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"Mein Türkisch ist nicht perfekt, Deutsch spreche ich hingegen besser als so mancher Österreicher. Kann man noch mehr angepasst sein?"
Eser Akbaba wird in Zukunft eine wöchentliche Ausgabe von "Wien heute" moderieren - auf Türkisch. Der Communitysender Okto zeigt ab 15. Mai die Sendung "Wien heute - Haber Magazin", in der die Moderatorin Eser Akbaba "Best of" von "Wien heute" präsentieren wird. Die Moderation macht Akbaba auf Türkisch, die Beiträge werden türkisch untertitelt. Mit daStandard.at sprach die Moderatorin über ihre Sprachkompetenzen, die Angst vor der Parallelgesellschaft und darüber, wo sie sich fremd fühlt.
daStandard.at: Frau Akbaba, Sie moderieren ab 15. Mai auf Okto den neuen Ableger der Sendung "Wien heute". Freuen Sie sich schon auf die neue Aufgabe?
Eser Akbaba: Die Freude ist groß, aber in erster Linie ist es für mich eine richtige Herausforderung. Mein Türkisch ist nämlich nicht so perfekt wie mein Deutsch. Ich bekomme ein Sprachtraining, vor allem für die richtige Aussprache. Aber ich freue mich riesig, trotz kritischer Stimmen.
daStandard.at: Das wäre meine nächste Frage gewesen. Gibt es schon Reaktionen auf die Ankündigung von "Haber-Magazin"?
Akbaba: Gestern hab ich im "Presse"-Forum wieder diese Kommentare lesen müssen, in denen sich Leute furchtbar aufregen, dass es da eine türkische Sendung gibt, weil das angeblich schlecht für die Integration ist usw. Aber ich glaube, genau das Gegenteil ist der Fall. Die Beiträge sind in Deutsch, mit türkischen Untertiteln. Das vermittelt den Menschen ein Heimatgefühl.
daStandard.at: "Wenn sie nicht zu uns kommen, kommen wir eben zu ihnen", hat die Wiener ORF-Landesdirektorin Brigitte Wolf, gesagt. Tatsache ist nämlich, dass (türkische) MigrantInnen sehr wenig ORF schauen. Wie erklären Sie sich das?
Akbaba: Ja, die türkischen MigrantInnen in Österreich schauen sehr viel Satellitenfernsehen. Ich glaube, vor allem um sich diese Verbundenheitsgefühl mit der alten Heimat zu verschaffen. Das trifft aber vor allem auf die ältere Generation zu, die Jüngeren sprechen ohnehin besser Deutsch als Türkisch.
daStandard.at: Kritiker sagen, dass Medienkonsum in der Muttersprache quasi "desintegrierend" wirkt. Wie stehen Sie dazu?
Akbaba: Ich bin gar nicht dieser Meinung. Die Muttersprache richtig und gut zu lernen ist sehr wichtig. Erst danach kommen die anderen Sprachen. Ich bedauere sehr, dass ich meine eigentliche Muttersprache Zazaki nicht richtig gut gelernt habe. Türkisch, und vor allem Deutsch, standen immer im Vordergrund. Das, was wir mit dem neuen Magazin machen, ist doch sehr gut: Wir untertiteln alles. Das ist doch integrativ. Ich versteh nicht wieso immer sofort eine "Parallelgesellschaft" befürchtet wird. Die gibt es doch gar nicht, sie ist gar nicht möglich. Ich kenne keinen Türken, der sagt: "Ich möchte hier leben, aber gar keinen Kontakt mit dem Rest der Gesellschaft".
daStandard.at: Halten Sie sich selbst für integriert?
Akbaba: Ich mag den Begriff Integration gar nicht mehr. Ich weiß nur, dass viele mich nicht zu 100 Prozent als Österreicherin sehen. Mein Name und mein kultureller Hintergrund sind eben nicht österreichisch. Aber ich bin eigentlich eher in der Türkei eine Fremde als hier. Mein Türkisch ist nicht perfekt, Deutsch spreche ich hingegen besser als so mancher Österreicher. Kann man noch mehr angepasst sein? Muss man seine Identität vollkommen aufgeben?
daStandard.at: Ein Magazin mit türkischen Untertiteln ist eine große Innovation für Österreich. Was wünschen Sie sich in Zukunft von der österreichischen Medienlandschaft?
