Die Welt eines rechten Wut-Bloggers

Reportage |
  • Der Patriot legt viel Wert auf seine Anonymität.
    foto: yilmaz gülüm

    Der Patriot legt viel Wert auf seine Anonymität.

Der SOS-Österreich-Blog warnt vor Zuwanderung und Islamisierung - Mit daStandard.at sprach der anonyme Betreiber über den "Verrat der Sozialdemokraten"

"Der Patriot", wie sich der Betreiber des Blogs sosheimat.wordpress.com nennt, sammelt und kommentiert seit mehr als zwei Jahren Artikel zum Thema Integration und Islam. Unter dem Titel "SOS Österreich" vertritt er Ansichten, die seine Kritiker regelmäßig als rechtsextrem bezeichnen. Er selbst sieht das nicht so. Er sei ein Patriot und gar ein "alter Sozialdemokrat".

Am abgemachten Treffpunkt tritt pünktlich ein Mann an meinen Tisch. Sportlich gekleidet, etwa Anfang 40. Es ist aber nicht der Patriot, sondern ein "Sicherheitsbeauftragter der Szene", wie er erklärt. Sein Name ist Josef H. Er spricht sehr höflich, lächelt viel und ist doch sehr bestimmt: Das Treffen könne aus Sicherheitsgründen nicht am abgemachten Ort stattfinden. Zu groß sei das Risiko, dass ein Komplize in einem Eck wartet und heimlich Fotos macht. Josef H. besteht darauf, dass ich mit ihm mitgehe. Wohin, das will er anfangs nicht sagen.

Der "linke" Nachbar von nebenan

Schließlich stehen wir auf und gehen in ein nahe gelegenes Café. Vor dem Eingang dreht sich Josef H. noch einmal kurz um. Er überprüft, ob uns jemand gefolgt ist. Dann gehen wir hinein. An einem Tisch sitzt der Patriot und trinkt Kaffee. Schwarzer Mantel, schwarze Weste, schwarze Hose.

Er spricht ruhig, weiß sich auszudrücken und wirkt gebildet. Er ist ein wenig wie der Nachbar von nebenan, den man zwar nicht so genau kennt, der aber total harmlos erscheint. Er trägt einen Ehering und bezeichnet sich als "Linken", wenngleich er darunter etwas anderes versteht, als es in Österreich heute üblich ist.

Sein Vorname ist Patrick, er ist Anfang 40 und arbeitet im Sozialbereich in Wien, wo er "täglich mit Migranten und Muslimen zu tun hat". Mehr will er über sich nicht in den Medien lesen. Während des Gesprächs fallen seine leicht zittrigen Hände auf, die er kaum zum Gestikulieren verwendet.

Über 10.000 Leser pro Tag

Er erzählt, wie es zu seinem Blog gekommen ist. Die Diskussion über das Verbot von Minaretten im Herbst 2009 in der Schweiz habe ihn inspiriert. Die Art und Weise, wie dort offen über die Gefahren des Islams gesprochen wurde, vermisste er in Österreich. So fing er an, Zeitungsberichte zu sammeln, die seiner Ansicht nach die "Islamisierung" dokumentieren. Später stellte er sie kommentiert online. Nach und nach fand er Gehör. Anfangs durchforstete er noch alleine die Medienlandschaft. Heute hat er nach eigenen Angaben ein Netzwerk von etwa 100 Autoren aufgebaut, die ihn auf Artikel aufmerksam machen.

Laut Zugriffsstatistik lesen durchschnittlich mehr als 10.000 Menschen täglich die Einträge. Verwaltet wird die Plattform von ihm und seiner Familie; 20 Stunden pro Tag, wie er sagt. Je nach Weltanschauung kann man die Einträge unterschiedlich lesen. "Österreich ist Europameister bei Antipathie gegenüber Migranten und Muslimen", steht da etwa. Der Hintergrund: Laut einer "Europäischen Wertestudie" werden in Österreich Menschen anderer Hautfarbe und Muslime am wenigsten geschätzt. In den Kommentaren wird das als frohe Botschaft gefeiert: "Endlich mal eine positive Meldung. Endlich mal etwas, worauf man stolz sein kann", schreibt ein Leser.

