Jugend ohne Ausbildung & Job

"Der falsche Teil der Wahrheit"

Interview | Olivera Stajić, 22. Februar 2012, 10:30
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    foto: ap / franka bruns

    "Insbesondere bei Jugendlichen mit eingewanderten Eltern - also der zweiten Generation,gibt es ein klares Arbeitsmarktproblem. Das heißt, sie kommen, obwohl sie eine Ausbildung haben, nicht in Beschäftigung."

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    foto: zentrum für soziale innovation,

    August Gächter vom Wiener Zentrum für Soziale Innovation

Die zweite Migrantengeneration wird am Arbeitsmarkt diskriminiert, aber niemand spricht darüber, sagt Sozialwissenschaftler Gächter

Etwa 75.000 Jugendliche in Österreich besuchen keine Schule, gehen keiner Arbeit nach und befinden sich nicht in beruflicher Fortbildung. Besonders stark betroffen sind junge Menschen mit Migrationshintergrund. Demnach fällt beinahe jeder fünfte Migrant im Alter zwischen 16 und 24 Jahren in die Gruppe der "NEET-Jugendlichen" ("Not in Education, Employment and Training"), so die neueste Untersuchung der Statistik Austria. Die Autoren der Studie sehen vor allem bei den Schulen Handlungsbedarf, der Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz fordert höhere Strafen im Schulpflichtgesetz. Beides ist falsch, sagt der Sozialwissenschaftler August Gächter vom Wiener Zentrum für Soziale Innovation.

Mit daStandard.at sprach Gächter über die richtigen Fragen, die Forscher stellen müssen, und über die Diskriminierung der zweiten Generation, über die in Österreich niemand reden will.

daStandard.at: Kennen Sie die Studie über jugendliche Migranten ohne Ausbildung, Betreuung oder Job, die seit Tagen für Aufregung sorgt?

August Gächter: Ja, ich kenne die Studie und die Autoren auch. Die Studie ist methodologisch einwandfrei, aber wenn ich an Bacher und Thamesberger (Autoren der Studie, Anm.) eine schriftliche Replik geschrieben hätte, hätte sie den Titel gehabt "Der falsche Teil der Wahrheit". Es ist natürlich wahr, was da herauskommt, nämlich dass 40 Prozent von den Jugendlichen, die nicht in Ausbildung sind und nicht beschäftigt sind, entweder selbst eingewandert sind oder ihre Eltern. Aber dieser Fokus auf die NEET-Gruppe, das ist eine Modeerscheinung und lenkt eigentlich von dem ab, was wirklich interessant ist, nämlich: Wie viele sind in Beschäftigung und wie viele sind in Ausbildung? Man muss die Jugendlichen immer in diese drei Gruppen einteilen: Beschäftigung, Ausbildung und nichts davon. Die, die nichts davon sind - da hinzustarren und zu sagen, diese Rechtsgröße ist die eigentliche Information, das ist eine Ablenkung von den wirklichen Fragen.

daStandard.at: Was sind die wirklichen Fragen?

Gächter: Welche Beschäftigungschancen haben sie, welche Bildungschancen? Und darum habe ich mir gedacht, die erste Frage, die man sich stellen muss, ist, ob der höhere Anteil der Jugendlichen, die nicht in Beschäftigung und nicht in Ausbildung sind, daher kommt, dass weniger in Beschäftigung oder weniger in Ausbildung sind. Das weiß die Untersuchung von Bacher und Thamesberger nicht. Die Autoren machen ziemlich weitreichende Schlussfolgerungen aus ihren Ergebnissen, haben aber vorher nicht die Frage beantwortet, ob es ein Bildungsproblem oder ein Arbeitsmarktproblem ist. Wenn man sich das anschaut, sieht man, dass bei den Jugendlichen, die im Ausland geboren sind, zur Hälfte das eine, zur Hälfte das andere Problem gegeben ist. Und bei den Jugendlichen, die nicht im Ausland geboren sind, sondern im Inland - aber beide Elternteile sind im Ausland geboren -, da ist es zur Gänze ein Arbeitsmarktproblem. Da ist es überhaupt kein Bildungsproblem. Diese haben die genau gleich hohe Bildungsbeteiligung wie Jugendliche, deren Eltern nicht eingewandert sind.

daStandard.at: Die zweite Generation hat also die gleiche Bildungsbeteiligung?

