Einwanderer-Erinnerungen

"Ich habe die österreichische Flagge gerne gezeichnet"

Güler Alkan, 29. April 2011, 18:09
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    foto: güler alkan

    "Ich hätte mir einen Integrationsstaatsekretär mit Migrationshintergrund gewünscht, egal ob türkischer, serbischer oder anderer Herkunft, der mit dem Thema Migration bereits konfrontiert wurde."

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In seinem Buch "Ohne Heimat" erzählt Melih Gördesli über das Leben als abgelehntes Einwandererkind und über Zinshäuser mit Verwesungsgeruch

Melih Gördesli ist 25 Jahre alt und lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Wien. Während seines Studiums der medizinischen Informatik, das er mittlerweile abgeschlossen hat, fing er an als "Betroffener" Notizen über seine persönliche Sicht zum Thema Migration zu schreiben.

Herausgekommen ist ein kleines Büchlein mit vielen Erinnerungen aus seiner Kindheit und Schulzeit, welches aber auch Bezug auf die aktuelle Integrationsdebatte nimmt. DaStandard hat den jungen Autor in einem persönlichen Gespräch über sein Buch und seine Ansichten zum Thema Integration befragt.

daStandard.at: Wie sind Sie darauf gekommen ein Buch über Ihre Erinnerungen und Anschauungen als Einwandererkind zu schreiben?

Gördesli: Hauptsächlich hat es emotionale Hintergründe. Ich wollte mit dem Buch den Lesern und Leserinnen die Möglichkeit geben, die Welt durch unsere Augen zu sehen - durch uns Immigranten. Wir landen immer wieder in Medien und werden zur Zielscheiben degradiert. Ich hab gesehen, dass das Wissen über uns fehlt, und dieses mangelnde Wissen wollte ich durch das Buch kompensieren.

daStandard.at: Am Anfang Ihres Buches erzählen Sie von Ihrer Ankunft mit drei Jahren, als Sie mit Ihren Eltern von Deutschland nach Österreich eingereist sind. Ein alter, nach Verwesungsgeruch riechender Gang, der in eine Einzimmerwohnung ohne Bad und WC, mit schäbiger Küche und feuchten Wänden führt. Wie hat Sie diese Zeit geprägt?

Gördesli: Als Kind hat mich das schon geprägt. Aber das haben wir alle durchgemacht, speziell meine Generation und die davor. Man hat in dieser Armut gelebt, in kleinen Wohnungen zu viert oder zu fünft. Es war sicher kein leichtes Leben, das wissen viele Inländer nicht. Dabei gibt's ja heute immer noch Familien, die in kleinen Wohnungen untergebracht sind. Heute werden die Migranten als Sozialschmarotzer beschimpft oder diejenigen, die dem Inländer den Job wegnehmen. Beides gleichzeitig, wobei das ja ein Widerspruch ist.

daStandard.at: Sie beschreiben ja auch Szenen, die man sich in Österreich so nicht vorstellen kann. Im Winter, wenn die Wasserleitungen zugefroren waren und Sie mit Ihrer Schwester nach draußen Schnee holen gegangen sind, den ihr dann geschmolzen als Wasserersatz verwendet habt.

Gördesli: Viele wissen gar nicht, was wir oder unsere Eltern durchgemacht haben, um hier ein neues Leben anzufangen. Viele haben noch immer den Eindruck, dass wir hier herkommen, dass wir schon eine Wohnung geschenkt bekommen und vom Sozialamt alles hinterher geschmissen wird. Diese Einstellung gibt's bei den Inländern und das stimmt eben nicht ganz.

daStandard.at: Sehen Sie sich immer noch als Ausländer oder als Österreicher?