Persönlich sieht er in der Studie den Beweis, dass die Menschen den "Multikulti-Wahn" satt haben. Überhaupt seien "Multikulti-Veranstaltungen" heuchlerisch. Österreicher müssten sich dort zwanghaft an Ausländer anpassen und nicht umgekehrt.

FPÖ-Funktionärin beteiligt sich an Diskussion

Ein anderer Eintrag beschäftigt sich mit einer Fördermaßnahme speziell für Schüler mit Migrationshintergrund, dem "START-Stipendium". Es stellt u. a. monatlich 100 Euro und eine PC-Grundausstattung in Aussicht. Der Blog kommentiert das als "Inländer-feindlich" und als "Inländerdiskriminierung." Benutzer "Suli" sagt, die Türkenbelagerungen hätten "unsere Vorfahren erfolgreich bekämpft, jetzt beschmutzen wir ihren Erfolg". "Susa" fügt hinzu: "Kein Arbeitender hat Lust, diese Minderwertigkeit zu erhalten". Einen offenbar anders denkenden User stört es dagegen, "wie viele rassistische Hurenböcke wir eigentlich in diesem Land haben". Auch die Salzburger FPÖ-Funktionärin Karin Berger beteiligt sich an dieser Diskussion, allerdings wesentlich gemäßigter.

Für die Kommentare könne er nichts, sagt der Patriot - die gingen auch in anderen Medien in diese Richtung. Punktuell würde er immer wieder auch Kommentare löschen, weil sie zu heftig seien.

Die "Welt-Islamisierung"

Warum aber "SOS Österreich", wie der Patriot seinen Blog betitelt? Wovor gilt es Österreich zu schützen? Sein Feindbild ist klar: Es sind nicht "die Ausländer" oder "die Türken", sondern "der Islam". Dieser könne und dürfe niemals Teil von Österreich werden. Genauer nachgefragt geht es eigentlich um den politisch motivierten extremistischen Islam. Allerdings scheint sich der Patriot schwer zu tun, sich auch andere, aufgeklärtere islamische Strömungen vorzustellen.

Er spricht über die Islamisierung der ganzen Welt. In immer mehr Ländern würde man immer mehr verschleierte Frauen sehen. Ägypten, der Iran, Thailand und auch die Türkei seien Beispiele. "Das kann kein Zufall sein", sagt der Patriot. "Da muss es einen Plan geben." Wer in der Lage sein könnte, einen zentralen Welt-Islamisierungsplan zu organisieren und zu koordinieren, fällt ihm nicht ein.

Von der SPÖ zur FPÖ

Die heutige Situation in Wien empfindet er jedenfalls als eine dritte Türkenbelagerung. "Eine geistige Belagerung", sagt er. Er fühle sich in seinen Gedanken gefangen, weil viele Themen tabuisiert würden. Seinen Blog sieht er als Medium zur Gegenöffentlichkeit. Wer öffentlich Islamkritik übt, sei automatisch ein "Rechtsextremer".

Patrick war früher Mitglied der Roten Falken, einer Kinder- und Jugendorganisation der SPÖ. Im Lauf der Zeit habe nicht er sich verändert, sondern die Partei. Er fühle sich verraten. Heute sehe er sich am besten durch die FPÖ repräsentiert. Als "altem Sozialdemokraten" stößt es ihm auf, wenn die SPÖ oder die Grünen mit islamischen Vereinen, denen er eine politische Agenda nachsagt, "unter dem Deckmantel der Integration" zusammenarbeiten würden. Lösungsvorschläge für die konkreten Probleme, die die zweite und dritte Generation von Zuwanderern betreffen, kann er nicht anbieten. Auch die FPÖ könne das nicht, wie er sagt.

