Österreicher in Kanada

"Du musst wissen woher du kommst"

Interview | Willi Kozanek, 6. September 2011, 09:00
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    "Mir kommt das Leben in Europa oft einfacher vor", sagt Rob Gorcian.

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    Rob Goricans Eltern wanderten mitte der 1950er jahre nach Kanada aus. Er und seine Brüder wurde in Kanada geboren.

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    Anfangs bekamen die Eltern Hilfe von Verwandten und der österreichischen Community, die früher aktiver war, erzählt Rob Gorcian.

Rob Gorican trifft sich regelmäßig mit anderen Austro-Kanadiern und bedauert den mangelnden Zusammenhalt innerhalb der österreichischen Community

Rob Goricans Eltern wanderten 1954 bzw. 1955 nach Kanada ein. Er war bisher acht Mal in Österreich und spricht perfektes Deutsch mit leichtem englischen und wienerischen Akzent. In Toronto organisiert er regelmäßig Stammtische österreichischer Kanadier.

daStandard.at: Warum treffen Sie sich monatlich mit anderen österreichischen Kanadiern?

Gorican: Zum einen denke ich, dass es in Toronto die meisten Österreich-Kanadier in Kanada gibt. Für mich persönlich ist es wichtig sich zu erinnern, wo man herkommt.

daStandard.at: Sie wurden in Kanada geboren. Warum haben Ihre Eltern Österreich verlassen?

Gorican: Sie kamen Mitte der 50er-Jahre nach Kanada. Es war nach dem Zweiten Weltkrieg schwierig einen Job in Österreich zu finden und ein "normales" Leben zu führen. In Kanada dagegen gab es für sie einfach mehr Möglichkeiten. Beide haben mir später immer gesagt, dass das Leben in Kanada besser war, als es in Österreich je hätte sein können.

daStandard.at: Wie wurden Ihre Eltern in Kanada aufgenommen? Waren die Anfänge schwierig?

Gorican: Nein, eigentlich nicht. Mein Vater war Zimmermann, er hat gleich Arbeit gefunden. Meine Mutter arbeitete als Krankenschwester. Anfangs bekamen sie Hilfe von Verwandten und die österreichische Community in Kanada war aktiver als sie es heute ist.

daStandard.at: Wie war das anfangs bei Ihnen zuhause? Sie sprechen Deutsch, sind aber in Kanada zur Welt gekommen.

Gorican: Zuhause haben wir immer Deutsch gesprochen. Ich habe aber zwei ältere Brüder, die nicht so gut Deutsch gelernt haben. Ich habe es als wichtig empfunden Deutsch zu lernen. Später nahm ich Kontakt mit Verwandten in Wien auf, in der Schule und an der Universität habe ich Deutsch-Kurse belegt.

daStandard.at: In Toronto gibt es ein "Little Italy", "Portugal Village" oder "Little India". Gibt es auch ein deutsches oder österreichisches Viertel?

Gorcian: Nein, leider nicht. In Scarborough, im Osten Torontos, gibt es einen Block mit deutschen Geschäften, weil es dort viele deutsche Firmen gibt. Österreichische Geschäfte gibt's dort aber nicht. Nach dem Krieg gab es aber viele neu angekommene Österreicher in Toronto. Mit der Zeit sind jedoch viele gestorben oder innerhalb Kanadas umgezogen. In Kitchener, eine Stunde von Toronto entfernt, gibt es allerdings eine große österreichische und deutsche Gemeinschaft. Das zweitgrößte Oktoberfest der Welt findet zum Beispiel dort statt. In Toronto halten die deutschstämmigen Menschen noch eher zusammen als die Österreicher. Warum weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich find's jedenfalls schade.

daStandard.at: Was verbindet Sie noch mit Österreich?

Gorican: Ich bin österreichischer Staatsbürger, habe eine doppelte Staatsbürgerschaft. Ich will mit meinen Verwandten in Österreich in Verbindung bleiben, meine Familie war die einzige, die ausgewandert ist. Du musst einfach wissen, woher du bist.

daStandard.at: Lernen Ihre Kinder, oder die Kinder Ihrer Brüder Deutsch?

