Portrait

"Ich bin Deutscher, wie jeder andere"

Toumaj Khakpour, 17. Dezember 2011, 16:11
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    foto: nelson müller

    "Man wird respektiert und ich kann zeigen was ich kann. Dann geht es irgendwann auch nicht mehr um die Hautfarbe."

Gourmet-Koch Nelson Müller besticht im deutschen Fernsehen durch sein Können. Anfangs wollte man ihn trotz Kochjacke zur Spüle schicken

Nelson Müller ist Deutscher. Um ihn zu beschreiben würden Phrasen wie "neuer Deutscher" oder „Migrant" zu eindimensional erscheinen. "Ich bin Deutscher und wie jeder andere Deutsche aufgewachsen", unterstreicht der TV-Koch selbstbewusst. Zu seinen Lieblingsgerichten gehören "deutsche Klassiker", wie Eintöpfe, Dampfnudeln oder Schnitzel. Auch die besonders heimatlich angehauchte bayerische Küche gehört zu seinen Favoriten: "Eine gekochte Kartoffel mit Meersalz und Butter, das ist schon was."


Die Müllers aus Stuttgart

Müllers leibliche Eltern stammen ursprünglich aus Ghana und betreiben heute einen Großhandel für afrikanische- und karibische Lebensmittel in London. Der Vater arbeitete zuvor als Angestellter in einer Botschaft in Rom, die Mutter war als Schneiderin tätig. Geboren wurde er 1979 als Nelson Nutakor. Sein Vorname soll an den Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela erinnern. Mit fünf Jahren kommt er zur Pflegefamilie Müller nach Stuttgart. Warum er seine leiblichen Eltern verlassen musste und nach Deutschland kam, möchte er aus privaten Gründen nicht preisgeben.

Faszination Kochen

Bei den Müllers pflegte er die "Freude am Kochen", die sich zu einem Teil seiner Lebenskultur entwickelte. Nach einem Praktikum in einem Gourmetrestaurant wurde es ihm endgültig klar: Er wollte Koch werden. "Ich war fasziniert von der Welt hinter den Kulissen. Vom Handwerk, der furiosen Geschwindigkeit der Köche beim Schneiden und Anrichten, von dem Teamgeist, der in der Küche herrschte und von da an wollte ich Koch werden."

Falsche Zuschreibungen

Gerade am Anfang, als er noch keine "TV-Persönlichkeit" war, ließen stereotype Zuschreibungen nicht lange auf sich warten: "Als ich auf Sylt mit der Ausbildung anfing und zum ersten Mal in die Küche kam, wollte man mich zur Spüle schicken, obwohl ich eine Kochjacke trug. Ich musste dann erst einmal erklären, weshalb ich dort bin." Doch Müller unterstreicht auch, dass er durch seinen Beruf Grenzen verschieben kann: "Man wird respektiert und ich kann zeigen was ich kann. Dann geht es irgendwann auch nicht mehr um die Hautfarbe." Er macht seine Sache gut, unter den so genannten Migranten hat er Eindruck hinterlassen: "Auch viele Menschen mit Migrationshintergrund sprechen mich an, dass sie das gut finden, was ich mache."

"Es gibt noch keine Migranten-Oberschicht"

Als bekannter Koch aus dem Fernsehen arbeitet Müller in einer Branche, die bis vor wenigen Jahren noch ohne Migranten auf Sendung gegangen ist. Dieser sichtbaren Grenze hat er durch sein Tun ein Ende gesetzt. Die Fremdwahrnehmung in der Gesellschaft scheint sich jedoch nur langsam zu ändern: "Wenn man farbig ist und ein gutes Auto fährt, denken gleich alle man sei Fußballer oder so etwas in die Richtung. Man kann nicht einfach nur Unternehmer sein." Laut Müller gäbe es noch keine "Migranten-Oberschicht". Der Hauben-Koch wünscht sich deshalb mehr Veränderungen in der Arbeits- und Medienwelt.

Keine Quote, sondern Können

Seit 2009 betreibt er in Essen im Ruhrgebiet sein eigenes Restaurant. Wenn man rein seine Arbeit betrachtet und alles andere ausblendet, sticht er gegenüber etlichen Köchen heraus. Dies Bescheinigen ihm auch zahlreiche Kochkritiker. Ihn auf seine Hautfarbe festzunageln wäre fahrlässig, falls es aber vorkommen sollte, hätte Müller bestimmt eine Antwort parat: "Wahrscheinlich kann ich mehr deutsche Gewohnheiten aufzählen, als manch anderer Deutscher." (Toumaj Khakpour, 16.12.2011, daStandard.at)

Kommentar posten
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Deserteur
30
27.1.2012, 23:48
"Ich bin Deutscher, wie jeder andere"

...aha!...

marsipan
10
du kommst an der

Hautfarbe nicht vorbei, oder? Schon einmal dein Dorf verlassen?

