Die Welt eines rechten Wut-Bloggers

Reportage | Yilmaz Gülüm
23. Jänner 2012, 10:37
  • Der Patriot legt viel Wert auf seine Anonymität.
    foto: yilmaz gülüm

    Der Patriot legt viel Wert auf seine Anonymität.

Der SOS-Österreich-Blog warnt vor Zuwanderung und Islamisierung - Mit daStandard.at sprach der anonyme Betreiber über den "Verrat der Sozialdemokraten"

"Der Patriot", wie sich der Betreiber des Blogs sosheimat.wordpress.com nennt, sammelt und kommentiert seit mehr als zwei Jahren Artikel zum Thema Integration und Islam. Unter dem Titel "SOS Österreich" vertritt er Ansichten, die seine Kritiker regelmäßig als rechtsextrem bezeichnen. Er selbst sieht das nicht so. Er sei ein Patriot und gar ein "alter Sozialdemokrat".

Am abgemachten Treffpunkt tritt pünktlich ein Mann an meinen Tisch. Sportlich gekleidet, etwa Anfang 40. Es ist aber nicht der Patriot, sondern ein "Sicherheitsbeauftragter der Szene", wie er erklärt. Sein Name ist Josef H. Er spricht sehr höflich, lächelt viel und ist doch sehr bestimmt: Das Treffen könne aus Sicherheitsgründen nicht am abgemachten Ort stattfinden. Zu groß sei das Risiko, dass ein Komplize in einem Eck wartet und heimlich Fotos macht. Josef H. besteht darauf, dass ich mit ihm mitgehe. Wohin, das will er anfangs nicht sagen.

Der "linke" Nachbar von nebenan

Schließlich stehen wir auf und gehen in ein nahe gelegenes Café. Vor dem Eingang dreht sich Josef H. noch einmal kurz um. Er überprüft, ob uns jemand gefolgt ist. Dann gehen wir hinein. An einem Tisch sitzt der Patriot und trinkt Kaffee. Schwarzer Mantel, schwarze Weste, schwarze Hose.

Er spricht ruhig, weiß sich auszudrücken und wirkt gebildet. Er ist ein wenig wie der Nachbar von nebenan, den man zwar nicht so genau kennt, der aber total harmlos erscheint. Er trägt einen Ehering und bezeichnet sich als "Linken", wenngleich er darunter etwas anderes versteht, als es in Österreich heute üblich ist.

Sein Vorname ist Patrick, er ist Anfang 40 und arbeitet im Sozialbereich in Wien, wo er "täglich mit Migranten und Muslimen zu tun hat". Mehr will er über sich nicht in den Medien lesen. Während des Gesprächs fallen seine leicht zittrigen Hände auf, die er kaum zum Gestikulieren verwendet.

Über 10.000 Leser pro Tag

Er erzählt, wie es zu seinem Blog gekommen ist. Die Diskussion über das Verbot von Minaretten im Herbst 2009 in der Schweiz habe ihn inspiriert. Die Art und Weise, wie dort offen über die Gefahren des Islams gesprochen wurde, vermisste er in Österreich. So fing er an, Zeitungsberichte zu sammeln, die seiner Ansicht nach die "Islamisierung" dokumentieren. Später stellte er sie kommentiert online. Nach und nach fand er Gehör. Anfangs durchforstete er noch alleine die Medienlandschaft. Heute hat er nach eigenen Angaben ein Netzwerk von etwa 100 Autoren aufgebaut, die ihn auf Artikel aufmerksam machen.

Laut Zugriffsstatistik lesen durchschnittlich mehr als 10.000 Menschen täglich die Einträge. Verwaltet wird die Plattform von ihm und seiner Familie; 20 Stunden pro Tag, wie er sagt. Je nach Weltanschauung kann man die Einträge unterschiedlich lesen. "Österreich ist Europameister bei Antipathie gegenüber Migranten und Muslimen", steht da etwa. Der Hintergrund: Laut einer "Europäischen Wertestudie" werden in Österreich Menschen anderer Hautfarbe und Muslime am wenigsten geschätzt. In den Kommentaren wird das als frohe Botschaft gefeiert: "Endlich mal eine positive Meldung. Endlich mal etwas, worauf man stolz sein kann", schreibt ein Leser.

