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vergrößern 600x450Iorgos (ganz links), Tania (ganz rechts) und Nota (zweite von rechts) protestieren täglich seit der Verabschiedung des Hochschulrahmengesetzes.
vergrößern 600x450Große Studentendemonstration letzte Woche am Sintagmaplatz.

Studenten protestieren am Sintagma Platz in Athen - im Hintergrund das Parlament, wo im August über das Hochschulrahmengesetz abgestimmt wurde.

Aris Mattheou lehrt "Communication Management" leitet die Öffentlichkeitsarbeit am New York College in Athen. Seine Institution hat von der Krise profitiert, erzählt Mattheou.
vergrößern 600x450Wie bei jeder Demonstration in der griechischen Hauptstadt, gibt es auch bei den Studentendemos ein großes Polizeiaufgebot.

Dieser Bericht wurde im Rahmen von eurotours 2011 erstellt. eurotours ist ein Projekt der Europapartnerschaft, finanziert aus Gemeinschaftsmittelen der EU.
Vor dem Gebäude der "alten", Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil erbauten Athener Universität, hat sich eine Gruppe junger Menschen versammelt. Mit Fahnen in der Hand stehen sie vor dem Gebäude, tratschen, rauchen und trinken Wasser aus Plastikflaschen. Alle paar Minuten unterbrechen sie ihre Gespräche - immer dann, wenn Iorgos in sein Megaphon brüllt: "Freie Bildung für alle! Wir sind keine neoliberalen Sklaven! Die Universitäten den Studierenden!" Seine KollegInnen antworten, indem sie seine Sprüche lautstark nachskandieren.
Abschaffung studentischer Mitbestimmung
Seit der Verabschiedung des Hochschulrahmengesetzes kommen "zumindest ein paar von uns jeden Tag hierher, um dagegen zu protestieren", erzählt Tania, die Politikwissenschaften studiert. Dass die Studierenden gegen das Hochschulrahmengesetz sind, mag nicht zu verwundern, sieht es doch neben der de facto Abschaffung studentischer Mitbestimmung unter anderem auch vor, dass jene Studierenden, die ihr laufendes Studium nicht in den nächsten vier Jahren abschließen, exmatrikuliert werden sollen. Was die griechische Bildungsministerin Anna Diamantopoulou als Maßnahme gegen die so genannten "BummelstudentInnen" bewirbt, trifft in Wahrheit in erster Linie Studierende aus sozial schwächeren Schichten. "Ich arbeite 30 Stunden in der Woche, um mir mein Studium zu finanzieren. Ich werde diese Frist nicht einhalten können", resümiert Tania ihre Situation und fügt leiser ein "Was dann?" hinzu.
Regierende Klasse soll zahlen
Aus ihrer politischen Überzeugung machen Tania und Nota, die Soziologie studiert, keinen Hehl: "Die arbeitende Klasse soll für etwas bezahlen, was die regierende Klasse verschuldet hat", empören sich die Studentinnen. Die Finanzkrise sei "nicht plötzlich über uns hereingebrochen", sondern schon lange Zeit absehbar gewesen, sagen sie. Dass sich gerade jetzt, in einer durch das kapitalistische System verursachten Krise, die Universitäten um Sponsoren aus ebendiesem System bemühen sollen, halten die beiden nicht nur für zynisch, sondern auch für gefährlich. "Wenn die Unis mit Sponsoren aus der Privatwirtschaft zusammen arbeiten sollen, bringt das die realistische Gefahr mit sich, dass universitäre Bildung immer mehr den Bedürfnissen des neoliberalen Marktes folgt", analysiert Nota die Situation. Bis zur Abschaffung bestimmter, für die Wirtschaft unattraktiver Studien(zweige) sei es dann ein nicht mehr allzu langer Weg, befürchten beide.
Viel Weg um wenig Geld
Im wahrsten Wortsinn weit sind auch die Wege, die Nota zu bestreiten hat, um sich ihr Studium zu finanzieren. "Meine Eltern sind einfache Leute mit wenig Geld", sagt die 22Jährige, die 30 Stunden wöchentlich als Kellnerin arbeitet. In "ihrem" Café kostet ein Getränk ca. vier, ein Sandwich zwischen fünf und sieben Euro. Preise wie in Österreich, nur die Bezahlung entspricht bei weitem nicht den hierzulande üblichen Stundensätzen: "Für zehn Stunden bekomme ich 30 Euro - bar auf die Hand, ohne Anmeldung oder Versicherung", erzählt Nota. Das Geld sei ständig knapp, gleichzeitig werde alles immer teurer. Habe vor dem EU-Beitritt Griechenlands eine 0,5 Liter-Flasche Mineralwasser noch 50 Drachmen gekostet, zahle man jetzt durchschnittlich 50 Cent dafür, was in etwa 150 Drachmen entspricht, erinnert sich Nota. "Bald werden wir uns nicht mal mehr unser Souvlaki leisten können", fügt sie hinzu und die Art und Weise, wie sie es sagt, macht deutlich, dass es nicht nur ironisch gemeint ist.