Gördesli: Die richtige Frage sollte lauten, ob mich der Inländer als Ausländer sieht oder als Österreicher.

daStandard.at: Anfangs war Ihr Deutsch ja nicht so gut, Sie haben aber durch regen Kontakt mit einem österreichischen Nachbarskind, das gegenüber von euch, in einem besser ausgestatten Zinshaus gelebt hat, schnell die deutsche Sprache gelernt. Im Buch stellen Sie fest, dass deutsch- und nicht-deutschsprachige Kinder heute eigentlich öfter beim gemeinsamen Spielen zu sehen sein sollten. Warum kommen solche Szenen nicht so oft vor, wie Sie sich das eigentlich wünschen würden?

Gördesli: Das kann jetzt mehrere Gründe haben. Ich beziehe mich jetzt speziell auf Wien, weil ich hier aufgewachsen bin. Aus meiner Sicht gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen ist das historisch bedingt - Stichwort Türkenbelagerung. Dass dieses Feindbild, speziell bei den Wienern, von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Zum anderen haben wir in Wien speziell sehr viele ältere Menschen, die Veränderungen in den Gassen, in der Öffentlichkeit viel stärker wahrnehmen. Das kommt für sie bedrohlich rüber. Wenn wir jetzt zum Beispiel den Freitag hernehmen, da haben ja die Muslime Freitagsgebete. Bedingt durch die Gebetsräume, die sich meist in den Kellern von Häusern befinden, versammeln sich die Muslime auf der Straße und der Inländer fühlt sich dadurch bedroht und weiß gar nicht, dass da drinnen ein Freitagsgebet stattfinden wird.

daStandard.at: Jetzt haben Sie die Gebetsräume in den Kellern angesprochen. Im Buch plädieren Sie dafür, dass Menschen nicht mehr in Kellern beten müssen. Aber große Moscheezentren stoßen ja auch auf Widerstand in der Bevölkerung.

Gördesli: Eine richtige Moschee mit angepasster Architektur, natürlich, wäre ein guter Schritt in die richtige Richtung. Grad wenn man den Muslimen Keller oder Lagerräume als Gebetsräume überlasst, entsteht dort eine Parallelgesellschaft. Das macht auch kein gutes Bild beim Inländer, der freitags oder an religiösen Feiertagen diese Mengen sieht und sich gestört fühlt, was ich natürlich nachvollziehen kann.

daStandard.at: Sind Sie religiös?

Gördesli: Ich bin dafür dass die ganze Religionsgeschichte Privatsache bleiben sollte. Ob ich jetzt an Gott glaube oder nicht, das sollte eigentlich niemanden was angehen, auch die Medien nicht. Aber ich sag's mal offen, ich bin nicht gerade ein Fan von Religion.

daStandard.at: Aber trotzdem treten Sie dafür ein, dass gläubige Muslime in Moscheen statt in Kellern beten.

Gördesli: Obwohl ich jetzt keine Nähe zur Religion habe, finde ich es nicht gerecht, dass die einen in den Kellern Ihre Religion praktizieren und die anderen in den Kirchen. Das sehe ich eigentlich nicht ein.

daStandard.at: Ihr Buch trägt ja den Titel "Ohne Heimat". Fühlen Sie sich als Österreicher oder als Türke, oder beides?

Gördesli: Das habe ich schon akzeptiert, dass ich einfach zwischen diesen Gesellschaften leben muss, einfach in einem Nichts. Unsere Generation muss das durchmachen. Wir müssen jetzt schauen, dass sich die neue Generation zuhause fühlt.

daStandard.at: Sie haben erwähnt, dass vor allem in Wien viele Menschen, ablehnend gegenüber Einwanderern mit muslimischem Hintergrund sind, vor allem wenn sie aus der Türkei kommen. Hat sich das seit Ihrer Kindheit geändert oder sind Sie damit immer noch konfrontiert?