Ihn stört der türkische Nationalismus in Österreich. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass Nationalismus auf der einen Seite den Nationalismus auf der anderen Seite verstärkt. Ist da ein SOS-Österreich-Blog nicht kontraproduktiv? Der Patriot sieht jedenfalls ein, dass ein Klima, wie es sein Blog mit erzeugt, die Gewaltbereitschaft gegenüber Minderheiten potenziell erhöhen kann. Nach dem Anschlag in Oslo überlegte er, seinen Blog einzustellen. Er wollte nicht als Hass-Blogger dastehen. Er hat sich dagegen entschieden. (Yilmaz Gülüm, daStandard.at, 23.1.2012)

Share if you care
Posting 876 bis 925 von 1559
es gibt (vor allem hierzulande) viel zu wenig leute,...

...die bereit sind, JEDWEDE religion in den mistkuebel der republik zu stopfen.

das problem ist NICHT "der islam".

das problem sind JENE, die sich weigern, zb auch das kruzifix aus schulen und aemtern zu entfernen.

JENE, die sich weigern, die einmischung JEDWEDER religion in die politik zurueckzuweisen.

frankreich zb hat die kirche bereits 1911 enteignet. was hat oesterreich? das angehimmelte konkordat von hitlers gnaden.

schleier in den schulen? in F ist JEDES religioese symbol aus dem "oeffentlichen raum" verbannt.

vollverschleierung? jeder buerger hat das recht, das gesicht seiner mitbuerger frei zu erkennen (fasching ausgenommen).

etc.pp.

ps: kinderschaender sind hierzulande das groessere problem als terroristen.

ein Recht, das Gesicht seiner Mitbürger frei zu erkennen, gibt es nicht.
Und in Frankreich ist auch nicht jedes religiöse Symbol aus dem öffentlichen Raum verbannt.

dieses "recht" gab es seit der revolution 1789,...

...als mitglieder des adels auf einmal nicht mehr maskiert ihr unwesen treiben durften. da dieses recht via burqa zunehmend unterlaufen wurde beschloss die assemblée die "loi interdisant la dissimulation du visage".

wenn der revolutionaere, republikanische gesellschaftskonsens einer gemeinschaft von einer minderheit unterlaufen wird, nur "weil kein gesetz existiert", dann muss eben das gesetz dafuer sorgen, dass dieser konsens bestehen bleibt.

und "oeffentlicher raum" hat (leider) zu unterscheiden zwischen "espace publique" und "place publique". ersteres ist zb die straße, lokale, etc, 2. waeren schulen, aemter, gerichte. und DA sind religioese symbole verboten.

na wenn das so ein fakt ist dann können sie bestimmt sagen ab wie viel prozent es zu viel wird?
und sie können bestimmt auch sagen wie viel prozent europa jeweils von den "leichten moslems", "mittleren" und "harten moslems" vertragen kann

ich finde auch dass gute integration wichtig ist (wie soll integriert werden, wie viele pro jahr können integriert werden, und wann wird es einfach zu viel usw.) - aber das was sie schreiben ist nun mal so "ich finde es ist zu viel, darum ist es ein fakt" - schwachsinn...

und ja, nicht jeder der so einen schwachsinn wie sie schreibt ist ein nazi, manche sind auch einfach nur du**, das machts aber auch nicht viel besser

so einen schmarren werd ich in 100 jahren nicht bestätigen.
liebe grüße von einem jugendarbeiter

p.s. ist übrigens eine super grundlage, um mit radikalen ansichten von jugendlichen zu arbeiten, wenn sie mit solchen kommentaren wie den ihren aufwachsen. das ist der beste nährboden für eine sachliche diskussion über kulturelle unterschiede, weltbilder und toleranz. recht herzlichen dank für ihren wertvollen gesellschaftlichen beitrag.

