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Dejan Sokolovic' Vorfahren wanderten aus Serbien in die USA aus.

Die kroatisch-stämmige Daniela hat in Serbien ein Medizinstudium abschlossen und wanderte vor vier Jahren nach Nordamerika aus.

Chicago gilt nach Belgrad als die Stadt mit der zweitgrößten serbischstämmigen Bevölkerung der Welt.
Chicago gilt nach Belgrad als die Stadt mit der zweitgrößten serbischstämmigen Bevölkerung der Welt. Über 400.000 Einwohner haben demnach serbische Wurzeln. Doch nicht nur Serben ließen sich in Chicago nieder - über 70.000 bosnischstämmige Menschen leben in der "Windy City" und auch zehntausende kroatische Nachfahren fanden in Chicago eine neue Heimat.
Segregation in Chicago
Einer der Nachfahren serbischer Einwanderer ist Dejan Sokolovic. Obwohl Dejan es schön findet, dass Chicago eine ethnisch sehr vielfältige Stadt ist, beschönigt er keine Probleme: "Es ist nicht so, dass hier jeder mit jedem gut kann. Wenn du chinesisch essen willst, dann gehst du ins chinesische Viertel, willst du mexikanisch speisen, dann gehst du nach Pilsen, wo es sehr lateinamerikanisch aussieht." Chicago gilt als eine der am stärksten ethnisch segregierten Städten der USA, der Stadtteil South Side ist zum Beispiel zu über 90 Prozent afroamerikanisch. "Früher gab es in South Side sehr viele Serben. Sobald diese aber bessere Jobs bekamen, zogen sie in die Vorstädte.", meint Dejan. Zwischen den unterschiedlichen ex-jugoslawischen Einwanderergruppen gäbe es aber wenige Spannungen, zumindest unter der jungen Generation, meint er. "Es kommt eben darauf an, wie du erzogen wurdest. Ich kenne schon serbische und bosnische Amerikaner, die nichts miteinander zu tun haben wollen, aber bei jungen Leuten ist das eher selten."
Auswanderungsland Serbien?
Der 25-jährige sagt von sich selber, er sei ein "ungewöhnlicher Fall", weil er wenige serbisch-amerikanische Freunde hat: "Die meisten Serben hier hängen viel mit anderen Serben ab. Mein Bruder hat zum Beispiel einen polnischstämmigen Freund, die anderen sind alle Serben." Dejan spricht und schreibt fließend Serbisch, vor einigen Jahren träumte er noch auf Serbisch und das obwohl er in den USA geboren wurde. Der Restaurantmanager könnte sich theoretisch schon vorstellen nach Serbien auszuwandern, da seiner Meinung nach das Restaurant-Business in den USA übersättigt sei. Doch wenn Dejan mögliche Auswanderungspläne nach Serbien konkreter beschreibt, fällt auf, dass er Zweifel hat, ob dies ein kluger Schritt wäre: „Ich würde nur mit einer sehr soliden Geschäftsidee nach Serbien gehen. Das Land hat noch sehr viele Hürden vor sich, öffnet sich aber langsam. Heute siehst du zum Beispiel viel mehr ausländische Menschen in Serbien als vor zehn Jahren und ich denke, dass das gut ist."
Mamas Essen in Chicago
Ein Neuankömmling in den USA ist dagegen die kroatisch-stämmige Daniela. Nachdem sie in Serbien ein Medizinstudium abschlossen hat, kam sie vor vier Jahren nach Nordamerika um sich weiter zu spezialisieren. Ob sie wieder zurückkehrt, weiß sie allerdings nicht. Sie vermisst ihre Familie, Freunde und ihre Heimat, fühlt sich aber gleichzeitig auch immer mehr in Chicago zuhause. „Es scheint so, als wäre die ganze Welt in Chicago zugegen. Es gibt hier auch kroatische oder serbische Restaurants und als ich das herausfand, fühlte ich weit weniger Heimweh. Ich kann hier zum Beispiel das Essen meiner Kindheit genießen." Die Vielfalt Chicagos ist für die 31-Jährige ähnlich wie für Dejan ein Grund Chicago zu lieben. „Ein Freund von mir ist gebürtiger Pakistani. Ohne ihn hätte ich nie etwas über die Kultur seines Heimatlandes gelernt." Gleichzeitig hat die Vielfalt auch ihren Preis: „Ich muss in Chicago manchmal aufpassen was ich sage. In Serbien sind die meisten Menschen ähnlich aufgewachsen, teilen die gleichen Werte und machten in der Kindheit ähnliche Erfahrungen. Außerdem kommt es mir so vor, als wären die Beziehungen zwischen den Menschen hier in den USA nicht so eng wie in Serbien."
Problem "Brain Drain"
Danielas Auswanderung in die USA ist in Serbien keine Ausnahme, sondern ein Normalfall: In der Vergangenheit verließen jedes Jahr 300.000 junge Menschen das Land, mit dabei auch acht Prozent der Top-Studenten. „Brain-Drain" ist eines der größten Probleme des Balkan-Landes: Nur das westafrikanische Land Guinea-Bissau leidet noch mehr unter der Abwanderung besonders hoch qualifizierter junger Köpfe. In einer aktuellen Umfrage meinten mehr als die Hälfte der befragten Serben, dass sie ihr Heimatland verlassen wollen.
Österreich als Kompromiss
"Hier in den USA hast du so viel mehr Möglichkeiten, in meinem Fall sind es vor allem berufliche", sagt Daniela über ihre persönlichen Beweggründe Serbien zu verlassen.
Vielleicht lässt sich Daniela aber auch in einem ganz anderen Land nieder - Österreich. "Ich war zwei Monate lang in Wien, habe dort für mein Studium recherchiert. Mir gefiel es dort, es war fast so etwas wie eine Mitte zwischen dem Leben in Serbien und dem Leben in den Vereinigten Staaten."
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naja dann möcht ich schon anmerken dass der slawische durchdringungsgrad jenseits der Enns massiv zunimmt, eigentlich ja schon östlich von linz.
aber sie wissen sicherlich dass der Balkan etwas ist dass nicht ins völkische denken passt .. richtig? sondern einfach eine kultur und sprachenübergreifende angelegenheit.
Chicago gilt nach Warschau/Dublin/Prag/Bratislava als die Stadt mit der zweitgrößten polnischen/irischen/tschechischen/slowakischen Bevölkerung der Welt.
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