Gördesli: Das hat mich ständig begleitet. Bei mir fing das schon in der Volksschule an, dann weiter in der Hauptschule, im Gymnasium, in der HTL. Je älter man wird, desto besser kann man es handhaben. Aber irgendwann kann man es nicht mehr akzeptieren. Irgendwann kommt der Punkt, wo du sagst: Ich kann das emotional nicht mehr verarbeiten, was sie über mich reden.

daStandard.at: Im Buch beschreiben Sie eine etwas merkwürdige Mathematikstunde, als Sie Schüler in einer HTL in Ottakring waren. Der Mathematik-Professor erklärt plötzlich, dass nur jemand mit deutscher Muttersprache und christlichem Glaubensbekenntnis ein Österreicher sein könne. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Gördesli: Im ersten Moment waren wir alle schockiert, auch die Inländer. Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde. Da hab ich mir gedacht, ich werde nie als Österreicher akzeptiert. Das ist schade. Ich kann mich erinnern, dass ich in der Volksschule gerne die österreichische Flagge gezeichnet hab, mit dem Adler drauf. Aber das Bild wurde mir mit der Zeit weggenommen.

daStandard.at: Sie haben nach der HTL-Matura an der TU Wien medizinische Informatik studiert und vor kurzem Ihr Studium abgeschlossen. Junge, türkischstämmige Männer kommen in der Öffentlichkeit ja meist nur als kriminelle Schulabbrecher, als "Problem", vor. Tanzen Sie mit Ihrem Bildungserfolg aus der Reihe?

Gördesli: Ich hab das den Lehrern zu verdanken, die mich abgelehnt haben, mir die Weiterbildung gar nicht empfohlen haben. Ich bin einer, der kämpft. Durch den Frust und die Wut bin ich weitergekommen.

daStandard.at: Alle reden immer sehr gerne über das Thema Integration und Integrationsverweigerer, die den sozialen Frieden stören. Aber mit den Einwanderern selbst wird weniger geredet. Was müsste da noch gemacht werden? Was würden Sie dem neuen Integrationsstaatssekretär empfehlen?

Gördesli: Integration betrifft uns alle. Ich würde mir wünschen, dass er sich beide Seiten anhört, dass Lösungen gefunden werden, die beide Seiten zufrieden stellen, bis keiner mehr meckert. Auch die junge Generation sollte erhört werden. Ich hätte mir einen Integrationsstaatsekretär mit Migrationshintergrund gewünscht, egal ob türkischer, serbischer oder anderer Herkunft, der mit dem Thema Migration bereits konfrontiert wurde. Kurz spricht ja sehr von guten Deutschkenntnissen. Aber das allein reicht nicht. Man muss Migranten auch motivieren und akzeptieren, aber nicht widerwillig. In Deutschland werden türkische Einwanderer mittlerweile als vollwertige Bürger akzeptiert, in Österreich dauert das sicher noch zehn Jahre.

Gördesli, M. Melih
Ohne Heimat
Karin Fischer Verlag
ISBN: 978-3-4223932-6

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 138
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glsm
00
Fortsetzung - Land der Berge, ...

Die Fragen haben eigentlich kein Ende, nun meine Frage: Warum verleiht bzw. erwirbt man die Staatsbürgerschaft, wenn man nicht offiziell Staatsbürger der Republik Österreich wird?
Hmm… was ist die Staatsbürgerschaft? Ja, ein Flugzettel (Flyer), der täglich auf den Straßen Österreichs verteilt wird. Kreuzen sie „Ja“ an und werden sie innerhalb kürzester Zeit, ab erhalt eines Pakets, zum Staatsbürger. JETZT ODER NIE! SO EINFACH! Für Kinder und Erwachsenen jeden Alters. ACHTUNG - Packungsbeilage beachten: Rassistische egoistische Inländer!

Ein Stillschweigen wird als Antwort akzeptiert – da ihre Meinung wie zuvor nicht lesenswert ist!

Lg

„Ausländerin“ mit Österreichischer Staatsbürgerschaft

glsm
00
Land der Berge, Land der Strome - ....

