Fremdenfeindliche Jugend

Ist es cool, "Ausländer" zu hassen?

Kommentar | Olivera Stajić, 20. Jänner 2012, 10:30

Studien und Einschätzungen einiger Experten deuten darauf hin, dass rechtes Gedankengut große Verbreitung innerhalb der Jugend findet

In Österreich gebe es zwar weniger "Kahlgeschorene, die unter sich bleiben", als in Deutschland, dafür würden hierzulande die "gutaussehenden" Jugendlichen "mitten in ihrer Jugendkultur" rechtsextremes Gedankengut verbreiten. Das sagte Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees, im Ö1-Mittagsjournal am Donnerstag. Diese Jugendlichen würden sich in ihrer Klasse oder im Betrieb ganz klar zu ihrer Gesinnung bekennen und gäben unter den Gleichaltrigen den Ton an, so Mernyi. "Ausbilder und Lehrer wenden sich an uns", so Mernyi, und würden von diesem Phänomen berichten.

Raimund Fastenbauer von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien ist ebenfalls der Meinung, dass rechtsextreme Einstellungen immer mehr zum Mainstream gehören. "Die rechtsextreme Szene ist deshalb gefährlich, weil sie sich nicht nur auf schlagende Burschenschaften beschränkt, sondern auch im Schickimicki-Stil in den Discos verbreitet wird", so Fastenbauer. Dass extreme Rechte zum österreichischen Mainstream gehören, beweise auch der Dritte Parlamentspräsident Martin Graf, so Fastenbauer im Ö1-Interview.

Ob einzelne Vertreter der rechten Parteien direkten Einfluss auf die Einstellung der Jugendlichen haben, kann man schwer belegen. Ebenso sollte man sich davor hüten, alle Jungen, die die FPÖ "cool" finden (ca. 50 Prozent) oder sie gar wählen würden (42 Prozent), sofort ins extreme rechte Eck zu stellen. Doch was wissen wir überhaupt über die (politische) Einstellung der österreichischen Jugend und über ihre vermeintliche Fremdenfeindlichkeit?

Die letzte Studie, die diese Frage beantworten wollte, stellte sich leider als zu dürftig heraus und wurde von Experten zu Recht kritisiert. Außerdem untersuchte sie nur die Einstellung der Wiener Jugendlichen. Tendenzen, die sie aufzeigte, deuten allerdings in Richtung "Migranten-Feindlichkeit". Dieses Phänomen scheint aber nicht nur junge Österreicher zu betreffen. Laut einer europaweiten Studie, hegen Österreicher große Antipathie gegenüber MigrantInnen: In keinem anderen Land sagten so viele Menschen, sie würden sich "MigrantInnen nicht als Nachbarn wünschen", wie in Österreich.

Alle diese Befunde, Trends und Ergebnisse müssen ernst genommen werden. Es reicht nicht, Verunsicherung ob der wirtschaftlichen Krise zu attestieren und die Jugendlichen der nächsten rechtspopulistischen Wahlkampagne zu überlassen, deren Losungen reißerisch und die angebotenen Lösungen viel zu einfach sind.

Es deprimiert und alarmiert, dass in einem Land mit einer Vergangenheit wie der österreichischen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus von den Jungen akzeptabel oder gar als "cool" gesehen werden. Altlasten können das kaum sein. Hier wachsen Menschen heran, die sich in der multiethnischen Welt, in der sie in Zukunft Leben müssen, nicht zurechtfinden.

Wenn die Einschätzungen von Willi Mernyi und Raimund Fastenbauer tatsächlich für einen großen Teil der Jugend zutreffen, bleibt nur der erneute Appell zu umfassender politischer Bildung. Und zwar noch in der Pflichtschule. Dringend notwendig ist auch ein Geschichtsunterricht, der klare Bezüge zur Gegenwart zeigt und Aufarbeitung zum Ziel hat. Den Jungen muss außerden vermittelt werden, dass das Phänomen der Migration keine persönliche Bedrohung darstellt und zur Realität der globalisierten Welt gehört. Nur so sind sie gegen Verhetzung und Vereinnahmung gewappnet. Nur so können wir in Zukunft auf ein konfliktarmes Miteinander hoffen. (Olivera Stajić, daStandard.at, 20.1.2012)

Kommentar posten
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Erwin Wolfram
20
...

