"Contra – der Talk"

Was hat Allah mit Integration zu tun?

Kommentar | Güler Alkan, 6. Juli 2011, 14:14

Dem ORF fällt zum Thema Integration nichts anderes als Muslime ein

Der ORF lud gestern in "Contra - der Talk" zum Thema Integration ein. Die Fragestellung drehte sich um junge Muslime und ob diesen in Sachen Integration ein Nicht Genügend erteilt werden müsste. Als Anlass wurde nicht das Sommerloch sondern der heute vorgestellte Integrationsbericht 2010 genommen. Eingeladen hatte man nicht nur bekannte Gesichter wie den Integrationsexperten Kenan Güngör und den Staatssekretär für Integration Sebastian Kurz. Auch Cahit Kaya, Vorsitzender des Zentralrats der Ex-Muslime und Dudu Küçükgöl von der Muslimischen Jugend Österreich waren mit von der Partie.

Vorurteilsbelastet

"Eine halbe Million Menschen in Österreich glaubt an Allah", ist zu Beginn von Moderatorin Mari Lang zu hören und dass im jeden fünften österreichischen Pass ein "nicht typisch österreichischer Name steht". Der Islam sei vielen Österreichern fremd und unbekannt hieß es weiter. Dazu wurde dann auch gleich ein vorurteilsbelastetes Video eingespielt. Da kamen Passanten auf der Straße zu Wort, die sich über Muslime und deren mangelnde Anpassung aufregten. "Die Leute, was zu uns nach Österreich kommen sollen sich anpassen, und nicht wir an ihnen", ist da von einer jungen Österreicherin, der ein Deutsch-Förderkurs wohl auch nicht schaden könnte, zu hören.

Muslime als Faschisten

Auffallend ist, dass dem ORF, der schon im Jänner im Bürgerforum der Frage nachging, ob "Türken die ewigen Außenseiter" sind, zum Thema Integration immer nur die Muslime bzw. die Türken einfallen. Die üblichen Verdächtigen also.  Vergeblich sucht man aber auch nach wirklich neuen, erfrischenden Gesichtern im ORF. Weder Muslime mit arabischen oder bosnischen Wurzeln waren eingeladen noch Musliminnen, die kein Kopftuch tragen. Stattdessen obligatorisch die Frau mit Kopftuch, die einen Verband repräsentiert, und einen Nicht-Mehr-Muslim, der den Zentralrat der Ex-Muslime vertritt. Die Sendungsmacher erhofften sich wohl besonders durch diese Gäste einen lebendigen Schlagabtausch. Das ging nicht ganz auf. Küçükgöl wollte nicht mit Kaya diskutieren, da dieser Muslime in einem seiner Blogeinträge als "Faschisten, Heuchler oder Idioten" kategorisiert hatte.

Kaya fiel in der Diskussion auch nur mit seinen Warnungen vor Fundamentalisten und seiner fehlenden Differenzierung zwischen Islam und Islamismus auf. Interessant war aber doch seine Kritik an Fuat Sanaç, dem neuen Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, und seinen Verbindungen zur Milli Görüş, einer umstrittenen islamischen Organisation aus der Türkei. Diese Kritik rief bei der ansonsten besonnen argumentierenden Küçükgöl auch gleich zur Verteidigung der Milli Görüş auf, die nur in zwei deutschen Bundesländern vom Verfassungsschutz unter die Lupe genommen werde. Woraufhin der Soziologe Güngör vor Verniedlichung und zu wenig Selbstkritik bei den muslimischen Verbänden warnte.

