"Krankheit ist ihr Schutz"

Interview | Jasmin Al-Kattib, 4. Mai 2012, 09:00
  • Harte "Gastarbeit" hat Spuren hinterlassen: "Viele von ihnen sind seit 20 oder 30 Jahren hier in Österreich, haben irgendwo als Hausbesorgerinnen gearbeitet, haben kaputte Wirbelsäulen und psychische Probleme", erzählt eine FEM-Beraterin über ihre Klientinnen.
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    Harte "Gastarbeit" hat Spuren hinterlassen: "Viele von ihnen sind seit 20 oder 30 Jahren hier in Österreich, haben irgendwo als Hausbesorgerinnen gearbeitet, haben kaputte Wirbelsäulen und psychische Probleme", erzählt eine FEM-Beraterin über ihre Klientinnen.

  • Im Jahr 2011 gab es Frauen aus 61 Herkunftsländern, die die Gesundheitsberatungen im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Anspruch nahmen.
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    Im Jahr 2011 gab es Frauen aus 61 Herkunftsländern, die die Gesundheitsberatungen im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Anspruch nahmen.

  • Kathleen Löschke-Yaldiz (dritte Reihe, ganz links), Umyma El-Jelede (zweite Reihe, ganz links), Slavica Blagojević (erste Reihe, 2. von links) sowie das übrige Team von FEM Süd beraten ihre Klientinnen in allen Fragen zur Frauengesundheit.
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    Kathleen Löschke-Yaldiz (dritte Reihe, ganz links), Umyma El-Jelede (zweite Reihe, ganz links), Slavica Blagojević (erste Reihe, 2. von links) sowie das übrige Team von FEM Süd beraten ihre Klientinnen in allen Fragen zur Frauengesundheit.

  • FEM Süd ist Beratungszentrum, bietet Kurse mit Entspannungs- und Bewegungsangeboten sowie zu den Themen Ernährung und Gesundheitsförderung und leistet Projektarbeit im Bereich der Frauengesundheit.
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    FEM Süd ist Beratungszentrum, bietet Kurse mit Entspannungs- und Bewegungsangeboten sowie zu den Themen Ernährung und Gesundheitsförderung und leistet Projektarbeit im Bereich der Frauengesundheit.

Harte "Gastarbeit" hat Spuren hinterlassen. Im Frauengesundheitszentrum FEM gibt es Hilfe bei gesundheitlichen und psychosozialen Problemen

Seit 13 Jahren können sich Frauen, Eltern und Mädchen im Frauengesundheitszentrum FEM Süd im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital zu vielfältigen Gesundheitsfragen beraten lassen - und zwar auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (B/K/S) und Französisch. Für viele weitere Sprachen, etwa Somali und Amhari, werden Übersetzerinnen organisiert. Mit welchen Problemen sich die Frauen in ihren jeweiligen Muttersprachen an FEM Süd wenden und inwiefern das Thema Selbstbestimmung in den Beratungen Platz findet, darüber sprach daStandard.at mit Kathleen Löschke-Yaldiz, Gesundheitspsychologin und stellvertretende Leiterin des Zentrums, und den Beraterinnen Umyma El-Jelede und Slavica Blagojević.

daStandard.at: Im letzten Jahr kamen Frauen aus mehr als 60 Herkunftsländern zur Gesundheitsberatung zu Ihnen. Wie erfahren Ihre Klientinnen von der Möglichkeit, bei FEM Süd eine Beratung in Anspruch zu nehmen?

Löschke-Yaldiz: Unser Angebot hat sich sehr herumgesprochen. Wir sind aber auch viel draußen, und zwar dort, wo wir unser Publikum erreichen und auch aktiv ansprechen können, also in Parks, auf Spielplätzen, in Kirchen, Moscheen, Vereinen und so weiter.

El-Jelede: Bei den afrikanischen und arabischen Frauen, die ich berate, funktioniert viel über Mundpropaganda. Auch wenn ich privat unterwegs bin, spreche ich oft arabische oder afrikanische Frauen an. Viele dieser Frauen haben nämlich keine Ahnung davon, dass es auch für sie muttersprachliche Beratungsstellen gibt.