LOL der Artikel ist Mist, schnell schnell wir brauchen Ordner! LOL

PS wenn ich rot waehlen wuerde...

Erwin Wolfram
20
...

es ist eine frage der handlungsenergie alle alten parteien haben durch ihre unfaehigkeit und den unwillen eine leistung zu erbringen die sich nicht auf foerderung ihrer mitglieder bei dem diebstahl von fremder leistung bezog schuld auf sich geladen dh bekommen diese kommuniziert und nur die rechten die bisher verboten waren bieten einfache dynamische loesungen wie sie die jugend in so einer komplexen umwelt bei einer debilobildung (also ich mein die profesoren an den unis da ganz konkret, also solche powerpointklicker und maerchenschwafler bis pause ist ohne kraft wie der autor hier) benoetigt, denn sie muessen ueberreden koennen soinst gibt es null nachwuchs bzw neuigkeit bzw fortkommen...

Elisa B
00
27.1.2012, 18:29
Statistik

bitte die ganze Statistik. Bekanntlich wollen ein überwiegender teil der Moslems nicht neben Christen wohnen - und wie es mit den anderen Altgläubigen aussieht dürft ihr raten!

CC79
00
31.1.2012, 15:09

"bekanntlich", ich zweifle Ihre Darstellung stark an! Beweisen Sie's doch!

Elisa B
00
stimmt schon

bitte googlen. Der Anteil st im arabischen Raum extrem hoch, in der Türkei noch bei 50 % in den Städten!

CC79
00

Es geht aber nicht um den arabischen Raum, sondern um die Moslems bei uns, und da ist das eben nicht der Fall.

Radagast ist ein rarer Gast.
00
24.1.2012, 13:07

"Hier wachsen Menschen heran, die sich in der multiethnischen Welt, in der sie in Zukunft Leben müssen, nicht zurechtfinden."
genau das ist das problem, ja. weil wir in einer zeit leben, wo alte wertvorstellungen ("nation", "kultur", "heimat") zwar noch exisitieren und reproduziert werden, aber immer mehr ihre unterlage verlieren. niemand bietet wirklich lösungen für die widersprüche der globalisierung und des globalen kapitalismus an und abgrenzung war schon immer ein einfaches mittel, sich selbst definieren zu können!

Solemnly Soliloquising Somnambulist
21
24.1.2012, 09:53
rechts zu sein ist notwendig

wenn man in unserem kredit-zins-geldsystem vermögen aufbaut/aneignet. denn es wird immer der kleine mann ausgeplündert/getäuscht, ganz egal welchen ethnischen hintergrund er hat.

wenn ich mir ansehe wie erfolgreich z.b. ein gewisser herr musikant von der ikg beim ausplündern/täuschen (collier int.) anderer war (12o mio privatvermögen), kann man ihn sofort als rechtsextrem betrachten.

was herr fastenbauer absichtlich fälschlicherweise als rechtsextrmismus im mainstream bezeichnet ist der zunehmende unmut der ausgeplünderten über ihre chnacenlosigkeit im vermögensaufbau zu gunsten der plünderer.

links oder rechts sind ideologien die dazu dienen die großen geschäftsmodelle zu verbergen.

MynniaIgnea
03
28.1.2012, 03:21

Nein.

Die Jungen scheren sich nicht um Politik, sie wissen auch wenig davon.

Es geht rein ums Polemik und Hetze gegen Volksgruppen, nicht Einzelmenschen, glauben und sich damit identifizieren, das mitspueren.
Es geht um den Hass Mitmenschen gegenueber, nicht ungerechter Verteilung.

Muamer B
00
24.1.2012, 09:36

Wenns weiter so geht mit den medien geht die alles propagieren müssen werden die ausländer von selber gehen. Irgendwann wird einer der fpö bürgermeisters wien...dann wirds zeit zu gehen..den das was strache und seine anhänger von sich geben würde mir in den nächsten jahre angst machen...

onduras
07
23.1.2012, 23:25

also der headliner ist wieder typisch standard, kein mensch hasst ausländer, nur wenn man probleme mit dem zusammenleben aufzeigt ist man noch lange kein rechter
schwierigkeiten gibt es vorwiegend mit dem islam, dies aber zurecht wie uns die history beweist, man muss keien menschenvérachtendes, frauenfeindliches, totalitäres system tolerieren

jbt
00
13.4.2012, 23:15
menschenverachtendes, frauenfeindliches, totaliteres system abschaffen

gebe ihnen völlig recht, Christentum soll abgeschafft werden.

