Mormonen in Wien

"Es ist alles freiwillig"

Reportage | Eva Zelechowski und Olivera Stajić, 16. September 2011, 09:00
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    Elisabeth Pietsch, Esther Duffles und Sunday Talabi vor der Kirche im 19. Wiener Gemeindebezirk.

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    Vortragssal in der Silbergasse.

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    Sunday Talabi vor "seinem" Taufbecken.

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    Das Plakat mit den "Essgeboten" richtet sich an die Kleinsten.

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    Im gleichen Raum hängt auch der Unterrichtsplan für die Kinderklasse.

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    An diesem Abend wird in der Florianigasse über das Thema "Glaube und Zukuft" vorgetragen.

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    Vor dem Vortrag wird kurz gebetet und gesungen.

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    An den Wänden des Institutszentrums kann man über die Bedeutung der Familie bei den Mormonen nachlesen.

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    Oder über das Studieren. Gemeint sind natürlich die heiligen Schriften.

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    Nach dem Vortrag wird gemeinsam gegessen.

Wie leben die sogenannten "Heiligen der Letzten Tage"? Augenschein in einer Mormonen-Gemeinde

Die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (auch Mormonen genannt) in der Silbergasse im 19. Wiener Gemeindebezirk liegt relativ unauffällig an einer stark befahrenen Kreuzung. Die schlichte Betonbau-Architektur des weiß gestrichenen Gebäudes kommt auch im Inneren zum Tragen. Festsaal, Vortragssaal und Gruppenräume sind hell und simpel in ihrer Funktionalität. Kein Schnick-Schnack. Der einzige Raum, der sich ein wenig abhebt, ist jener mit dem Taufbecken in hellblauem Mosaik. Für die Taufe zum offiziellen Mitglied der Mormonengemeinde wird ein weißes Gewand übergestreift, danach wird der Täufling im Wasserbecken vollständig untergetaucht. Über dem Becken ist ein Spiegel angebracht, "für die Zeugen", wie auf Nachfrage erklärt wird. "Ich selbst wurde hier getauft", sagt Sunday Talabi stolz, der bereits die Funktion des Bischofs in einer der fünf Wiener Mormonen-Gemeinden innehatte.

Fleißarbeit am Sonntag

Der sonntägliche Gottesdienst dauert bei den strebsamen Mormonen insgesamt drei Stunden. Davon geht eine Stunde für die sogenannte "Sonntagsschule" drauf, wo die Mitglieder getrennt nach Geschlecht und Altersgruppen frommen Diskussionen nachgehen. Anschließend finden sich alle zum klassischen Gottesdienst zusammen.

Für die Klassen wurde ein Leitfaden erarbeitet, der "bei den Frauen die gleichen Themen behandelt wie bei den Männern", sagt Talabi. Der Diplomkrankenpfleger stammt ursprünglich aus Nigeria und lebt seit 30 Jahren in Wien. Die geschlechtliche Trennung begründet der 54-Jährige mit der Diversität der Aufgaben, die Frauen und Männer - Brüder und Schwestern, wie sie sich gegenseitig nennen -  jeweils in der Gemeinde zu erfüllen haben. "Außerdem können Frauen auf diese Weise ungezwungen miteinander sprechen - genauso wie Männer untereinander."

In Krisenzeiten zum Glauben

Dass Elisabeth Pietsch in einer für sie schwierigen Lebensphase zum Glauben und dem Buch Mormon fand, ist für sie mehr als verständlich: "Viele Menschen suchen in Krisenzeiten Hilfe und Trost im Glauben", erzählt die Öffentlichkeitsbeuftragte der österreichischen Mormonen. Auch durch Flüchtlingswellen, unter anderem aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Tschechien oder Polen, stieg die Mitgliederanzahl der Mormonengemeinden in Wien und Österreich an. Menschen in Notsituationen zu helfen, wird großgeschrieben, betont Pietsch. Beistand und Hilfe bei Behördengängen oder Deutsch- und Englischkurse als Integrationshilfe in Österreich, gehören auch dazu. Die Laienpriesterschaft, das Abhalten von Klassen und Betreuung von Freizeit-Aktivitäten - alles erfolgt ehrenamtlich.