Gächter: Bacher und Thamesberger sagen "zweite Generation". Ich glaube, diese Wortwahl ist sehr irreführend, ich vermeide das.

daStandard.at: Was konkret heißt "Bildungsbeteiligung"?

Gächter: Bei den Jugendlichen, deren Eltern nicht eingewandert sind, ist ein Drittel in Bildung oder Ausbildung, und bei Jugendlichen, deren Eltern eingewandert sind, ist auch ein Drittel in Bildung oder Ausbildung. Und bei den Jugendlichen, die selbst eingewandert sind, ist nur ein Viertel in Bildung oder Ausbildung. Von den Jugendlichen, deren Eltern nicht eingewandert sind, sind knapp 60 Prozent beschäftigt. Von den Jugendlichen, deren Eltern eingewandert sind, ist es knapp die Hälfte, und von den Jugendlichen, die selbst eingewandert sind, sind etwas mehr als die Hälfte beschäftigt.

Und das heißt, es ist in erster Linie, insbesondere bei Jugendlichen mit eingewanderten Eltern - also der zweiten Generation, wenn Sie so wollen -, ein klares Arbeitsmarktproblem. Das heißt, sie kommen, obwohl sie eine Ausbildung haben, nicht in Beschäftigung. Das sieht man an den Arbeitslosenzahlen. Jugendliche, deren Eltern eingewandert sind, sind jene, die Arbeit suchen. Das ist ein Hinweis, dass es ein Arbeitsmarktproblem ist, da sie Schwierigkeiten haben, trotz Ausbildung Arbeit zu bekommen.

daStandard.at: Wieso ist es für diese Gruppe so schwierig, einen Arbeitsplatz zu bekommen?

Gächter: Weil ihnen die Arbeitgeber misstrauen. Weil die Bundesregierung und diverse Parteien und zum Teil auch die Sozialpartner und die Medien signalisieren, dass mit diesen Jugendlichen etwas nicht stimmt, und die Arbeitgeber bei diesen Jugendlichen sehr vorsichtig sind.  Gestern hab ich Schlagzeilen gelesen wie etwa: "Jeder 10. bricht die Schule ab" - das ist vollkommener Quatsch, Unsinn. Da stimmt in den Zahlen etwas nicht. Da wird dann wieder mit etwas verwechselt, das auf Englisch "Early School Leaver" heißt. Das sind Leute, die die Ausbildung früh beenden, und das wird in den deutschsprachigen Medien oft mit Schulabbrecher übersetzt. Jeder, der neun Jahre Schule absolviert hat, ist ein "Early School Leaver".

daStandard.at: Als Reaktion auf die Studie von Bacher und Thamesberger hat der Integrationsstaatssekretär einige Maßnahmen vorgeschlagen, unter anderem Strafen für Schulschwänzer. Was halten Sie davon?

Gächter: Die Sachen, die in der Aussendung des Staatssekretariats vorgeschlagen werden, sind eine höchst interessante Mischung. Eine von den vier vorgeschlagenen Maßnahmen aus dem Expertenkatalog ist die Möglichkeit, dass Schulabbrecher ihren Pflichtschulabschluss kostenlos nachholen können. Gute Idee, selbstverständlich, aber das sind nicht viele, das sind 4.000 bis 5.000 Leute in Österreich in der sogenannten zweiten Generation. Unter den Leuten, die in Österreich nie in die Schule gegangen sind, sondern nur im Ausland, sind das viel mehr, da sind das ungefähr 30.000, die sind aber weitgehend über 50 Jahre alt. Die interessieren dann nicht mehr. Und unter denen, deren Eltern nicht eingewandert sind, sind es ungefähr 12.000.

