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vergrößern 600x400Czech Village in Cedar Rapids, Iowa erstreckt sich lediglich über einen Straßenzug.

Svoboda ist Präsident der "Czech Heritage Foundation". In "Sykora's Bakery" ist er oft anzutreffen.

Jeff Melsha, Betreiber des "Little Bohemia".

Die gebürtige Schottin Rosamund Johnston lebt seit 2009 in Iowa und forscht über die "tschechischen USA".
vergrößern 600x400Sonya Darrow, die sich "Cedar Rapids-Tschechin" nennt, sammelt Küchentücher, die nicht mehr gebraucht werden und verarbeitet diese zu Kleidern.
vergrößern 600x400"National Czech and Slovak Museum" in Cedar Rapids.
vergrößern 600x400Ludwik Svoboda ist durch und durch Tscheche, könnte man meinen. Er sitzt in "Sykora's Bakery", isst einen koláč (eine typisch tschechische Mehlspeise) und trinkt Kaffee. Doch wenn Svoboda in kräftigem amerikanischen Akzent zu sprechen beginnt, wird deutlich, dass er nicht in Tschechien, sondern im amerikanischen Mid-West aufgewachsen ist.
Czech Village
Svoboda ist Präsident der "Czech Heritage Foundation", einer Organisation, die sich bemüht das tschechische Erbe von Cedar Rapids zu erhalten. Cedar Rapids wiederum ist eine Stadt in Iowa, die wenig spektakulär ist. Eine Besonderheit hat sie jedoch: Czech Village, ein kleiner Stadtteil, in dem sich zum Beispiel das "National Czech and Slovak Museum" oder eben eine tschechische Bäckerei befindet. So wie es etwa in Baltimore einen griechischen Stadtteil oder in San Francisco ein chinesisches Stadtviertel gibt, so existiert in Cedar Rapids ein tschechisches. Es ist nicht besonders groß, erstreckt sich eigentlich nur über eine Straße, aber Czech Village ist womöglich die sichtbarste und markanteste Erinnerung daran, dass die USA auch von tschechischen und slowakischen Einwanderern mit aufgebaut wurden.
Pivo und dobli noc
Im Telefonbuch von Ceder Rapids gibt es eine Doppelseite voll von "Novaks" und "Novotnys". Sie heißen aber nicht Pavel oder Tomáš, sondern Shane, Wendy oder Brad. Trinkt man in "Little Bohemia" ein Bier, so glaubt man Tschechen um sich zu haben. Die Männer und Frauen haben die stereotypisch slawischen hohen Wangenknochen, sind hoch gewachsen. Der erste Eindruck täuscht aber, denn Tschechisch kann in Cedar Rapids kaum jemand. Jeff Melsha, Betreiber des "Little Bohemia", ist Nachfahre von tschechischen Immigranten. Er ist tschechischer Amerikaner der vierten Generation und sagt "pivo" (Bier), "dobli noc" (er meint "dobrú noc" - Gute Nacht) und "zima" (kalt). Mit Tschechien verbindet er aber nicht mehr als weit entfernte kulturelle Wurzeln. Dieses Loslassen der eigenen Wurzeln ist gleichzeitig aber auch eine typisch amerikanische Eigenart: Teilweise sprechen nicht mal die Kinder von Einwanderern die Muttersprache der Eltern. "Bindestrich-Amerikaner", wie italianisch-amerikanisch, chinesisch-amerikanisch oder tschechisch-amerikanisch sind die Regel.
Aus Krejčí wurde Taylor
Rein statistisch hat knapp jeder zwölfte Einwohner von Cedar Rapids tschechische Wurzel. "Cedar Rapids wurde vor allem von Tschechoslowaken und Schotten aufgebaut", meint Rosamund Johnston. Die Tschechen arbeiteten laut Johnston anfangs vor allem in der Fleischverarbeitung in Chicago und verstreuten sich mit der Zeit über die Vereinigten Staaten. Die gebürtige Schottin lebt seit 2009 in Iowa und forscht über die "tschechischen USA". Sie meint, dass es nicht leicht sei zu sagen wie viele Amerikaner wirklich tschechischer Herkunft seien, da oftmals Namen geändert wurden: "Die Großeltern einer Freundin hießen Krejčí. Sie änderten ihren Namen aber später um zu Taylor." Dass nicht mehr tschechische Amerikaner die Sprache ihrer Vorfahren beherrschen hat laut Johnston aber auch fragwürdige Gründe: "Früher wurde Einwanderern gesagt, sie sollen ihren Kindern nicht mehrere Sprachen beibringen, weil es sie verwirren würde."
