Die Welt eines rechten Wut-Bloggers

Reportage |
  • Der Patriot legt viel Wert auf seine Anonymität.
    foto: yilmaz gülüm

    Der Patriot legt viel Wert auf seine Anonymität.

Der SOS-Österreich-Blog warnt vor Zuwanderung und Islamisierung - Mit daStandard.at sprach der anonyme Betreiber über den "Verrat der Sozialdemokraten"

"Der Patriot", wie sich der Betreiber des Blogs sosheimat.wordpress.com nennt, sammelt und kommentiert seit mehr als zwei Jahren Artikel zum Thema Integration und Islam. Unter dem Titel "SOS Österreich" vertritt er Ansichten, die seine Kritiker regelmäßig als rechtsextrem bezeichnen. Er selbst sieht das nicht so. Er sei ein Patriot und gar ein "alter Sozialdemokrat".

Am abgemachten Treffpunkt tritt pünktlich ein Mann an meinen Tisch. Sportlich gekleidet, etwa Anfang 40. Es ist aber nicht der Patriot, sondern ein "Sicherheitsbeauftragter der Szene", wie er erklärt. Sein Name ist Josef H. Er spricht sehr höflich, lächelt viel und ist doch sehr bestimmt: Das Treffen könne aus Sicherheitsgründen nicht am abgemachten Ort stattfinden. Zu groß sei das Risiko, dass ein Komplize in einem Eck wartet und heimlich Fotos macht. Josef H. besteht darauf, dass ich mit ihm mitgehe. Wohin, das will er anfangs nicht sagen.

Der "linke" Nachbar von nebenan

Schließlich stehen wir auf und gehen in ein nahe gelegenes Café. Vor dem Eingang dreht sich Josef H. noch einmal kurz um. Er überprüft, ob uns jemand gefolgt ist. Dann gehen wir hinein. An einem Tisch sitzt der Patriot und trinkt Kaffee. Schwarzer Mantel, schwarze Weste, schwarze Hose.

Er spricht ruhig, weiß sich auszudrücken und wirkt gebildet. Er ist ein wenig wie der Nachbar von nebenan, den man zwar nicht so genau kennt, der aber total harmlos erscheint. Er trägt einen Ehering und bezeichnet sich als "Linken", wenngleich er darunter etwas anderes versteht, als es in Österreich heute üblich ist.

Sein Vorname ist Patrick, er ist Anfang 40 und arbeitet im Sozialbereich in Wien, wo er "täglich mit Migranten und Muslimen zu tun hat". Mehr will er über sich nicht in den Medien lesen. Während des Gesprächs fallen seine leicht zittrigen Hände auf, die er kaum zum Gestikulieren verwendet.

Über 10.000 Leser pro Tag

Er erzählt, wie es zu seinem Blog gekommen ist. Die Diskussion über das Verbot von Minaretten im Herbst 2009 in der Schweiz habe ihn inspiriert. Die Art und Weise, wie dort offen über die Gefahren des Islams gesprochen wurde, vermisste er in Österreich. So fing er an, Zeitungsberichte zu sammeln, die seiner Ansicht nach die "Islamisierung" dokumentieren. Später stellte er sie kommentiert online. Nach und nach fand er Gehör. Anfangs durchforstete er noch alleine die Medienlandschaft. Heute hat er nach eigenen Angaben ein Netzwerk von etwa 100 Autoren aufgebaut, die ihn auf Artikel aufmerksam machen.

Laut Zugriffsstatistik lesen durchschnittlich mehr als 10.000 Menschen täglich die Einträge. Verwaltet wird die Plattform von ihm und seiner Familie; 20 Stunden pro Tag, wie er sagt. Je nach Weltanschauung kann man die Einträge unterschiedlich lesen. "Österreich ist Europameister bei Antipathie gegenüber Migranten und Muslimen", steht da etwa. Der Hintergrund: Laut einer "Europäischen Wertestudie" werden in Österreich Menschen anderer Hautfarbe und Muslime am wenigsten geschätzt. In den Kommentaren wird das als frohe Botschaft gefeiert: "Endlich mal eine positive Meldung. Endlich mal etwas, worauf man stolz sein kann", schreibt ein Leser.