Dann der zweite Punkt mit den Jugend-Coaches, die es in Wien und in der Steiermark schon gibt - ja, gute Idee. Was mich bei diesen Maßnahmen trotzdem schon stört, ist diese komplette Konzentration auf den schwachen Rand. Ich meine, das ist schon klar, man muss denen, die da Schwierigkeiten haben, helfen, unter die Arme greifen. Aber dass man immer vergisst zu sagen, dass es auch den anderen Rand gibt, die, die extrem leistungsfähig in der Schule sind, die gibt es auch, und einen riesigen Mainstream in der Mitte, der nicht auffällig ist. Hier geht es also immer um wenige tausend Leute, das ist eigentlich kein Massenproblem. Es ist schon gut, wenn die Politik sich dem widmet, aber das sollten nicht diejenigen sein, mit denen sie Presseaussendungen bestreiten. Das ist Ablenkung.

daStandard.at: Was ist mit den anderen vorgeschlagenen Maßnahmen des Staatssekretärs?

Gächter: Der dritte Punkt, der etwa lautet "Auch die Betreuung beim AMS wird Schritt um Schritt verbessert", ist extrem höflich formuliert, meint aber, dass das AMS extrem inkompetent ist. Das stimmt auch. Wenn Sie zum Beispiel zum AMS gehen und eine Auskunft auf Englisch haben wollen, werden Sie dermaßen blöd angeredet, weil die dort kein Englisch können.

daStandard.at: Müssten die Mitarbeiter des AMS Englisch können Ihrer Meinung nach?

Gächter: Ich denke, insbesondere auch in Wien, wo mindestens die Hälfte einen eingewanderten Elternteil hat, ist es nicht mehr zeitgemäß, sich im AMS darauf zu kaprizieren, nur Deutsch zu können. Wir brauchen hoch qualifizierte Einwanderung - aber auch die landen früher oder später beim AMS oder sogar ganz am Anfang. Und dann geht das nicht mehr. Also die Betreuung im AMS Schritt um Schritt verbessern? Ja, gute Sache, aber ich würde bitten, die Schritte möglichst rasch zu setzen. 

Am Schluss der Presseaussendung kommen dann noch verpflichtende Elterngespräche bei Schulpflichtverletzungen. Das betrifft aber die unter 15-Jährigen, das greift bei den 16- bis 24-Jährigen natürlich nicht mehr und hat mit unserem Problem daher eigentlich nichts zu tun.

daStandard.at: Aber das wäre eine präventive Maßnahme, damit es nicht zum Schulabbruch kommt.

Gächter: Aber die Logik hier ist, dass das Problem daraus besteht, dass die Leute keinen Schulabschluss zusammenbringen. Das ist aber, wie wir an den Zahlen gesehen haben, ein ganz winzigkleines Problem. Ein winziges Problemchen. Und zwei Drittel dieses Problems sind die Inländer.

daStandard.at: Es wird Sie freuen, dass eine der geforderten Maßnahmen des Integrationsstaatssekretariats Motivforschung ist.

Gächter: Ja, das finde ich auch eine gute Idee - aber umfassend, wirklich umfassend. Also nicht nur in der Familie herumstochern, sondern auch schauen: Was leisten die Lehrkräfte? Und zwar nicht nur, was leisten sie fachlich, sondern auch im sozialen Umgang mit den Schülern. Aber auch schauen: Wie geht es unter den Schülern zu, was ist da die Hackordnung, was kommt da an demotivierenden Einflüssen? Dann auch nachfragen: Was sehen die Jugendlichen, was bei den Eltern oder älteren Geschwistern beruflich herauskommt, obwohl sie sich in der Schule bemüht haben - auch nicht unbedingt motivierend in vielen Fällen. Eine konkrete statistische Erhebung würde ich absolut unterstützen, aber diese muss auch wieder umfassend sein in dem Sinn, dass man sich wirklich bemüht, alle relevanten Faktoren zu erheben und nicht nur ausgewählte, die in die eigenen Vorurteile hineinpassen.

daStandard.at: Kommen wir zu dem umstrittensten Punkt: Strafen für Schulschwänzer?