Miss Czech-Slovak Iowa
Ludwik Svoboda meint, dass es vielleicht noch eine Handvoll Leute in Cedar Rapids gibt, die sich in Tschechisch unterhalten könnten. Seine Kinder sprechen es allerdings nicht. Tschechien ist über 7500 Kilometer von Iowa entfernt und die Entfernung scheint auch die Einstellung zu den eigenen Wurzeln beeinflusst zu haben: Man klammert sich an, für Außenstehende, kitschig anmutende Relikte tschechischer Folklore. Ein Schönheitswettbewerb um die "Miss Czech-Slovak Iowa" wird veranstaltet, es gibt Sokolverbände und es scheint als wisse jeder Bewohner Cedar Rapids was ein koláč ist.
Ob Barbesitzer Melsha oder Ludwik Svoboda - sie fühlen sich mit Cedar Rapids, Iowa und den USA verbunden. Wie die meisten tschechischen Amerikaner sind nicht sie, sondern ihre Väter, Großväter oder sogar Urgroßväter eingewandert. Ganz loslassen können oder wollen sie aber trotzdem nicht. Melsha würde Tschechien sehr gerne besuchen, sein Vater spricht noch Tschechisch, fühlt sich aber als Amerikaner.
Kleidern aus Küchentüchern
Die Halbtschechin Sonya Darrow setzt sich auf ungewöhnliche und kreative Weise mit der Kultur ihrer Vorfahren auseinander. Die junge Künstlerin, die sich "Cedar Rapids-Tschechin", nennt, sammelt tschechische Küchentücher, die nicht mehr gebraucht werden, und verarbeitet diese zu Kleidern. Darrow meint, dass das für sie typisch tschechisch wäre: "Während meines Auslandssemesters in Europa besuchte ich Tschechien. Ich hatte den Eindruck als ob Tschechen sparsam seien und gerne Sachen wiederverwerteten." Obwohl ihr Aufenthalt in Tschechien kurz war, hat er sie dennoch geprägt. Darrow meint, dass sie sich wie zuhause gefühlt hätte, als sie die rollenden Hügel und tschechischen Landwirte sah: "Vielleicht hat mich das auch ein bisschen an den amerikanischen Mittleren Westen erinnert."
Amerikanischer Patriotismus
Wann genau sich die Tschechen in Cedar Rapids gänzlich mit den USA zu identifizieren begannen, lässt sich nicht sagen. Aus einer Anekdote von Svoboda erkennt man aber, dass es schon vor einer Weile passiert sein muss: "Wir hatten in Czech Village ein Fest. Es wehte die amerikanische und die tschechische Fahne. Die amerikanische Fahne war ein bisschen höher als die tschechische. Während des Festes haben einige tschechischstämmige Einwohner beklagt, dass wir die amerikanische Fahne noch höher aufstellen hätten sollen." (Willi Kozanek, 11. August 2011, daStandard.at)
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wie auch immer man zum amerikanismus und dessen auswüchse stehen mag, aber diese menschen interessierts wirklich, für das land in dem sie leben, einen beitrag zur echten integration zu leisten, ohne ihre wurzeln zu vergessen wollen.
Gelebte Integration? Nichts für ungut, aber diese Menschen sind assimiliert und haben mit Integration nichts am Hut. Sonst würden die noch tschechisch miteinander sprechen und nicht zwanghaft die amerikanische Fahne höher hängen als die tschechische (wobei man ja generell auf Fahnen verzichten könnte), aber vor allem der Verlust der Muttersprache macht es unmöglich von Integration zu sprechen.
Das ist dann eher eine fokloristische Nostalgie oder so ähnlich...
Das begreifen hier viele nicht.
Deshalb halte ich das ganze Getue mit diesem Czech City, oder wie auch immer, für eine typisch amerikanische Migrantentheatralik.
Hätte die wirklich etwas Tradition erhalten wollen, hätten sie ihre Kinder bilingual erzogen.
Das wäre neben einem so flachen Grundbildungssystem wie dem amerikanischen keine Überforderung für die Kleinen und würde was bringen.
In Belgien können manche neben Niederländisch, Französisch und Deutsch auch noch locker Englisch und schaden tut es nicht.
Wie gesagt, ich empfinde diese Czech-American Verklärung als grotesk.
amerikanischen Juden gelernt.
