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vergrößern 500x376Hakim Ali ist mittlerweile Besitzer des afrikanischen Restaurants Sagya in Wien-Alsergrund.

Ibrahim Hakim Ali kam 1979 nach Österreich. Seine erste Station war Innsbruck.
Ibrahim Hakim Ali lebt seit 1979 in Österreich. Damals verschlug es ihn zum Studium nach Innsbruck. Der Nebenjob in der Gastronomie wurde schließlich zum Hauptberuf und seit 15 Jahren ist Hakim Ali stolzer Besitzer des afrikanischen Restaurants Sagya in Wien-Alsergrund. Im daStandard-Interview erzählt der gebürtige Sudanese von den Schwierigkeiten afrikanischer Einwanderer in Österreich und warum er sich nicht als Wiener fühlt.
daStandard.at: Was hat Sie nach Österreich verschlagen?
Ibrahim Hakim Ali: In den 1970er Jahren waren alle Afrikaner, die hier eingewandert sind zum Studieren nach Österreich gekommen. Es waren keine Flüchtlinge. Die, die da waren, waren entweder bei der UNO, der OPEC oder eben Studenten. Ich bin eigentlich auf Empfehlung eines Freundes, der die Textilschule in Vorarlberg besucht hat, hierher gekommen. Aber dort gab es keine Universität, deswegen bin ich nach Innsbruck gezogen.
daStandard.at: Wie hat Ihnen Innsbruck gefallen?
Ibrahim Hakim Ali: Innsbruck war sehr nett. Wir waren als Dunkelhäutige sehr interessant für die Menschen. Es gab keine Ablehnung damals. Denn Ablehnung ist ja mit Angst vor dem Fremden, das man nicht kennt, verbunden. Aber damals wollten die Menschen uns kennen lernen und mehr über uns erfahren.
daStandard.at: Wie ging es dann in Innsbruck weiter?
Ibrahim Hakim Ali: Ich wollte dort eigentlich studieren, aber es ging sich finanziell nicht so gut aus. Dann hab ich angefangen in der Gastronomie zu arbeiten. Arbeit und Studium sind parallel auch nicht so gut gegangen, und ich hab stattdessen die Hotelfachschule gemacht. Außerdem habe ich bemerkt, dass mir die Gastronomie liegt.
daStandard.at: Jetzt leben Sie mittlerweile seit mehr als 20 Jahren in Wien.
Ibrahim Hakim Ali: Ich bin in den 80ern nach Wien gezogen und habe das Cafe im neu eröffneten Votiv-Kino übernommen. Das Cafe hat "Kulturbox" geheißen, da waren sehr viele Afrikaner und überhaupt eine multikulturelle, offene Atmosphäre. Nach personellen Veränderungen im Führungsteam habe ich aber beschlossen etwas Neues zu machen und mein eigenes Lokal, das Sagya, eröffnet.
daStandard.at: Letztes Jahr feierten Sie 15-jähriges Jubiläum von Sagya. War der Umstieg zum selbständigen Gastronom schwierig?
Ibrahim Hakim Ali: Als Afrikaner ist alles schwierig hier in Österreich. Es ist ganz anders, wenn ein Österreicher zum Magistrat geht oder ein Afrikaner. Das weiß jeder. Du wirst immer anders behandelt, weil du eine andere Hautfarbe hast. Das war früher nicht so. Ich könnte zehn Bücher über Rassismus in Österreich schreiben, da gibt es eine Fülle an negativen Erfahrungen.
daStandard.at: Im Sagya finden auch kulturelle Veranstaltungen statt. Sie sind ja auch Mitbegründer der Afrikanischen Vernetzungsplattform und engagieren sich in Ihrer Freizeit für die afrikanische Community. Was sind die größten Probleme der afrikanischen Einwanderer?
Ibrahim Hakim Ali: Wir haben zum Beispiel nur einen Afrikaner als pragmatisierten Beamten im Rathaus. Ärzte gibt es viel, aber Straßenbahnfahrer gibt es auch nur einen und bei der Polizei auch nur zwei oder drei Afrikaner. Die österreichische Gesellschaft hat noch nicht akzeptiert, dass sie in Richtung Multikulturalismus gehen wird. Wenn man in England auf der Straße spazieren geht, dann ist der Busfahrer Pakistani, der Kassier in der Bank Afrikaner und der Polizist Südamerikaner. Diese Entwicklung und Akzeptanz ist noch nicht da in Österreich.
daStandard.at: Was gefällt Ihnen an Österreich besonders?