Persönlich sieht er in der Studie den Beweis, dass die Menschen den "Multikulti-Wahn" satt haben. Überhaupt seien "Multikulti-Veranstaltungen" heuchlerisch. Österreicher müssten sich dort zwanghaft an Ausländer anpassen und nicht umgekehrt.

FPÖ-Funktionärin beteiligt sich an Diskussion

Ein anderer Eintrag beschäftigt sich mit einer Fördermaßnahme speziell für Schüler mit Migrationshintergrund, dem "START-Stipendium". Es stellt u. a. monatlich 100 Euro und eine PC-Grundausstattung in Aussicht. Der Blog kommentiert das als "Inländer-feindlich" und als "Inländerdiskriminierung." Benutzer "Suli" sagt, die Türkenbelagerungen hätten "unsere Vorfahren erfolgreich bekämpft, jetzt beschmutzen wir ihren Erfolg". "Susa" fügt hinzu: "Kein Arbeitender hat Lust, diese Minderwertigkeit zu erhalten". Einen offenbar anders denkenden User stört es dagegen, "wie viele rassistische Hurenböcke wir eigentlich in diesem Land haben". Auch die Salzburger FPÖ-Funktionärin Karin Berger beteiligt sich an dieser Diskussion, allerdings wesentlich gemäßigter.

Für die Kommentare könne er nichts, sagt der Patriot - die gingen auch in anderen Medien in diese Richtung. Punktuell würde er immer wieder auch Kommentare löschen, weil sie zu heftig seien.

Die "Welt-Islamisierung"

Warum aber "SOS Österreich", wie der Patriot seinen Blog betitelt? Wovor gilt es Österreich zu schützen? Sein Feindbild ist klar: Es sind nicht "die Ausländer" oder "die Türken", sondern "der Islam". Dieser könne und dürfe niemals Teil von Österreich werden. Genauer nachgefragt geht es eigentlich um den politisch motivierten extremistischen Islam. Allerdings scheint sich der Patriot schwer zu tun, sich auch andere, aufgeklärtere islamische Strömungen vorzustellen.

Er spricht über die Islamisierung der ganzen Welt. In immer mehr Ländern würde man immer mehr verschleierte Frauen sehen. Ägypten, der Iran, Thailand und auch die Türkei seien Beispiele. "Das kann kein Zufall sein", sagt der Patriot. "Da muss es einen Plan geben." Wer in der Lage sein könnte, einen zentralen Welt-Islamisierungsplan zu organisieren und zu koordinieren, fällt ihm nicht ein.

Von der SPÖ zur FPÖ

Die heutige Situation in Wien empfindet er jedenfalls als eine dritte Türkenbelagerung. "Eine geistige Belagerung", sagt er. Er fühle sich in seinen Gedanken gefangen, weil viele Themen tabuisiert würden. Seinen Blog sieht er als Medium zur Gegenöffentlichkeit. Wer öffentlich Islamkritik übt, sei automatisch ein "Rechtsextremer".

Patrick war früher Mitglied der Roten Falken, einer Kinder- und Jugendorganisation der SPÖ. Im Lauf der Zeit habe nicht er sich verändert, sondern die Partei. Er fühle sich verraten. Heute sehe er sich am besten durch die FPÖ repräsentiert. Als "altem Sozialdemokraten" stößt es ihm auf, wenn die SPÖ oder die Grünen mit islamischen Vereinen, denen er eine politische Agenda nachsagt, "unter dem Deckmantel der Integration" zusammenarbeiten würden. Lösungsvorschläge für die konkreten Probleme, die die zweite und dritte Generation von Zuwanderern betreffen, kann er nicht anbieten. Auch die FPÖ könne das nicht, wie er sagt.

