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Das T-Shirt-Label vajt und brajt spielt bewusst mit der Wiener Mehrsprachigkeit.

Die türkische Hausfrau aus Favoriten braucht keine Deutschkenntnisse für ihre soziale Integration. Sie wird auch den MigrantInnen-Streik, der heuer wieder am 1. März stattfindet und im Zeichen der Sprache steht, kaum mitbekommen. Dieser Umstand empört alle, die an der sogenannten Integrationsdebatte teilnehmen: sowohl jene, die sofort "Parallelgesellschaft!" schreien, als auch jene, die finden, dass der türkischen Hausfrau bisher nicht genügend Möglichkeiten geboten wurden, Deutsch zu lernen. Empört und überrascht sind aber auch jene, die in ihrem Namen für Sprachvielfalt streiken.
Wenn man ehrlich Zusammenleben - und nicht dieses schwammige etwas, das man "Integration" nennt - fördern will, muss man auch klar aussprechen, was von allen Beteiligten gefordert wird. Mit der Aufforderung, (endlich) Deutsch zu lernen, ist die bildungsferne Schicht jener Migranten gemeint, die wenig prestigeträchtige Sprachen wie Serbokroatisch oder Türkisch zu Hause, in der Straßenbahn und im Pausenhof sprechen. Diese Realität als die viel propagierte kulturelle Bereicherung zu sehen fällt allen Teilen der Aufnahmegesellschaft recht schwer.
Kauderwelsch in der Straßenbahn
Was bei aller Aufregung um "Verlust der Kultur, Sprache und Werte" vergessen wird: Sprache ist kein fixes und einheitliches System, Sprache verändert sich. Sie verändert sich unter anderem durch neue Medien, technologische Neuerungen oder eben auch Migrationsbewegungen. Dieses Kauderwelsch, das man in der Straßenbahn oder auf der Straße hört, dieses problemlose Switchen zwischen zwei oder gar drei Sprachen ist der beste Beleg dafür. Je besser die Sprecher beide Sprachen (also die Muttersprache und die Zweitsprache) beherrschen, desto kreativer und interessanter wird dieses Switching, sagt zum Beispiel die Germanistin İnci Dirim.
Sprache ist identitätsstiftend und stark emotional besetzt. Will man also sensibel, ernsthaft und ehrlich alle gesellschaftlichen Schichten ins sprichwörtlich viel strapazierte Boot holen, dann wird man pädagogische Konzepte entwickeln müssen, um beide Sprachen gleichzeitig zu stärken. Das gilt vor allem für die zweite und dritte Generation. Ihre Erstsprachen kann und darf man ihnen nicht nehmen, sie gehören längst zu dieser Gesellschaft dazu.
Ohne Deutsch durch Favoriten
Ob das verpflichtende Kindergartenjahr den gewünschten Effekt hat, wird sich zeigen. Ein ähnlicher Versuch aus Berlin liefert allerding negative Ergebnisse: "Jahrelanger Kitabesuch garantiert noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse", lautet das Resümee einer ersten Studie. Gemeint sind hier übrigens sowohl Migranten- als auch Kinder mit deutscher Muttersprache.
Spannende Herausforderung
Die Bewältigung der Herausforderungen, vor die uns die moderne Migrationsgesellschaft stellt, bleibt eine der spannendsten Unternehmungen der kommenden Jahrzehnte. Die türkische Hausfrau aus Favoriten wird an diesem Prozess wohl nicht mehr teilnehmen. Das muss sie auch nicht. Um ihren Alltag zu bewältigen, braucht sie keine Deutschkenntnisse auf B2-Niveau. Damit aber ihre Kinder den gewünschten sozialen Aufstieg schaffen, von dem wir alle nur profitieren können, müssen die politischen Entscheidungsträger das Thema Sprache ernst nehmen. Das heißt: Mehrsprachigkeit als Realität anerkennen und sinnvolle Wege finden, diese - jenseits der Weltsprachen - zu fördern. (daStandard.at, 1.3.2012)
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Wie wahr: die Hausfrau braucht kein Deutsch.
Wenn sie dann mit einem Lehrer ihrer Kinder sprechen muss oder mit einem Arzt...
Wenn sie- Gott bewahre- vom Msnn geprügelt wird, und mit der Polizei sprechen muss
dann reicht es ja, wenn der Gatte ein wenig deutsch spricht, oder?
Ja eh. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, mit der nicht-türkischen Mehrheitsgesellschaft in Kontakt zu treten, erledigt ohnehin alles der Gatte. Könnte die Hausfrau ihre eigenen Angelegenheiten selbstständig besorgen und sich auch alleine und unabhängig in der Gesellschaft zurechtfinden, käme sie vielleicht noch auf blöde Gedanken...
Also echt, wer solche Fürsprecher hat, braucht sich vor einem Strache auch nicht mehr zu fürchten.
Die Erstsprache für alle in Österreich aufwachsenden ist deutsch oder sollte es zumindest sein. (Ausnahme Slowenisch) In einer funktionierenden Einwanderungsgesellschaft ist nach ein oder zwei Generationen die Erstsprache die des Gastlandes. Als Gesellschaft sind wir gefordert, die Erstsprache Deutsch für alle zu fördern. Danach sollte die wirtschaftlich sinnvollste Weltsprache als Zweitsprache gefördert werden. Wer eine weitere Sprache sprechen möchte, kann dies gerne tun, dies sollte jedoch wie jedes privates Interesse auch privat organisiert und finanziert werden.