Ibrahim Hakim Ali: Es gefällt mir die Landschaft und die Disziplin beim Umweltschutz. Auch die Demokratie und dass es keine Korruption gibt. 2009 war ich nach zehn Jahren wieder im Sudan und diskutierte mit einem Journalisten über die Entwicklung im Sudan, weil ich keine sehe. Denn die Entwicklung sollte in den Menschen sein, nicht nur in den Straßen oder Gebäuden. Ich habe Präsident Fischer als Beispiel genommen, weil er nicht tagtäglich mit einer Karawane unterwegs ist. Er ist mein Traumpräsident, weil er in seiner alten Studentenwohnung und nicht im Palast wohnen will. Auch Kreisky mochte ich sehr und habe viel über die österreichischen Sozialdemokraten gelesen, bevor ich hierher gekommen bin.
daStandard.at: Sie waren zehn Jahre lang nicht in Ihrer alten Heimat Sudan. Zu welchem Land fühlen Sie sich eher zugehörig - Österreich oder Sudan?
Ibrahim Hakim Ali: Manchmal denke ich mir: Es ist gut so, dass ich international geworden bin. Weil Kosmopoliten internationale Staatsbürger sind, sie gehören überall hin. Manchmal fühle ich mich aber, als ob ich nirgends hingehöre. Hier bin ich "Neger", Ausländer. Und in Afrika verstehe ich nicht mehr, was dort läuft. Ich kann mich mit der heutigen radikal-islamistischen Mentalität nicht identifizieren.
Und das was ich dort gelassen habe, gibt es nicht mehr. In meinem Heimatdorf, das heute Teil einer Stadt ist, in der Nähe von Khartum, gab es früher zum Beispiel ein funktionierendes biologisches System. Alles wurde am Ende gefressen und fand den Weg zurück in die Natur. Die Gemüsereste wurden von den Ziegen und die Knochen von den Hunden gefressen. In meiner Erinnerung war das Dorf am Niltal sauber und schön. Und jetzt? Ich glaube, Afrika wird in zehn Jahren in Dosen und Plastik versinken.
daStandard.at: Was vermissen Sie am Sudan am meisten?
Ibrahim Hakim Ali: Ich vermisse das Dorf am Nil, wo es keine Autos gab. Ich vermisse es nachmittags zuhause das kilometerweite Geräusch der Sagya-Maschine zu hören, eine Art Holz-Zahnrad, das mein Volk, die Nubier, erfunden haben. Dieses Geräusch des sich drehenden Holzes, wenn das Kamel oder die Kuh die Maschine bewegt, um das Wasser zu schöpfen, das vermisse ich. Heute gibt es kein Sagya mehr, nur mehr Motoren.
daStandard.at: Ist Ihnen Wien mittlerweile nicht auch schon zu laut geworden?
Ibrahim Hakim Ali: Wien ist nicht so laut wie Khartum, Kairo oder Istanbul. Wien ist eine ruhige Stadt mit guter Luft und vielen Parks, Wien gefällt mir sehr. Aber ich traue mich nicht sagen, ich bin Wiener.
daStandard.at: Obwohl Sie die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen und seit mehr als 25 Jahren hier leben?
Ibrahim Hakim Ali: Ich habe viel mit Afrikanern und anderen Zuwanderern aus verschiedensten Nationen diskutiert, die meisten davon hier geboren oder aufgewachsen, mit Staatsbürgerschaft und perfekten Deutschkenntnissen und die fühlen sich trotzdem nicht als Österreicher. Dieses Gefühl muss uns Wien und die Wiener geben, dass wir dann stolz sagen können: Ich bin Wiener. (Güler Alkan, 23. August 2011, daStandard.at)
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gehen mir schon dermaßen ... Können die Leute nicht einfach in Frieden leben????? Jeder will ein schönes Leben ... aber man verbringt die Zeit lieber damit, sich gegenseitig fertig zu machen.
"Carpe diem" hat seine Bedeutung verloren ... schade um diese schöne Erde.
Man könnte es noch genauer präzisieren, wann die verschärfte Fremdenfeindlichkeit begann: Es war Anfang der 90er Jahre.
Gründe:
1. Haider
2. die Übernahme von Haiders Wahlkampfpropaganda durch die SPÖ (ÖVP sowieso)
3. die Unfähigkeit der Österreicher zu sehen, dass ihre egoistische Denkunfähigkeit von Machtgeiern ausgenützt wird.