Ist ja bei uns auch nicht anders, ohne jetzt große Beweise zu haben behaupte ich mal, dass mindestens 200-300.000 Österreicher tschechische Wurzeln haben, wenn nicht mehr.
Und das sind dann oftmals die schlimmeren Nationalisten als die "Deutsch-Österreicher" selber.
Siehe Peter "Hojac" Westenthaler :-)
Wenn die schon dermaßen assimiliert sind, sollen sie die Umwandlung zu Ende bringen und so groteske Bizarritäten wie diese amerikanischen Einwandererbräuche lassen.
Die Sprache ist das worauf es ankommt, nicht irgendwelche falschen Sprüche oder zusammengenähte Tücher.
Über 60 Millionen deutschstämmige Amerikaner können ein Lied davon singen - aber auf American English bitte.
Umgekehrt wurde das nationale tschechische Erwachen im 19. Jhd. stark von deutschsprachigen Böhmen getragen. Auch der "Staatsgründer" Masaryk konnte tschechisch zunächst nur radebrechen und mußte es erst im späteren Verlauf seines Lebens vervollständigen.
Als das Serbokroatische nach der Osmanenzeit standardisiert wurde, hatte man auch mehrere Optionen: Anlehnung an das Russische, Anlehnung an irgendwelche kirchenslawischen Idiome, Mundarten ausbauen usw...
Als die ganzen Nationen im 19. Jahrhundert erwachten, konnte sicherlich so mancher "seine" Sprache nicht richtig :-)
"Die Männer und Frauen haben die stereotypisch slawischen hohen Wangenknochen"!!!!!
also dies findet man heutzutage typisch im tiefsten osten (und damit meine ich eher ost-ukraine & russland) - die aussage schein ein bissi ein bledsinn zu sein (genauso wie - slawen haben eher runde gesichter)
darüberhinaus wird vermutet, dass böhmen / bohemia vom wort boiern abstammt, was soviel heißt, dass dieser teil durchaus germanisch gewesen ist und lediglich tschechich als sprache angenommen hat (denke an eindeutschung ost-deutschlands, wo sorben und sonstige slawen gelebt haben - die sprechen heut halt deutsch, aber allein schon der stadtname "rostock" ist slawisch).
naja, mit nationalismus, kann man mehr unterscheiden, aber es gibt viel grau
Richtig, nur die Boier waren keltisch/germanisch/(tlw. auch slawische) Mischbevölkerung. Die meisten "germanischen" Stämme waren Kulturgemeinschaften, aber nie ethnisch geschlossen. Der Begriff "germanisch" ist auch äußerst unscharf und unklar, gerade in Abgrenzung zu den Kelten.
Übrigens auch die Haplogruppen verdeutlichen das Bild: In Tschechien gibt es fast so viele R1b (keltisch, germanisch) wie in Österreich und Bayern. Und in Österreich/Bayern gibt es fast so viele R1a wie in Tschechien (slawisch). -> slawisch/germanische Mischbevölkerung
In den Städten hat sich die Bevölkerung ohnehin natürlich sowieso vermischt, aber auch die Tschechen am Land sind eigentlich keine "Slawen", sondern noch stärker als wir eine "Mischung".
die leute sind sehr leptosomisch (größte körpergröße) und haben ein sehr knochiges gesicht durch geringen körperfettanteil
http://www.balkanforum.info/f12/groes... rge-71011/
kinda alles muss man euch erklären. hoffentlich merkts euch einmal was.
war vor zwei jahren mal in mecklenburg-vorpommern und wurde doch sehr überrascht wie slawisch dort sämtlich ortsnamen sind. selbst in deutschklingenden namen wie "bad doberan" steckt doch noch das slawische urwort "dobre" für gut.
das ist in der tat blödsinn. der anteil von vorfahren urslawischer herkunft dürfte bei den tschechen nur unwesentlich höher sein als bei ostösterreichern oder ostdeutschen.
wer anderes behauptet, ist immer noch durch den sprachnationalismus des 19. jahrhunderts verblendet.
ist schon besonders lustig, wenn die npd in sachsen heute germanenkult betreibt, während noch im 12. jahrhundert deutsch im heutigen mecklenburg-vorpommern, sachsen und brandenburg eine fremdsprache war.
für leute die die tschuschenkapelle ulkig finden und wenig geschichtsbildung haben
http://en.wikipedia.org/wiki/File... County.svg
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