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Mit seinem Vorschlag, Deutsch solle auch als Pausensprache in allen Schulen eingeführt werden, beweist der Ex-ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Aigner keine besondere Originalität. Zuletzt flammte die Diskussion um dieses Thema im vergangenen Jahr zum wiederholten Mal auf, als in der katholischen Privatschule Elisabethinum in St. Johann beschlossen wurde, dass auf dem Schulgelände nur Deutsch gesprochen werden soll. Das Deutschgebot wurde auf Initiative einiger SchülerInnen mit deutscher Muttersprache in die Schulordnung aufgenommen und auch von "einigen LeherInnen" unterstützt, hieß es seitens der Schulleitung.
Genauso wie es der ehemalige Bildungssprecher der Wiener ÖVP vorschlägt, hat man sich im Elisabethinum "demokratisch darauf verständigt", dass einige Schülerinnen in Zukunft darauf verzichten, sich in Türkisch oder Serbokroatisch zu unterhalten. Diese Regelung betraf im Schuljahr 2009/10 ganze fünfzehn Schülerinnen, die restlichen 385 hatten Deutsch als Muttersprache und haben sich, so die Schulleitung des Elisabethinums, "ausgeschlossen gefühlt, sogar ausgelacht, wenn Kolleginnen in ihrer Muttersprache miteinander reden".
Die Schülerschaft jener Wiener Schulen, die Wolfgang Aigner im Sinn hat, ist jedoch gänzlich anders zusammengesetzt. Es ist zu bezweifeln, dass auch an Schulen mit sehr großem oder mehrheitlichem MigrantInnen-Anteil ein Deutschgebot auf demokratischem Wege zustande käme. Und selbst wenn, ist eine derartige Regelung - mit Verlaub - ein ausgewachsener Unsinn. Ein Verbot der Muttersprache - auch wenn es als Gebot getarnt wird - ist weder eine sogenannte "integrationsfördernde Maßnahme", noch ist es ein geeignetes Mittel, um das harmonische Miteinander der Schulgemeinschaft zu unterstützen.
Abgesehen von der verheerenden Signalwirkung, die ein Verbot auf die SchülerInnen, sowohl mit deutscher- als auch mit nichtdeutscher Muttersprache hätte, ist diese Forderung ein großer Rückschritt in der gesamten Integrationsdebatte. Dadurch wird wieder einmal klar, dass mit der vielgepredigten wertvollen Mehrsprachigkeit, keineswegs alle Sprachen gemeint sind. Die Prestigesprachen Englisch oder Französisch sind selbstverständlich davon ausgenommen.
Das richtige Signal und das richtige Mittel gegen die verhängnisvolle Halbsprachigkeit - also den Umstand, dass einige Migrantenkinder weder Deutsch noch die Muttersprache ausreichend beherrschen - wäre die flächendeckende Einführung der MigrantInnensprachen als zweite lebende Fremdsprache. Das Image der Muttersprachen wäre damit verbessert, das Potenzial jener, die mit zwei Sprachen aufwachsen, wäre sinnvoll genutzt. Dann hätte auch die spontan im Schulhof ausgelebte Mehrsprachigkeit einen positiven Wert im Schulalltag. (Olivera Stajić, 13. Oktober 2011, daStandard.at)
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wenn man pausenhöfe beobachtet, fällt folgendes auf: die jungs aus anatolien rotten sich zusammen und bilden eine in sich geschlossenen gruppe. andere lässt man praktisch nicht dazu. dann wird dort fleißig in der muttersprache gesprochen, wie zu hause auch. wenn man einen lernerfolg in deutsch erreichen will, muss man - pc hin oder her - diese jungs besser aufteilen.
ps: wer heute bei der startUP! im messegelände war, kommt kopfschüttelnd wieder raus, was da für junge menschen auf den arbeitsmarkt streben...
Kleine Österreicher rotten sich ebenfalls zusammen, bilden eine impenetrable Gruppe und liefern sich Schlägereien mit der Konkurrenz.
... ich war mal Geek, späte 80er, und wurde von Schönlingen und arroganten Ärztesöhnchen und dem braunen Sohn eines roten Gemeinderats verdroschen, das war halt das Akademische in Graz.
... diese weißen Arztsöhnchen bilden geschlossene Gruppen, verwenden eine für Außenstehende teils unverständliche Sprache, gingen oft zu fünf auf Einzelne los und nahmen dabei durchaus auch Verletzungen in Kauf. Klar hätte man bessere Lernerfolge erzielt, wenn man die Volldi**os auseinander gesetzt oder noch besser ins BORG versetzt hätte, aber was soll man machen?