Das Deutsch-Mantra

In der Sendung wurden mehrere Themen angesprochen, was angesichts der kurzen Sendezeit doch zu viel des Guten war und keine lebhafte Diskussion zustande brachte. Von der Imam-Ausbildung zum Bildungsstatus junger Muslime bis hin zur Frage was denn Integration sei. Den Staatssekretär hätte man in einer extra Sendung zum Integrationsbericht 2010 und seinem Maßnahmenkatalog befragen können. Was genau aus diesem Bericht hervorgeht, kam nicht ganz klar heraus. Wobei Kurz im Gegensatz zu anderen ÖVP-Regierungsmitgliedern sich nicht nur auf die Defizite konzentrierte. So seien die im Integrationsbericht erwähnten Schulpflichtverletzungen und die damit verbundene Forderung nach höheren Geldstrafen für Eltern nicht nur auf muslimische Bürger anzuwenden.

Kurz wiederholte auch immer wieder das Mantra vom Erlernen der deutschen Sprache als ersten Schritt in Richtung Integration und von der Notwendigkeit die österreichische Kultur kennen zu lernen. Bewerten solle man einen Menschen nicht nach der Herkunft oder der Religion sondern nach den erbrachten Leistungen, hieß es vom ÖVP-Staatssekretär für Integration. Güngör sprach von Pluralitäts- statt Integrationskompetenz.

Die "Anderen"

Das sind alles schöne Phrasen. Aber was hat dieses abstrakte, fachsimpelnde Reden über Integration mit den unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen zu tun? Vor allem der jungen Menschen? Was haben junge Menschen, egal ob mit muslimischen Eltern oder nicht, die schon in Österreich aufgewachsen oder geboren sind, die hier in die Schule gegangen und verwurzelt sind mit den Forderungen von Kurz zu tun? Warum müssen diese jungen Menschen andauernd ihre Integrationsfähigkeit beweisen und ihre Existenz in Österreich rechtfertigen? Indem die Kinder der zweiten und dritten Generation der türkischen Gastarbeiter andauernd als "Andere", als Teil einer fremden Kultur dargestellt werden, spricht man ihnen das "Normale" ab und rückt sie (gewollt oder ungewollt) ins Abseits.

Mehr junge Menschen ans Mikrofon

Die andauernde Verknüpfung von Integration mit Religion ist auch wenig hilfreich. Bei anderen Einwanderergruppen spielt Religion auch mitunter eine große Rolle, wird aber nicht mit deren Integrationsfähigkeit in Verbindung gebracht. Integration ist vor allem ein sozialer, ein gesellschaftlicher Prozess. Mehr als das Thema Religion oder Sicherheitsgefährdung sollte das Thema Bildung eine Rolle spielen. Wünschenswert wäre daher statt einem Integrationsbericht mit trockenen Zahlen, die je nach Medium unterschiedlich betitelt werden, ein Bildungsbericht.

Bei "Contra- der Talk" wäre es wünschenswert gewesen statt Politiker oder Experten zwei weitere junge Menschen, die keinen Verband oder Zentralrat und damit auch bestimmte Interessen vertreten, einzuladen. Das ganze mit Einspielungen und Statistiken zu garnieren, die mal die Rückständigkeit, mal die moderne pro-demokratische Einstellung der Muslime in Österreich zeigen sollten, könnte man sich auch sparen. Junge Menschen über ihren Alltag und ihre Ansichten miteinander diskutieren zu lassen wäre viel interessanter und um einige Floskeln ärmer gewesen. (Güler Alkan, 06. Juli 2011, daStandard.at)

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Timagoras
 
28
"Diese Kritik rief bei der ansonsten besonnen argumentierenden Küçükgöl auch gleich zur Verteidigung der Milli Görüs auf"

.
das genau ist der punkt viele "besonnen" agierende menschen erwecken den eindruck, auch tatsächlich besonnen, offen und liberal zu sein.
wenn man z.b. den eloquenten und "besonnenen" Tariq Ramadan in interviews hört und sieht, könnte man glauben, man habe es mit einem aufgeschlossenen libertin zu tun.
wenn man sich aber genauer ansieht, was er wirklich sagt, wen er verteidigt und wie letschert seine "distanzierungen" von radikalismen sind, schaut die sache gleich ganz anders aus.