Ich merke, dass einige der Leser/Leserinnen sich Gedanken über die „Ausländer“ bzw. über den Artikel gemacht haben. Ich glaube aber eher, dass es nicht nur um Rassismus geht, sondern auch die Werturteile falsch vermittelt wurden.
An einen gewissen „Leser“ oder besser gesagt an einige „Kritiker“, die den Artikel ohne es gelesen zu haben ihre Meinung äußern: Verhütung und Herkunft? Sie sind im falschen Artikel, mein lieber Leser, es geht hier nicht um die katholische Kirche, der Papst wurde diesmal nicht erwähnt. So ein Pech !! Oder: Ablösung von Religion macht erfolgreich? Oder, oder, oder, …
....

Tralafit
70
Okzident oder Orient

Zu Österreich bekennen, heisst auch Christ zu sein. Niemand muss seine Identität aufgeben, aber wer beim Okzident dabei sein will, der sollte sich zum Okzident schon bekennen. Auch was seine religösen Praktiken zur Verehrung unseres Gottes betrifft.

Timagoras
 
00
"Zu Österreich bekennen, heisst auch Christ zu sein"

.
dann bin ich halt - nach Ihrer definition - kein Österreicher.

so what? ;o)

dia_lektik
02

na, hören sie mal, sie können doch niemanden eine religion oder den glauben an gott aufzwingen. um als bürger der österreichischen gesellschaft anerkannt zu werden, braucht man weder in die kirche, moschee, etc. zu gehen noch einen gott anbeten. in welchem jahrhundert leben sie denn?

haben sie denn nicht mitbekommen, dass es in ö in den letzten jahren zahlreiche kirchenaustritte gegeben hat, sind das jetzt auch alles keine österreicher mehr für sie? wenn sie weiterhin brav beten, landen sie in ihrem nächsten leben vielleicht wieder im mittelalter...bis dahin müssen sie sich mit dem 21. jahrhundert begnügen!

jassl11
03

guter artikel. man kann nur hoffen, dass sowas zukünftig mehr vorkommt (aus einer unpassender umgebung es doch zu schaffen sich zu bilden; oder kann sich schon jeder vorstellen wie schwierig so was ist?). wäre es so, dann hätten wir kein so grosses migrationsproblem mehr.

beauregarde
11

tja jeder " ausländer " ist auch ein mensch, der sich nicht unterscheidet vom inländer. umso früher das bewusst wird umso besser

Derya Baysal
21
30.4.2011, 15:46
gut gemacht!

Ich finde es super, dass er als Migrant seine eigene Sicht der Integration geschrieben hat. Es gibt viele junge Ausländer die sich völlig integriert haben und nicht Gewalttätig sind. Von diesen gibt es natürlich keine Nachrichten in den Medien, da diese die Leserzahlen usw. nicht drastisch erhöhen und auch nicht als Wahlpropaganda der Rechten genutzt werden können. Natürlich gibt es auch viele Ausländer die eine Integration als aufgeben Ihrer Identität sehen...Man muss zusammen arbeiten um einen Mittelweg zu finden....

Johannes Benn
21
.

warum sollte es einen mittelweg geben? jene die keine lust haben sich zu integrieren können doch einfach wieder nach hause gehen

Simplicius Simplicissimus
32
30.4.2011, 15:05
Probleme zu lösen ist lustig. ...

... Zumindest solange die Beteiligten zu Lösungen bereit sind. Das Erste: Probleme definieren. Da wären Sprache und religiöse sowie kulturelle Abgrenzung. Die Kirchen und Museen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Österreich ein Land ist, in dem sich geistiges und körperliches Siechtum noch auszahlt. Belege dafür könnte man in der Philosophie der Herren Hansi Hinterseer und Lugner erkennen. Wer das nicht kann, ist berechtigter Teilhaber österreichischer Kultur. Aber auch diverse türkische, serbische und kroatische Flaggen und Geschreie während der Fußballeuropameisterschaft in Wien zeugen von eklatanten Wahrnehmungsdefiziten punkto Heimat und der Gründe, weshalb man von dieser abgehaut ist.