...bleiben Sie...

...beim Schilehren!

Wenns so ein Fakt ist, wieviele sinds den? Und woher hast du diesen Fakt?

Die (erschreckende) Wahrheit allein für Österreich:

Jahr/Gesamtbevölkerung/Mxslime/Anteil
1971 7.491.526 22.267 0,3 %
1981 7.555.338 76.939 1,0 %
1991 7.795.786 158.776 2,0 %
2001 8.032.926 338.988 4,2 %
2009 8.355.260 515.914 6,2 %

Wie siehts 2020 oder 2030 aus? Die Fertilationsraten der Mxslime lassen Schlimmes erahnen!

Eins ist klar - feiern werden uns unsere Kinder/Enkel/Urenkel nicht gerade dafür, dass wir aus Unvernunft und falsch verstandener Toleranz heraus jahrzehntelang die falschen Zuwanderungskonzepte anwendeten! Und wer meint, dass dies alles nicht so schlimm wird, dem empfehle ich einen Blick in die Länder des (von der Linken hoffnungsvoll gefeierten) "arabischen "Frühlings"! Achtung: Aufwachen wird bitter.

Sie tun so, als wären alle Muslime aus dem gleichen Holz geschnitzt und als würde jeder Nachkomme eines Muslims wieder automatisch gläubiger Muslim.

Sehen Sie sich den neuen Opernball-Choreographen an, Muslimas bei der Polizei und im Bundesheer, usw.

Ich hatte schon sehr viele "muslimische" Arbeitskolleginnen, denen man ihre Herkunft praktisch nur optisch anmerkt, mit denen man gut zusammenarbeiten, reden und ausgehen kann. Wer hier aufwächst oder bewusst hierherzieht, ist in den seltensten Fällen so, wie Paranoiker wie Sie sich einen Muslim vorstellen.

als würde jeder Nachkomme eines Muslims wieder automatisch gläubiger Muslim.

Ich entschuldige Ihren törichten Anwurf damit, dass Sie vom Islxm und seinen Traditionen schlicht keine Ahnung haben. Jeder Sohn, jede Tochter eines Mxslims ist automatisch auch Mxslim. Ob er/sie das nun will oder nicht. Ob Sie oder Ihre Freunde das anders sehen oder nicht. Aber über eine Milliarde Mxslime weltweit sieht das eben so wie ich es hier schreibe. Und dazu gibts sogar eine lustige Fatwa:

http://de.wikipedia.org/wiki/Apos... e_im_Islam

(siehe Urteil des Fatwa-Ausschusses der Azhar über die Tötung von Apostaten).

Na, jetzt haben Sie wieder was gelernt...

selten so einen argumentationsresistenten menschen wie Sie in diesem forum gesehen, und hier schwirren nun wirklich genug schräge vögel herum

die dame oben hat geschrieben "GLÄUBIGER moslem", das ist in österreich ja genau das gleiche (nachkommen werden automatisch christen, was aber nicht heißt dass sie auch gläubig werden) - aber Sie lesen sowieso immer nur das was sie gern lesen möchten
so ein kasperl...

Der Kasperl sind wohl Sie. Und obendrein noch wissensresistent. Denn in Österreich wird niemand der Geburt wegen zum Christen. Da müssens erst ein Taufprozedere über sich ergehen lassen. Und wenn Ihre Eltern das verhindern, oder nicht zulassen möchten, dann werden Sie eben KEIN Christ. Im Islxm ist dies gänzlich anders. Da sind sie von Geburt aus Mxslim. Ob Sie nun wollen oder nicht. Sie können höchstens vom Glauben abfallen - was in den allermeisten Ländern mit mxslimischen Einfluss auch ned grad goutiert wird. Siehe nachfolgend eine Fatwa aus Ägypten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Apos... e_im_Islam

Punkt: Urteil des Fatwa-Ausschusses der Azhar über die Tötung von Apostaten

Da finden Sie beide Thematiken schön in einem abgehandelt...