Persönlich sieht er in der Studie den Beweis, dass die Menschen den "Multikulti-Wahn" satt haben. Überhaupt seien "Multikulti-Veranstaltungen" heuchlerisch. Österreicher müssten sich dort zwanghaft an Ausländer anpassen und nicht umgekehrt.

FPÖ-Funktionärin beteiligt sich an Diskussion

Ein anderer Eintrag beschäftigt sich mit einer Fördermaßnahme speziell für Schüler mit Migrationshintergrund, dem "START-Stipendium". Es stellt u. a. monatlich 100 Euro und eine PC-Grundausstattung in Aussicht. Der Blog kommentiert das als "Inländer-feindlich" und als "Inländerdiskriminierung." Benutzer "Suli" sagt, die Türkenbelagerungen hätten "unsere Vorfahren erfolgreich bekämpft, jetzt beschmutzen wir ihren Erfolg". "Susa" fügt hinzu: "Kein Arbeitender hat Lust, diese Minderwertigkeit zu erhalten". Einen offenbar anders denkenden User stört es dagegen, "wie viele rassistische Hurenböcke wir eigentlich in diesem Land haben". Auch die Salzburger FPÖ-Funktionärin Karin Berger beteiligt sich an dieser Diskussion, allerdings wesentlich gemäßigter.

Für die Kommentare könne er nichts, sagt der Patriot - die gingen auch in anderen Medien in diese Richtung. Punktuell würde er immer wieder auch Kommentare löschen, weil sie zu heftig seien.

Die "Welt-Islamisierung"

Warum aber "SOS Österreich", wie der Patriot seinen Blog betitelt? Wovor gilt es Österreich zu schützen? Sein Feindbild ist klar: Es sind nicht "die Ausländer" oder "die Türken", sondern "der Islam". Dieser könne und dürfe niemals Teil von Österreich werden. Genauer nachgefragt geht es eigentlich um den politisch motivierten extremistischen Islam. Allerdings scheint sich der Patriot schwer zu tun, sich auch andere, aufgeklärtere islamische Strömungen vorzustellen.

Er spricht über die Islamisierung der ganzen Welt. In immer mehr Ländern würde man immer mehr verschleierte Frauen sehen. Ägypten, der Iran, Thailand und auch die Türkei seien Beispiele. "Das kann kein Zufall sein", sagt der Patriot. "Da muss es einen Plan geben." Wer in der Lage sein könnte, einen zentralen Welt-Islamisierungsplan zu organisieren und zu koordinieren, fällt ihm nicht ein.

Von der SPÖ zur FPÖ

Die heutige Situation in Wien empfindet er jedenfalls als eine dritte Türkenbelagerung. "Eine geistige Belagerung", sagt er. Er fühle sich in seinen Gedanken gefangen, weil viele Themen tabuisiert würden. Seinen Blog sieht er als Medium zur Gegenöffentlichkeit. Wer öffentlich Islamkritik übt, sei automatisch ein "Rechtsextremer".

Patrick war früher Mitglied der Roten Falken, einer Kinder- und Jugendorganisation der SPÖ. Im Lauf der Zeit habe nicht er sich verändert, sondern die Partei. Er fühle sich verraten. Heute sehe er sich am besten durch die FPÖ repräsentiert. Als "altem Sozialdemokraten" stößt es ihm auf, wenn die SPÖ oder die Grünen mit islamischen Vereinen, denen er eine politische Agenda nachsagt, "unter dem Deckmantel der Integration" zusammenarbeiten würden. Lösungsvorschläge für die konkreten Probleme, die die zweite und dritte Generation von Zuwanderern betreffen, kann er nicht anbieten. Auch die FPÖ könne das nicht, wie er sagt.

Ihn stört der türkische Nationalismus in Österreich. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass Nationalismus auf der einen Seite den Nationalismus auf der anderen Seite verstärkt. Ist da ein SOS-Österreich-Blog nicht kontraproduktiv? Der Patriot sieht jedenfalls ein, dass ein Klima, wie es sein Blog mit erzeugt, die Gewaltbereitschaft gegenüber Minderheiten potenziell erhöhen kann. Nach dem Anschlag in Oslo überlegte er, seinen Blog einzustellen. Er wollte nicht als Hass-Blogger dastehen. Er hat sich dagegen entschieden. (Yilmaz Gülüm, daStandard.at, 23.1.2012)

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Posting 426 bis 475 von 1559

Jeder kehr' vor seinem Tor,
da hat er Dreck genug davor.

gut gesagt!