Wer die Sprachen der Einwanderer fördert, der fördert Separation und Parallelgesellschaften und verhindert ein Zusammenwachsen der unterschiedlichen Gruppen.
Zu kritisieren gäbs an Ihrer Stellungnahme mehr, ich möcht mich aber kurz fassen und Sie auf zwei Punkte hinweisen:
– Mehrsprachigkeit ist für den Großteil der Menschheit funktionierende Realität. Es ist keine Frage des Entweder-Oder, Sowohl-Als-Auch ist möglich.
– Sie haben zumindest Burgenlandkroatisch und Romani vergessen.
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass "Erstsprache" (L1) die Sprache oder die Sprachen bezeichnet, die man auch Muttersprache(n) nennt, also die im natürlichen Spracherwerb von Kindern erlernten. Das wissen Sie aber wahrscheinlich eh.
ziel: jugendliche mit migrationshintergrund, thema tut nichts zur sache. anfangs haben wir sie mit "sprichst du deutsch" angesprochen. haben wir aber schnell wieder lassen, die reaktionen reichten von verständnislos (weil eh klar) bis "jo sicher".
ich meine, wenn man anecken will, eckt man an. und wird es weiter tun.
kein satz könnte falsche sein
diese frauen sind nämlich sozial NICHT integriert, wenn man unter sozial nicht nur bezug aus sozialtöpfen meint
und zum "switchen zwischen 2,3 sprachen": das ist ein wunschfetisch einiger autorinnen
die realität sieht anders aus und fast immer leidet das deutsche darunter
kinder, ohne deutsch als muttersprache/erstsprache wirds nicht funktionieren
kein mensch sagt, dass man andere sprachen verlernen soll, aber das ewige "auch" führt real zu einem "nur die großelternsprache"
und dann wird über die diskriminierung am arbeitsmarkt geweint
ps. der kindergartenversuch im 15ten klingt gut: da gilt das höflichkeitsprinzip, dass alle in einer beieinander sitzenden gruppe die sprache sprechen, die alle können
ich erlebe sehr wohl das switchen zw. 2 Sprachen. In der U-Bahn neulich sprachen eine Gruppe Jugendliche miteinander, in breitem Wienerisch (fehlerfrei) und Türkisch. Da ich ein bisschen Türkisch spreche, war es für mich herrlich anzuhören, wie selbstverständlich die Mädels und Jungs miteinander Spaß hatten. Und geht mal auf Straches Facebook Seite und lest mal was echte Österreicher so schreiben...Wörter wie: währe...nähmlich...gebohren...seit-seid Fehler, sind dort Standard!
in unserer "schönen weanastodt" betrifft entspricht exakt den jugendlichen, die sie geschildert haben und die anscheinend beides wie selbstverständlich verinnerlicht haben
die einzige frage ist, wie kommen wir dorthin
ich traue den vorschlägen von frau stajic und konsorten nicht, da sie zu oft plumpen populismus in die gegenrichtung betreiben und einfach alles nur bremsen wollen um vollendete tatsachen zu schaffen
in dem moment, wo von dieser seite kommt "jeder jugendlich, der in ö heranwächst, soll d wie eine muttersprache beherrschen" glaube ich ihnen, dass sies ernst meinen
vorher ist immer nur ein herumgedruckse ("realität anerkennen", "kulturelle bereicherung") mit dem wunsch, den status quo beizubehalten
In den Grundsätzen schließ ich mich Ihnen an, möchte aber doch eine Frage aufwerfen– nämlich, ob so hohe Kenntnisse tatsächlich nötig sind. Wichtig ist doch die Möglichkeit zur Verständigung in allen Domänen, mit denen man irgendwie in Berührung kommt, und dazu reicht schon viel weniger. Alles darüber hinaus ist, naja, hilfreich in dem Sinn, in dem jede Sprache hilfreich ist, aber nicht unbedingt erforderlich.
die frage ist einfach, der wievielten hier geborenen generation jemand angehört mmn
stichwort "inklusion" nach integration
bin schon der meinung, dass alle zuwanderer wirkliche österreicher und europäer werden sollen und nicht nur gäste auf mehrere generationen
wie immer man auch ö und e definieren möchte, genau dieses definitionsdefizit haben wir nämlich und es wäre gut mal was in die richtung zu versuchen
weg vom "volk" hin zur bevölkerung mit ihren gemeinsamen zielen, mitgebrachten neuerungen, angenommenem vorgefundenen etcpp
aber die müssen eben irgendwo einen gemeinsamen nenner finden - die sprache ist doch aufglegt (mit allen wunderbaren unterschieden dann wieder)
dunkelhäutige kärntner witzeln über asiatische tiroler
na? ;)
Ich halte die Unterstützung der natürliche Assimilierung für den besten Weg in einer Einwanderungsgesellschaft.
Wobei ein Unterschied deutlich zu sehen ist: Fritz Robak wollte die Auflösung von historisch vorhandenen Volksgruppen. Ich möchte lediglich, das nicht jede Einwanderungswelle zu neuen dauerhaft bleibenden Minderheiten mit all ihren Problemen führt.
Auf dem Gebiet des heutigen Österreich wird seit mehr als 1300 Jahren aussschliesslich Deutsch gesprochen (Ausnahme: Burgenlandkroaten, Steirerslowenen). Wenn sie das nicht wahrhaben wollen bitte gehens zurück nach Jugoslawien und gebens dort ihre ewig naiven Weisheiten zum besten. Österreich ist weder Vielvölkerstaat noch Einwanderungsland ! Lernens Geschichte -die hat nicht erst 1945 begonnen.
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