Kemal Sunal
32
Und sie finden es ok

Wenn in ö aufgrund von deutschen tatsachen panik erzeugt wird , von menschen, die von der panik profirieren? Fakt ist, dass es in ö offensichtlich kein gelrund zur sorge besteht!

8945
24
Es wird Zeit dass man diesen Aberglauben(Islam, Christentum, Judentum.. ) wieder ABERKENNT ;-)

hilde svensen
11
13.7.2011, 14:03
oh, ein stalinist oder ein khmer rouge

auf den killing fields, der religiöse und andere unangepasste jagt.

Braunhuber
03
Das Islamgesetz der K.u.K. Monarchie 1912 rechtfertigt keine Gesetzesverletzung heute.

Heute sind Glaube, Nichtglaube und Religion Privatsache! Glaube und Religion darf kein Gesetz aushebeln.
Gleich die erste Wortmeldung von Dudu Küçükgöl, einer angehenden Akademikerin, strotzte nur so vor Dummheiten. Die 2. Republik Österreich ist nicht zu vergleichen mit der Vielvölker-Monarchie. Die Monarchie wurde nach dem verlorenen 1. Weltkrieg in Nationalstaaten aufgeteilt.
Unsere Verfassung und unsere Gesetze sind zu respektieren!

raffael
25
kaya

war eindeutig der hübscheste :)

Kemal Sunal
43
Da haben sie wohl schlechte augen

Alle haben gepflegt und gut ausgesehn - lediglich kaya kam wie ein sandler... Kenan der dunkle fesche und sebastian def blonde fesche

8945
02
kenan der dunkle fesche :D -- Kenan hat eine Glatze

raffael
12

nein, kemal, cahit war einfach der hübscheste. diese ausstrahlung, das lächeln, unvergesslich!

Kemal Sunal
31
Ausstrahlung?

Verkomplext, unsicher, unruhig

la musique
03
Kaya ist Alevit , die meisten Aleviten sehen sich als liberale Muslime, Agnostiker bzw Atheisten ... Wo liegt dein Problem? Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, in Europa wimmelts nur von Atheisten !!

.. und ich bin auch einer davon

mein Respekt gilt gegenüber allen Religion

Wogegen ich mich aber wehre, ist der politische Islam bzw Islamismus. Die Religion wird mißbraucht. Es geht meistens um Macht und Kontrolle.

Genauso suspekt sind mir ultraorthodoxe Juden bzw. erzkonservative Christen....
Dank Aufklärung, heute kein Thema ...

hilde svensen
11
13.7.2011, 14:05
nein, kaya ist kein alevit, er ist ein ex-muslim

er hat nie behauptet, dass er alevit ist.
oder hat er gelogen, bzw. lügt er uns die ganze zeit an.

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
00
was hat contra mit talk zu tun?

Hathor36
12
Integration gibt´s keine!

Solange der Staat bereit ist für die Migranten Sozialleistungen aller art und mehr als für heimische Bürger zu zahlen, wirds Zuwanderung unter dem Deckmantel "Integration" geben. Sollte es zu einem finanziellen Problem in der einen oder anderen Richtung kommen, ist es ganz einfach AUS mit der Integration.

Pareidolic
01
Integration?

Wer schon einmal den Begriff "Integrationsklasse" gehört hat, dem sollte eigentlich klar sein dass Integration nicht gleichbedeutend ist mit vollkommener Anpassung einer Minderheit an die Mehrheit. Integration ist auch ein Anspruch an die Mehrheit, dass diese der Minderheit vorurteilsfrei gegenüber tritt und ihr die selben Chancen ermöglicht die man als Mitglied der Mehrheit hat. In diesem Aspekt wäre noch einiges zu tun, aber er wird offenbar in der politischen Diskussion um "Integration" überhaupt nicht angesprochen, das einzige was es gibt sind direkte oder indirekte Vorwürfe an die Minderheit.

