Kinotipp - "Bahrtalo! Good Luck!"

Von Geld und Glück in Transsilvanien

Jasmin Al-Kattib, 2. August 2011, 18:00
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    foto: bahrtalo! / waystone film

    Lali und Lóri haben in Wien wenig Glück.

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"Bahrtalo! Good Luck!" ist ein dokumentarisches Road-Movie über die europäischen Abenteurer der Gegenwart und den Traum vom schnellen Geld – mit Gewinnspiel

Transsilvanien - auch Siebenbürgen oder Erdély genannt - liegt im Zentrum Rumäniens und ist die Heimat der Gábor-Roma. Sie selbst sehen sich als Ungarn und sprechen, nach ihrer Muttersprache Romanes, Ungarisch als zweite Sprache. Meist bleiben sie in Rumänien, doch fürs Geschäftemachen treibt es einige von ihnen immer wieder in andere europäische Länder - das wurde seit dem EU-Beitritt von Rumänien um vieles einfacher. Finanziell geht es den Gábor-Roma besser als anderen Roma-Gruppen, ihre Häuser erkennt man an ihren glänzenden Dächern, die Gábor-Männer tragen oft traditionelle schwarze Hüte.

Zerplatzter Traum in Wien

Der charismatische Lali ist ein waschechter, aber moderner Gábor-Gypsy. Immer auf der Suche nach einem kleinen oder größeren Geschäft begibt er sich mit seinem Freund Lóri auf einen Trip nach Ungarn und Österreich, um Flohmarkt-Waren einzukaufen und diese danach in Rumänien zu Geld zu machen. "Bahrtalo!" heißt auf Romanes "Viel Glück!" und wird von den Roma - und so auch von Lali - häufig als Gruß verwendet. Der Traum vom Glück und schnellen Kapital zerplatzt für Lali und Lóri jedoch schnell. Denn im winterlichen Wien angekommen, erwarten sie nichts als Schwierigkeiten.

Das Auto streikt, beim Falschparken fürchten sich die beiden Abenteurer vor dem Parksheriff, den sie für einen Polizisten halten, und auch der Fahrscheinkauf für die Straßenbahn nach Wien-Stadlau stellt sich als kein leichtes Unterfangen heraus. Bei Eiseskälte schaffen sie es schließlich ins große Second-Hand-Lager, um sich lediglich mit einem Fitnessrad, einem Synthesizer und einem Plüschtier wieder auf den Weg nach Hause zu machen.

Neues Glück in Ägypten

Der Regisseur Róbert Lakatos entwickelte "Barthalo! Good Luck!" aus seinem gleichnamigen dokumentarischen Kurzfilm, der den ungarischen Beitrag im Episodenfilm "Über die Grenze - Fünf Ansichten von Nachbarn" von Nikolaus Geyrhalter im Jahr 2004 darstellte. In der Langversion knüpft Lakatos inhaltlich an den Kurzfilm an und begleitet seine Protagonisten weiter.

Lóri arbeitet mittlerweile als Reiseführer für ungarische und rumänische Touristen in Ägypten, Lali hält sich derweil mit Gelegenheitsjobs wie Dach-Reparaturen in seiner Heimat über Wasser. Als Lali eines Tages einen Anruf aus Ägypten bekommt und sein Freund Lóri ihm einen viel versprechenden Handel vorschlägt, beginnt eine aufregende Odyssee rund um große Geschäfte, arabisches Kunsthandwerk und deutsche Schäferhunde. Ohne zunächst deutlich erkennbaren Spannungsbogen entwickelt sich eine selbst laufende, aber spannende Geschichte, die von Situationskomik und der Besonderheit der beiden unterschiedlichen Charaktere geprägt ist.

Grenzen überschreiten

Der Film zeichnet ein äußerst sympathisches Bild der beiden feilschenden Träumer, die unverdrossen und optimistisch ihr Leben genießen und (vermeintliche) Grenzen auf der Landkarte und im Kopf überschreiten. Die scheinbar naiven Aktionen und belanglosen Gespräche der Protagonisten zeichnen in "Bahrtalo! Good Luck!" die komödiantischen, aber auch ernsten Seiten des wirklichen Lebens zwischen unterschiedlichen Kulturen. Ein Film über Freiheit, über Freundschaft und zwei Lebensentwürfe, die zeigen, dass man nicht viel Geld besitzen muss, um große Abenteuer zu erleben. (Jasmin Al-Kattib, daStandard.at, 2. August 2011)


Wir verlosen 3x2 Kinokarten für die Premiere von "Bahrtalo! Good luck!" (in Anwesenheit des Regisseurs) am Freitag, 12. August um 19:30 im Wiener Topkino.

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Adolf Ogi
04
die Gabor

sind interessante Leute. Etwas ausgefuchst, aber mit Handschlagsqualität. Mit ihnen reden ist allerdings ein bisschen schwer, weil man dafür fast Ungarisch lernen muss. Obwohl sie in Rumänien leben, können nur ganz wenige halbwegs Rumänisch und dann auch nur mit starkem Akzent. Deutsch können sie gar nicht, weil sie historisch nicht in jenen Dörfern gelebt haben, wo Siebenbürger Sachsen waren. Streiten sollte man sich übrigens nicht mit den Gabors, denn jeder männliche Gabor hat immer ein Feitl eingesteckt. Eins noch: sie können ganz wundervolle Sachen aus Kupfer herstellen, Geschirr, Schnapskessel, Besteck, etc. Wo sie den Rohstoff dafür her haben, sollte man aber eher nicht nachfragen (wegen dem Feitl). Die ÖBB weiß es aber eh ...

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