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Die Uganderin Lydia Wapp will in einem Sozialberuf in Österreich Fuß fassen.
Im Leben von Lydia Wapp drehte sich im vergangenen Sommer alles ums Deutschlernen. Die gebürtige Uganderin hatte in den letzten Jahren als Zimmermädchen in verschiedenen Hotels gearbeitet und in ihrer knapp bemessenen Freizeit ehrenamtlichen Sozialdienst geleistet. Mit Anfang vierzig entschloss sie sich schließlich, noch einmal eine Ausbildung zu beginnen, um endlich hauptberuflich in den Gesundheitsbereich wechseln zu können. Im September hat sie den Aufnahmetest zur Pflegehilfeausbildung bestanden.
Für Lydia Wapp ist es ein großer Erfolg, in den zweijährigen Lehrgang zur Sozialbetreuerin und Pflegehelferin bei der Caritas in Wien aufgenommen worden zu sein - nicht nur weil sie es dank der Prüfungsvorbereitungen geschafft hat, den Aufnahmetest auf B1-Niveau zu bestehen, sondern auch weil sie sich dadurch einen langgehegten Wunsch erfüllt: "Ich wollte immer Krankenschwester werden, aber in Uganda brauchte man dazu in den Fächern Physik, Chemie und Biologie die besten Noten - und die habe ich nicht gehabt." Also machte die heute zweifache Mutter nach der Schule eine Tourismusausbildung.
Vor sechs Jahren zog es die heute 41-Jährige der Liebe wegen nach Österreich. Ihre beiden Kinder sollten bei den Großeltern in Uganda bleiben - so lange, bis es möglich geworden wäre, auch für sie ein Visum zu bekommen. Doch die Ehe hielt nicht lang: "Die Familie meines Exmannes hat wegen meiner Hautfarbe immer Stress gemacht. Wir haben alles versucht, aber am Ende war das alles zu viel für uns." Nach der Scheidung hätte sie nach Uganda zurückgehen können, doch sie entschloss sich wegen besserer Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu bleiben.
Inzwischen ist Österreich ihr zweites Zuhause geworden. Doch ihr Dasein als "telefonische Mutter", wie sie sagt, mache ihr sehr zu schaffen. Um einen Visumantrag für ihre Kinder stellen zu können, muss sie ein Einkommen von 1000 Euro netto nachweisen. "Als Zimmermädchen habe ich nur 800 Euro verdient und in diesem Bereich gab es keine Möglichkeit für mich, beruflich weiterzukommen. Außerdem hatte ich wenig Kontakt zur deutschen Sprache, ich habe immer nur Bettwäsche und Kühlschränke gesehen."
Magische 1000-Euro-Grenze
Noch zwei Jahre lang wird es dauern, bis Lydia Wapp die magische 1000-Euro-Grenze überschreiten kann. Ausgebildete PflegehelferInnen bekommen in Österreich sofort einen Job, und die Verdienstmöglichkeiten liegen bei 1400 bis 1700 Euro brutto. Neben der Aussicht auf die Möglichkeit, dann ein Visum für ihre Kinder zu bekommen, begeistert sich die angehende Pflegehelferin sehr für die Arbeit mit Menschen, die dringend Hilfe benötigen. Wenn sie die Wahl hätte, würde Lydia Wapp später gerne in einem Spital arbeiten, "weil es dort nicht nur ältere, sondern auch junge Menschen zu betreuen gibt. Es würde mich sehr freuen, den Fortschritt zu sehen, wenn ein Siebenjähriger nach einer Krankheit gesund wird und wieder zur Schule gehen kann."
Im Rahmen der Ausbildung bekommen die LehrgangsteilnehmerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache drei zusätzliche Deutschstunden pro Woche. Doch der Einstieg in den Pflegeberuf wird trotz vieler Praktikumsstunden nicht leicht werden, meint die zielstrebige Uganderin: "Um auch die Dialekte zu verstehen, braucht man wirklich gutes Deutsch. Ich hoffe, ich schaffe das."
Ob Lydia Wapp nach dem Abschluss ihrer Ausbildung tatsächlich in Österreich bleiben und ihre beiden Kinder zu sich holen kann, wird sich zeigen. Sie könne sich nicht gänzlich darauf verlassen, dass sich in zwei Jahren die Gesetzeslage nicht wieder verändert hat. "Vielleicht muss ich dann Walzertanzen lernen", scherzt Lydia. Wenn sie mit ihren Kindern nicht in Österreich leben kann, zieht sie auch eine Rückkehr nach Uganda in Erwägung. (Jasmin Al-Kattib, 15. November 2011, daSTANDARD)
Dieses Portrait ist in Rahmen der Sonderbeilage daSTANDARD entstanden.
