Fuat Sanaç

Ein Mann mit vielen Gesichtern

Kommentar | Olivera Stajić, 20. Juli 2011, 11:25

Die schwammigen und ausweichenden Aussagen des neuen IGGiÖ-Präsident schaden dem Integrationsdialog

Seit seiner Wahl zum neuen Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft kann sich Fuat Sanaç über viel mediale Präsenz freuen. Der neue Vertreter der österreichischen Muslime ist ein gleichermaßen beliebter und irritierender Gesprächspartner. Doch zeigt der gebürtige Türke wenig Bereitschaft bei kniffligen Fragen klare Positionen zu beziehen. Auch wenn einige seiner Aussagen erfrischend liberal sind, deuten andere wiederum auf erzkonservative oder gar extremistische Einstellungen hin.

"Natürlich sagt der Koran ganz klar, dass Frauen ein Kopftuch tragen sollen", betont der studierte Theologe und lässt damit erahnen, dass er nicht zu jenen gehört, die eine historisch-kritische Lesart der Offenbarungen des Korans bevorzugen. Das Gebot, dass Mädchen ab der Pubertät nicht mehr mit Buben schwimmen gehen dürfen, ist für Sanaç genauso ein unveränderliches religiöses Verbot, wie der Verzicht auf Schweinefleisch. Der neue IGGiÖ-Präsident hat aber auch ein zweites Gesicht. Er wird nicht müde zu wiederholen, dass das Einhalten der religiösen Gebote selbstverständlich immer freiwillig erfolgen muss.

Befremdlich ist außerdem Sanaç‘ Aussage, dass er die Islamische Glaubensgemeinschaft als eine religiöse Institution begreift und er sich als Präsident künftig aus der Politik heraushalten will. Doch gerade in Zeiten, die von polemischen Integrationsdebatten geprägt sind, die immer öfter auf dem Rücken "der Muslime" ausgetragen werden, braucht die IGGiÖ einen Repräsentanten mit klaren politischen Positionen. Wenn Sanaç als IGGiÖ-Präsident die Funktion des offiziellen Sprechers der österreichischen Muslime für sich beansprucht und seine Rolle, wie er im derStandard.at-Interview betonte, vor allem in der "Führung der Gemeinde" sieht, dann wird er sich nicht lange hinter seinen schwammigen und ausweichenden Aussagen verstecken können.

Auch sein zweites Amt als Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht erfordert von ihm klare Vorstellungen über religiöse, politische und ethische Werte, die an die neue Generation weitergegeben werden. Der Religionsunterricht ist in Österreich ausschließlich innere Angelegenheit einer Glaubensgemeinschaft. Somit sind Sanaç und seine Amtskollegen dafür verantwortlich, welches Islam-Bild sie den jungen österreichischen MuslimInnen vermitteln. Eine Aufgabe, deren gesellschaftliche Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. (Olivera Stajić, 20. Juli 2011, daStandard.at)

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Posting 1 bis 25 von 61
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Erasmus von Mises
05
21.7.2011, 14:52
also ich sehe nur ein Gesicht

und das ist jenes eines engstirnigen, nicht immer ganz ehrlichen und daher widersprüchlichen Erzkonservativen. Immerhin einer, der - entweder bewusst oder unbewusst - sich nciht hinter lieben Phrasen versteckt, sondern seine Geisteshaltung zumeist offen zur Schau trägt.

prusiner
00
21.7.2011, 17:49

seine Pressesprecherin sitzt jetzt wahrscheinlich verzweifelt und weinend in einem Eckerl, weil sie jetzt mit ihrem Gesäusle nix mehr retten kann

beliar
10
21.7.2011, 18:39

na. so arg waren die antworten von herrn sanac auch nicht, zugegebenermassen für österreichisches publikum nicht wirklich geeignet, ein bisschen radikal, konservativ ok, nicht von vorteil, nur ich hab irgendwie das gefühl da stürzen sich ein paar aufs gefundene fressen

omar chamra
03
21.7.2011, 12:33
Die Ablehnung der "westlichen Demokratie" und damit auch der freiheitlichen demokratischen Grundordnung durch die Milli Görüs-Ideologie wie auch eine antisemitische Grundeinstellung