Niko Sli
22
30.4.2011, 15:04
für mich persönlich

sind die schlimmsten Momente in denen man nach dem Namen gefragt wird! Ausländer haben in den meisten Fällen einen Namen der von dem eines Inlängers hervorsticht.

otto king
11
30.4.2011, 15:20

ja, das ist wirklich schlimm. der hojak hat sich sogar in westenthaler umbennen lassen ;-)

Peterk K
02
30.4.2011, 14:55
Ein wichtiger Beitrag zur Verständigung und daher ist solche Literatur sehr zu empfehlen, wie auch umgekehrt

jene österr. Autoren, die materielle und psych. Härte ihrer Jugend schildern und zeigen, dass auch die Lebensbedingungen von Inländern sehr verschieden sein können.

Dies gepaart mit den Erzählungen der Eltern von Zuwanderern über die Lebensbedingungen/ -Möglichkeiten in ihrem Herkunftsland, die sie veranlasst haben, ihre Heimat zu verlassen, rundet dann die Erfahrungswelt ab, die für Nachkommen, aber auch für Inländer von Interesse sind.

Gegenseitiges Verständnis wird zudem gestärkt, wenn Zuwanderer aus migrationsintensiven Staaten sich auch umgekehrt die Frage stellen, welch Akzeptanz bzw. Verunsicherung ein vermehrter Zuzug zB in die Türkei nach sich ziehen würde.

Integration & Verständigung bedeuten Aufmerksamkeit, Offenheit, Arbeit.

MondXicht
14
30.4.2011, 13:57

Ich habe allen Respekt vor denen, die in ihrer nicht-Muttersprache hier die Schule meistern oder die Universität!
Auch viele Muttersprachler tun sich schon ohne diese zusätzliche Hürde oft schwer in Schule&höherer Bildungsanstalt.

fuchstritt
88
30.4.2011, 12:56

waum schaffen es die türken einfach nicht u nicht,trotz akademischer ausbildung, aufgewachsen in ö?keine frage, ghettobildung, segregation bildung etc sind fragen die die politik lösen muß aber um den rest müssen sich idie immigranten schon selber scheren.verhütung z.b., ablösung von der religion u .ä.

Elif
10

lieber fuchstritt!
wunsch zur verhütung und ablösung von der religion, bedeutet ja schließlich den drang zur selbstverwirklichung aufgrund der vorhandenen chancen und perspektiven...

wie soll eine immerzu benachteiligte schicht (wohnungsvergaben, ausbildung, vorurteile, etc.) die brutal für ihr überleben kämpfen muss, sich die zeit nehmen für die selbstreflexion?

jene kinder und jugendliche, die sich den kopf freimachen können von ihren elterlichen problemen, schaffen es "raus"..

mit ihrem trotzigen und schlecht überlegtem posting beweisen sie ihre kurzsicht, also fordere ich sie auf sich in die intellektuelle schicht dieser gesellschaft besser zu integrieren!

Frau Trude
41

warum schaffen sie es nicht, ihren rassismus abzulegen und einmal über den tellerrand zu blicken?

gs271
31
30.4.2011, 22:07

"waum schaffen es die türken einfach nicht u nicht"
Ein Kommentar zum wegwerfen...
Sie haben nichts, aber wirklich garnichts aus diesem Artikel gelernt - traurig.

"verhütung, ablösung von der religion"

Was sind das für Klischees bitte.

dia_lektik
38
30.4.2011, 14:09

schon wieder so ein deplatziertes posting. da geht's um einen jungen herrn, der im interview ausdrücklich betont kein fan von religion zu sein und sie meckern wieder rum. dabei ist der junge mann ja grad ein beispiel von dem, was sie verlangen, nämlich der ablösung von religion und nur ein beispiel für viele türkische migranten, die den aufstieg schaffen. können oder wollen sie nicht sehen, dass nicht alle türken 10 kinder zeugen, arbeitslos und ungebildet sind?

