Mikrokredite-Anbieter Oikokredit

In Menschen investieren

Meri Disoski, 4. August 2011, 18:00
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    foto: apa

    Mit einer gezielten Vergabe von Mikrokrediten an Frauen kann der genderbedingten Benachteiligung - zumindest im Kleinen - etwas entgegengesetzt werden.

Das Armutsbekämfungsinstrument Mikrofinanz darf nicht missbraucht werden, appelliert Peter Püspök, Vorsitzender des "sozialen Investors" Oikokredit Austria

Mikrokredite, also Darlehen zwischen zehn und einigen Hundert Euro, gelten seit Langem als ein sehr wirkungsvolles Instrument zur Armutsbekämpfung. "Sie geben vielen benachteiligten Menschen die Chance, sich aus eigener Kraft eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen", so Peter Püspök, Vorsitzender von Oikokredit Austria. Mikrokredite beschreibt Püspök als "sozial nachhaltige Instrumente, die nachweislich der Armutsbekämpfung" dienen. Es gäbe jedoch einige Organisationen, die den Mikrofinanzmarkt nur für ihren eigenen Profit nutzen und AnlegerInnen mit dem Wort "Mikrokredit" in die Irre führen würden. Diese Organisationen seien nicht an der sozialen Wirkung der Mikrofinanz, sondern nur am Return on Investment der AnlegerInnen interessiert. "Wucherzinsen und Ausbeutung sind das Ergebnis", kritisiert Püspök jene Organisationen, die den Mikrofinanzsektor für gewinnorientierte Zwecke nutzen.

"Armut tut weh"

Umso wichtiger sei es deshalb, deutlich zwischen Profitorientierung und sozialer Motivation zu differenzieren. "Armut tut weh. Und es tut weh dabei zuzuschauen, wie unseriöse Anbieter das erfolgreiche Armutsbekämfungsinstrument Mikrofinanz missbrauchen. Dagegen treten wir auf", so Püspök. Investiere man bei Oikokredit, könne man sich der ethisch-verantwortlichen Handhabe der Geldanlage sicher sein und unterstütze zudem das dahinter stehende Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe.

Bescheidene Rendite, große soziale Auswirkung

Das für die Vergabe der Kredite in in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa erforderliche Kapital wird von derzeit ungefähr 43.000 Mitgliedern und Organisationen zur Verfügung gestellt, die die NGO mit Geldanlagen ab 200 Euro unterstützen. Die Rendite der Geldanlage ist mit maximal zwei Prozent relativ bescheiden. Umso größer sind jedoch die sozialen Auswirkungen der Investition, werden doch in erster Linie Geldmittel für jene Menschen, die von einer Geschäftsbank keinen Kredit bekommen würden, zur Verfügung gestellt.

"Mit Geld etwas bewirken"

"Unsere AnlegerInnen unterstützen unsere Arbeit, weil sie mit ihrem Geld etwas bewirken wollen und weil sie wissen, dass ihr Kapital bei uns sicher aufgehoben ist, die Kreditausfälle liegen bei unter einem Prozent", erklärt Peter Püspök. Und offensichtlich möchten immer mehr Menschen mit ihrem Geld etwas bewirken, denn die Nachfrage nach sozialer Geldveranlagung steigt rapide an. Günter Lenhart, der stellvertretende Oikokredit-Vorsitzende, bestätigt: "Von 2009 auf 2010 stieg das Finanzvolumen von 15 auf 25 Millionen Euro, weltweit betrug der Zuwachs 22 Prozent."

Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass sich bei einer Rendite von höchstens zwei Prozent nicht wirklich um eine profitable Geldanlage handelt, denn wenn die Zinsen steigen, bringt ein klassisches Sparbuch mehr und wenn die Inflation hoch ist, macht man real Verlust. Für den "Anleger" sollte also der gute Zweck im Vordergrund stehen.