Flatscreens, Armani und Le Blanc
Geldsorgen haben die Studierenden des Athener New York College definitiv nicht. Die Privatuniversität befindet sich zwar in einem unscheinbaren Gebäude, dafür aber in bester Lage: Von der Akropolis aus erreicht man die sie nach etwa fünf Gehminuten, in die entgegen gesetzte Richtung ist man in derselben Zeit am Síntagma-Platz. Die gediegene Inneneinrichtung räumt jede Zweifel über das elitäre Selbstverständnis der Universität aus: Schwere Holztische, die neuesten Mac-Modelle, riesige Flatscreens, auf denen der Imagespot der Universität in Dauerschleife läuft und schwarze Ledercouchen dominieren den Eingangsbereich. In der Ecke, vor einer kunstvoll drapierten amerikanischen Fahne, steht eine Studentin, die Armani-Sandalen trägt und mit ihrem Le Blanc-Füller in ein ledergebundenes Notizbuch kritzelt.
Wirtschaftsnahe Studien
Zwei Türen weiter befindet sich das Büro von Aris Mattheou, der an der Privatuni "Communication Management" lehrt und die Öffentlichkeitsarbeit leitet. Routiniert spult er die Eckdaten zu seiner Institution ab: Seit der Gründung im Jahr 1989 ist das Athener New York College, das Mattheou als"private Eliteuni, die auf wirtschaftsnahe Studien spezialisiert ist", beschreibt, an die State University New York und das Empire State College gekoppelt. Internationale Kooperationen mit ausländischen Universitäten, die Zusammenarbeit mit Sponsoren aus der Wirtschaft sowie die Tatsache, dass an seiner Universität ausschließlich auf Englisch gelehrt wird, führt er als wesentliche Charakteristika seiner Uni an. Wesentlich sei außerdem, dass hier "high potentials" ausgebildet würden.
Mehr StudienanfängerInnen
Auf die Frage, ob seine Universitäten mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen hat, antwortet Aris Mattheou mit einem zufriedenen Lächeln. Und Grund zu Zufriedenheit besteht allemal, wirkt sich die Krise doch - paradoxerweise - positiv auf seine Universität aus. "Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir bei den Neueinschreibungen ein Plus von ca. 50 Prozent", sagt Mattheou. Eine fast fünfzigprozentige Steigerung in Krisenzeiten und das - wohlgemerkt - bei Studiengebühren, die zwischen 6.500 und 7.000 Euro pro Studienjahr liegen? „Auch die besser situierten Griechen spüren die Auswirkungen der Finanzkrise und ziehen Konsequenzen daraus. Wer seine Kinder vor zwei Jahren zum Studieren noch ins Ausland geschickt hätte, sieht sich jetzt nach günstigeren, aber qualitativ gleichwertigen Angeboten um. Und unsere Institution ist definitiv eine mehr als nur gleichwertige Alternative", führt Mattheou selbstbewusst aus.
80.000 Plätze für 120.000 BewerberInnen
Nicht weniger selbstbewusst, dafür aber erkennbar resigniert, ist Evgenia Dimitropoulou*, die an der staatlichen Piräus Universität lehrt. Die staatlichen Unis seien einfach "völlig unzureichend" ausgestattet. Auch gebe es viel zu wenige Studienplätze, beklagt sie und untermauert ihre Aussagen mit den aktuellsten Zahlen: "Für das laufende Studienjahr haben sich landesweit über 120.000 Maturanten um einen Studienplatz beworben, aber nur 80.000 haben einen bekommen." Und jene 40.000, die keinen Platz ergattern konnten? Viele flüchten sich in die Tourismusbranche, arbeiten in der Hotellerie, im Servicebereich oder verschiedenen McJobs. "Was eigentlich als Übergangslösung gedacht war, wird aber schnell zum Dauerprovisorium, weil sich die Jungen die große Uniaufnahmeprüfung dann doch nicht ein zweites Mal antun möchten", so Dimitropoulou.