Gorcian: Nein. Meine Brüder hatten kein Interesse an der deutschen Sprache. Kontakt zu halten war für sie nicht so wichtig. Wenn ich Kinder hätte, würde ich ihnen auf jeden Fall Deutsch beibringen wollen. Es gibt in meiner Wohngegend eine Sprachschule, wo Kinder Deutsch lernen können. Man muss für die zwar bezahlen, mir wäre das aber das Geld wert.

daStandard.at: Könnten Sie sich vorstellen nach Österreich auszuwandern?

Gorican: Ja, könnte ich. Die Lebensart in Österreich ist komplett anders als in Nordamerika. Es gibt diesen Spruch "You work to live or you live to work". In Kanada geht's immer nur um Arbeit, Arbeit, Arbeit. Freizeit hast du nicht viel. Ich bekomme maximal zwei Wochen im Jahr Urlaub. Mir kommt das Leben in Europa oft einfacher vor. Man weiß dort natürlich, dass ein Mensch arbeiten muss. Die Einsicht, dass man auch weg von der Arbeit muss, Freizeit haben soll, ist dort aber größer. Mir fehlt diese Einsicht in Kanada. Dass in Österreich Geschäfte am Sonntag geschlossen bleiben ist zum Beispiel toll.

daStandard.at: Inwiefern gehen Kanadier, ihrer Meinung nach, mit Einwanderern anders um als Österreicher?

Gorcian: Bei uns sind Immigranten sehr willkommen. Die Regierung unterstützt, dass Einwanderer ihre Familien mitbringen können, hilft bei der Arbeitssuche. Das ist auch gut so. In Österreich ist es schwieriger für Ankommende. Vielleicht sind die Österreicher konservativer, es gibt die Freiheitliche Partei, Diskussionen um Minarett-Verbote. Diese Tendenzen gibt's auch hier, aber die Kanadier sind weiter entfernt von Ausländerhass.

daStandard.at: Gefällt es Ihnen in einer ethnisch so vielfältigen Stadt zu leben?

Gorican: Mir gefällt es so wie es in Toronto ist. Es gibt hier kaum Streit zwischen den verschiedenen Kulturen. Eine richtige Metropole braucht viele verschiedene Kulturen.

daStandard.at: In Europa waren islam-feindliche Parteien in den letzten Jahren im Aufwind. Existieren auch in Kanada Parteien, die sich über die Ablehnung zum Islam definieren?

Gorican: Nein, das gibt es nicht. Unserer konservativen Parteien definieren sich über andere Merkmale. Wir grenzen aber an die USA und dort hat man seit 9/11 größere Angst vor muslimischen Zuwanderern. Wenn die USA nicht will, dass man nach Nordamerika einwandert, dann wird man auch nicht nach Kanada einwandern können.

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16 Postings
Baron Homo urbanus
 
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für die französischen Quebecer wie ein Bade-Urlaub in Florida.Meine Gattin hat die Provinz Quebec dann verlassen. Mich hat man mehr oder weniger gezwungen eine Scheidung einzureichen...Heute habe ich keine Ahnung was ich machen kann, soll, für die

Zeit wo ich nach den Arbeitsunfällen unfähig war, hat man mir ein Almosen gegeben, keine Behandlung, noch keine Behandlung...Keine Ahnung was ich jetzt machen werde, weil das Geld haben die halbiert, bald werden die nichts mehr zahlen,das heisst wahrscheinlich bring Dich um, die Selbstmorde werden hier total verschwiegen. Man sagt es war eine technische Panne.Viele Leute schlafen bei -30 wo auf der Strasse. Oder wo in der Untergrundbahn am Tag.Aber noch habe ich eine Wohnung, heizen tue ich kaum, Essen koche ich mir auch nur selten. Stromzähler habe ich keinen in der Wohnung, man klaut mir Strom. So zahle ich mehr als dreimal das was ich verbrauche, unmöglich bis heute da was zu machen, die Stromversorgung hat Monopol, Alkohol=Monopol etc.

