Journalisten mit Migrationshintergrund

Ohne Wenn und Aber!

Olivera Stajić, 3. Oktober 2011, 09:00

Selbstverpflichtung zu Quote oder gezielte Anwerbung sind sinnvolle Wege, um die mediale Partizipation von Migranten voranzutreiben

JournalistInnen mit Migrationshintergrund sind in der österreichischen Medienlandschaft dramatisch unterrepräsentiert. Es gibt derzeit keinen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass sich daran etwas ändern soll. Auf politischer Ebene ist keinerlei Regung in diese Richtung zu vernehmen. Von Seiten der Medienmacher kommen nur halbherzige Lippenbekenntnisse. Von einer Selbstverpflichtung, wie sie sich zum Beispiel ARD und das ZDF auferlegt haben, sind wir in Österreich weit entfernt.

Im österreichischen Nationalen Aktionsplan Integration wird den Medien eine besondere Verantwortung für den Umgang verschiedener Bevölkerungsgruppen miteinander und somit für das Gelingen von Integration zugeschrieben; Dieser Verantwortung will man sich, wenn es um die aktive Mitarbeit von MigrantInnen geht, offenbar nicht ohne Wenn und Aber stellen.

Fürs Aber muss oft der scheinbar nebensächliche Hinweis herhalten, dass gute Sprachkenntnisse im Journalismus wichtig sind. Sehr erstaunlich ist es, dass einige KollegInnen ihrer eigenen, defizitorientierten Berichterstattung auf den Leim gehen und den jungen AnwärterInnen mangelnde Deutschkenntnisse unterstellen. Diesen misslichen Umstand habe natürlich das schlechte österreichische Bildungssystem zu verantworten. Und schon hat man auch das Wenn untermauert.

Dass der Geschäftsführers des österreichischen Presserats Alexander Warzilek es für nötig hält zu beteuern, dass es "eine Menge kluger Köpfe mit Migrationshintergrund gibt, die die deutsche Sprache beherrschen und Karriere machen können", zeigt aber, wie weit es mit medialer Integration in Österreich her ist. Im Sinn einer zukunftsorientierten Förderung migrantischer Nachwuchskräfte kommen österreichische Redaktionen um hausinterne Maßnahmen nicht herum. Lehrredaktionen, Selbstverpflichtung zu Quote oder zumindest gezielte Anwerbung von RedakteuerInnen mit Migrationshintergrund wären vorstellbar und dringend nötig. Sich darauf zu verlassen, dass schlecht vernetzte Jugendliche der zweite und dritten Generation "auf natürlichem Wege - wie es oft kryptisch heißt - in den Mainstream-Medien Anschluss finden, heißt Chancen vergeben. Chancen auf Vielfalt, Originalität und nicht zuletzt auch auf neue Leserkreise. (Olivera Stajić, 3. Oktober 2011, daStandard.at)

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18 Postings
17+4
00
4.10.2011, 09:19
geht es da nicht eigentlich um die Pfründeverteilung,

schließlich ist Jounalist ein Beruf mit vielen gesellschaftlichen Möglichkeiten, die man ohne eigentlichen persönlichen Verdienst nutzen kann.
Die andere Frage ist, sind die Migrationhinterbegündeten verhältnismäßig wirklich gegenüber der Gesamtbevölkerung unterpräsentiert?
So klingt das ganze nach jammerei: läßt mich/uns doch auch da mitspielen

Ben Hemmens
01
3.10.2011, 20:11
Jaja, dann werden wir

ein reifes Einwanderungsland sein, wenn das "freie Wort zum EU-Theater" und die Leserbriefe des Hrn Weinpolter, etc. von lauter Zugereisten getextet werden.

Neue Medien braucht das Land: und neue Journalisten, die gar nicht "vernetzt" sind, sondern die Fakten so berichten, wie diese vorkommen.

Christoph Baumgarten
17
3.10.2011, 10:14
Dass sich vor allem

heimische Journalisten darauf berufen, dass gute Sprachkenntnisse Voraussetzung für den Beruf sind, kann man nur als Hohn empfinden.

Erwin Wolfram
12
3.10.2011, 10:07
Uebersetzung

Wir benoetigen mehr Leute die kostenlos Ihre Erkenntnisse und Rechercheergebnisse posten.

Arbeiter
28
3.10.2011, 10:06
Gibt es einen krasseren Beweis für Heuchelei?