Auswahlverfahren als Lotterie
Bei der "Lotterie", wie Dimitropoulou die Prüfungen sarkastisch nennt, bekommen alle SchülerInnen Griechenlands dieselben Maturaaufgaben. Zwei LehrerInnen aus unterschiedlichen Landesteilen beurteilen denselben Prüfungsbogen - der Schnitt der Beurteilungen ergibt die Endnote. Nach Abschluss der Prüfungen melden sich die MaturantInnen für das Studium an, wobei sie eine Präferenzliste der von ihnen angestrebten Studien erstellen müssen. "De facto können dabei beliebig viele Studien angegeben werden", erklärt Dimitropoulou das Prozedere. Aufgrund der Prüfungsergebnisse die an diesem einen Tag erzielt wurden, errechnet ein Computer die (vermeintliche) Studieneignung der BewerberInnen. "So kann zum Beispiel jemand, der Sprachen oder Literatur studieren möchte, aber einen schlechten Tag hatte, ein Mathematik- oder Wirtschaftsstudium zugeteilt bekommen, weil es so errechnet wurde", beschreibt Dimitropoulou eine der Absurditäten dieses Systems. Eine weitere: Hat man sich zum Beispiel für ein Chemiestudium in Athen angemeldet, kann es durchaus sein, dass der Computer einem zwar Chemie, dafür aber Rhodos oder als Studienplatz zuteilt.
Zersplittert
Das Fortbestehen der kleineren Universitäten, zu denen Rhodos zählt, ist jedenfalls angesichts der finanziellen Misere Griechenlands bedroht. Versuchte man einst durch die Eröffnung von Universitäten bzw. einzelner Institute bestimmte, in der Provinz gelegene Städte wirtschaftlich zu stärken, zeigt sich heute, wie ineffizient - weil mit einem erhöhten Verwaltungs- und Organisationsaufwand verbunden - diese Vorgehensweise war. "Völlig zersplittert" habe man Institute über das ganze Land gestreut, so Hubert Eichheim von der Griechenland-Zeitung. Als Paradebeispiel für die Zersplitterung führt er die Universität der Ägäis an, deren Fakultäten "sich auf sechs oft schlecht erreichbare Inseln, also Lesbos, Chios, Samos, Syros, Limnos und Rhodos, verteilen und deren Rektorat und Zentrabibliothek sich in Lesbos" befindet. Angesichts der Wirtschaftskrise sei die Streichung oder Zusammenlegung von ca. 30 Prozent aller Universitätsinstitute unausweichlich, glaubt Eichheim. (Meri Disoski, 16. September 2011, daStandard.at)
* Name von der Redaktion geändert
Hochschulrahmengesetz
Am 23. August 2011 verabschiedeten über 250 Abgeordnete und damit fünf Sechstel des griechischen Parlaments das „Hochschulrahmengesetz", mit dessen Hilfe das griechische Hochschulwesen reformiert werden soll. Die fünfzehn wesentlichen Bestimmungen des Gesetzes sehen neben der de facto Abschaffung der studentischen Mitbestimmung und der konsequenten Implementierung des Bologna-Systems (das im griechischen Hochschulwesen bislang kaum Spuren hinterlassen hatte)erstmals auch eine Evaluierung von Universitätsinstituten und Lehrpersonen vor. Aufgehoben werden soll auch die Regelung des Studentenasyl, ein aus der Zeit der Militärjunta stammendes Gesetz nach dem es der Polizei untersagt ist, Hochschulgelände zu betreten. Seit der Verabschiedung des auf 120 Seiten festgehaltenen Hochschulrahmengesetzes protestieren die Studierenden in Griechenland dagegen, weil sie in Folge weitere Maßnahmen - vor allem die Einführung von Studiengebühren - befürchten.
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ein recht eindrückliches beispiel dafür, was neoliberales "sparen" konkret bedeutet und was es wen kostet. griechenland wird de facto in die pleite entlassen von genau jenen, die jahrelang zugesehen und davon profitiert haben: national und international.
Die Geschichte wiederholt sich, nur die Protagonisten sind andere, aber am Ende läuft es auf das selbe hinaus. Erst wird unten gekürzt, bis unten nichts mehr zu holen ist, die Leute sich formieren, und dann die oben nicht entmachten, sondern enthaupten.
Aber aus der Geschichte zu lernen, selbst wenn es noch so einfach ist - ist wohl zu viel des guten. Die Technik wird die Machthaber eben auch nicht ewig schützen können.
ist Schuld am ganzen Szenario!
Seit Jahren weiss er BEscheid, aber die korrupte Familensippe will weiter im Amt bleiben!
Geld nehmen, sehr gerne, Arbeit verrichten keine!
GR muss endlich Pleite gehen
Die Probleme in Griechenland sind schon seit Jahrzehnten vorhanden und sind durch die Eurokrise nur verschärft worden, da plötzlich niedrige Zinsen leicht Kredite bekommen konnte und die Drachmeninflation nicht mehr vorhanden war.