Was hat das mit dem Thema zu tun? Setzen Sie sich mal in ein öffentliches Verkehrsmittel. Dort werden Sie auch genug österreichische Jugendliche zum Kopfschütteln bringen.
mal abgesehen von dem reichlich dummen gepolter des herrn aigner und dieser wenig durchdachten forderung (gebot, oder wie auch immer er es tituliert).
meines erachtens ist es ein ausdruck von höflichkeit sich im beisein anderer jeweils in jener sprache zu verständigen die alle, bzw. die meisten können.
sowas kann man nicht erzwingen sondern sollte einfach von erwachsenen vorgelebt werden.
Lieber Herr Olivera Stajic!
Sie stützen sich auf Annahmen und nehmen eine inhaltlich nicht exakte Wiedergabe des Interviews mit Herrn Aigner wieder.
Er spricht von einem Bekenntnis und nicht von einem Gebot - Sie polemisieren.
Auch spricht er nicht von einer Ausnahme der Sprachen Englisch und Französisch.
Nun gut - eine lebende Fremdsprache zusätzlich in der Schule kann ich nur begrüßen, da gebe ich Ihnen recht.
Nichtsdestotrotz muss in einem Land die Muttersprache Vorrang haben!
und wenn schon deutsch, welches denn? die genormte hochsprache oder den jeweiligen regionalen dialekt (deuscht ähnliche sprachen mit eigener grammatik, syntax und vokabular) oder reicht deitsch? oder tv sprech?
frage: sind sie ein sinnmacher oder ergibt er sich bei ihnen?
Wie kommen Sie auf Herr?
Stajic ist südslawisch. Das a in Olivera deutet also auf eine Dame hin. Das sollten Sie wissen, wenn Ihnen Sprachen ein Anliegen sind.
Zum Inhalt:
Die Kinder dürfen kommunizieren, wie sie wollen. Man sollte Ihnen halt beibringen, daß es unhöflich ist, in Gegenwart anderer sich trotz Vorhandenseins einer gemeinsamen Sprache in einer zu unterhalten, die diese anderen ausschließt. Dazu reicht ein Bekenntnis zur sozialen Intelligenz, nicht zu irgendwelchen Einzelsprachen.
Ihr letzter Satz: Die Muttersprache eines Menschen wird eben nicht vom Land bestimmt.
1. Höflichkeit kann aber nicht von oben verordnet werden.
2. Muss jeder in der Lage sein am Gespräch teilzunehmen, nur weil er sich im selben Gebäude befindet. Auch Kinder haben, so wie Erwachsene, das Recht sich ihre Gesprächspartner auszusuchen, d.h. wenn sie sich z.B. gezielt nur mit einer Person oder mit einer Gruppe unterhalten wollen, dürfen sie das auch. Oder lassen Sie sich gerne vorschreiben, mit wem Sie sich unterhalten oder wer ihre Gespräche mitverfolgen können muss?
1) Ich habe in der Schule mit meiner Freundin eine Zeichensprache erfunden damit uns gerade NICHT jeder versteht (wie gut ausgereift diese war, darüber lässt sich streiten, aber das Ziel war jedenfalls auch mal einen Moment ohne Zuhörer über Dinge reden zu können)
2) Ich habe im Ausland gelebt, anfangs konnte ich die Sprache nicht so gut, nicht alle die ich dort kannte, konnten aber Englisch.Und deshalb habe ich manchmal wenn jemand Deutschsprachiger dabei war auch mal schnell was auf Deutsch gesagt/ erklärt. Gerade wenn ich müde, betrunken, angefressen war. Ich halte das nicht für asozial, es hat sich auch nie jemand beschwert. Genauso weig wie ich mich beschwert habe, wenn die anderen sich in wieder einer anderen Sprache unterhalten haben
ad 1: Habe ich von verordnen gesprochen?
ad 2: Sie interpretieren mich falsch.
Ich schreibe: "Die Kinder dürfen kommunizieren, wie sie wollen." Wenn Sie privat sprechen, werden Sie natürlich nicht Ihre Kommunikation davon abhängig machen, ob am Gang jemand vorbei geht. Wenn sie in einer Gruppe zusammenstehen und da unter sich bleiben, soll Ihnen bewußt sein, daß sie die anderen damit ausschließen. Sie sollen es machen können, aber verstehen, daß es Konsequenzen hat. Das meine ich mit beibringen. Wenn ich jemanden, den ich nicht leiden kann, ausschließe, tue ich das bewußt. Traurig ist, wenn jemand das macht, weil er es nicht besser weiß.