Mimir
40
27.1.2012, 19:22
Für wos mocht der Reklam?

Fürs N3gAbr0+

marsipan
10
und du,

für die Unfähigkeit deutsch zu sprechen?

Ole
21
18.1.2012, 13:53
@Nelson Müller

Habe ihn kürzlich bei "Lanz koch" gesehen, wo er eine Gänsestopfleber zubereitet hat. Da habe ich mich schon gefragt, wer das heutzutage noch isst ...

Raziel1
31
27.1.2012, 19:33
ich

wildkater
32
10.1.2012, 10:46
Eine Unmöglichkeit in Österreich.

Wer in Deutschland Gourmet-Koch werden kann, wird in Österreich als Drogendealer verhaftet.
Auch wenn er Lehrer ist.

Dunkle Hautfarbe reicht schon, dank der rechtsextremen Hetzer von der FPÖ.

Viel Glück Nelson Müller - und meide Österreichs Intoleranz!

WRN
10
10.1.2012, 21:09

Die NPD ist ja so ein Kuschelverein gegen die FPÖ. Absolut.

wildkater
02
10.1.2012, 21:23
Naja, die NPD ist das deutsche Pendant zur FPÖ.

Aber im Gegensatz zur FPÖ erhält die NPD gerade mal ca. 1% der Wählerstimmen.

Merken'S was?

hmm..
00
21.4.2012, 17:28

und wird bis aufs schärfste verurteilt, demos usw.. sowas ist bei uns ja .. ach zu frustrierend.

tramezzino
00
10.1.2012, 15:08

du warst noch nie in deutschland?

wildkater
00
10.1.2012, 15:45
???

Ich wohne dort ;)

nihil obstat
41

"Auch die besonders heimatlich angehauchte bayerische Küche gehört zu seinen Favoriten: "Eine gekochte Kartoffel mit Meersalz und Butter, das ist schon was."

BayErische?
Kartoffeln??
Meersalz???

Pardon, aber das klingt für einen süddeutschen Koch relativ bemüht preußisch (und das mit dem Meersalz ist einfach lächerlich).

Und sonst sollten wir uns hiezulande ein Beispiel daran nehmen, was in Deutschland möglich bis selbstverständlich ist.

Andreas W
41
18.12.2011, 17:14
Tolle Ueberschrift - seit wann ist JEDER Deutscher!

Gott lob ist das definitiv nicht so! Ich bin kein Deutscher und bin stolz darauf, was nicht bedeutet, dass ich in Anbetracht der Korruption und Menschenverachtung in diesem Land besonders stolz bin, Oesterreicher zu sein.

Jülyet Ksantopulo
00

Wenn'S kein Deutscher sein wollets, dann tuets mir schröcklich leid!

tachyon1
33
18.12.2011, 15:47
die frage stellt sich - wieso ist das thema

er ist koch. er ist deutscher. er kanns. andere nicht. er ist smart und kann die info transportieren. die hautfarbe ist egal und demnach das ewige "migrantengesülze" !

HinduHush
01
18.12.2011, 12:30
Und die Welt sie bewegt sich doch.

Kulturelle Evolution live präsentiert. Ist doch schön. Wir dürfen ruhig auch mal positive Nachrichten geniessen

Allah
04
18.12.2011, 11:36
Meine Damen und Herren....

das 21. Jahrhundert :)

selmasupersad
 
12
18.12.2011, 11:23

ein guter typ, ich mag ihn (und würde sehr gerne mal in seinem restaurant essen).

semper fidelis
12
18.12.2011, 11:19
....wie er im Buche steht.

frustrierte frankfurter depressive debreziner
23
18.12.2011, 10:24

da wir alle die nachfahren einer frau in afrika sind wie untersuchungen der mitochondrialen dns zeigten ist der reisepass nur für jene wichtig die uns das leben künstlich schwer machen wollen

Bitte drei Bier!
12
18.12.2011, 10:35
Und Nachfahren welchen Mannes?

(Ich frag' ja nur.......)

bibliothekar
00

Schlagen sie doch mal Mitochondrien nach.

leahcim
24
18.12.2011, 11:23

Also da es mit der Geschichte von Adam und Eva nicht funktionieren kann (hatten 2 Söhne meines wissens) tippe ich auf einen Menschenaffen.

Ps.: Beobachte mal Leute bei Sportveranstaltungen, dann weißt du es ;-)

Neil Psotman
01
18.12.2011, 11:17

unbefleckte empfängnis

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