Themenverfehlung. Das Wissen, dass gläubige Muslime die Nachkommen eines Moslems automatisch als Moslem betrachten, ist als Antwort auf meinen Hinweis, dass nicht alle Nachkommen GLÄUBIGE moslems sind, völlig irrelevant.
Der Staat Österreich zählt im Übrigen nur jene als Moslems, die sich bei der Volkszählung selbst als solche bezeichnen. Niemand "wird" bei uns per Geburt zum Moslem. Nur gläubige Moslems sehen das so. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

lol

und wie war das mit dem christentum? der hat auch mal expandiert... und dann? tja, dann wurde es wieder weniger - wie immer alles in der natur! keine religion auf dieser welt ist jemals über 10-20% (ich müsste lange googeln um den exakten wert zu finden) hinausgekommen!
die zahlen sind sowas von kein argument, und wenn sie das nicht verstehen dann "na seawas..."

Es ist doch immer wieder putzig dass, wenn es um Mxslime geht, die Christenkeule ausgepackt wird. Muss so eine Art Relativierungsreflex sein. Komischerweise scheint dieser in die umgekehrte Richtung nicht zu funktionieren...

es geht nicht um die christenkeule, es geht um JEDE religion! jede wird größer und größer und irgendwann wird es wieder weniger, und NIEMAND kann sagen ob das bei 1%, oder 10% aufhört, aber mehr als 20% hat es noch NIE gegeben (und bei 6% schon von 100% zu sprechen wie sie es tun ist ja hirnrissig) - aber das alles ignorieren sie weil ihre geschichte ja sonst ein blödsinn wäre, nicht wahr?...

20%???

Wo habens denn diese Zahl her? Aus Ihrer Buchstabensuppe gebastelt?
Allein in Österreich bekennen sich 2009 66% zum Christentum (welcher Fraktion auch immer). Es nützt mir herzlich wenig, wenn Sie die Mxslime in Aleviten, Sunniten, Schiiten, Sufi oder was auch immer aufspalten möchten. Im Endergebnis sind es eben Mxslime. Und wenn heute 66% Christen möglich sind, dann sind irgendwann vielleicht mal auch 66% Mxslime hierzuland drinnen. Ganz ohne Differenzierungszahlentricks...

missverständnis: ich habe von der weltbevölkerung gesprochen und sie von österreich ;)

zurück zu den zahlen:
zuerst hat es sich in 10 jahren verdreifacht, dann verdoppelt, dann noch mal verdoppelt, dann aber nur um <50% gestiegen -> in 10 jahren steigt es nur um 25% prozent und in 20 jahren haben wir ~0 %...
und weiter? wie gesagt werden wir mal bei 10-15 stehen bleiben...
aber es fühlt sich anscheinend toll an wenn man angst verbreitet??
tipp: alle religionen werden immer weniger anhänger finden, wetten? ;)

A. hat's halt nicht so mit der Lesekompetenz.

Naja ich schätz 2020 werden es so um die 12-15 prozent sein. Das der Zuwachs von Muslimen laut diesen Zahlen Rückläufig ist, ist dir eh auch aufgefallen oder?

2030 wird der großteil dann konvertiert sein zum westlichen wohlstand und (so wie es jetzt schon eigentlich der fall ist) größtenteils taufschein moslems sein.
Oder in den nächsten 20 Jahren passiert irgendwas ganz anderes.. keine ahnung hätte ja 1982 auch nie daran gedacht über sowas zu diskutieren überhaupt.. schau ma mal.

Deine Zahlen jagen aber jetzt wohl nur den dümmsten Angst ein.

Was ist daran erschreckend?