In welcher Beziehung ist die deutsche Sprache in Österreich denn nachrangig? Wird das Deutsche untergehen weil Migrantenkinder im öffentlichen Raum auch andere Sprachen benutzen?
Wir haben zigtausende ältere Migranten in Österreich, die kein ordentliches Deutsch können und aufgrund mangelhafter Bildung auch ihre Muttersprache nur im Dialekt weitergeben können. Vielleicht ist die muttersprachliche Kommunikation mit Altersgenossen in der Schule ja ebenso die einzige Spracherwerbsquelle für diese Kinder. Wieso muss man das unterbinden?
Ich sage nicht, dass die jetzige Situation ideal ist, aber solche Ansätze wie die von Herrn Aigner sind populistische Augenauswischerei.
Das als ausgewachsenen Unsinn zu bezeichnen, kann ich so nicht zustimmen.
Es geht nicht um Prestige-Sprachen wie Englisch und Französich, sondern um die Sprachen, die an der Schule gelehrt werden.
Warum sollte man diese Massnahme nicht ergreifen?
Warum wird immer von den armen Migranten gesprochen, und nicht von den österreichischen Minderheiten in so manchen Bezirken?
Warum werden die Ängste der Leute nur von den Rechts-Parteien zu ihrem Zwecke missbraucht?
Ich kann hier in vielen Postings nur Ignoranz und Arroganz erkennen. Eine solche Massnahme ist jedoch keineswegs mit braun gleichzusetzen. Leute, wacht auf und denkt nach, bevor Ihr gleich die Nazi Keule schwingt!
weil es einen Eingriff in die Privatsphäre bedeutet, auf die jeder Mensch ein Grundrecht hat.
Während des Unterrichts, also der Arbeitszeit, wird von LehrerInnen & SchülerInnen ohnehin Deutsch gesprochen & selbstverständlich Deutsch verlangt.
Viele Teilnehmer des inzwischen eingegangenen Forums für Soziale Gerechtigkeit haben im Sommer 2010 einen Brief an die Direktorin des Katholischen Elisabethinums geschrieben, in dem sie darauf gedrungen haben, dass diese unchristliche & menschenrechtswidrige Sprachpraxis aufgegeben wird.
Welchem Modell folgen diese öst. Erfinder: Ländern zu Zeiten des Kolonialismus, z.B. Frankreich. Damals durften die kleinen Algerier od. Kameruner am Schulhof nur Französisch sprechen. Widerliche Zustände !
Alles gehabt!
Die 100en SchülerInnen - darunter viele "mit Migrationshintergrund" - natürlich nicht mitgerechnet. Meine Anschauungen zum Thema beruhen auf Erfahrung und sind NICHT ideologisch.
Respekt gegenüber der Muttersprache von Neuankömmlingen ERLEICHTERT die manchmal schwierige Integration. Deutsch ist selbstverständlich unsere Unterrichtssprache. Englisch die 1. Fremdsprache. Zusätzlich brauchen wir - der Bevölkerungszusammensetzung entsprechend - endlich die Fächer Türkisch, Serbisch-Kroatisch-Bosnisch als 2. Fremdsprache in unseren Schulen.
Denn - Einsprachigkeit ist heilbar.
Dass es Probleme geben kann & Unverständige (antiösterreichisch eingestellte Eltern z.B., in meinem Fall waren das Italiener) auf allen Seiten, weiß ich.
Im Prinzip haben Sie 2 Möglichkeiten:
1) Die Interessen des Kindes über eigene Überzeugungen stellen, das heißt "gute" Schule, wenige Kinder pro Klasse, wenige Migrantenkinder, "strengere" Disziplin
oder
2) Versuchen, das Kind zum Werkzeug Ihrer Überzeugungen zu machen, das heißt (wahrscheinlich) antiautoritäre Erziehung, Waldorfschule, Publizistikstudium.
Was aus dem Kind am Ende wird, ist in keinem der beiden Szenarien abzusehen, aber ich hätte (und habe) mich für 1) entschieden.
Das Ergebnis erfahren wir frühestens in 10 Jahren!
Sie sind auch ein bissl in Vorurteilen verhaftet - wundert mich nicht, dass Sie für Argumente der anderen Seite umempfänglich sind.
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