Das Zehntel

Die Gemeinschaft finanziert sich aus Spenden, beziehungsweise durch freiwillige Abgaben. Menschen, die sich beim Mitgliedsbeitrag, der mit einem "Zehnten Teil des Einkommens" beziffert ist, schwer tun, unterstütze die Gemeinde. Die Zahlung des Zehnten, eine Praxis, die von Kritikern der Kirche stark angeprangert wird, ist aber selbstverständlich eine Freiwilligkeit, betont Pietsch. Erlagscheine, die am Eingang des Gemeindezentrums aufliegen, aber auch belehrende Comics, die in der Kirchenzeitschrift "Liahona", auch den Kleinsten die Bedeutung des "Zehnten" verdeutlichen sollen, zeugen nachdrücklich von der Bedeutung der Abgabe.

In frommer Mission

Neben der Abgabe des Zehntels, ist auch Missionsarbeit eine weitere wesentliche Säule des Mormonentums. In Wien und anderen österreichischen Städten gehören die jungen Männer in adretten schwarzen Anzügen - und etwas seltener auch junge Frauen in gerade geschnittenen langen Röcken - zum Straßenbild. Missionieren, also die Verbreitung des Evangeliums und somit das Gewinnen neuer Mitglieder, wird schon den Kleinsten als wichtige Aufgabe vermittelt: Auf den Kinderseiten der Kirchenzeitung wird die Geschichte von kleinem Jakob erzählt, der nicht resigniert als sein Schulkamerad nicht sofort einwilligt, mit ihm am Sonntag in die Messe zu gehen. Er lernt einfach, dass er "immer wieder" fragen muss.

Kostenaufwendig

Doch nicht nur das Missionieren im klassischen Sinne gehört zu der Aufgabe der jungen Leute. Die 25-jährige Esther, die in Alaska in einer Mormonenfamilie aufgewachsen ist, durfte ihren Dienst am Tempel-Platz in Salt Lake City verrichten. Ab etwa 19 Jahren entscheiden sich Mitglieder der Kirche "freiwillig und freudig", wie immer betont wird, dazu, ob sie in die Welt hinausgeschickt werden wollen, um ihre Bekehrungsarbeit zu machen. Für Frauen sieht die Kirche 18 Monate vor, bei Männern dauert der Missionsdienst ein halbes Jahr länger.

Wohin die Reise für jemanden geht, entscheidet der Kirchenrat. Bezahlen müssen die MissionarInnen für Kost und Logis selbst. In dieser Zeit müssen sie weltlichen Ablenkungen wie Kino, moderner Musik oder "normaler Kleidung" entsagen.

"Schön anständig muss es sein"

Esther kam nach ihrer Missionszeit in Utah nach Österreich, um hier Medizin zu studieren. Sie führt in Wien nun ein normales Studentenleben, wie sie erzählt. "Der einzige Unterschied zwischen mir und anderen", erklärt sie lachend, "ist, dass ich keinen Kaffee, Tee oder Alkohol trinke." Dass sie auch keine figurbetonte Kleidung und Röcke, die ihre Knie entblößen, trägt, kommt hinzu: "Schön anständig muss es halt sein."

In der Erziehung der "jungen Damen", wie die Klassen der Mädchen von zwölf bis achtzehn Jahren genannt werden, wird Anständigkeit ausführlich behandelt. Im Heftchen "Für eine starke Jugend - Unsere Pflicht vor Gott erfüllen", ist auf der ersten Seite ein traurig dreinschauender Jesus abgebildet. Im Kapitel "Sexuelle Reinheit" ist wenig überraschend zu lesen, dass nur die eheliche Sexualität schön und heilig ist. Dass "sexuelle Intimität vor der Ehe in Ordnung sei, wenn man verliebt ist, stimmt nicht", heißt es. Die Folge, laut Leitfaden: Seelische Schäden. Küsse seien wohl "o.k.", nicht aber, wenn sie "leidenschaftlich" sind und die Zunge ins Spiel kommt. Neben Frohsinn, heiler Welt und Nächstenliebe fällt Lustunterdrückung als wesentliches Element im kleinen Buch der Ge- und Verbote auf.

Entscheidungsfreiheit

Während Elisabeth Pietsch durch Haus und Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage führt, verabsäumt sie nicht, immer wieder auf die Entscheidungsfreiheit hinzuweisen: "Sie müssen berücksichtigen, alles ist freiwillig!" Freiwillig sind auch die Teilnahmen an zahlreichen Aktivitäten, die man unter der Woche besuchen kann. So treffen sich jeden Mittwochabend im Institutszentrum in der Florianigasse in Wien junge MormoneInnen zu einer Religionsstunde. An diesem Abend gibt es einen Power Point unterstützten Vortrag zum Thema "Glaube und Zukunft". Etwa 30 Jugendliche hören zu und melden sich vereinzelt zu Wort. Auch Esther ist wieder da und übersetzt simultan für eine Mitschwester, die kein Deutsch spricht. An diesem Abend haben sich viele amerikanische Studenten aus der Brigham Young University in Provo, Utah, die von der Mormonengemeinschaft finanziert wird, im Vortragssaal eingefunden.