Sie gehen wohl davon aus, dass sich Lebensweise, Einstellungen etc 1:1 auf die Nachfolgegenerationen übertragen. Wie sich dann Österreich zB 1950-1980 verändern konnten, können Sie dann wohl nicht erklären.
Auch die Nachfolgegenerationen von Migranten finden ihre jeweils eigenen Lebensweisen, solche und solche. Meine muslimischen FreundInnen sind zB überhaupt nicht von österreichischen zu unterscheiden (Studium,Partys, Beziehungen, Job...). Sind ja auch einfach junge ÖsterreicherInnen.

Das kulturelle Fundament hat sich wohl seit 1950 oder 1980 nicht sonderlich verändert. Die daraus abgeleitete Lebensweise ist schlicht dem Zeitgeist angepasst. Aufgrund der Demographie befürchte ich allerdings dass dies nicht so bleiben wird. Ersetzt man das Fundament - ersetzt man die daraus abzuleitenden Lebensweisen. Und wie eine mögliche Zukunft aussieht, kann man recht anschaulich in den Ländern des arabischen Frühlings beobachten (die Leute die dort "Demokratie, Demokratie, Menschenrechte, Menschenrechte" riefen, werden aufpassen müssen nicht bald selbst von ihrer Revolution gefressen zu werden...)!

Also du scheinst so wenig über das "kulturelle" Fundament deines eigenen Landes zu wissen das du dich darüber mal informieren solltest bevor dir dir sorgen darum machst.

Andererseits wenn sich seit 1950 nichts verändert hat erklärt das vieles.

Natürlich hat sich das verändert

Beispiel: Frauenbewegung und damit einhergegangenes fundamentale Änderungen im Familienrecht. Beispiel: Meine Oma wurde noch öffentlich beschimpft, als sie in einem Dorf mit einem ärmelfreien Kleid außer Haus ging. Das war damals noch Standard.

Informieren Sie sich mal bevor Sie posten!

darf ich Sie an die Familienrechtsreform erinnern?

http://tinyurl.com/7snkzvl

Unverheiratete Mütter wurden in vielen Gegenden fast wie Aussätzige behandelt, Homosexualität war verboten, Elternkarenz für Väter gibt es erst seit 1989, in Vorarlberg mussten Mädchen bis in die 70er eine Hauswirtschaftsschule machen, Vergewaltigung in der Ehe war nicht strafbar, das Familienoberhaupt entschied in vielen Fällen, wer welche Ausbildung machen darf.

Frauen- und Familienrechte

Selbst diese Änderungen wurden aus diesem Fundament abgeleitet. Es sind schlicht abgeleitete Lebensweisen. So wie sich vieles auch noch aus dem römischen Recht ableitet. Aber dennoch ist das römische Recht als Fundament in unserer Judikatur nicht durch ein anderes ersetzt worden.
Und auch bei den Veränderungen der Frauenrechte oder Familienrechte wurde unser judeochristliches Fundament nicht ausgewechselt.

Ahja.. und beim Islam ist das Fundament kein judeochristliches *gg* Das ist auf einmal so entstanden.. Und ja als fundament hatten wir ja die ganze zeit das selbe. das haben wir seit 2500 Jahren nie gewechselt..

Sorry.. jetzt mal ehrlich.. da muss es doch irgendwo einen Kurs geben wo man lernt sich sowas auszudenken oder?

Tut mir leid aber irgendwie kann ich dich bei all dem blödsinn den du schreibst nicht ernst nehmen.

Der Islxm hat ein judeochristliches Fundament? Ich lach mich schief...
Sorry - es fällt mir schwer Sie weiterhin ernst zu nehmen...

Ausgesprochen viele der im Koran enthaltenen "Gesetze" sind fast 1:1 (oft noch etwas abgemildert) aus dem Alten Testament übernommen.
Der Koran spricht auch selbst explizit davon, dass es sich um den gleichen Gott handelt (wie auch Jesus sagte, dass der Gott immer noch der gleiche sei, nur jetzt halt andere Dinge übermitteln lässt).