Gächter: Zum pädagogischen Wert von Strafe bin ich nicht in der Lage, etwas zu sagen. Ich habe heute nur in der Zeitung gelesen, dass 1.500 Euro angedacht sind. Das ist ein Mehrfaches von dem, was man beim AMS bekommt, wenn man diskriminiert wird, das erscheint mir disproportional.

daStandard.at: Wieso, glauben Sie, stürzt sich Staatssekretär Kurz auf die Schulpflichtverletzung und droht mit Strafe?

Gächter: Ich hab das komisch gefunden, dass er das zusammenmischt. Es passt nicht dazu, er nimmt irgendeinen Vorwand, um das hervorzukehren. Offenbar hat er das Gefühl gehabt, er muss in guter österreichischer Tradition wieder einmal mit dem Rohrstaberl herumfuchteln.

daStandard.at: Ausgehend von allen Daten, die uns momentan zur Verfügung stehen: Finden Sie, dass wir ein großes arbeitsmarkt- und bildungspolitisches Problem mit Migrantenkindern haben?

Gächter: Ich würde es andersherum sagen: Ich glaube, die sogenannte zweite Generation hat ein Problem, nicht wir. Und zwar mit den Arbeitgebern. Und mit dem AMS als Vermittler zwischen ihnen und den Arbeitgebern. Beim AMS gibt seit Herbst 2006 einen ganz langsamen, sehr allmählichen Prozess des Aufwachens. Aber auf der Arbeitgeberseite passiert das noch gar nicht.

daStandard.at: Was meinen Sie damit?

Gächter: In Österreich traut sich niemand zu sagen, dass die Arbeitgeber selbstverständlich diskriminieren.

daStandard.at: Warum wird das nicht ausgesprochen?

Gächter: Es hat bisher keine Studie gegeben, aber es ist jetzt eine ausgeschrieben. Das Sozialministerium lässt jetzt eine machen. In einem Jahr etwa wird man dann die Ergebnisse haben. Und meine Vermutung ist, es wird herauskommen, dass man, wenn man eingewandert ist, sich im Vergleich zu andern drei- bis viermal häufiger bewerben muss, bis man einen Job hat. (Olivera Stajić, daStandard.at, 22.2.2012)

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Jeder fünfte junge Migrant ohne Ausbildung, Betreuung oder Job

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Aussendung des Integrationssstaatssekretärs

August Gächter ist seit 1989 mit Forschung zu Migration und Integration beschäftigt. Seit 1998 ist er Konsulent für das International Migration Programme des International Labour Office (ILO), einer UN Organisation in Genf. In diesem Zusammenhang mit der Migration der Hochqualifizierten in Bulgarien befasst, mit Diskriminierungstests am Arbeitsmarkt in Italien, Frankreich und Schweden, mit der Schaffung und Befüllung einer internetzugänglichen Datenbank von Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsaktivitäten von Firmen, Vereinen, Sozialpartnern, Gemeinden und Staaten, und mit der Schaffung von Qualitätskriterien für Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsaktivitäten. Von 1991 bis 2002 war Gächter am Institut für Höhere Studien beschäftigt, seit 2002 am Zentrum für Soziale Innovation, beide in Wien. Bis 2008 Lehrbeauftragter für Entwicklungstheorie an der Universität Wien.

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Threonin
00

In meinem BEruf ist es selbstverständlich, dass man ausländische Kollegen hat, da würde auch kein Arbeitgeber diskriminieren.

Von jedem wird aber erwartet, dass er (oder sie selbstverständlich) entsprechend qualifiziert ist, fließend deutsch und englisch kann und seine Leistung bringt.

Tuxedo Mask
04
23.2.2012, 03:08
Ich kann nur meine Situation schildern.