Baron Homo urbanus
 
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extremst schmerzhaft, alles nie behandelt, bis heute keine Behandlung, weil hier ein Drittel keinen Arzt oder Zahnarzt hat..Von 23 Familien die mit mir ankamen, sind alle wieder weg....Ein Bruch der Hand wurde monatelang von Quebecern manipuliert,

ich konnte ein paar Tage eine Behandlung in der Steiermark haben die meine arme Mutter bezahlte, weil sonst wäre meine Hand gar nicht mehr zu bewegen,6 Monate mit einem blutenden und schmerzenden Melanom Malin und bei 20 Quebecer Spezialisten, wo ich oft den ganzen Tag warten musste bis ich dran kam, meist als letzter, auch wenn ich erster war.Wie ich mir dann den Krebs wegschneiden ließ und mich behandeln ließ in der Steiermark, meinte der von der Quebecer Provinzregierung, ich hätte einen Urlaub wie in Florida dort gemacht..Noch ein zweites Mal, da war ein Plattenepithelkarzinom, da rannte ich drei Monate herum um eine Behandlung zu erhalten, die hätte ich vielleicht heute noch nicht.Also wieder in der Steiermark wegoperiert, für die

Baron Homo urbanus
 
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Betrifft eher die Provinz Ontario mit Hauptstadt Toronto, Kanada ist von einem Ozean zum anderen, vom Atlantik zum Pazifik, zweiter Staat in km2 der Erde nach Russland, mit kaum 33 Millionen Einwohnern... Name: unterm Bild Gorcian im Text Gorican

116 mal Österreich, wo alleine die Provinz Quebec 16 mal so groß wie Österreich ist 0Rettungshubschrauber für Kranke,oder Verletzte in Quebec,Kinder werden oft viele Stunden transportiert und sterben bei der Ankunft im Spital.Wie wir ankamen war es unmöglich eine Arbeit zu bekommen in Montreal, mit 7001 Bewerbungen für mich alleine.Schlussendlich nach 5 Jahren bekam ich einen Hilfsposten bei einem Rumänischen Schloss mit Schwimmbad, war mit 20 Stockwerken, für Studenten, die oft nicht einmal ein Jahr blieben,wo ich ununterbrochen reparierte und ausmalte.Nach einem Jahr, hatte ich den Eindruck, 12 Jahre Auschwitz gemacht zu haben, meine Gesundheit total zerstört...Die Muskeln der Schultern zerrissen, der Rücken durch Sturz bei der Arbeit

onlooker
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nun in trornot hat es bis ende der 1980 jahre einen

sehr aktiven österreichischen klub gegeben, aber desto mehr die alten wegsterben, desto geringer wird das interesse der nächsten generationen, deswegen gibt es auch nicht diesen klub edelweiss nicht mehr, leider

==McMurphy==
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diesen "club"

auf der beverly gibt es unter anderem deswegen nicht, weil dort eben in den "späten achtzigern" ein bild von dem herrn waldheim hing, was eben in der zeit die allermeisten austro-stämmigen einen großen bogen um die 70er bruchbude machen ließ.

das signifikante bei österr. & deutschen einwanderern in canada, im gegensatz zu solchen aus anderen kulturkreisen, ist außerdem der nur bei bestimmten exemplaren bekannte hang zum "old country" - so gesehen ist gorican ein untypischer "austro-kanadier".

die diversen west-österreicher die mit ihrem austro-gehabe in western canada geld verdienen, keine schande, haben halt auch andere gründe das zu tun - eben einkommen zu lukrieren.

onlooker
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frage mich nur wie oft sie in dieser bruchbude waren,

und wieviel sie über die struktur diese klubs, seit den 40iger jahren existierte, und auch carepakete in das hungrige österreich schickte, so begann nämlich der klub, und ich kenne den klub besser als sie erahnen können

onlooker
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sie müssen ein armer mensch sein, diese bruchbude

hatte über 1500 mitglieder, hatte viele untergruppen, kinder lernten österreichische tänze und traten auch bei vielen events auf,
die guten schnitzeln waren bekannt und auch der von der frauengruppe hausgemachte apfelstrudel, war besonders bei der caravan sehr beliebt,
diese bruchbude hat den damligen besuchern viele schöne stunden bereitet, you are just a sourpuss, get lost

==McMurphy==
00

nicht um hier mit ihrer schnitzel-seligkeit in konkurrenz treten zu wollen - ich hatte mich ein jahrlang fünf häuser weiter eingemietet & mein herr papa, der auch so ein ewiger austro war, hat in den siebzigern bei dem club fußball gespielt (wie ich auch) und schon damals konnte man nicht genug austro freddies zusammenbekommen für eine austro elf.

