Der Blog wird vom DÖW bereits beobachtet - Die Anonymität des Betreibers verhindert eine Anzeige
Von den Grünen und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) wird der SOS-Österreich-Blog als "islamfeindlich", "rassistisch" und "rechtsextrem" eingestuft. Die Salzburger FPÖ-Funktionärin Karin Berger hat sich an einer Diskussion in diesem Blog beteiligt. Auf Nachfrage von daStandard.at bezeichnet sie SOS Österreich als "prinzipiell nicht schlecht". Punktuell gelang es dem Blog auch schon, breitere Debatten auszulösen.
"Üble Kommentare"
Der Grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger, der die Plattform Stoppt die Rechten betreut, schätzt den SOS-Österreich-Blog als den größten der rechten Szene in Österreich ein. Nach seinen Beobachtungen sind die Einträge selbst weniger problematisch. "In den Kommentaren darunter spielt es sich ab", sagt Öllinger. Islamfeindlichkeit, der Islam als Bedrohung, Ausländerfeindlichkeit sowie der "Vaterlandsverrat der Politiker" zählten zu den häufigsten Themen. Unter den ständigen Kommentatoren befänden sich nach seinen Informationen auch bekannte Rechtsextreme.
Heribert Schiedel vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bezeichnet den Blog als "übel rassistisch und islamfeindlich". Für ihn stellen nicht nur die Kommentare, sondern auch viele der Einträge selbst eine Verhetzung dar. Lediglich die Anonymität des Betreibers hindere ihn an einer Anzeige. Das DÖW beobachtet den Blog bereits seit dessen Entstehung.
"Nicht schlecht"
Die Landesobfrau der Initiative Freiheitlicher Frauen (IFF) in Salzburg, Karin Berger, sagt, sie sei über den Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) auf den Blog aufmerksam geworden. Sie verfolge ihn zwar nicht regelmäßig, findet ihn aber prinzipiell "nicht schlecht, weil man da Sachen liest, die es woanders nicht gibt".
Im Spätsommer 2010 war es der SOS-Österreich-Blog, der auf eine Milchkampagne der NÖM aufmerksam machte. In türkischen Supermärkten gab es Milchpackungen der NÖM, auf denen auf zwei von vier Seiten "Süt" (Türkisch für Milch) zu lesen war. Auf Facebook bildete sich eine Protestgruppe. Bald darauf griffen auch die großen Tageszeitungen das Thema auf. (Yilmaz Gülüm, daStandard.at, 23.1.2012)