Ihn stört der türkische Nationalismus in Österreich. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass Nationalismus auf der einen Seite den Nationalismus auf der anderen Seite verstärkt. Ist da ein SOS-Österreich-Blog nicht kontraproduktiv? Der Patriot sieht jedenfalls ein, dass ein Klima, wie es sein Blog mit erzeugt, die Gewaltbereitschaft gegenüber Minderheiten potenziell erhöhen kann. Nach dem Anschlag in Oslo überlegte er, seinen Blog einzustellen. Er wollte nicht als Hass-Blogger dastehen. Er hat sich dagegen entschieden. (Yilmaz Gülüm, daStandard.at, 23.1.2012)

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Posting 476 bis 525 von 1559
Lieber nicht denkt sich da der durchschnittliche Politisch-Korrekte, sont kommt am Ende noch gar raus das der phöse Rechte in diesem Punkt so unrecht gar nicht hatte

mit verachten

mit wegschauen, mit nicht-darüber-reden hat man bisher in europa in bezug auf die zuwanderungsproblematik wenig erreicht, würde ich sagen.

nein, es geht auch nicht ums "wegschauen" und es sind..

..auch die ängste der bevölkerung ernst zu nehmen, jedoch kann die endlösung dafür nicht "daham-statt-islam" oder "moschee-baba" sein.

ok

sie sagen, die ängste der bevölkerung sind ernstzunehmen, aber auch ihre erste reaktion auf dieses interview war "so etwas xenophobes sollte man verachten".
und ganz abgesehen davon, wie schräg oder nicht schräg dieser blog tatsächlich ist: so läuft es fast immer. seit jahrzehnten. aber es bringt uns nicht weiter. egal, wie sie dazu stehen, das ist leider eine tatsache.

@ Lieber Kaiser, jetzt mal halblang!

Es wird ja nicht der Gewalt das Wort geredet, warum sollen wir Bürger/innen verachten, die sich dafür einsetzen, dass unsere Gesellschaft sich nicht wieder in Richtung Steinzeit zurückentwickelt? Frankreich hat durch die "Bereicherung" schon wieder Frauenbeschneidungen, etc., London die Scharia

Keine diesen Blog zwar nicht und bin daran auch nicht interessiert, finde es aber gut, wenn sich eine Zivilbevölkerung bildet. Macht kaputt, was euch kaputt macht, sang Rio Reiser vor Jahrzehnten. So wie uns die korrupten Wirtschaftskriminellen mit Atomkraftwerken, etc. beglücken wollten und damals engagierte Bürgerinnen (viele sind heute beiden Grünen) aufschrien, muss auch dieser Missstand thematisiert werden, da er mindestens ebenso schädlich.

Mimimimi.

Man kann auch stolz darauf sein

dass ein gewisses Interesse an der eigenen Umwelt in einigen MItbürgern wieder erwacht und sich offensichtlich die ersten entscheiden die Scheuklappen abzunehmen und mal umzusehen.

Was glaubst du: Werden die Einstellungen die du fürchtest nur wegen Propaganda der FPÖ Salonfähig? Und warum zieht die Propagande der anderen Parteien dagegen so schlecht?
Oder sollte die Frage wirklich lauten: Könnte es sein dass TATSÄCHLICH so viele Leute so schlechte Erfahrungen mit diesen Menschen gemacht haben dass sie eine (salonfähige) schlechte Einstellung ihnen gegenüber entwickeln???

Fragen über Fragen...

Die Antwort wirst du wohl nur auf der Straße finden. Ich empfehle 9, 21, 16... irgendwas in die Richtung

Es ist nicht die Propaganda der FPÖ allein.

Viel nachhaltiger ist die seit Jahrzehnten betriebene Propaganda der Krone, die erst den Boden für die Sprüche von Strache, Kickl & Co. bereitete.

