 18:14
Österreich über alles

Österreich ist arm dran: Im Norden die Behm,im Osten viele Zigeina, im Süden die Tschuschen und die Katzelmocha und im Westen die Piefke, innen drinnen Kümmeltürken, Nega und Tschuschen.....
Wo man hinschaut Knofifresser, Zwiebelfresser, Kerndlfresser und Moslems........

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