Mhm.. nein stimmt.. das Judentum, Christentum und Islam die 3 abrahamischen Religionen sind ist nur reiner Zufall *G*.

DIE Muslime also.

Wie ist denn das, wenn Österreicher zum Islam konvertieren?
Werden die dann fruchtbarer?
Sind die auch eine Gefahr?

Bitte erleuchte uns mit deinen Weisheiten, wie es sich denn generell mit Menschen verhält, die zu (anderen) Glaubensrichtungen konvertieren ... ändern sich deren Gene?

Meistens sind die Konvertiten sogar noch prophetischer als der Prxphet. Man siehts zB bei Frankreichs Verschleierungsverbot: Die einzigen Bestraften waren bisher Konvertiten. Darüber hinaus denke ich nicht, dass Konvertiten in Islxmstudien aussen vor gelassen werden. Bestenfalls dämpfen diese höchstens den Fertilationsschnitt der Gesamtcommunity - oder soll ich sagen "Umma"?

Aha,

man wird also NOCH böser.

Wahnsinn, danke, dass du uns die Augen öffnest!

Wir werden alle bald zur dunklen Seite der Macht gewechselt sein.

Es gibt genügend Artikel über Konvertiten in Deutschland und Frankreich hier im Standard. Aber - es bleibt Ihnen natürlich unbenommen Fakten zu ignorieren...

arg, daß jemand mit solchen ansichten beruflich im umgang mit migrantInnen tätig ist.
thailand als islamisches land anzusehen, zeugt übrigens nicht grad von großer sachkenntnis.

Sein Beruf hat vermutlich sogar zu seinen Ansichten beigetragen, wegen des sogenannten "fundamentalen Attributionsfehlers".
Manche Menschen sind eher gefährdet, diesem Fehler unfreflektiert aufzusitzen.
Noch dazu dürfte dieser Herr Probleme mit seinem Selbstbewusstsein haben und eine "Angsttendenz" haben, wenn er sich oder "seine Nation" von den hierzulande lebenden Migranten bedroht fühlt.

mit solchen ansichten kommt man nicht auf die welt.

die "erarbeitet man sich".
es istellt sich nun die frage:
hat er solche ansichten durch das elternhaus mitbekommen und haben sich diese dann gefestigt. oder war er aufgrund seines beruflichen umgangs zu solchen ansichten gekommen.
ich glaube zweiteres. weil in dem beruf aus jeder gruppe -egal ob migranten oder alt eingesessene- du mit dem bodensatz zu tun hast.

Nunja - wenn ich nach den Aussagen des deutschen Bundespräsidenten gehe, dann ist Deutschland ja auch ein islxmisches Land...

bei dieser

offen zur Schau gestellten "Bildungsnaehe" sieht man einfach keinen Unterschied mehr zwischen Thailand (Buddhismus) und Malaysia/Indonesien (mehrheitl. Islam). Ist ja eh gleich um's Eck.

"Ausland halt".

ich wäre dafür sofort etwas gegen diese christianisierung zu tun. völlig unbemerkt drängt sich ständig dieses uralte und totalitäre weltbild in die politik in der es nichts zu suchen hat (da wird auf politischen veranstaaltungen mit religiösen symbolen gewunken etc.)
wie könnte man dieser überchristung nur entgegenwirken? gesetze im verfassungsrang, die das eigentlich unterbinden, reichen anscheinend nicht.
ich glaube der gottesstaat Vatrikan hat einen plan um weltweit alle rationell denkenden wissenschaftler zu verchristen.

^^

Bedenklich ...

... diesem Mann (und seinen AnhängerInnen, wie man unten lesen kann) eine derartige Plattform zur Verfügung zu stellen.

Ich denke, dass sich diese Leute die Plattform früher oder später schon nehmen werden, selbst wenn man sie ihnen nicht freiwillig überlässt.