Ich (20, Migrant der "zweiten Generation") habe die Handelsakademie mit Auszeichnung abgeschlossen sowie diverse anerkannte Zertifikate in meiner Schullaufbahn erworben. Nach mehr als eineinhalb Jahren (und 500 Bewerbungen) wurde ich nicht ein einziges Mal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. An den Bewerbungen selbst war nichts auszusetzen, eine mit mir befreundete Recruiterin (für "höhere" Positionen) hat sich diese angesehen und war begeistert. Solange keine Leistungen bezogen werden, kümmert sich das AMS auch nicht darum.

Meine KlassenkollegInnen - für die ich zum Teil die Bewerbungen geschrieben habe - haben es hingegen alle geschafft, Arbeit zu finden, selbst diejenigen, die mit "Bauchweh" maturiert haben.

dieDritteGeneration
01
24.2.2012, 19:47

Testhalber ein paar mal mit einem ordentlichen deutschen Namen und selbstverständlich ohne Foto bewerben. Wäre interessant, ob die Reaktionen der Unternehmen dann eine andere ist.

Tuxedo Mask
01
27.2.2012, 18:27
An sich eine gute Idee...

...aber Bewerbungen ohne Foto werden wahrscheinlich sofort aussortiert. Aber ich werde es mal probieren.

mans zelmerlöw
00
23.2.2012, 15:05

bei welchen firmen haben sie sich da beworben? vielleicht können sie ja mal eine liste posten!

Tuxedo Mask
00
27.2.2012, 18:32

Das würde das Zeichenlimit der Standard-Kommentarfunktion sprengen. Ich kann ihnen Sagen, dass es so gut wie alle größeren und bekannteren Unternehmen sind, die eine Stelle ausgeschrieben haben, auf die meine Qualifikation passen würde (keine Berufserfahrung notwendig). Es könnte aber sehr wohl daran liegen, dass ich von BewerberInnen ausgestochen wurde, die eben doch berufserfahrung haben. (Bis auf den Zivildienst habe ich keine Berufserfahrung.) Mir wurden schon (Gratis-)Praktika empfohlen und angeboten, aber ich kann und will es mir nicht leisten, unentgeltlich zu arbeiten.

Erwin Wolfram
01
23.2.2012, 19:40
...

hallo, ich hab die bewerbungen mittels soziologischer werkzeuge analysiert, in ihrem fall bietet sich eine analyse und reversierung der struktur, sowie anzeige gegen den staat oesterreich wegen zwangsarbeit an und gegen die firmen wegen gruppenbetrug: verm,ittelnde instanz sind die medien. menschenrechtliches vorgehen ist chancenlos, da es in oesterreich nur anwaelte im fachbereich gibt, die sich mit dummstellen und einstecken und keine zeit haben beschaeftigen, was ich ablehne und das es gar keine ernstzunehmenden menschenrechtsanwaelte gibt um die naziherrschaft durchzusetzen ist wohl einfach nachzuweisen.

frusciante
14
22.2.2012, 23:57
also ich verbring beruflich viel zeit mit jugendlichen, die eine ausbildungs- und jobproblematik haben.

mir würde nie einfallen dieses thema zu ethnisieren. was soll das bringen? gibts dann mehr arbeitsplätze?
die ursache des problems ist: es gibt zu wenig jobs für menschen, die eine schule einfach nicht schaffen. die könnten trotzdem arbeiten, aber es gibt die jobs nicht.
auf zwang weiterqualifizieren heißt mittelfristig eine inflation von bildungsabschlüssen. dh. die matura von gestern ist der bachelor von heute. was früher ein hilfsjob war ist heute systemgastronomie, etc. klingt zwar besser, ändert aber nicht das grundproblem: der staat kann keinen wohlstand für die bevölkerung sicherstellen, keine vollbeschäftigung. es gibt eine verarmung der massen und vermögenskonzentration bei wenigen.
symptome zu ethnisieren ist sündenbockpolitik.