Meinen sie die Linken in Österreich und die Muslime?
Ja, die sollten öfter ihre Aussagen überdenken.

Dazu fällt mir ein:

Friede sei mit dir
mein Freund in Ewigkeit
doch es gilt zu streiten
stehe bereit!
Ziehe mit uns
du schenkst den Sieg
kämpf für eine Welt
die das Leben verdient

Dazu fällt mir ein:

Der Mensch ist der Hirte des Seins
ob er ein Mädel hat
oder auch keins.

"Wer in der Lage sein könnte, einen zentralen Welt-Islamisierungsplan zu organisieren und zu koordinieren, fällt ihm nicht ein."

Mir hingegen schon, z.B. Saudi Arabien, Bahrain, usw.

Ich bin überzeugt davon, dass die Mode, Sitten, Gesetze und Verbote in Saudi Arabien eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf junge MigrantInnen der Vorstadt haben, HAHAHAHAHA!!!!

wenn's das binnen-I weglassen, kommt Ihre aussage vermutlich z.t. sogar hin (in Ö vielleicht weniger, als in Frankreich, den Niederlanden, Schweden oder Berlin)

Habens schonmal gesehen, wie die Saudischen Männer ausstaffiert sind?

"... wie die Saudischen Männer ausstaffiert sind?"

.
hier geht's nicht um modefragen, sondern um ideolgien.
das ist Ihnen offenbar entgangen ;o)

Es wird doh immer behauptet, das gehöre im Islam zusammen...

"Es wird doh immer behauptet, das gehöre im Islam zusammen"

.
bei männern? wer behauptet das? Sie?

Dann haben sie 0 ahnung...sie posten hier wie ein wilder herum ohne irgendwelche infos? Wie weit kann man nich sinken?

beispielsweise die OIC (Organisation for Islamic Cooperation)

“We emphasize the need to develop, at the UN, including the HRC, a legally binding institutional instrument to promote respect for all religions and cultural values and prevent intolerance, discrimination and the instigation of hatred against any group or followers of any religion.”

lautet das Argument bei der UNO ein generelles, globales Religions- und Islamkritikverbot durchzusetzen.

quelle:
http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm... 0092784121

"promote respect for all religions and cultural values and prevent intolerance, discrimination and the instigation of hatred against any group or followers of any religion."

Was ist an der Aussage nun generell schlecht?

Der Aufruf zu Respekt und Toleranz ist für Sie ein "generelles, globales Religions- und Islamkritikverbot"? Wie ist das zu verstehen?

Ist aber nur ein Problem, wenn Sie unter Kritik "intolerance, discrimination and the instigation of hatred" verstehen.

Forderungen nach Intoleranz und Diskriminierung und die Anstiftung zum Hass sind eben keine Kritik. Da wundern sich "Islamkritiker" dieses Schlages noch warum sie als Rechtsextreme betrachtet werden?

PREVENT hatred...

Es wird hier aufgerufen, gegen Intolerant und Hass einzutreten, nicht zu Intoleranz aufgerufen!

?

Eh. Und _ricko_ bringt in seinem Posting oben dieses Zitat, im dem eben gegen Intoleranz, Diskriminierung und relig. Hass eingetreten wird, als Beispiel für den Versuch "ein generelles, globales Religions- und Islamkritikverbot durchzusetzen".

Es ist eine altbekannte Strategie am rechten Rand, die Ablehnung von Intoleranz, Diskriminierung und Hate-Speech als Unterdrückung von Kritik darzustellen.

Die OIC bezieht sich dabei aber auf den Islam im Westen, und nicht auf religiöse Minderheiten in ihren eigenen Ländern.

Nochmal: Und ich bezog mich in meinem Posting auf _ricko_'s, der dieses Zitat als Beleg dafür brachte, dass damit ein "generelles, globales Religions- und Islamkritikverbot" durchgesetzt werden soll, was einfach nichts mit dem zitierten Statement zu tun hat.

Dass die OIC sich dabei in erster Linie auf den Islam bezog mag so gewesen sein (es ging in der Konferenz um "Countering Islamophobia", es wäre also nicht wirklich überraschend) - wobei das aus der Quelle oben garnicht so eindeutig hervorgeht, da steht auch ganz allgemein "and to take effective measures to discourage negative stereotyping of people on the basis of religion, faith or race". Jedenfalls ging es in _ricko_'s Posting nicht um diese Frage.

der Blogger weist im Blog auf diesen Artikel hier hin und kommentiert ihn

er spricht von der Muslim Bruderschaft.