CC79
00
31.1.2012, 15:13

Klar hasst man nicht automatisch Ausländer wenn man nur kritisch ist. Aber in Österreich fällt das "konvenianterweise" gut zusammen, viele hassen eben Ausländer als "darf's a biss'l mehr sein?".

Die Ausnahmen die tatsächlich nur kritisch sind, sind wohl die Minderheit. Stammtischkultur ist ja weiter verbreitet hier als intellektuelle kritische Diskurse.

Und welche History beweist "zu recht" die Schwierigkeiten mit dem Islam? Das menschenverachtende, frauenfeindliche, totalitäre System gibt's auch im Katholizismus, da scheint's wenig Berührungsängste zu geben. Sind's vielleicht doch nicht diese Dinge wo uns der Islam sogar ähnlich ist, sondern doch eher die Fremdenfeindlichkeit?

hagar die verskriklike
11
23.1.2012, 19:28

Wen wundert der Rechtsruck der politischen Mitte, solange die Rechtsextremen in FPÖ und BZÖ als "Rechtspopulisten" verharmlost werden? Der Versuch, die FPÖ in der Regierungsverantwortung wenigstens so weit zu zivilisieren, war nachweislich erfolglos. Von diesen Leuten kann man nicht einmal den Anstand erwarten, zumindest vor ihren Kindern xenophobe Aussagen zu vermeiden.
Zusätzlich von Mitschülern, Kolleginnen, leider auch einzelnen Lehrern und Lehrlingsausbildnern bestärkt, immer wieder verbal die Grenze hin zu rechtsradikalen Aussagen zu überschreiten, wird es schon immer schwerer, mit differenzierten Erklärungen wenigstens grundlegende Standards für ein nur gewaltfreies Nebeneinander verständlich zu machen.

The Tiburtius
20
23.1.2012, 17:08
Hatschi-Stratschi-Luftballon, der Disco-King

"Hier wachsen Menschen heran, die sich in der multiethnischen Welt, in der sie in Zukunft Leben müssen, nicht zurechtfinden."

In Anbetracht der Pisa-Studie ist es doch nicht verwunderlich, daß die Prolo-Clubbing-Fraktion in gewissem Maße erstarkt - insbesondere durch die Indoktrinierung der evolutionsresistenten Altvorderen im Provinz-& Vorstadtwirtshaus.

Unter den "Krochern" in gewissen Gegenden ist ja eine "Fetzerei" zum Volkssport mutiert...

daily comment
11
23.1.2012, 11:33
Langsam kann ich dieses " Nach Meinung von Experten ist unsere Jugend zunehmend rechtsextrem" nicht mehr hören!

Am Ende stellt sich immer heraus, dass diese "Experten", die sich solch eine gravierende und zersetzende Typisierung für eine gesamte (junge)Generation herausnehmen, allesamt aus der IKG und verwandten Organisationen herkommen. Und der Hintergrund bzw. Auftraggeber solcher "wissenschaftlichen Studien" kommt wahrscheinlich aus dem gleichen Umkreis. Ich bezweifle daher die wissenschaftliche Objektivität!
Antisemitismus ist sicher kein Thema bei der heimischen Jugend! Warum wird dieser immer wieder hochgekocht?
Dagegen gedeiht in bestimmten Bezirken Wiens (nicht in allen) eine Islamphobie, geschürt von HC Strache, dem "Prinz Eugen" einer jungen Losergeneration! Dagegen sollte ein wirksames Mittel gefunden werden!

frankazanka
24
22.1.2012, 13:30
bildung ist die antwort

anstatt den jugendlichen den stempel "rechtsextrem" aufzudrücken, sollte man ihnen zuhören und sie ernstnehmen. nur, wenn man nachforscht, woher dieser hass gegen migrantInnen kommt, kann man etwas dagegen unternehmen. hierzulande wird er allerdings von öffentlicher seite, die zuwanderung meistens nur als problem darstellt, gefördert. österreichs kultur ist aber ein gemisch von vielen kuturen - das war immer schon so! auch die österreichische wirtschaft braucht menschen, die hier arbeiten, steuern zahlen und kinder bekommen. aber ja, polemische sündenbockargumente sind immer leichter zu verstehen. kriminalität, arbeitslosigkeit? die ausländer sind schuld.
das sparen im bildungsbreiech rächt sich bitter.