Nennt mich Loretta
01
25.2.2012, 19:47
Was es bringt?

Vielleicht sollten wir endlich die Lehre daraus ziehen, dass ungebildete Hilfsarbeiter, die einer - aus mitteleuropäischer Sicht - extrem rückständigen Ideologie anhängen, keine Bereicherung für Österreich und Europa darstellen.

hinweis4
21
22.2.2012, 23:51
Was mich hier an den Postings nervt:

Wenn Poster unwillkommene Realität beschreiben, die nicht in das konventionelle Wissen über ZuwanderInnen passen, regnet's rote Stricherln

Ich finde es keinesfalls unnötig, Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn das unpopulär ist.

Erwin Wolfram
00
22.2.2012, 23:45
...

ich poste schon seit jahren, dass die zivielgesellschaft, die regierung und die beamten aus nazis bestehen und es kann jeder erleben - einfach in eine/n migrantin/ten verlieben und mitfuehlen...

Herbert Novak1
00
22.2.2012, 23:21
Gächter' Aussage entspricht meine Beobachtung

Ich habe jahrzehnte Lange in einem deutschen Großkonzern in Wien gearbeitet, die leistungswilligen Migranten (auch mit Hochschulabschluß technischer Studienrichtung) wurden genau oder fast genau so gut bezahlt, aber für bestimmte höhen geweihten Posten kommen immer zufällig nur die heimischen zum Zug, keine Ausnahme. Ein zuverläßiger Zufall, der immer gilt.

Baum am Berg
07
22.2.2012, 22:26
Frage mich...

Ich verachte Diskriminierung als Generell.
Und kann mit den "Rechten Asozialen" sogar noch weniger anfangen als mit den "Hasch Problem s".

Aber wenn ich mein Umfeld und viele Jugentliche mit Migrationshintergrund betrachte, frage ich mich warum dem Herrn Gächter nicht auffällt was sogar mein Arbeitskolege (17J, beide Eltern aus Serbien migriert) als bedenklich schildert.

Gruppen von gewaltbereiten respektlosen Jugendlichen die es einem lieber machen den Abend in der Wohnung zu verbringen. Und mehrmals wöchentlich die neuesten Storys von vor den Lokalen und Clubs.

Wenn man gegenüber deratigen permanent vertretenem Verhalten als Lehrbetrieb voreingenommen ist kann einem das kaum verdacht werden.

maxbz
011
22.2.2012, 21:38
Wer was kann und sich auf Österreich einläßt, der kann sogar im Opernball choreografieren,

das hat sich kürzlich gezeigt. Auch als "anatolischer Ziegenhirte". (Ismet Özdek)

Österreich ist bereit, die Zuwanderer überall aufzunehmen, aber diese müssen sich auch wirklich auf Österreich einlassen und assimilieren sich dadurch langfristig.
Wer meint, das Kopftuch oder die türkische Kultur sei wichtiger, der wird es hier schwer haben.

matthias_87
52
23.2.2012, 00:59
Falsch

die österreichische Kultur verändert sich dadurch auch......und wenn ich immer von anpassen höre, das ist einfach versteckter Rassismus weil man nicht mehr alle so sagen darf was man sich denkt.

Nennt mich Loretta
02
25.2.2012, 19:52
Welche positiven Einflüsse erwarten Sie denn von ungebildeten Menschen, die auch nach Jahrzehnten ihrer menschenverachtenden, insbesondere frauendiskriminierenden, antidemokratischen, mittelalterlichen Ideologie anhängen und diese leben?

Warum kommen diese Menschen nach Österreich, wenn sie die lokale Kultur, die Grundlage jeglichen Wohlstands ist und die die Infrastruktur dieses Landes aufgebaut hat, komplett ablehnen und mit Füßen treten?

Und nein, damit meine ich nicht ALLE Migranten, auch nicht alle türkischen.