Und die Muslimbrüderschaft macht aus ihrem Anspruch und ihren Zielen ja auch nicht gerade ein Geheimnis.

Es gibt nicht den Einen, der im Dunkeln die Fäden zieht, es gibt eine Vielzahl von Gruppierungen, die das selbe Ziel mit teils unterschiedlichen Mitteln erreichen wollen

Mir fallen manchmal auch so komische Verschwörungstheorien ein, wenn

... ich drei Bier getrunken habe (?)

Über böse Moslems und gute Christen

In vielen Ländern werden Christen ermordet, verfolgt oder zumindest massiv an der Religionsausübung gehindert. Das würde auch hierzulande mehr Aufmerksamkeit verdienen, als dies derzeit geschieht. Allerdings sollte man auch die ebenfalls zunehmende Islamophobie im Land genau beobachten. Denn diese zunehmende und radikalisierende politische Entwicklung mancher „Christen“ gibt Anlass zur Sorge.

Mehr unter: http://gesudere.at/blog/?p=4339

Anschläge gegen Christen sind immer wieder in den Medien.
Was mich interessieren würde: wieso fordern Sie gerade für dieses Problem mehr Beachtung in den Medien? Vielleicht, weil Sie dabei mit dem Zeigefinger auf andere zeigen können? Im Gegensatz zu Todesfällen, an denen wir selbst etwas ändern könnten (s. Jean Zieglers Bücher, We feed the world, usw.)?

2001 waren 81.5% der Österreicher Christen.
Heute sind's bedeutend weniger, aber schätzungsweise gehören, ähnlich wie in Deutschland, rund 2/3 der Bevölkerung einer christlichen Kirche an.
Warum sollte das Problem der weltweiten Christenverfolgung in den Medien keine besondere Beachtung finden, wenn sich eine große Mehrheit zu diesem Glauben bekennt?

In rund 60 Staaten werden heute etwa 250 Millionen Christen wegen ihrer Religion verfolgt oder diskriminiert.
http://diepresse.com/home/mein... verfolgung

Weil Millionen Christen auf der Welt aus ganz anderen Gründen sterben, auf die wir viel mehr Einfluss haben als auf Terroristen oder den aufgebrachten Mob anderer Länder.

Wenn S' das viele Elend auf der Welt meinen, wodurch Leute sterben, dann müssen S' "Menschen" schreiben und nicht "Christen".
Christenverfolgung ist etwas Spezifisches und ist mit Krankheit und Tod durch Not, Armut, Hunger, Seuchen, Katastrophen usw. nicht gleichzusetzen.

Ich kenne den Blog nicht, und für die Effen habe ich keine Sympathie.

Aber die Leser solcher Blogs werden geradezu gezüchtet durch grünlachsrosa Nazikeulen und Realtätsverweigerungen.

Als absolut neutraler Mensch ohne Meinung und politische Heimat unterstütze ich selbstverständlich alles, was sich gegen Islam, Rot und Grün richtet...auch und vor allem wenn ich mich noch nicht damit auseinandergesetzt hab... Ihr seids manchmal echt zum Brüllen (-;

Dumpfe rechte Phrasendrescherei oder die NazIkeule gehören ignoriert

aber wenn jemand echt an einer Diskussion interessiert ist und seine Meinung argumentativ untermauern kann (Tilo Sarrazzin z.B. kann das, HC Strache eher weniger) dann sollte man den Dialog führen.

Wenn man mit Menschen spricht, die viel mit Migranten zu tun haben (wie offensichtlich der Blogger), dann kann man gewisse Ängste und Spannungen auch besser verstehen - und (gesellschafts-)politische Maßnahmen zu deren Abbau setzen.

Haben Sie das Buch von Sarrazin gelesen? Der argumentiert vllt. oberflächlich "logisch", aber wenn man dieses Buch liest, dann strotzt es vor Ungenauigkeiten, Unwahrheiten und verdrehten Statistiken.

Diese Gesellschaftspolitischen Maßnahmen

bestehen aber leider meist in mehr Förderungen und mehr ANGEBOTEN für Integrationshilfen aller Art.