Sie fragen: "Könnte es sein dass TATSÄCHLICH so viele Leute so schlechte Erfahrungen mit diesen Menschen gemacht haben [...]???" Wer sind denn "diese Menschen"? Das ist das ziemlich typische nebulöse Gerede, das sich sehr beliebig mit Sündenböcken füllen lässt. In den 70ern waren es "die Tschuschen", heute ist es "der Islam". Die Feindbilder sind austauschbar, wichtig ist für den rechten Rand nur, dass er einen Außenfeind hat, gegen den er "uns" dann verteidigen muß. Gerne auch indem behauptet wird für die Mehrheit von "uns" zu sprechen, wie Sie es hier ja auch insinuieren.

Grüße aus dem 15.

hab die letzten 20 jahre im 2ten, 10ten und 16ten bezirk gewohnt, nun im 12ten.
gehöre nicht zu den privilegierten innerhalb des gürtels oder im nobelbezirk, muß aber sagen, auch wenn ich mich noch so anstrengen müßte etwas negatives an den menschen da zu finden, da ist wirklich nichts was mein leben stört.
was sind den konkret nun die schlechten erfahrungen?
sage nicht das vielleicht der eine oder andere negative erlebnisse hatte, aber komische menschen erlebte ich schon als kind am land wo nur einheimische lebten, es gibt halt ein ar***lochgen gut verteilt, egal welche rasse oder land.

Sackerl fürs Gackerl

Zweierlei Schei*e?
Könnte es sein, dass viele Leute schlechte Erfahrung mit Hundekot machen, der an ihren Schuhen klebt?
Könnte es sein, dass viele Leute nichts aus der Erfahrung im Umgang mit rechten Heimatschützern machen?

sie sollten sich einmal fragen warum das so ist...
nur kopfindensand spielen ist zuwenig

ich auch

Die ÖVP drückt sich um klare Aussagen ...

und hält sich die Option einer Regierungsbeteiligung der FPÖ offen. Dort, wo sich ÖVP und SPÖ auf eine für Österreich vorteilhafte Weise einig sind, kommen die Effen über 15 Prozent Wählerstimmenanteil nicht hinaus.

du sprichst mir aus der Seele

Klugschei*er

So will der Patriot den Standard-Redakteur in deren gemeinsamer Schulzeit bezeichnet haben. Der Patriot ist wohl dotierter Betreiber einer ausgelagerten Effen-Heimatseite und outet sich dort als Trittbrettfahrer unserer Demokratie.

In die Debatte lässt sich die Frage werfen, ob es in Österreich nicht generell zu viele Privilegen aufgrund religiöser Sichtweisen gibt, egal ob christliche oder muslimische.

Bitte, ich muss die Burka tragen weil Allah das will oder bitte, ich muss meinem Feind auch die andere Wange hinhalten weil Gott mich sonst nicht lieb hat - immer werden abstruse Regeln auf eine fiktive Abstraktionsfigur abgeschoben, die alles machen darf und die es nicht zu hinterfragen gilt.
Auch wenn es jetzt ins Off-Topic geht und rote Stricherl hageln wird, aber ein Gott, der es gut heißt, Folterwerkzeuge an die Wand zu hängen oder die Tatsache, dass Frauen im Hochsommer unter dickem Stoff schwitzen müssen um ja keine Haut zu zeigen, ist nicht anbetungswürdig (aus meiner Sicht).

Da in Österreich die Marterwerkzeuge häufig zu sehen sind, ob auf Berggipfeln, Wegmarterln, Kirchen oder in Schulzimmern aber nur eine verschwindend kleine Anzahl von Frauen im Sommer unter der Burka schwitzt, ist also hierzulande der Islam kein Problem, wohl aber das Christentum.
Habe ich die richtigen logischen Schlüsse aus Ihrem Posting gezogen?

Keine Angst vor einem Rote-Stricherl-Hagel!
Beiträge dieser Art werden im Standard-Forum regelmäßig mit brillant bewertet;-)

Nein, Sie haben nur gelesen, was Sie lesen wollten.

Der Vorposter spricht sich generell gegen die Anbetung irgendeines ersponnenen Wesens und gegen die Befolgung abstruser Regeln im Namen selbigens aus, wurscht, ob's jetzt Gott oder Allah heisst.