was die care pakete betrifft, könnte ich ebenso tagtäglich zu mcdonalds wegen des madshall plans.

alles was sie sonst noch an austro annehmlichkeiten schildern sei ihnen gegönnt.

onlooking is not enough, a little second thought once in a while will take you places....

onlooker
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ich war ein teil diese klubes, und ich glaube gorican war ein junger schuhplattler,

für viele war es einmeetingplace,an dem man sich zusammensetzen konnte, der stammtisch war mit den jungen etwa 30 jährigen voll, und das sie nicht wissen was carepakete waren, dass können sie nicht wissen, aber ihr vater schon, denn in österreich hatten wir hunger, und unsere landsleute in kabnad uns schickten, sie hatten in kanada nie hunger gehabt, wir in österreich aber schon, sie sind wirklich von der natur sehr benachteiligt, und zu ohrem dummdtreidtn bemerkung, wegen waldheim, ja es war ein thema, und wir hatten eine abstimmung, die befürworter behielten recht, für ihre ignoranz, wir hatten auch eine wiener gruppe,
"servus wien", dabei hatten wir auch juden, zb. wasservogel, kaufmann usw, die blieben treue mitglieder, alles BS

Timagoras
 
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Rob Gorcian möchte seine wurzeln nicht vergessen, es ist für ihn wichtig sich zu erinnern, wo man herkommt, und er sieht sich vermutlich als "Austrokanadier".

seine brüder sehen das offenbar anders, haben sich vollkommen assimiliert und sehen sich nur noch als Kanadier.
beides ist möglich.
und beides soll möglich sein.

wie man sieht, haben nicht alle österreichischen auswanderer bzw. deren nachkommen die selbe einstellung oder mentalität (nicht mal, wenn sie brüder sind).
so wie nicht alle Österreich-immigranten oder deren nachkommen die selbe einstellung oder mentalität haben.
vielleicht kann man daher mal aufhören, von "den Türken", "den Deutschen", "den Amerikanern", den Arabern" oder "den Polen" zu reden.
menschen sind individuen!

meistens jedenfalls ;o)

mikesh713
 
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"I'm Italian" oder "I'm Greek", etc hoert man hier in Kanada aber auch sehr oft. Fuer viele ist es anscheinend moeglich, aktiv an der kanadischen Gesellschaft teilzunehmen und sich gleichzeitig sehr stark mit ihrer Abstammung zu identifizieren. Das geht dann sogar so weit, dass Leute, die ausser "Pasta" kein einziges Wort Italienisch sprechen, auf Englisch einen italienischen Akzent haben. Muss aber dazusagen, dass es sich abei meist um die mind. 2. oder 3. Generation handelt.

onlooker
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es gibt aber schon bestimmte ausdrücke für verschiedene nationen

die deutschsprechenden werden als crouts bezeichnet, wahrscheinlich für kraut, usw aber wirklich schlimme namen, können auch eine anzeige bringen,
die regierungen schauen schon darauf, dass keine diskriminierungen stattfinden

Igor Gassner
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Europäische Einwanderer

und meist auch fernöstliche haben auch kein Problem sich zu integrieren auch bei uns nicht und ich kenne Kanadier die ganz was anderes sagen im Bezug auf Integrationin kanada und die explodierde Kriminalitätsrate in Vancouver spricht auch eine andere Sprache.

onlooker
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von wo wissen sie denn, dass die kriminalität

in vancouver höher ist als zb. toronto? haben sie irgendwelche quellen?

Timagoras
 
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"die explodierde Kriminalitätsrate in Vancouver spricht auch eine andere Sprache."

.
trotzdem werden kriminelle taten nicht von "ethnien", "völkern" oder glaubensgemeinschaften begangen, sondern von individuen (bzw. "besten"falls von banden).

dass unter bestimmten umständen manche oder viele dieser individuen eine gemeinsame herkunft haben, bedeutet nicht, dass "die einen" kimineller (oder fauler oder dümmer oder sonstwas) sind, als "die anderen".

ordy
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Es könnte aber auf eine unterschiedliche kulturelle Prägung hinweisen.

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