"Ewige Familie" und Happy End

Bildung ist wichtig, betont Frau Pietsch, natürlich auch für Frauen. Aber das Familienleben, hat einen wichtigen Stellenwert - bei den Mormonen noch mehr als bei anderen Glaubensgemeinschaften, glauben doch die Heiligen der Letzten Tage an die "ewige Familie" und die "ewige Ehe". Ein Umstand, der durchaus beunruhigen kann, falls sich die irdische Familie nicht geschlossen zum Buch Mormon bekennt. Die beiläufige Frage, "wie denn ihre Familie auf die Taufe reagiert habe", die Frau Pietsch an eine junge Wienerin stellt, die gerade aus den USA zurückkehrt und unter den Mormonen Anschluss sucht, gewinnt beim Blättern der "Liahona"-Ausgaben an Bedeutung: Geschichten über Lebenskrisen, Ehekräche und Familienzwistigkeiten füllen ganze Seiten der Kirchen-Zeitung. Und natürlich gibt es immer ein durch Liebe, Beten und Fasten vollbrachtes Happy End. (Eva Zelechowski und Olivera Stajić, daStandard.at, 16.09.2011)


Mormonen - Religionsgemeinschaft "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage"

1830 gründete Joseph Smith im US-Bundesstaat New York die erste mormonische Religionsgemeinschaft "Church of Christ", aus welcher die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (HLT) hervorging. Der Glauben beruft sich auf das Buch Mormon, das Prophet Smith basierend auf seinen Visionen verfasst haben soll. Weltweit existieren 14 Millionen getaufte Mitglieder, 6,5 davon in den USA. In Österreich leben etwa 4.000 Mormonen. Seit 1955 ist die Kirche hierzulande staatlich anerkannt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
1 2
Dr Stänkerer
01
5.10.2011, 14:17
Elivs Lebt!

Sam Harris: "Wenn jemand in der Arbeit, in einer Unterhaltung oder in einem Job-Interview behauptet, Elivs lebt, zahlt er sofort einen Preis in Form von kaum verhuelltem Gelaechter."
Es ist erstaunlich dass Ideen und Ueberzeugungen, die in jedem anderen sozialen Kontext voellig absurd und lachhaft waeren, von an sich vernunftbegabten, erwachsenen Menschen akzeptiert und sogar respektiert werden, wenn man sie nur als "religioese Ueberzeugung" tituliert. Ein wahrhafter Schwachpunkt der Evolution, der uns immer wieder hilft, uns gegenseitig in Massen umzubringen.

Dr Stänkerer
00
5.10.2011, 14:08
Es ist erstaunlich...

David Wolfer
00
29.9.2011, 17:11
Schön

Schöner Artikel! Habe es sehr gerne gelesen.
Nur, mir ist nicht klar ob der Autor die Rolle der Frauen in dieser Kirche negativ darstellen will oder nicht.

StoinerneMa
00
23.9.2011, 00:34
spannend

ich wohne selbst im 19ten und kenne die "Mormonen"-Kirche nur vom "Vorbeispazieren".
Danke für den spannenden Artikel, war wirklich lesenswert!

socram
00
18.9.2011, 17:28

man kann propaganda-postings auch subtiler verpacken. so weiss man halt gleich, woher der wind weht. sehr gut!

GhostInside
00
22.9.2011, 14:16
reaktionär

sehr reaktionär dieses Weltbild.

Elisa B
02
17.9.2011, 08:05
arges Weltbild

haben mal einen Vortrag von denen in Wien gehört: Die Kreationisten sind nix dagegen!
Man hat folgendes unterstützt durch Bilder dargeboten: Jesus kam nach Nordamerika, und diejenigen die nicht an ihn geglaubt haben wurden zu Indianern!!!

amneris
31
17.9.2011, 14:54
Oje....

da hast Du wohl einiges verwechselt. :D Schau besser auf der Kirchenhomepage nach.

Wichtelo Saurus
00
17.9.2011, 01:24

Also Kirche hin oder her... ich bin nur froh, dass ich auf keinem dieser Fotos bin^^

...was ich aber fast noch besser finde ist, dass die Soletti Packung unter den "Essgeboten" bei "JA!" zu finden ist!
Wie kann meine etwas gegen eine Kirche haben die solche Wahrheiten lehrt!