Mimir
07
22.1.2012, 18:37

Die Zuwanderung von gut ausgebildeten, talentierten Menschen aus Entwicklungsländern verursacht in diesen Stagnation und Armut.
Was die Zuwanderung von Ungebildeten und religiösen Eiferern verursacht wird einem klar wenn man in der Schule, in der Lehre, im Berufsleben, beim Wehrdienst mit ihnen zu tun hat. Nichts gutes, es sei denn, man schätzt eine geringe Erwerbstätigenquote und Autoritätshörigkeit - zu fremden Autoritäten.

Raphae1
11
23.1.2012, 15:49

> "Die Zuwanderung von gut ausgebildeten, talentierten Menschen aus Entwicklungsländern verursacht in diesen Stagnation und Armut."

Das stimmt nicht, denn die Geldtransfers von erfolgreichen Migranten in ihre Herkunftsländer übersteigt mittlerweile die Hilfeleistung der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit.

Mimir
12
24.1.2012, 00:29

Besser wäre es die gut Ausgebildeten würden eine stärkere Rolle bei der Entwicklungszusammenarbeit in ihren Heimatländern spielen, statt einfach ein paar Netsch zu überweisen.
Wer sonst, wenn nicht diese Leute, wäre in der Lage Arbeitsplätze zu schaffen?
Wir sollten sie eher dabei unterstützen, als ihre Auswanderung zu fördern.
Leider ruiniert unsere Exportwirtschaft ständig eingesessene Branchen in sich entwickelnden Regionen.
Wenn diese Politik fortgesetzt wird, wird es auch kein Ende des Zustroms von Wirtschaftsflüchtlingen geben. Die damit einher gehende und sich bereits abzeichnende kulturelle Transformation gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa.

Raphae1
00
24.1.2012, 12:54
Arbeitsplätze

Du kannst so gut ausgebildet sein, wie du willst, aber ohne Geld wirst du niemals Arbeitsplätze schaffen können. Wie sonst kannst du dir arbeitslose Akademiker erklären?

Übrigens handelt es sich bei diesen Geldtransfers nicht nur um "ein paar Netsch". Wie gesagt übersteigt diese Summe bereits sämtliche Investitionen der Entwicklungszusammenarbeit.

Frodo Der Hobbit
00
26.1.2012, 01:15

leider auch nicht ohne besitz von land, und ohne einverständnis der mit den grossbesitzern verhaberten beamtenschaft.

Mimir
01
24.1.2012, 13:48
Ich zitiere mich selbst:

"Wer sonst, wenn nicht diese Leute, wäre in der Lage Arbeitsplätze zu schaffen?
Wir sollten sie eher dabei unterstützen......"

Sollen die Leute dort ständig von den Überweisungen der Ausgewanderten leben.

Ich wünsche mir, dass die asiatischen Investitionen in Afrika auch uns zu neuen Möglichkeiten in der Entwicklungszusammenarbeit anregen.

Arbeitslose Akademiker erkläre ich mir übrigens dadurch, dass diese nicht über die nötigen Fähigkeiten verfügen ihre eigenen Ideen auch umzusetzen. Ursachen sind eher betriebswirtschaftliche Qualifikationsmängel und fehlendes Vertrauen in vorhandenes Potential, weniger das nötige Startkapital.

Raphae1
00
24.1.2012, 14:24

> "Sollen die Leute dort ständig von den Überweisungen der Ausgewanderten leben."

Wovon sollen sie denn leben? Die EZA Gelder werden immer weniger, und du willst auch noch die privaten Geldtransfers einschränken?

Mimir
02
24.1.2012, 15:28

Die ganze EZA bringt nichts, wenn nicht vermehrt Menschen die Zukunft ihres Landes in die eigene Hand nehmen und indem sie Arbeitsplätze schaffen und dadurch Verantwortung übernehmen. In Zusammenarbeit mit europäischen Unternehmen z.B..

Durch die Zuwanderung haben wir zusätzlich die Probleme, die als Folge der Entwurzelung dieser Menschen entstehen, zu bewältigen.

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