...and miles to go before I scream
110
22.2.2012, 21:09

Man muss unterscheiden. Nämlich zwischen Immigranten die 'wollen' und solchen, die in der Trainingshose herumlaufen und 'ich mach dir kickbox' daherbrabbeln.

Nennt mich Loretta
00
25.2.2012, 19:54
Ich geb Ihnen recht....

Und was dann? Fühlen wir uns dann gut, weil wir die absolute Grundlage verstanden haben, die vernunftbegabte Menschen als Selbstverständlichkeit ansehen?

Emir
06
22.2.2012, 20:24

Mein türkischstämmiger Hausmeister legt selbst viel Wert darauf, daß seine Kinder eine gute Schulausbildung erhalten (Mädchen, wie Buben - der eine geht in die HTL, der andere studiert mittlerweile in der Türkei, das Mädchen macht Matura in Wien).

Sein Vater arbeitete am Bau und spricht selbst sehr schlecht Deutsch, die Mutter versteht Deutsch ein wenig. Er selbst lebt Bescheiden und hat seinen Lohn in seine Familie und in ein schönes Haus am Meer in der Türkei rechtzeitig investiert.

Er hat in Österreich eine zweite Heimat gefunden und schätzt unser Land.

Diese Leute leben hier still und leise und finden auch ihren Weg (der sicherlich nicht einfach ist und war). So wie viele andere auch.

Ernst Kratochwil
07
22.2.2012, 22:14
Kenne die gleichen Typen und das ist OK so. Man sollte

auch die Älteren nicht wegen der mangelnden Sprachkentnisse sekkieren. Das war eine andere Zeit und die haben (die meisten) ihren Beitrag für die Gesellschaft geleistet.
Nur bei der zweiten und dritten Generation und bei denen die erst jetzt gekommen sind, sollte man (wo es notwendig ist) mehr Integrationsdruck machen.

Lectrice
03
22.2.2012, 21:50

Eben - und wie überall ist es so, dass sie es wegen ein paar Durchgeknallter schwer haben. Die sind immer in der Minderzahl (egal ob es um Machos, Radfahrer, Nationen usw. geht) machen aber umso mehr Radau und fallen daher mehr auf.

Thrillhouse van Houten
23
22.2.2012, 20:04
Tschusch, Tiak, Kanak, Yugo

Für Österreicher ist es schwer zu verstehen, dass es Migranten oft nicht leicht haben. Denn man muss schon selbst miterleben, was es bedeutet verletzt zu werden durch Ausdrucksweisen von Schulkameraden, Arbeitskollegen und sogar Freunden. Es sind keine direkten Beleidigungen sondern nur die täglichen Kleinigkeiten, wenn man mitbekommt wie manche Österreicher über Menschen denken, die nicht so gut deutsch können. Wenn man beim normalen Small-Talk mit Kollegen erkennt wie engstirnig Sie doch sind, dann bekommt man als Ausländer das Gefühl dass man nicht akzeptiert wird.

maxbz
06
22.2.2012, 22:10

Da sollten einige Österreicher tatsächlich etwas sensibler sein. Manche Hinweise oder Bemerkungen sind einfach unnötig.
Als Migrant muss man leider lernen damit umzugehen, die meisten meinen es gar nicht böse.

chaote2
 
07
22.2.2012, 20:01
Wenn Sie zum Beispiel zum AMS gehen und eine Auskunft auf Englisch haben wollen, werden Sie dermaßen blöd angeredet, weil die dort kein Englisch können.

Glaube kaum das die Spitzenkräfte aus das AMS angewiesen wären. Diese suchen sich selber einen Job, bzw. Haben bereits einen wenn sie nach Österreich kommen.

Baum am Berg
01
22.2.2012, 21:54
AMS

Und wenn man aus der Situation resultierend, als arbeitswilliger Österreicher(Deutsch u. Englisch), für 2 Monate aus versicherungstechnischen Gründen zu AMS muss,und deren Art mit Leuten umzugehen mitmachen darf,hat man den Verein auch gefressen.

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