Und das ist es was mir als Nationalisten sauer aufstößt!
Integration ist eine Bringschuld...das ist keine Holschuld. So wie das in Österreich oft gemacht wird hat man das Gefühl dass der Staat nach dem Grundsatz "bitte seid so nett und macht den Deutschkurs? Seids so lieb?" agiert.

Und das viel der Steuergelder die dringend woanders benötigt würden (vorrangig Bildung imo, man kann nie genug Geld in die Bildung stecken!) für Integrationsmaßnahmen drauf gehen. Die für Teile der Ausländer vollkommen sinnlos sind (hab einen franz. Kollegen der nie was davon gebraucht hat aber voll integriert ist)... und von anderen Teilen nicht angenommen

Die meisten Kommentare hier sind der beste Beweis dafür...

...wie salonfähig Xenophobie bereits geworden ist.
Sukzessiv werden Grenzen überschritten (wird man doch wohl noch sagen dürfen/endlich wird es mal ausgesprochen/muss man doch aufzeigen dürfen/war ja nur ein dummer Lausbub).
Anstatt solche Personen und deren politische Idole öffentlich zu verachten und mit 5% in die politische Bedeutungslosigkeit zu verfrachten, erreicht man mittlerweile mit diesem Programm bereits um die 30%.
Das finde ich (als offensichtlich einer der wenigen) beschämend.

Keine Xenophobie, sondern selektive Wahrnehmung

Salonfähig ist nicht die Xenophobie, sondern das suchen eines Sündenbocks. Wenn man sich seiner Lebensumstände nicht mächtig fühlt, sucht man die Schuld beim Anderen. Vorzugsweise im "Anderen".

dabei scheint es sich offensichtlich

um kampfposterInnen und andere forenhelden zu handeln - früher war die stimmung in den standardforen gänzlich anders.

wenigstens gibt es hier einige, denen es ebenfalls auffällt ;-)

ja, früher

da war alles besser. oder wie ostbahn-kurti es einmal so schön geseufzt hat: " ja früher, ja früher, oh jessasmaria".

30%? - Sie scherzen!

"54 Prozent der glauben, dass der Islam eine Bedrohung für den Westen ist".
http://diepresse.com/home/poli... e/index.do

Schuld an dieser Haltung ist natürlich die Xenophobie der Österreicher, und die Krone, und der Strache, und der Schüssel, und der obige Blogger, und der....
Dass das Benehmen der Moslems hierzulande und in Europa daran schuld sein könnte?
Nein! Nie und nimmer!

Das das Benehmen Einzelner und die Aufwiegelung der Effen und der Krone zusammenspielen könnten, kommt ihnen nicht in den Sinn, was? Schwarz-Weiß und so...

Was verstehen Sie unter "Einzelne"?

Wie kann das Benehmen "Einzelner" die Meinung einer Mehrheit der Österreicher beeinflussen?
Gar nicht würde ich meinen!

Also sam'ma wieder bei der alten Leier: Die Effen und die Krone sind schuld.
Und genau das habe ich in meinem vorigen Beitrag geschrieben.

recherchieren Sie mal den "fundamentalen attributionsfehler" und ein paar experimente zu nationalismus, xenophobie und rassismus.
zwecks stärkung des eigenen identitätsgefühls werden "fremde" abgewertet. ein bsp: britische 7-jährige werden gefragt, wer ihrer meinung nach weniger sauber, ordentlich, usw. ist: deutsche oder briten. man darf raten was rauskommt. liegt das jetzt daran, dass die 7-jährigen briten so viele schmutzige deutsche kennen?

Dass bei der Beurteilung einer Situation, einer Person oder Gruppe

interne Faktoren (persönliche Erfahrungen aber auch Vorurteile) oft über externe (objektive Sachverhalte) dominieren ist ja altbekannt. Es ist eben schwer, Situationen in die man direkt involviert ist, objektiv zu beurteilen.

So einfach ist es aber wieder nicht, Menschen Unwahrheiten einzureden, bspw. dass der blaue Himmel grün ist oder Betrüger ehrliche Leute sind. Davor bewahrt die persönliche Erfahrung.
Die 7jährige Britin ist eben ohne Erfahrung.

Umgekehrt bewirkt der Effekt des fundamentalen Attributionsfehlers, dass bspw. eine persönliche positive Einstellung zu den Moslems, objektivierbare negative Fakten wie Mobbing von Inländerkindern, Integrationsunwillen, Ablehnung westlicher Lebensweise usw. ausblendet und bagatellisiert.