Wir sehen auch immer noch zu wenn ein multinationaler Konzern seine Management-Positionen weder ausschreibt, noch Bewerbungen von Frauen akzeptiert.

Durch das Konkordat aus anderen Zeiten darf die katholische Kirche auf derartige, eigentlich selbstverständliche, Grundsätze verzichten, aber Zeiten und Akzeptanz gegenüber Sexismus ändern sich.

Gegenüber Muslimen zwar noch etwas schneller als gegenüber Katholiken, vertretbar ist so eine Diskriminierung heute nirgends mehr.

Die Sonderregelungen für Religionsgemeinschaften, auch die steuerlichen, sollten schrittweise abgebaut werden.

Ich wusste gar nicht, dass in Österreich Bischöfe und Priester nicht durch Ausschreibungen bestellt werden.
Das muss sich aber sofort ändern!
Her, mit den Bewerbungsformularen!

Wieviele Burkaträgerinnen begegnen ihnen so an einem durchschnittlichen Tag?

.. die "Feinheiten" nicht vernachlässigen

Hijab, Niquab, Burka oder Tschador?

Etwa 0,0109/Tag.

Aber es geht weniger darum, wem ich begegne als die nicht widerlegbare Tatsache, dass das Tragen einer Burka allein mit den Schriften des Koran begründet wird – und diese bzw. deren Sinnhaftigkeit nicht hinterfragt werden dürfen, allein weil es sich um ein "relgiöses Werk" handelt. Dazu kommt noch, dass der Koran gar nicht vorschreibt, dass auch das Gesicht völlig verhüllt sein muss, das propagieren nur diverse religiöse Gruppierungen, deren Aussage wiederum nicht hinterfragt werden dürfen, denn Kritik gegenüber religiösen Ansichten ist verpönt, was in einer aufgeklärten Gesellschaft eigentlich nicht der Fall sein dürfte.
Ähnliches gilt für das Christentum, nur heißen dort die Protagonisten und die Schriften eben ein bisschen anders.

Kritik gegenüber religiösen Ansichten ist verpönt?
Wo steht das?
Lesen S' einmal die Postings zu den diversen Standard-Artikeln.

Aus den diversen "heiligen Büchern" lässt sich vollkommen beliebig jede Spinnerei ableiten und begründen - von der Ganzkörperverschleierung über die Anbetung eines Folter- und Mordwerkzeugs bis hin zur Ermordung Jener, die der gerade aktuellen Bibel-, Koran- od. wasauchimmer-Auslegung nicht entsprechen.

Sie klagen , dass "diese bzw. deren Sinnhaftigkeit nicht hinterfragt werden dürfen" und solche Dinge "wiederum nicht hinterfragt werden dürfen, denn Kritik gegenüber religiösen Ansichten ist verpönt". Wie kommen Sie denn darauf? Kritik ist bloß was anderes als die plumpe Gehässigkeit, wie sie etwa von Krone, FPÖ u.ä. betrieben wird.

Steht das echt im Koran? Ich mein, vorstellen könnt ichs mir schon, gibts doch in der Bibel auch Stylingvorschriften bis hin zum haupthaar!

Deshalb sollte es in Schulen keinen konfessionellen Religionsunterricht geben, sondern einen gemeinsamen säkularen Unterricht über Ethik und auch über Religion. Die Weltreligionen sind entstanden, als der Mensch schon in großen Gemeinschaften zusammenlebte aber noch keine funktionierende Gerichtsbarkeit, Medizin, Armen- und Altenversorgung, Verhütung, Naturwissenschaft usw. kannte. Jede Religion wurde über die Jahrhunderte und von unterschiedlichen Gruppen extrem unterschiedlich ausgelegt. Kriminalität und Ungerechtigkeit bzw. gegenseitige Hilfe und Gerechtigkeit ist nicht abhängig davon, wie religiös man ist oder gar welchen Glauben man hat. usw.