CC79
24
30.4.2011, 14:01

Bitte verallgemeinern Sie erstens nicht "die Türken".

Und zweitens, was meinen Sie mit "Ablösung von der Religion"? Bedeutet für Sie Integration dass man Herkunft und eigene Religion verleugnen muß?

Stefan Müller105
55
30.4.2011, 13:46

Auf den Punkt gebracht!

bassin
310
30.4.2011, 12:45
"geh putzn"

ich bin mit einer migrantin vom balkan verheiratet und "immer schon Östererreicher": kurz nach der heirat fragte sie ein "opa" auf der straße "kommen sie aus deutschlannd?" - sie konnte und kann bestens deutsch, sie ist akademikerin. und wenn es um arbeit ging, dann gabs / gibts die übliche reaktion: "do hamma an putzjob" - "Haben Sie meinen Lebenslauf gelesen?" - "na, se san jo ausländerin" - "Dann lesen Sie ihn." - "Wos, a Magister?" (Szene am AMS in der Provinz). Wir könnten ein ganzes Buch schreiben. Jedenfalls bin ich nur mehr vom Pass Österreicher...

Stefan Müller105
68
30.4.2011, 13:58

Entschuldigung, aber in welchem Land leben Sie bitte? Ehrlich gesagt klingt Ihre Geschichte ein bisschen erfunden.

Meine Frau, ebenfalls Migrantin, verdient ein Vielfaches von mir. Und das obwohl ich selbst Akademiker bin und auch nicht sooo schlecht verdiene. Allerdings sucht und findet sie diese Jobs auch nicht beim AMS. Vielleicht liegt es daran??? Ein Putzjob wurde ihr jedenfalls noch nie angeboten.

Aber meine Frau - sie spricht ebenfalls perfekt Deutsch - wurde auch schon mal in Wien gefragt, ob sie aus Oberösterreich kommt. Muss sie sich deswegen diskrimminiert vorkommen? Während Sie nur noch Österreicher vom Pass her sind, lieben wir beide dieses Land und die Menschen. Vielleicht sind Sie grundsätzlich Misantroph?

CC79
314
30.4.2011, 14:05

Naja, solche Geschichten entsprechen schon der Wahrheit.

Ich bin hier geboren und aufgewachsen, aber asiatischer Abstammung, Akademiker und derzeit Doktorand. Auch ich hab mich schon oft respektlos ansprechen lassen müssen, als wär ich weniger wert. Hauptsächlich allerdings von ungebildeten älteren Leuten, Polizisten, oder älteren Beamten.

Moderner eingestellte Österreicher, die ja die Mehrheit darstellen, sind jedenfalls nicht so, aber das macht die wenigen Fälle leider umso schmerzhafter/bemerkbarer.

Stefan Müller105
310
30.4.2011, 14:27

Natürlich kann es ab und zu solche Fälle geben, da bin ich vollkommen bei Ihnen.

Aber man soll nicht so naiv sein, zu glauben, dass einem so etwas nur in Ö. passieren kann. Doch genau das tun viele hier im Stand.-Forum. Und dann ist der Ö. wieder NaXX, rass., fremdenfeindl...

Solche Dinge passieren einem überall in der Welt. In Japan kann einem passieren als "Langnase" nicht in Hotels gelassen zu werden. Eine Bekannte von mir aus dem Kongo meinte, dass ich bei ihr zuhause ohne Hilfe nicht einmal 24 Stunden überleben würde. In Mexiko wurden wir als "scheix Gringos" beschimpft.

Das passiert einem überall in der Welt und ist einfach menschlich. Wer dageben denkt, das gibt es nur in Ö., zeigt, dass er/sie nichts von der Welt kennt!

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