Sind nicht so gut wie alle Medien eher linksgrün und MigrantInnenfreundlich gepolt? Speziell der ORF, der uns täglich einhämmert "Menschenrechtsexperten warnen....", wenn die böse ÖVP Innenministerin die Einwanderungs- bzw. Asylregeln verschärft oder nach Deutschkenntnissen gerufen wird. Und ausgerechnet in dieser erlesenen, fortschrittlich-weltläufig-toleranten Community werden MigrantInnen ausgegrenzt? Das glaub ich einfach nicht.

Erwin Wolfram
00
3.10.2011, 20:17
...

... es geht halt darum, dass die Angst und das "Fremd" zu Handlungen fuehren, das nur sich benachteiligt fuehlen kann von der Gesellschaft nicht handlungsleitend umgesetzt werden, da die Waffenverkaeufe der letzten Generationen eher nicht erlaubt waren... und so werden die isch benachteiligt Fuehlenden unbezahlt als Psychologen fuer die Straftaeter taetig, was ich ablehne - es ist auch strafbar, nur nicht in Oesterreich, weil Nazigesetze kennen Zwangsarbeit, weil man eine zustehende Leistung braucht als Ehre...

beliar
00
3.10.2011, 21:21

?????????????????????????????????????

Timagoras
 
21
3.10.2011, 17:26
"Sind nicht so gut wie alle Medien eher linksgrün und MigrantInnenfreundlich gepolt?"

.
hallo?

"krone", "presse", "österreich", und diverse bunt- bzw. gratisblätter sollen " linksgrün und MigrantInnenfreundlich gepolt" sein???

abgesehen davon:
ich weiß, etliche rasten hier regelmäßig aus, wenn jemand "Israelfreundlich", "MigrantInnenfreundlich" oder "AsylantInnenfreundlich" ist,
aber warum eigentlich?

Arbeiter
01
4.10.2011, 10:23
Die Presse ist migrantInnemäßig im linksgrünen Hauptstrom,

seit sie den bösen Unterberger abserviert haben. Dort schreiben allwöchentlich JournalistInnen mit türkischen Namen das Übliche über "Integration". Bis vor kurzem kamen auch die IslamvertreterInnen, Ehepaar Baghajati, Omar al Rawi und GenossInnen regelmäßig zu Wort. So das grosse Bild. Es gab aber einzelne Ausrutscher mit eher unzensurierten Tatsachenberichten, wie auch in den anderen Medien. Der ORF z.B. fährt eine eindeutig linksgrüne Propagandalinie, bringt aber dieser Linie widersprechende Informationen, manchmal. Zu den Faymann-Zeitungen sage ich nichts, verehrter Timagoras. Habe selbst noch ein Presse Abo.

beliar
10
3.10.2011, 21:21

das frag ich mich auch, grün

beliar
10
3.10.2011, 21:16

nordafrika, bei welchen zweifeln auch immer reicht schon

Viel Platz zwischen blau und grün!!
02
3.10.2011, 10:03
Integration und Toleranz ist es dann, ...

...wenn man nicht ständig nach der Herkunft fragt.
Quotenjournalismus bewirkt das Gegenteil.

Erisian Liberation Front
04
3.10.2011, 09:50
Selbstverpflichtung zu Quote oder gezielte Anwerbung

Wird sich sicher durchsetzen, wenn der Staat dann auch die Risken übernimmt.
Ahh ja, das war ja das Erfolgsmodell der UdSSR.
Na dann kann ja nichts mehr schief gehen.

beliar
10
3.10.2011, 13:44

welche risken? grössere als bei österreichischen, deutschen, britischen journalisten? als journalist_in werdens die deutsche sprache doch wohl sprechen

thomasthomasthomas
02
3.10.2011, 14:38
Naja, man würde ja auch davon ausgehen,

daß poster die deutsche Sprache beherrschen. Durch die Verwendung der Zeichenfolge "journalist_in" haben Sie aber gerade - zumindest für Ihren konkreten Fall - das Gegenteil bewiesen.

beliar
00
3.10.2011, 21:19

ähh, hmmm, bin österreicher, ok keyboard, was werfen sie mir genau vor? ich hab nun etwas gegen das binnenI deswegen verwend ich es nicht, und dann?

thomasthomasthomas
00
4.10.2011, 19:07
Ich hab ja auch etwas

gegen das Binnen-I. Und zwar aus demselben Grund, aus dem ich etwas gegen "_" habe: Versuchen Sie einmal, Ihr posting laut zu lesen!

Chien de Pique
00
4.10.2011, 10:58

Was genau werfen Sie denn dem Binnen-I vor?

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