ist durch Aussagen des Führers der Milli Görüs und seine programmatischen Schriften klar belegt.
Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen 2010, Seite 225
Die IHH eine Filiale von Milli Görüs:
Am 12. Juli 2010 wurde mit Verfügung des Bundesministers des Innern der in Frankfurt/Main ansässige Verein 'Internationale Humanitäre Hilfsorganisation e.V.' (IHH) wegen Verstoßes gegen den Gedanken der Völkerverständigung (Art.9,Abs.2 GG) verboten. Die IHH soll spendengelder für die Finanzierung von sogen. Sozialvereinen, die der HAMAS nahestehen, missbräuchlich verwendet haben.
ibid Seite 230

Pierre d´Aubusson
12
21.7.2011, 11:53
Tja, was nun?

Islamophob wie ich nun einmal bin, enthalte ich mich, um mich nicht der Kritik der Standard-Standradleser auszusetzen, jeder Stellungnahme zu diesem Artikel.

Legitim jedoch ist der Artikel "Keine Absage an den Antisemitismus". Also kritisier ich an den Moslems den ständig offen oder unterschwellig vorhandenen Antisemitismus, weil ich dazu nicht islamophob sein muß.
Aber genaugenommen....
Ja, was nun?

Aber es ist nicht meine Sache, gerecht sein zu müssen. Im Gegenthum, ich kann im Sinne einer gerechten Sache ja auch ungerecht sein....

cyber ferkel
00
21.7.2011, 18:45

Mir ist es jedenfalls sch..egal ob ich hier kritisiert werde....das stört mich nicht im Geringsten.

silverbridge
16
21.7.2011, 10:17
Eigenartiger Kommentar, Herr Olivera Stajic

Ich konnte keine erfrischend liberale Haltung in dem Interview feststellen. Sobald man auch nur ansatzweise annehmen könnte es gäbe irgendwo aufgeklärte Anschauungen, wurde es durch reaktionäre Aussagen deutlich widerlegt.
Seine Position ist mir aber nicht klar. Er vertritt Muslime aber will keine Politik machen und sich in religiösen Fragen nicht äußern.
Dann, mit Verlaub, soll er seinen Stumpfsinn bitte für sich behalten. Eine aufgeklärte Gesellschaft reagiert maximal mit einem sauren Lächeln auf solche Ideologien.

Wissen Sie warum Herr Sanac das hier macht und nicht in der Türkei? In der Türkei hätten sie so einen mit dem nassen Fetzen vejagt.

daStandard.at live
51
21.7.2011, 11:40
FRAU Stajic, mit Verlaub

ansonsten wiederholen Sie eigentlich genau den Inhalt meines Kommentars: Herr Sanac' Aussagen sind äußerst widersprüchlich.

Mit besten Grüße,
Olivera Stajic

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
02
21.7.2011, 15:00

S.g. Frau Stajic,

bitte nennen Sie mir eine seiner "erfrischend liberal[en]" Aussagen, eine einzige.

Oder gilt die Tatsache, dass Religion eine private Entscheidung ist (besser: sein sollte) bereits als überrachend liberal für einen Funktionär der IGGiÖ?

Besserwisser
02
21.7.2011, 13:31
Frau Stajic, wieso wird eigentlich auf der "Titelseite" nicht angezeigt,

dass der "Mann mit vielen Gesichtern" Ihr Kommentar ist und dass es dazu zahlreiche posts gibt?

daStandard.at live
00
21.7.2011, 14:36
In diesem Fall ist das Thema,

also Herr Sanac, wichtiger. Dass die Postings nicht angezeigt werden, liegt an einer kleinen technischen Hürde.

Besserwisser
10
21.7.2011, 14:41
Ist das nicht "typisch Frau", dieses "das Thema ist wichtiger" (als ich) ?

daStandard.at live
00
21.7.2011, 14:43
Das ist typisch,

"Lesergewinnungsstrategie".

JonBut
04
21.7.2011, 08:59
"Der neue Vertreter der österreichischen Muslime...."

