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Ab und zu gibt es auch bei uns Kängurus. Dieses Exemplar entlief aus einem Privatzoo in Kärnten.

Die Fastfood-Kette KFC heißt auf Chinesisch Kendeji , kaum ein Chinese kennt die tatsächliche Aussprache. In der Mitte sieht die Symbolzeichen der Naxi-Minderheit.
Die chinesische Sprache ermöglicht wundervolle Poesie, geistreiche Sprüche und hat eine extrem einfache grammatikalische Basis, die schnell erlernt werden kann. Doch zum Wiedergeben von ausländischen Namen taugt sie überhaupt nicht.
Namen werden erst in Silben übersetzt ...
Das Wichtigste zuerst: Chinesisch besteht aus Silben. Es gibt nur sehr wenige Silben, und alle kann man auf vier Arten betonen; jede Betonung bedeutet ein anderes Wort und oft haben auch Silben mit der exakt gleichen Betonung mehrere Bedeutungen. Jeder dieser Bedeutungen ist aber eindeutig ein chinesisches Schriftzeichen zugeordnet.
Es gibt in der chinesischen Sprache, abgesehen von einigen Schriftsystemen der ethnischen Minderheiten nur Hanzi- Schriftzeichen.. Chinesisch hat keine Möglichkeit, einzelne Buchstaben wiederzugeben. Deswegen müssen ausländische Wörter und Namen notgedrungen mit Hanzi aufgeschrieben werden und demnach auch nach den Silben der chinesischen Sprache abgeändert werden.
... und müssen dann wieder enträtselt werden
Da viele Wörter nicht einmal annähernd den chinesischen Silben entsprechen, ist das häufig ein mühsames Unterfangen. Man kann sich dabei am Laut, der Bedeutung und dem Inhalt des Wortes orientieren - häufig werden die Methoden kombiniert. Ein Beispiel ist der Herr Tuoersitai. Kennen Sie nicht? Es handelt sich um Tolstoi und ist eine reine Wiedergabe der Laute, soweit es im Chinesischen möglich ist. Dementsprechend ist auch "Weiyena" Vienna, also Wien.
Deguo (Deutschland), "das Land der Tugend", oder Faguo (Frankreich), "das Land des Rechts", beziehen sich auch auf die jeweils ersten Silben von "Deutschland" und "Frankreich ". Wie weit solche Namen wie etwa Meiguo, "das Land der Schönheit" (USA), tatsächlich wörtlich gemeint sind, ist nicht ganz klar. Der Beweis, dass nicht jeder Name auch eine Bedeutung hat, zeigt Jemen , es bedeuten nämlich "auch Tür" und ist sicher nicht wörtlich gemeint.
Keine Kängurus in Österreich
Wörter wie "Aodaliya" (Australien) kombinieren Bedeutung und Laut: "Ao" heißt Hafen, der Rest gibt den Klang des Namens wieder. Angelehnt an die englische Aussprache, bekam auch Österreich ein "Ao" verpasst, wobei die Bedeutung des Zeichens durch einen kleinen Unterschied von "Hafen" zu "mysteriös" abgeändert wurde. Dennoch bleiben Aodili (Österreich) und Aodaliya (Australien) einander sehr ähnlich - und auch im chinesischen Reiseführer steht der lahme Witz (oder die ehrliche Ermahnung?), dass man in Wien keine Kängurus findet.
Muntere Ratespiele
Im Falle von internationalen Firmen oder Produkten wird es zudem schwierig, weil der Name natürlich auch eine möglichst gute, erfolgversprechende Bedeutung haben muss, da die Waren sonst keinen Absatz finden. "Nuojiya" kombiniert die Zeichen für "Versprechen", "Basis" und "Asien" zum chinesischen Namen für Nokia. Der Name der großen deutschen Automarke "Meisaidesi Binshi" enthält Wörter wie "Pflaume(nblüte)", "Wettbewerb", "deutsch bzw. tugendhaft" und "Adel".
Solche Übersetzungen führen aber auch oft zu mühsamen Ratespielen. Wenn man an der Grenze gefragt wird, wo man schon überall hingereist ist, und kein chinesischer Beamter "Vietnam" versteht, weil es eben "Yuenan" heißt, dann kann das schon mal Wartezeit bedeuten. Auch in Büchern und der Politik ist nicht immer gleich klar, von wem die Rede sein soll - wer etwa ist Xilali Kelindun (Hillary Clinton)?
Andererseits sind aber auch Übersetzungen chinesischer Namen und Wörter in westliche Schriftsysteme eine Verstümmelung. Ohne die Schriftzeichen gehen die Bedeutungen verloren und man weiß oft nicht, ob es ein weiblicher oder männlicher Name ist. Außerdem gibt es viele Missverständnisse, denn auf Chinesisch können zig Personen Bai Zhihong heißen, aber durch unterschiedliche Schriftzeichen eindeutig zuordenbar sein. (An Yan, 15. März 2012, daStandard.at)
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Im Mutterland-Chinesischen gibt es, je nach Zaehlweise, 420 bis 480 Silben in 4 oder 5 Tonlagen, also im Schnitt 2.000 unterschiedliche Silben. Richtig ist, im Chinesischen dekliniert oder konjugiert man nicht, dass verleitet leicht zum Glauben, es gaebe keine Grammatik. Aber das Gegenteil ist wahr : Es gibt stattdessen ein haarestraeubend kompliziertes Regelwerk bestehend aus Attributen, Reihenfolgen und sonstigen Merkwuerdigkeiten, mit denen alles Moegliche gesagt oder geschrieben werden kann. Trotzdem macht es riesig Spass, richtig Chinesisch zu lernen.
wird Austria oft mit Australia verwechselt. Ich habe schon bei Konferenzen erlebt, daß selbst Australier Austria in Europa nicht einmal ignoriert haben. Oft wird Salzburg als Hauptstadt von Austria vermutet und nach Stanton gesucht und St. Anton gemeint. Und das nicht in China.
Ich habe hier in China, englisch sprechend, schon Deutsche kennen gelernt, die nach der Frage woher ich käme "Australia" anstatt "Austria" verstanden hatten. Die waren dann immer ganz verwundert als ich deutsch sprach, nachdem sie sagten sie kämen aus "Germany".
Was für Vorwürfe will man da einem Chinesen machen, wenn er "Aodalia" und "Aodili" verwechselt ;-)
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