Mehrstündiger Polizeieinsatz bei Aufeinandertreffen kurdischer und pro-türkischer Demonstranten in Rudolfsheim-Fünfhaus
Wien - Am späten Sonntag Nachmittag kam es im Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus zu Auseinandersetzungen zwischen anti-türkischen und pro-türkischen Demonstranten. Etwa 100 zumeist kurdische Protestierende standen in einer Seitengasse der Äußeren Mariahilfer Straße einer etwa gleich großen Gruppe pro-türkischer Demonstranten gegenüber.
Die Exekutive hielt die Konfliktparteien mit einigen Dutzend Polizisten auseinander. Im Verlauf der mehrere Stunden andauernden Konfrontation wurden mehrere Flaschen und Böller geworfen. Augenzeugen berichten vom Einsatz zumindest eines Molotow-Cocktails. Der Brand konnte jedoch rasch gelöscht werden.
Den Krawallen vorangegangen war eine Kundgebung kurdischer Aktivisten vor dem Vereinslokal des Verbands der Kurdischen Vereine Österreichs (Feykom) in der Jurekgasse in Wien-Fünfhaus.
Bereits am frühen Nachmittag hatten sich vor dem Lokal mehrere Dutzend Demonstranten versammelt, um gegen das militärische Vorgehen türkischer Streitkräfte gegen die kurdische Minderheit zu protestieren. Einsatzkräfte hielten die Gruppe davon ab, Richtung Innenstadt zu ziehen, um eine angemeldete Kundgebung pro-türkischer Organisationen zu stören. Etwa 2000 Teilnehmer demonstrierten hier während eines Protestmarschs vom Westbahnhof bis zum Parlament gegen den "kurdischen Terror" in der Türkei.
Nach Ende der Kundgebung vor dem Parlament zogen etwa 100 Teilnehmer zum kurdischen Vereinslokal in der Jurekgasse. Die Tumulte dauerten bis in die frühen Abendstunden an. (red, derStandard.at, 30.10.2011)