Warum sollte es keinen konfessionellen Religionsunterricht geben?
Wer keinen will, kann sich abmelden bzw. abmelden lassen.
Offenbar möchte aber die Mehrheit der Eltern diesen Unterricht für ihre Kinder.

Ihr historischer Hinweis ist Unsinn.
Natürlich geht die Entwicklung weiter, aber unsere heutigen Errungenschaften technischer und sozialer Natur, fußen auf dem Wissen und der "christlichen Caritas" der vergangenen Generationen.
Offenbar hat in der Vergangenheit manches besser "funktioniert", denn so grauenhafte Kriege und Verfolgungen wie im 20. Jhdt. hat es vorher nie gegeben.

In jedem Fall müssten Ethik und Religionsgeschichte verpflichtend für alle sein. Wo soll man lernen, gemeinsam über Werte und Regeln des Zusammenlebens zu sprechen, wenn nicht in der Schule? Wie sollen Kinder vor fundamentalistischer Indoktrination geschützt werden, wenn nicht durch säkulären Unterricht über Religion?

Was aus meiner Sicht gegen konfessionellen Religionsunterricht ab der VS spricht: Jeder Mensch sollte selbst(!) entscheiden können, woran er glaubt, und nicht bereits in der VS von einer primär religiös statt ethisch ausgebildeten Lehrperson vermittelt bekommen, was die Grundlagen seines Glaubens sein sollen. Wieso macht man es von den Eltern abhängig, ob und welche religiöse Erziehung ein Kind in der VS bekommt?

die kriege sind "grauenhafter" geworden, weil dank technischer errungenschaften kriege aufeinmal weit über "mann gegen mann"-kämpfe hinausgingen.
was hat vor dem 20. jahrhundert besser funktioniert? das verfolgen und foltern von ketzern? sklavenhaltung? usw.
wie kommt es, dass japan so hochentwickelt ist, obwohl es keine "christliche caritas" kennt?

die goldene regel, in der positiven (behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst) wie auch in der negativen formulierung (was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu) ist eine "rationale" grundlage für menschliches zusammenleben, auf die menschen auf der ganzen welt draufgekommen sind, und zwar lange bevor das christentum entstand.

Massiv gefoltert wurde von den Nazis und Kommunisten.
Auch heute wir weltweit gefoltert, sogar von Angehörigen "zivilisierter Staaten".

Sklaverei heute: Zwangsprostitution, Kinderarbeit usw.

Gerade Japan ist in puncto Sozialpolitik ein schlechtes Beispiel - mit den europ. Standards vergleichbare Sozialgesetze wurden erst in der 1. Hälfte des 20. Jhdts. eingeführt. "Wer nicht arbeitet soll auch nicht Essen" war die Devise. Wohltätigkeit bestand aus milden Gaben des Tenno.

Die goldene Regel "Was du nicht willst ..." stammt aus der Interpretation von Stellen des AT u. NT.
http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel
Der Artikel zeigt auch, dass es, wie sie richtig sagen, Nächstenliebe schon lange vor unserer Zeit gab.

Die Welt steht 2012

an historischen Scheidewegen; Banken, Politiker betrügen ganze Länder, wenn nicht Kontinente. Nach wie vor verhungern jede Minute mehr Menschen als 9/11 gestorben sind; x-cables der Wikileaks sind nach wie vor nicht aufgeklärt; die CIA schaltet und waltet wie sie will; Terror, Mafia und Korruption schreiten im Namen und Schutz auch westlicher Regierungen voran (s. zB. Freenet) -
doch der wahre Österreicher hat von all dem eher wenig Tau, sorgt sich lieber um seine bizarr-versoffene Alpenkultur, romantisiert das Christentum und schimpft über die vermeintliche Islamisierung Europas.
Leute, wie dieser Patriot, werden doch von Parteien und Firmen noch bezahlt, damit die Massen abgelenkt sind und es sich in Ruhe aussackln lässt!

Augen auf!

Krisen aller Art ...

werden nur durch DIE Ausländer verursacht und vorangetrieben.