Empowerment für Frauen

Den Umstand, dass Frauen zwar 52 Prozent der Weltpopulation ausmachen aber weltweit nur ein Prozent des Grund und Bodens besitzen, werden frauenfördernde Mikrokreditmodelle zwar nicht ändern können. Trotzdem kann mit einer gezielten Vergabe von Mikrokrediten an Frauen, mit der bewussten Förderung ihrer Projekte, der genderbedingten Benachteiligung - zumindest im Kleinen - etwas entgegengesetzt werden. "Mithilfe von Mikrokrediten sind Frauen in vielen Ländern der Welt erstmals in die Lage versetzt, mit eigenen Einkünften den Lebensunterhalt ihrer Familien abzusichern, mehr Selbstständigkeit zu erlangen und ihr Ansehen innerhalb der Familie oder des Dorfes zu heben", so Lenhart. Frauen könnten mit Geld besser umgehen und seien zudem die verlässlicheren KleinkreditnehmerInnen, denn: "Die Rückzahlungsmoral bei Frauen liegt deutlich über der der Männer", so Lehnert. (Meri Disoski, daStandard.at, 4. August 2011)

Seit 1975 leistet die international agierende NGO Oikokredit, die zu den weltweit größten Anbietern von Mikrofinanzierung zählt, mit der Vergabe von Mikro- bzw. Projektkrediten einen Beitrag zur weltweiten Armutsbekämpfung. Seit ihrem Bestehen konnte die NGO bislang über 20 Millionen Menschen in über 70 Ländern weltweit mit Hilfe von Mikrokrediten auf ihrem Weg aus der Armut unterstützen.

Link:

UN schafft Gütesiegel für Mikrokredite

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11 Postings
santa fe
 
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wenn man den armen wirklich helfen will, gibt man ihnen keine kredite, von denen wieder nur die FI (finanzindustrie) profitiert, sondern das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN.

das ist investition in menschen und lohnt sich sogar ebenfalls für die FI, denn sie profitiert von der steigerung der allgemeinen kaufkraft. diesen profit muss sie aber endlich auch mit der allgemeinheit teilen.

dasandere
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Wenn man Armen

wirklich helfen möchte, überlässt man ihnen das Geld gleich. Wozu 2% Zinsen?

Gestern in 1000 Jahren
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Versuchen Sie mal,...

...das bedingungslose Grundeinkommen in Burundi durchzusetzen.

Gestern in 1000 Jahren
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thx, ist aber noch ein sehr weiter Weg.

santa fe
 
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sehen sie bitte weiter unten meine antwort an renegade hardware ltd.

Renegade Hardware Ltd.
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War mir nicht bekannt - Vielen Dank.

santa fe
 
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die internationale FI (finanzindustrie) soll das globale BGE finanzieren und auf diese weise den sozialraub an der weltbevölkerung abgelten. ein südliches land ist brasilien, wo das BGE von der regierung schrittweise eingeführt wird, bisher sind 16,2 millionen erfasst. auch der brasilianische wirtchaftsaufschwung ist das resultat von investitionen der FI. die sozialistische regierung lula sorgt dafür, dass der dazu nötige teil dieser investitionsgewinne das BGE finanziert.

alle nationalen BGE-bewegungen arbeiten zusammen, um das globale BGE zu verwirklichen.

Renegade Hardware Ltd.
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Mit Länder des Südens sind Entwicklungsländer gemeint - Brasilien fällt wohl kaum darunter (Schwellenland). 10% der Menschen in Brasilien besitzen 50% des Volkseinkommens. Das Geld ist also da - der wirtschaftliche Aufschwung ist nur der neoliberalen Politik Lula da Silva zu verdanken (was ihm auch viel Kritik einbrachte - siehe Blairo Maggi). Der HDI ist ungefähr der Chinas od. der der Türkei.

Ich wollte wissen wie Sie das BGE in den Ländern Afrikas - hier ist ja der HDI am geringsten - einführen wollen, die bei weitem nicht die Vorraussetzungen Brasiliens mitbringen?!

santa fe
 
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in namibia läuft seit jahren ein erfolgreiches BGE-pilotprojekt. grundsätzlich bleibt die forderung der BGE-bewegung aufrecht, dass die internationale finanzindustrie (FI) ihre durch ausbeutung der entwicklungsländer und der mehrheitsbevölkerung in den industrieländern auch international abzugelten und die finanzierung eines globalen BGE zu übernehmen hat, unabhängig von der wirtschaftlichen situatuion der einzelnen staaten, eben BEDINGUNGSLOS.

Renegade Hardware Ltd.
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Erläutern Sie bitte wie die Staaten des Südens ihren Bürgern ein bedingunsloses Grundeinkommen finanzieren sollen?

santa fe
 
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antwort oberhalb ihrer frage

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