Schon alleine deshalb, weil das Dritte Lager politisch mittlerweile die stärkste Kraft geworden ist.

Ob wir das wollen, ist eine andere Frage. Jedenfalls kann man feststellen, dass wir dagegen nichts tun.

Und "etwas dagegen tun" heißt nicht, gegen diese Leute auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Das können Sie vergessen, das stachelt sie nur noch mehr an. Die Lösung liegt in der Behebung der zugrunde liegenden Probleme. Und die sind das stetige Absinken des Mittelstandes, das mit einer Unzufriedenheit einhergeht und offensichtliche Probleme mit der zugewanderten Bevölkerung. Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, werden die Radikalen nicht weniger werden.

"Absinken des Mittelstandes"

Es ist eine linke Phrase, dass Rassismus in Wahrheit bloß fehlgeleitete Abstiegsängste seien. Bzw. dass mit Ausländern bloß Sündenböcke für Kapitalismus gefunden werden usw. usf.

Menschen geht es nicht immer nur um materielle Fragen. Was wollen Sie noch? Ein zweites Auto? Einen zweiten Fernseher? Wir leben doch bereits im Überfluß.
Ist der einzige Sinn der Politik nur mehr Geld und Wohlstand? Das höchste Ziel der Menschheit, dass noch mehr Leute noch früher in Pension gehen können?

.

so ist es.
viele verdraengen mit aller kraft jeden normalen instinkt. die meisten "rassisten" wuerden wohl tatsaechlich gerne wohlstandsverluste hinnehmen wenn dadurch die lebensumstaende ansonsten in eine ihnen angenehme richtung entwickelt werden koennten

Ich wusste nicht, dass das eine linke Phrase ist. Wenn ein Argument vernünftig ist, ist es mir eigentlich gleich, mit welcher politischen Richtungsangabe es verknüpft ist. Aber wie meinen Sie denn, dass man die Probleme in den Griff bekommt? Ich bin ja immer dankbar für fremde Gedanken, die mich von meinem Standpunkt aus ein Stück weitertragen und mir neue Wege eröffnen.

Wir können schon gemeinsam gegen die Rechtsradikalen auf die Straße gehen und ich könnte es ideologisch sogar ohne weiteres mittragen, selbst ein Transparent hochzuhalten. Aber die Frage ist, ob die äußerst Rechten dadurch weniger werden, wenn wir uns verbal und mit den Händen einen Schlagabtausch liefern. Und ob sich dadurch die Probleme mit den Zuwanderern lösen.

Na sicher, und Dahrendorf ist auch ein Linker ...

DEr zeitgneössische Rassismus hängt sich zwar an "Türken" und dem "Islam" auf

ist aber vor allem das Problem schwindender Privilegien alt eingesessener Österreicher.
Unser "Patriot" ist deshalb ausländerfeindlich, weil die Wiener SPÖ durch viel Druck von außen auch Ausländer an die Gemeindebauwohngen lässt oder Kindergärten durch das verpflichtende Gratis Kindergartenjahr auch für viele Migranten besuchbar wurden.
Das Problem des Patrioten mit den "Ausländern" ist nicht ihr Verhalten oder ihre Religion, (das sind nur Rationalisierungen), sondern dass diese Ausländer da sind, dass sie gleiche Rechte haben und diese Rechte auch in Anspruch nehmen.
Das will er nicht, unser Patriot. Er will Putzfrauen und Bauhackler, die ihm für billiges Geld pfuschen und dann wieder dankbar nach Hause gehen.

mag sein

eine frage, die aber fast nie gestellt wird, ist jene, ob denn die zuwanderer selbst ebenfalls von multikulti so begeistert sind wie manche österreicher. das wird immer vorausgesetzt, ist für mich aber alles andere als sicher. vor allem, wenn man die ressentiments verschiedener zuwanderergruppen gegeneinander betrachtet.

Posting 876 bis 925 von 1559

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.