Die persönliche Erfahrung bewahrt eben NICHT davor. Lesen Sie nochmal nach.

Also jetzt hab' ich nachgelesen, damit Sie es Schwarz auf Weiß haben

"Der Prozess der Ursachenzuschreibung .... kann aber auch ein passiver, automatischer und unbewusster Prozess sein, in dem bereits gebildete Kausalüberzeugungen aus dem Gedächtnis abgerufen und auf die gegebene Situation angewendet werden."
http://teachers.brg-schoren.ac.at/her/pup/s... hmung.html

Bei Problemen mit Moslems geht's nicht um eine Religion per se, sondern darum, dass diese Religion zusätzlich Weltanschauung ist und alle Bereiche, staatliche, rechtliche, familiäre, kulturelle usw. durchdringt und das im Gegensatz zur liberalen, westlichen Lebensart steht.

ich habe keine "positive Einstellung zu den Moslems", sondern grobe Vorbehalte gegenüber dieser frauenfeindlichen Religion (wie auch gegenüber anderen Religionen), aber ich habe ein großes Problem damit, wenn Leute wie dieser SOS-Blogger oder manche hier im Forum so tun, als wäre die Mehrheit der Moslems in Österreich ein Problem für unsere Gesellschaft. Damit macht man vielen Menschen das Leben schwer.
Das potentielle Problem der Religion löst sich nicht durch Zuwanderungsstopp (Moslems gibt es nun schon lange hier und die lösen sich durch einen Zuwanderungsstopp nicht in Luft auf, und auch das Christentum kann wieder fanatischer werden), sondern durch Einführung eines säkularen Unterrichts über Ethik und Religion.

wie einfach es ist..

...den menschen unwahrheiten einzureden, beweist der durchschnittliche kommentar auf hc-straches FB-page neben der geschichte mit dem nikolaus, neben den haiderschen portugiesischen gastarbeitern beim EU beitritt 95, neben der überschwemmung aus den ostblockstaaten bei eingliederung von tschechien, ungarn, slowenien, polen in die EU, neben der blödsinnigen hysterie um 2012 usw....
feindbilder werden aufgebaut, ängste ausgenutzt und stimmungen verschärft.
in meinen augen ist das nicht nur unverantwortlich kann zu schwerwiegenden pauschalverurteilungen führen.

Versteh' ich Sie richtig?

Fakten muss man verschweigen, um keine Feindbilder oder Ängste aufzubauen?
Für wie dumm halten Sie Ihre Mitmenschen?

Die Prognose Haiders hat sich jetzt, nach 12 Jahren als richtig erwiesen, dass der Euro viel zu früh eingeführt wurde.
http://www.spiegel.de/politik/a... 66019.html

Gegen das generelle Nikolausverbot in Wr. Kindergärten hat sogar der Kinderpsychologe Max Friedrich gewettert.
http://www.oe24.at/oesterrei... bot/207336

Dass der Maya-Kalender mit 2012 endet ist eine Tatsache - das kann jeder interpretieren wie er möchte.

Nein sie verstehen (mich) nicht richtig

Von welchen angeblich zu verschweigenden Fakten sprechen sie?
@Haider: Er prognostizierte einen portugiesischen Arbeiteransturm, sollte Österreich der EU beitreten.
Davon hab ich gesprochen.
Ihre Quelle oe24 ist... nun... mutig.
Jedenfalls können sie hier nachlesen, was es mit dem angeblichen - weil falsch - Nikolausverbot auf sich hat: http://www.stopptdierechten.at/2011/12/2... e-der-fpo/
Und bezüglich Maya-Kalender.... Interessant, wie sie auch hier unhinterfragt auf der Mainstream-Welle mitreiten. Auch ein kleiner Tipp: http://www.astronomie.at/faq/dooms... y.asp#Maya
bzw. http://de.wikipedia.org/wiki/Maya... g.E2.80.9C

naja,

unliebsame meinungen wegverachten und wegverfrachten mag auf den ersten blick reizvoll sein, aber auf dauer wird man gerade mit solch einer strategie den unmut nicht lindern, sondern zur wut steigern.
vielleicht sollte man eher überzeugungsarbeit leisten, und die menschen mit argumenten zu überzeugen versuchen, statt mit verachtung?

Posting 426 bis 475 von 1559

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