Gen Bausteine
 
40
16.9.2011, 17:55
Ur-Kirche

Wer die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage genauer untersucht wird erkennen, dass es die wiederhergestellte Kirche ist, die Jesus gegründet hat. Soger die Mitglieder werden Heilige genannt, so wie Paulus die Mitglieder der Kirche damals vor 2000 Jahren genannt hat. Es gibt wieder Apostel, Propheten, Hirten und Lehrer, Missionare ein weiteres Zeichen wie Jesus seine Kirche organisiert hat. Diese Grundlage hat man nach dem Tod der Apostel nicht mehr als notwendig erachtet. Dann hat der Abfall begonnen und alles wurde ohne Vollmacht von Gott nach der Weisheit der Menschen weitergeführt. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Mot_the_Barber
33
16.9.2011, 17:27
Ich lebe...

als Student in Wien, studiere berufsbegleitend auf der FH Wien, bin als Marketing Manager tätig. Bin seit bald 2 Jahren glücklich verheiratet. Meine Frau studiert auf der FH-Campus. Ich fahre jeden Tag mit U3, U4 und U6. Meine Lieblingsspeise sind Mohnnudeln. Ich schaue gerne Stargate und Friends. Mein Lieblingsfußballverein ist Borussia Dortmund (schon seit über 10 Jahren). Auf die Welt kam ich in Innsbruck, aufgewachsen bin ich in Oberösterreich. Mein Lieblingsberg zum Bergsteigen ist der Traunstein...puh und es gibt noch so viel mehr.
Aja...ich bin 23 und ich bin Mormone.

Bartholomew
01
7.10.2011, 16:45
Normales Leben?!

Ich finde es äußerst interessant wie Mot_the_Barber hier versucht darzustellen, dass Mormonen eh ganz normale Leute wären.
Leider muss ich dem gänzlich wiedersprechen!
Jedes Wochenede ist verplant indem Mormonen extrem viel Zeit Samstags verbringen müssen um für die Kirchenvorträge am Sonntag vorzubereiten. Am So selbst heißt es ab in die Kirche und nachher dürfen sie keinen Sport machen (ja nichmal baden gehn im Sommer) Das hatfür mich einfach relativ wenig mit Glauben an Gott zu tun...
Aber wirklich die GRasbirnen steigen mir auf, wenn in der Liahona suggeriert wd, dass Mormoninnen möglichst viele Kinder aufziehen sollten und zu Hause ihren Pflichten nachkommen sollten :S

Mot_the_Barber
00
8.10.2011, 20:02
und nochmal falsch...

...ich gehe gerne, auch Sonntags zum See, auch habe ich schon das eine oder andere Mal Fußball (mit den Söhnen des Bischofs gespielt). Diesen Sonntag fahre ich auf Messe nach Hannover, nächsten Sonntag nach Oberösterreich zu meiner Schwiegerfamilie. Ich kann nur sagen die Kirche der Mormonen (eigentlich Kirche Jesu Christi der hl. der letzten Tage) ist eine Kirche der Selbstbestimmung, auch wenn es sicher Mitglieder gibt die ihre Ansichten anderen aufzwingen, wie das auch in anderen Kirchen, politischen Richtungen, usw. vorkommt. Aber es ist so wie im Fußball, nicht nach den Hooligans sollte man den Sport beurteilen.

Dr Stänkerer
01
5.10.2011, 14:06
Naja, es hat eben jeder sein Binkerl zu tragen...

Thomas Höbelt
 
10
26.9.2011, 18:35
Ach sooo ????

Friends ? da wird aber jede Menge geküsst, sogar unter Verwendung der Zunge, und sogar vor- außer- und homosexueller Verkehr werden da dargestellt.
Wenn das mal nicht den strengen Moralvorstellungen Ihrer Kirche wiederspricht, so einen Schund dürfen sie doch gar nicht mögen.

P.S.
Hier meine höflichste Entschuldigung an die Macher der Serie Friends, welche ich alter Agnostiker stets genossen habe.

PPS. mußte nach den anderen Postings einfach noch einen nachsetzten.

Mot_the_Barber
10
26.9.2011, 19:22
Unnötig...

...so ein Kommentar.

Welch Wunder: Ich darf mögen was ich will, keine Kirche der Welt kann mir hier etwas vorschreiben.

Thomas Höbelt
 
00
27.9.2011, 00:27
Na dann....

ist das ähnlich wie mit den aktuellen Rebellen in der kath.Kirche.

Wenn sie z.B. vor- oder außerehelichen GV mögen, dann sind sie vielleicht auf dem Papier Mitglied dieser Kirche, aber sicher nicht in deren Ansicht.