Mit welcher Legitimation bitteschön?
Wenn von ~400.000 unregistrierten, nur geschätzten Muslimen ein paar Tausend sich in einem "Verein" wiederfinden, heisst das noch lange nicht, dass deren Medizinmann "alle" vertritt.
Im Islam gibt es untereinander, Schiiten, Sunnniten, Alewiten, Wahabiten gravierende Unterscheide in der frommen Deutung, sodass selbst das eine einheitliche Legitimation unmöglich macht.
Im Türkischen würde man sagen, da machen sich einige zur Braut und zum Bräutigam und veranstalten eine wunderbare Hochzeit, aber das, ohne dass sie ein Beziehung eingehen.

Diona007
25
20.7.2011, 22:21

Interessant: ein Gebot, dass Mädchen ab der Pubertät nicht mehr gemeinsam mit Buben schwimmen dürfen. Scheint für diesen Herrn ja ganz logisch zu sein und sollte wohl nicht hinterfragt werden.

Wie löst denn der Papa Sanac das mit seinen eigenen Kindern? Dürfen die dann auch "ganz freiwillig" nicht mehr zum Turnen wenn Schwimmen auf dem Stundenplan steht?

Es wird langsam Zeit sich aus dem Mittelalter zu verabschieden und im Hier und Jetzt anzukommen!

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
06
20.7.2011, 21:10

"wenig Bereitschaft bei kniffligen Fragen klare Positionen zu beziehen"

Den Eindruck hatte ich gerade nicht. Siehe z.B.:
"Es ist unangenehm für eine muslimische Frau, ich weiß das, zu hundert Prozent"
"Das hat es in der Menschheit nie gegeben, dass die Leute ohne Religion glücklich waren"
"Wenn das Mädchen sagt, es zieht einen Ganzkörperanzug an, dann geht es"
"Es gibt Dinge, die man nicht auslegen kann"
etc. pp.

dizzkutant
05
20.7.2011, 20:14
noch ein wort zu milli görüs

medien und politiker wären gut beraten, sich mit dieser faschistoiden organisation - über wikipedia hinaus - etwas genauer auseinanderzusetzen.

erbakans (antizionistische) visionen von einer "gerechten (welt)ordnung", die sich ausschließlich an den "islamischen grundsätzen" orientieren, haben nach wie vor bestand.

http://www.verfassungsschutz.de/de/publik... abfassung/

error.
03
20.7.2011, 18:54
Er wird nicht müde zu wiederholen, dass das Einhalten der religiösen Gebote selbstverständlich immer freiwillig erfolgen muss.

--- na klar oder ???

Amalrich
 
02
21.7.2011, 16:04

Klar, die Mäderl setzen "freiwillig" ein Kopftuch auf und gehen "freiwillig" nicht ins Bad. Und - runterbeugen geht nicht mal freiwillig :-)

beliar
10
21.7.2011, 18:42

sie wissen anscheinend nicht dass ihr posting sexistisch frauenverachtend und einfach nur mies ist, übrigens: ich bin atheistin

Amalrich
 
02
22.7.2011, 10:43

Liebe Beliar, kleinen Mädchen Kopftücher aufzwingen, sie nicht in den Turn-/Schwimmunterricht gehen zu lassen, sie beim Sexualkundeunterricht fehlen zu lassen, Land-/Sport- und Schischulwochen ausfallen lassen und sie nach der Pflichtschule mit dem ostanatolischen Cousin zu verheiraten - das ist frauenverachtend, sexistisch und mies. Sonst gar nix.
Und für das, dass Sie Atheistin sind, legen Sie sich ganz schön für den Islxm ins Zeug, würd ich meinen...

pauljoe
02
20.7.2011, 20:07

leider nicht immer.

las vegas1
16
20.7.2011, 16:16

Immer das gleiche mit den Theologen...die Aufklärung vor 200 Jahren verpennt und mit mittelalterlichen Sichtweisen omnipräsent.

byron sully
75
20.7.2011, 15:45

er hat jedenfalls durch seine fundamentalistischen äußerungen der sache keinen guten dienst erwiesen (und es könnte auch dazu führen, daß das islamophobe österreich wieder mal sämtliche muslimInnen mit diesem herrn in einen topf werfen wird).

bibliothekar
27
20.7.2011, 19:49

Wenn der vorstand, der sich vorsicht und gewählt ausdrücken sollte, schon so spricht - wie denken und reden dann erste seine vereinsmitglieder?

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