Die Zeit, die der Interviewte in guter Erinnerung hat, existiert für junge Österreicher gar nicht mehr, sie sind bereits in einer Atmosphäre des Rassenhasses aufgewachsen und wissen nicht, wie enorm die österreichische Lebensqualität durch diesen Hass gesunken ist - und zwar für ALLE Landesbewohner.
(Das heißt aber nicht, dass die Ösis früher keine Chauvinsten gewesen wären. Aber man zeigte es nicht so offen.)
Die Erfahrungen die die Österreicher mit den Zuwanderern gemacht haben könnte ein Grund für die immer stärkere Ablehnung sein, das müssen sie schon in Betracht ziehen. Ohne das hätte Haider nie eine Chance gehabt.Er hat dieses Unbehagen aufgegriffen und genützt.
Haider IST der Grund!
Ich habe es satt, die ständige Lüge von der angeblichen Überrepräsentation ausländischer Bürger in Österreich zu hören. Es gibt massenweise Länder mit wesentlich mehr Ausländern ohne Rassenhass.
Jeder, der damals dabei war, weiß: Wir konnten sehr gut zusammmen existieren, bevor Politiker wie Haider die Atmosphäre vergifteten.
Haider hat dasselbe gemacht wie sein großdeutsches Vorbild: Er hat der Mehrheit gesagt, dass sie wertvollere Menschen seien als die Minderheit (Juden/Ausländer) und dass diese verantwortlich sei für die Probleme der Mehrheit.
Es funktionierte und wird immer wieder funktionieren, so dumm sind wir. Und so angewiesen auf jemanden, der uns sagt, wie gut wir sind.
ich glaube nicht, dass haider schuld am steigenden rassismus bzw. wachsender fremdenfeindlichkeit war.
das maß der zuwanderung hatte vermutlich für viele damals das maß der erträglichkeit überschritten. die politik hat das lange ignoriert bzw. die leute zu beschwichtigen versucht.
das ergebnis sieht man heute. bald hat die blaubraune brut die mehrheit. super, oder?
Politik und gesellschaftliche Entwicklungen kann man nicht mit irgendeinem "Glauben" analysieren.
Haider hat eine damals neue politische "Sprache" etabliert (die ich eher als Gebell bezeichnen würde), und die anderen haben ihn imitiert aus Angst, gegen ihn die Wahlen zu verlieren.
Wie "erfolgreich" das System war und ist, sieht man auch an Ihrem Posting: Sie verstehen zwar noch, dass es sich bei den Braunblauen um eine "Brut" handelt, aber ihrer Propaganda von wegen irgendeinem "überschrittenen Maß" sind Sie genauso auf den Leim gegangen wie Millionen andere.
Es gibt kein überschrittenes Maß, unsere Zuwanderungsquote ist (z.B. im Vergleich zur Schweiz) lächerlich klein, unsere Abwanderungsquote riesig, aber der Ausländerhass enorm.
naja ich weiß nicht. ich bin ab und im außendienst, und wenn man da so durch gewisse gebiete wiens fährt kommt man sich als österreicher schon fast ein bissl fremd vor.
und da könnt ich mir durchaus vorstellen, dass das nicht allen österreichern so taugt wenn man auf der straße tlw. kein deutsches wort mehr hört.
Gebiete, wo man kein deutsches Wort hört? Wie schrecklich!!
Vielleicht sollten sich die Herrschaften Österreicher langsam daran gewöhnen, dass in Städten, die nicht völlig provinziell sein wollen, ein gewisser Ausländeranteil normal und bereichernd ist. In Berlin ist er viel höher, aber Braunen gibt es dort im Parlament keinen einzigen.
ich halte andere nicht für idioten. das überlasse ich lieber den linken gut- und bessermenschen die meinen jeden andersdenkenden denunzieren zu müssen.
soll doch jeder glauben was er will solang es mich nichts kostet bzw. mich nicht irgendwie belastet!
Das Denunzieren der Andersdenkenden ist die herausragende Eigenschaft der Rechten. Bitte keine Verdrehungen, wenn Sie ernsthaft diskutieren wollen.
Die Toleranz wohnt auf der linken Straßenseite. Toleranz bedeutet, den anderen anzuerkennen und ihm die gleichen Menschenrechte einzuräumen wie sich selbst, auch wenn man seine Lebens- und Denkensart für falsch hält. Diese Fähigkeit fehlt den Rechten total (und auch vielen Linken).
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