Mot_the_Barber
00
27.9.2011, 13:41
Mögen?

Hier ein Ihrer Argumentation folgendes Beispiel:
Jemand schaut gerne Horrorfilme. Niemand würde nun behaupten dieser jemand "mag" es Menschen zu quälen und sie anschließend zu töten.

Filme und Serien dienen zur Unterhaltung und manchmal auch Bildung. Schauen Sie nur Dinge die Ihren derzeitigen Ansichten entsprechen? Wohl eher nicht oder?

Thomas Höbelt
 
12
26.9.2011, 15:42
Dann sind Sie eingutes Beispiel für jemanden,

der den so oft geforderten Säkularismus, zumindestens persönlich lebt, und Glaube als reine Privatsache betreibt.

Denn wäre dem nicht so, kann ich mir kaum vorstellen, daß jemand sie in einer verantwortlichen Position ( Marketing Manager mit 23, na gut Titel sind geduldig ) einstellen würde , wenn Sie Ihm offenbaren, daß Sie ernsthaft glauben Jesus war in Amerika und hat die ungläubigen Weißen rot angemalt.

Mot_the_Barber
00
26.9.2011, 17:15
Ganz im Gegenteil...

...Sowohl meine Vorgesetzten, als auch jeder meiner Mitarbeiter und Kollegen weiß um meine "ach so außerwgewöhnlichen" Ansichten bescheid. Jedoch haben diese erkannt das nicht religiöse Ansichten, sondern Fleiß und Ambitioniertheit, kombiniert mit Ehrlichkeit und Moral ein wesentlicher Faktor zu Erfolg sind, und einem Unternehmen daher wesentliche Vorteile bringen (kann), selbst wenn der betreffende 23 Jahre alt ist.

Thomas Höbelt
 
01
26.9.2011, 18:11
kombiniert mit Ehrlichkeit und Moral

bitte strapazieren Sie keine Begriffe, von denen Sie bereits erwiesener Maßen keine Ahnung haben.
Wenn sie mit Moral ( Bitte in einem einschlägigen Werk zur deutschen Sprache wie z.B. dem Duden nachschlagen ) die kruden Vorstellungen Ihrer "Kirche" zu einer geschlossenen Gesellschaft meinen, ist Ihnen ohnedies kaum mehr zu helfen.

Und auch was Moral und wirtschaftlichen Erfolg und deren Zusammenhang betrifft, dürften Sie ein paar einschlägige Vorlesungen geschwänzt haben.

Darf ich Raten ? Ihr gesamtes Unternehmen steht irgendwie dieser Organisation nahe, oder sogar in deren Eigentum, und rekrutiert einen Gutteil seiner Belegschaft aus deren Kader ?

Wichtelo Saurus
00
30.9.2011, 11:01
Beeindruckend!

gut geraten!

Zum Glueck kennen Sie sich so gut aus und haben, in Ihrem Weltbild, alles, ohne Vorurteile, durchschaut...

Mot_the_Barber
00
26.9.2011, 19:16
Schon wieder Falsch...

...ich bin der einzige Mormone (und soweit ich weiß gab es auch noch nie vorher einen) in der Firma.

Bezüglich Begrifflichkeiten, so habe ich wohl vergessen zu sagen, dass ich Idealist bin, und dank meiner bisherigen (wenn auch bescheidenen) Erfahrung (neben Marketing, auch zum Beispiel im Verkauf/Außendienst) werde ich diesen Weg auch weiterhin verfolgen (egal was mir irgendein Lektor rät). Welchen Grundsätzen folgen Sie in Ihren beruflichen Entscheidungen?

Welchen Bezug haben Sie eigentlich zu den Mormonen? Sie scheinen ja schon die eine oder andere (schlechte) Begegnung gemacht zu haben?

Thomas Höbelt
 
01
27.9.2011, 00:33
Welchen Bezug haben Sie eigentlich zu den Mormonen?

Denselben, wie zu anderen Kirchen.
Ich finde es sind allesamt Organisationen, die sich ohne irgendeine vernünftige Rechtfertigung in das Privatleben von Menschen einmischen, oder dies zumindest versuchen.
Ich respektiere zur Not noch den "Glauben" eines Menschen an z.B. gewisse Inhalte des NT, aber noch niemand hat mit schlüssig erklären können wozu es Kirchen(Organisationen ) braucht.

Oder warum jemand der Erklärungen für transzendentale Dinge liefert, sich gerade in allzu ziszendentales einmischen will.

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