Die Welt steht permanent an historischen Scheidewegen...

...und so jung kommen wir nie wieder zusammen.

genau, dieser typ von der cia bezahlt und die moslems sind an den kommenden steuererhöhungen schuld...

PS:

und (nicht nur) in diesem Fall auch von Medien!
Daher hilft nur und nur eigenständige und unabhängige Bildung - für Migranten und Ex-Migranten (denn eigentliche Österreicher gibt es sowieso so gut wie nicht).

*hüstel*...

Ich hab auf 3 Generationen (Vater,Mutter,2xGroßeltern, 8xUrgroßeltern):
Viele Österreicher... +1 Norddeutscher (Urgroßvater mütterlicherseit)

Es gibt reine Österreicher!

und damit gehören Sie zu einer minderheit. in ballungsgebieten gibt's sowas fast gar nicht, nur am land noch relativ häufig (verhältnismäßig wenig arbeit für migranten; sehr geringe mobilität der bevölkerung; zum teil schon fast inzucht - jeder mit jedem verwandt).

das rote stricherl kommt übrigens nicht von mir, nicht dass jetzt mein beitrag so gewertet wird als sollte das Ihre aussage schlechtmachen

Kein Wunder, dass Österreich in Sachen Integration so rückständig ist,

wenn ausgerechnet solche Leute beruflich "täglich mit Migranten und Muslimen zu tun haben".

Da hat jemand gehörig seinen Job verfehlt.

Wäre ich Migrant, und würde ich mit solchen feindseligen Menschen konfrontiert werden, dann würde ich mich mit dem Integrieren auch schwer tun.

Es hilft ...

die Anzahl der Mitarbeiter zu steigern, die aus Familien mit Migrationshintergrund stammen. Das funktioniert auch bei der Polizei. Frauen haben in dieser Hinsicht noch eine doppelte Bürde: Ihr Geschlecht und die Herkunft ihrer Eltern. Die Zusammenarbeit fördert das Verständnis und räumt Vorurteile aus dem Weg.

Laut eigener Aussage hat er kein Problem mit 'den Migranten', er hat, wie viele Österreicher, ein Problem mit einer ganz bestimmten Gruppe von Migranten

Ist in ihrer Welt Küchenpersonal hygienisch, mögen Taxilenker das Miteinander im Straßenverkehr, interessieren sich Polizisten für das Wohl aller Mitmenschen und Zeitungen fühlen sich der Wahrheit verpflichtet.

Ohne nennenswerten Abschluss oder Ambitionen lebenslang für den Beruf zu lernen bleiben nur mehr Einzelhandel, Bau, Tourismus und Sozialbereich.
Für letzteren eher mit Beziehungen. Der jeweilige Traumberuf ist es dabei nicht immer, nur was als Option übrig bleibt.

Vielleicht war er ja mit anfang 20 noch ein am Lagerfeuer-Gitarre-spielender linksradikaler Antifaschist und wurde durch seine Erfahrungen zu einem frustrierten midlife-crisis Opfer der sich die Änderung seiner politischen Ansichten weder erklären noch eingestehen kann?

Integration geht ja nicht nur vom Staat aus. Jemand, der die Kultur seines Einwanderungslandes ablehnt wird nie integriert werden.

Bitte benenne mir

die Kultur Österreichs!

jedem migranten sein hirschgeweih an der wohnzimmerwand, schon sinds integriert.

Jeder soll nach seiner Façon selig werden.

Jo eh, idealerweise bei ihm daham

Irgendwie

ist das aber ein etwas nichtssagender Artikel?
Hm ehrlich gesagt kenn ich diesen blog nicht, werd mir da mal paar Sachen durchlesen und dann eine Meinung bilden.
Die N-Keule immer gleich bei der erstbesten Gelegenheit auszupacken halte ich aber nach wie vor für sehr gefährlich... irgendwann stumpfen wir noch ab und werden blind gegenüber den wirklich Irren...

Posting 476 bis 525 von 1559

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