Akbaba: Ich möchte nicht am Mittwoch die Presse aufschlagen müssen und die M-Media-Seite lesen. Ich will, dass Themen, die uns alle interessieren und betreffen, überall selbstverständlich werden. Die Themen, die in "Heimat-Fremde-Heimat" behandelt werden, sollen auch in "Eco", "Report" oder "Thema" Platz finden. Wie lange wollen sie uns noch separieren? (Olivera Stajić, 5. Mai 2011, daStandard.at)
"Wien heute" künftig mit türkischer Ausgabe auf Okto
Eser Akbaba wurde 1979 in Wien geboren und hat ein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen. Seit Oktober 2009 gehört sie zum ORF-Wien-Wetterteam. Akbaba ist außerdem für Kommunikation und Marketing beim Verein "Wirtschaft für Integration" verantwortlich.
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Wie lange soll das mit der "Medien-Parallelgesellschaft" weitergehen? In Deutschland hat man seit 2007 eine Moderatorin die sowohl "Migrantischen" Vor- und Nachnamen hat, ganz zu Schweigen von den Regional und Bundesländsendern wie WDR, NDR etc.
Zitat :"Der WDR will mehr Moderatoren mit Migrationshintergrund. "Das ist eines unserer Hauptziele", sagte der WDR-Integrationsbeauftragte Gualtiero Zambonini. Wir wollen diese Lebenswirklichkeit spiegeln, auch bei den Programmmachern. Sonst senden wir am Publikum vorbei."
Zu Unrecht bestehe immer noch der Eindruck, dass zum Beispiel Türken vor allem türkische Sender einschalteten."
Hierzulande sieht man das wie immer ganz anders, obwohl Deutschland 18% Migranten hat und Österreich 17%.
Dazu möchte ich anmerken dass diese "Fallfehler" in diesem Fall keine Fallfehler sind! Wenn man Dialekt spricht, verwendet man auch die Dialekt-Grammatik. Oder man sollte es tun! Diese Dialektgrammatik gibt es zwar meistens nur im kollektiven Sprachgedächtnis der Sprecher der jeweiligen Mundart, aber sie gibt's. Ein Beispiel aus Innsbruck: mit'n kolleg, auf deutsch mit dem Kollegen:-)! Wenn ich Innsbruckerisch rede, ist dieses "mitn kolleg" völlig korrekt - ich schreibe ja dabei kein Buch:-).
Überhaupt sollte man zw. Schrift und mündlicher Sprache unterscheiden (können;-)!) und die Dialekte nicht als "falsches Deutsch" abstempeln. Und die Dialektsprecher sollten selbstbewusst zu ihren Dialekten stehen. Ein Freund von mir, der aus dem Tiroler Paznauntal kommt, macht es richtig: Für ihn ist Deutsch nicht seine Muttersprache, sondern sein Paznauner Dialekt. Er unterrichtet übrigens Deutsch als Fremdsprache:-), und verwendet seine Mundart immer wenn es möglich ist, d.h. wenn er davon ausgehen kann dass seine Gesprächspartner ihn verstehen. Sonst ist eine Anpassung nötig. Das Prinzip finde ich gut. (Ich selber bin Finne, wohne in Innsbruck und spreche den Innsbrucker Dialekt so gut wie ich nur kann und schreibe Deutsch so gut wie ic
Das ist ja das Problem bei so vielen Menschen. Dass sie gutes Standarddeutsch mit gutem Deutsch verwechseln.
Schlechtes "Deutsch" sind vor allem Soziolekte. Aber niemals Dialekte. Die nämlich sind perfektes Hochdeutsch.
(Mir schon klar dass die Begriffe auch heute noch in Schulen und Medien völlig verdreht werden.)
aber darum geht es mir hier ausnahmsweise nicht. Ich hatte die Freude, sie persönlich kennenzulernen, und die ist einfach immer gut drauf. Ein richtiger Sonnenschein. Vor allem aber hat sie erstaunliche gute Ansichten zu diversen Themen, also die hervorragende Mischung aus Hirn und Aussehen.
welche überhaupt?
wie sie selbst sagt, fühlt sie sich in der türkei fremd und in österreich auch irgendwie.
mir tun solche leute leid, aber des rätsels lösung kann meiner meinung nach nicht in einer hinwendung zur alten heimat bestehen, zu der man in wirklichkeit eh keinen draht mehr hat. man sollte sich darauf konzentrieren, wo man seinen lebensmittelpunkt hat. im fall dieser dame ist das ja eindeutig österreich.
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