Das Grundübel, aufgeblähter Sozialstaat mit Versorungsposten und 0% Steuermoral in Griechenland hat die Krise verursacht. Die Bankenkrise ist ein ganz anderes Kapitel.
Ironischerweise ist die Krise in den USA auch durch zu wenig Steuereinnahmen eingetreten, da das ganze Geld bei den Reichen landet.
Am besten fährt man mit einem Sozialstaat mit hoher Steuermoral und Effizienz, siehe skand. Länder
die arbeitende "Klasse" soll auslöffeln, was die regierende Klasse verschuldet hat...
so ein Quatsch.
Dass eben diese arbeitende Klasse genau jene Partei wählte, die die größten Steuergeschenke versprochen hat, wird bequemerweise vergessen.
Die Misere war seit Jahren bekannt, dennoch wurde jene Partei gewählt, die das Blaue vom Himmel herunterlog.
Sondern wurde genau im Gegenteil als Lektion der Ereignisse - der von Panzern niedergewalzte Studentenaufstand von 1973 - 1981 eingeführt.
Im selben Jahr gab es dann den bis 2010 letzten Einsatz von Wasserwerfern.
Das Universitätsasyl wurde geschaffen, um Schutz gegenüber durchgeknallten Autoritäten zu schaffen. Genau diesen Schutz hat eine selbstgerechte Polizeijunta jetzt abgeschafft und natürlich, wie bereits im Jahr zuvor die völlig untergegangenen verschärften "Anti"-Terrorgesetze, in der Sommerpause.
Das umstrittene Vermummungsverbot der, durch die Dezemberrevolte gefallenen, Vorläuferregierung, das 10 Jahre Knast ermöglicht und das Papandreou 2009 hoch und heilig abschaffen wollte, existiert so vergessen auch weiterhin.
liegt in Griechenland bei 30 %. Auch daran liegt teilweise der Bankrott des europäischen Staates begründet. Griechenland braucht keine großen, teuren Universitäten solange die Grundschulausbildung nicht zu 100 % funktioniert, da es prinzipiell weniger Stellen für Leitpositionen gibt.
Bitte um eine Quelle.
laut den mir vorliegenden Unterlagen beträgt die Analphabetenquote unter 3%.
http://www.laenderdaten.de/bildung/a... erung.aspx
http://www.welt-auf-einen-blick.de/bevoelker... ierung.php
Zum Vergleich:
Analphabeten in
Dschibuti: 32%
Marokko: 36%
Namibia: 16%
Nigeria: 32%
Quellenangaben?? hahaha sonst ist der Dr. Titel weg oder wie?
1. Wissen sie wahrscheinlich Nichts über das Lesen und Verstehen vom Wissen.
2. Waren Sie noch nie am Balkan am Land? GOOGELN sie mal: Mazedonien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien. Hahahaha. Nein, ich meine FAHREN sie mal hin und fragen sie nacheinander die Leute, ob sie lesen und schreiben können. Geben sie ihnen unterschiedliche Texte zum Lesen. Fragen Sie nach, was sie verstanden haben.
und wenn sie schon googeln und daraus meinen Informationen beziehen zu können, dann wenigstens in der Sprache des Landes.
Sie sind ein "mir vorliegenden Unterlagen" Beamten Troll. Arbeiten sie bei der Öbb? BH? Lehrer? Bin mir zu 100% sicher.
Dr. Titel:
Kann nicht weg sein, weil er nie da war.
Wissen sie wahrscheinlich Nichts über das Lesen und Verstehen vom Wissen:
Nein, mit meiner erbärmlichen Ausbildung im Rahmen eines Gymnasiums muß ich mich sicher schämen. Könnten Sie mir bitte dieses Schämen beibringen?
Waren Sie noch nie am Balkan am Land?
Gerne bereise ich diese Gegenden und bin auch bereit Sprachen zu lernen. Darf ich Sie um eine Überweisung bitten?
Sie sind ein "mir vorliegenden Unterlagen" Beamten Troll.
Was immer ein "mirvorliegendenunterlagenbeamtentroll" sein mag.
Tatsache ist, dass ich keine Belege für Ihre Behauptung finden konnte.
Kann das sein, dass es dazu keine gibt?
steht im Vergleich zur Karl-Franzens-Uni, wo ALLES zersplittert und weiträumig verteilt wird. Ich hoffe, die streichen endlich den Unis ein viertel des Budgets damit es zu einer gesunden Reinigung kommt, bevor wieder mit Uni-Milliarden herumgeworfen wird.
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