Lopovluk
11
Was ist der Unterschied zwischen Islam und Islamismus?

fahrenheit 451
32

fahren sie nach istanbul. moderner als einige bezirke wiens.

traurig aber wahr.

Ex-Muslim
57

Fahrenheit, hören Sie mir auch mit dem Schmarren!

In Istanbul gibt es Ghettos die mehr Menschen beherbergen als Wien.

Und die herunergekommenen Gegenden in Wien sind jene, die billig genug sind, dass sie sich sozial schwache Muslime leisten können und sich in Parallelgesellschaften zusammenrotten um dort ihre KLeingeisterei auszuleben. Die Moderne ist an ihnen vorbei gegangen, daher können diese Gegenden Wiens auch nicht modern sein.

dia_lektik
22
herr/frau ex-muslim...welche show ziehen sie hier ab? ich versteh's nicht ganz.

wenn sie glauben, dass im 15. oder 16. nur kleingeister unterwegs sind, leben sie wohl in einer parallelwelt oder bei wahren kleinbürgerlichen in döbling oder hietzing.

sind jetzt für sie alle gegenden, wo muslime (egal ob streng gläubig oder nicht) leben, eine feindliche no-go area? in ottakring wohnen auch migranten aus ex-yu und die sind nicht muslimisch. es gibt dort nicht nur die balkan-meile sondern auch die brunnenpassage, die jazzmeile und andere kulturveranstaltungen und das ist für sie alles vormodern oder was?

in istanbul gibt es sowohl armenviertel als auch moderne gegenden, genauso wie in rio, n.y. und anderen megacities der welt.

ich bin auch religionskritisch, aber sie stolzieren hier einfach mit ignoranz und hass herum.

Ex-Muslim
32

Wenn Frauen sich nicht problemlos in einem Bezirk bewegen können (alleine) ohne ständig angebaggert, angepöbelt oder beleidigt zu werden dann ist es in der Tat eine No-Go-Area für sie.

Und am Respekt an den Frauen messe ich unter anderem die Qualität eines Mannes.

Und nein, es sind eh nicht alle so. Aber die so sind sind auch die lautesten und durch die Zusammenrottung ergibt sich daraus ein Wegelagerei da man gar nicht drum herum kommt als diese Sammelplätze dieser Möchtegern-Machos zu durchqueren. Aber in Wirklichkeit sind sie Weicheier und zerbrechen an der keinsten Kritik umso zorniger werden sie bei Ablehnung und Kritik an diesem Zustand (und dabei geht es eigentlich nicht einmal um Abstammung, aber das VERHALTEN ist oft unter alle

Sesshomaru Kaya
00
15.7.2011, 16:30
ex ?

Ex-Muslim nur aus neugier warst du früher muslim ? und jetzt bist du es nicht mehr ? hab ich das richtig verstanden ? wenn ja dann hast du früher bestimmt gebetet und koran gelesen oder ? und du hast gefastet ? und du hattest nächsten liebe, respekt über anderen.. hast nicht gestohlen, nicht gelogen..........
Was bitte hat dir daran nicht gepasst ?

miette
00
14.7.2011, 15:32
abgesehen davon

hatte ich noch nie probleme im 15ten oder 16ten. kein blödes anreden oder irgendwas in der art.
sowas passiert in wien hauptsächlich im bermudadreieck.
aber du bist sicher keine frau, du hast null ahnung.

miette
00
14.7.2011, 15:31
das ist in italien

aber auch nicht anders.
bist in sizilien eine frau und blond, kannst nicht lang gehen ohne angemacht zu werden.
schreib nicht so viel schwachsinn.

dajonny
00
15.7.2011, 14:12

ist ja auch so ein Südland...

Benjamin B.
 
00
15.7.2011, 15:14
Nana

Das hat mit Geographie nichts zu tun, sondern mit typisch menschlichem (Un-)Verhalten. Das gleiche passiert auch in Deutschland, in Norwegen, in Island, in Kanada, in Brasilien, usw.

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