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in ihrem fall trifft das ja eh nicht zu.
was von ihnen nicht durchkommt ist nicht kritisch sondern rassisitsch, sexistisch, verharmlosung von und indirekte aufforderung zu gewalt. oft auch nicht besonders intelligent.
in dem fall wäre also irgendwas da gestanden von subsahara-afrikanern (ja, wir verstehen, wie sie das meinen), die sie für minderwertig halten, dann noch irgendwas von frauen, die besser zuhause bei den kindern bleiben sollten und ihre ansichten zu gemischtrassigen ehen will wirklich keiner hören.
dem foromaten ist zu danken.
"Ausgebildete PflegehelferInnen bekommen in Österreich sofort einen Job, und die Verdienstmöglichkeiten liegen bei 1400 bis 1700 Euro brutto."
Wenn die sofort einen Job bekommen, besteht wohl akuter Mangel. Wieso steigen dann die Löhne nicht? Hier versagt anscheinend die Marktwirtschaft. Wenn der 100000ste BWLer oder ein hochspezialisierter Ethnologe kaum was verdient ist das ja noch nachvollziehbar, aber als gefragte Plegekraft sollten die Löhne doch steigen: Wieso nicht auf 2000, 3000 Brutto?!
Der tarifvertragliche Mindestlohn für ein Stubenmädchen in Vollzeit (40 Wochenstunden/5-Tage-Woche) betrug Anfang 2011 EUR 998,-.
Was natürlich immer noch viel zu wenig ist, da die Arbeit auf der Etage die anstrengendste im ganzen Hotelbetrieb ist.
Wobei: Zumindest mit den Ansprüchen eines städtischen 5-Stern-Hotels findet man zum Tariflohn keine gute Etagenmitarbeiterin mehr. Neben der physischen Beanspruchung bei höchstem Sauberkeitsanspruch verlangt der Job ja auch ein Auge für die Raumkomposition, Liebe zum Dekorationsdetail, Fremdsprachenkenntis(se) und absolute Vertrauenswürdigkeit (Gästewertsachen!).
Nicht für EUR 998,-. Hier, in diesem zugegeben sehr engen Bereich, reguliert der Markt ausnahmsweise mal die Löhne nach oben. Gut so.
Da sind viele Tricks möglich, die - so wie ich Gastronomie und Hotellerie kenne - gnadenlos ausgenutzt werden, um die schlechtest bezahlten Mitarbeiter ausnehmen zu können wie Gansln: Sachbezüge etwa, a.k.a. "geldwerter Vorteil".
2x2-Meter-Kammerl mit Bett, Schrank. Täglich ein Teller Essen, was halt bei den Gästen weniger gut angekommen ist? Sogar Gutscheine für den Besuch der hoteleigenen Sauna wären ein "Sachbezug", und werden zu den lohnsteuerpflichtigen Einnahmen des Arbeitnehmers gezählt. Dieser muss dafür de facto weniger Gehalt zahlen, soweit ich weiß.
ich kenne eine Frau mit afrikanischem Mann und einen Mann mit einer in Österreich lebenden Slowakin, vom dritten weiß ich nichts
Aber das Schneiden der Schwarzen Schwiegertochter ist sicher nicht in allen österreichischen Familien üblich. Genauso wenig übrigens wie die herzliche Beziehung zu einer nicht zugewanderten Schwiegertochter.
das stimmt. Der Jobmarkt ist leider sehr hart geworden. Nach der HTL (Maschinenbau) wurde mir ein Job fuer 1600 Euro brutto angboten bei einer 40 Stunden Woche und 10 pauschalisierten Überstunden.
Nach 5 Jahren HTL und 4 Jahren Studium ( Petroleum Engineering ) hab ich es dann doch geschafft bei einem österreichischen Mineralölkonzern ganze 1708 Euro brutto zu verdienen jedoch für 2 Monate. Für die Diplomarbeit zahlt der Konzern auch 800 Euro brutto. In Österreich kennt wohl keiner das Sprichwort "If you pay peanuts, you get monkeys."
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