Blagojević: Ganz am Anfang, vor elf Jahren, war es ganz schwierig, die bosnischen, serbischen und kroatischen Frauen zu erreichen, aber durch die Mundpropaganda brauche ich jetzt gar keine Werbung mehr zu machen. In der Beratung auf B/K/S sind wir wirklich voll.

daStandard.at: Mit welchen Anliegen und Problemen kommen die Frauen zu Ihnen?

Blagojević: Die meisten Frauen, die zu mir in Beratung kommen, stehen vor der Pension, sind schwer belastet und haben Schmerzen. Viele von ihnen sind seit 20 oder 30 Jahren hier in Österreich, haben irgendwo als Hausbesorgerinnen gearbeitet, haben kaputte Wirbelsäulen und psychische Probleme. Jüngere Frauen kommen mit Ehe- oder Gewaltproblemen oder auch Schwierigkeiten in der Kindererziehung.

El-Jelede: Afrikanische Frauen werden oft von Spitälern oder Ordinationen zu uns geschickt, sie kommen häufig mit psychologischen Problemen oder einer Komplikation, die mit dem Thema Beschneidung in Zusammenhang steht.

Löschke-Yaldiz: Viele Frauen kommen über Ärzte zu uns. Ihr ganzer Körper tut weh, aber der Arzt sagt, dass sie nichts haben. Also werden sie zu uns "überwiesen". Dann müssen wir vorsichtig versuchen zu erklären, dass wir keine Spritze geben können und dann alles gut wird, sondern dass wir vieles aufarbeiten müssen. Wir müssen also schauen, dass sie sozial und finanziell wieder abgesichert werden, dass sie vielleicht eine Umschulung oder Berufsausbildung machen, dass wir sie einfach wieder fit machen für ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben.

daStandard.at: Frau El-Jelede, gerade Beschneidung ist ein sehr sensibles Thema für die Frauen selbst. Wie gehen Sie in der Beratung damit um?

El-Jelede: Beschneidung ist noch immer ein Tabuthema. Die Frauen kommen meistens mit anderen Gesundheitsproblemen zu mir, sie wissen oft nicht, dass ihre Probleme eigentlich von der Beschneidung, also FGM (Female Genital Mutilation, Genitalverstümmelung, Anm.) kommen. Mein Schwerpunkt ist es, die Frauen an dieses sensible Thema heranzuführen, ihnen die Verbindung aufzuzeigen, die zwischen ihren Beschwerden und FGM besteht. Wirklich selbstbestimmt können Frauen erst dann sein, wenn für sie alles transparent und klar ist. Darum ist die Aufklärung und Informationen in ihrer Muttersprache so wichtig.

daStandard.at: Wie ist das bei Frauen, die aus sehr patriarchalisch organisierten Gesellschaften kommen? Nehmen sie ihren Mann häufig zur Beratung mit?

El-Jelede: Es muss immer sehr klar sein, dass wir ein Frauengesundheitszentrum sind, das heißt, Männer haben hier eigentlich keinen Platz. Bei meinen Klientinnen ist es zum Glück nicht so schwer, dass eine Frau alleine herkommt, weil sie ihrem Mann sagen kann, dass sie zum Frauengesundheitszentrum geht, wo es eine sudanesische Ärztin gibt, die ihre Muttersprache spricht und dieselbe Religion hat. Das weckt Vertrauen und nimmt den Druck.

Löschke-Yaldiz: Türkische Frauen werden schon manchmal von ihren Männern begleitet. Aber wenn diese dann sehen, dass wir hier ein reines Frauenteam in einem Spital sind, dann sind sie beruhigt.

Blagojević: Wenn es notwendig ist, zu zweit zur Beratung zu kommen, dann gehen die Männer leider oft nicht mit. Obwohl es gerade bei Ehe- oder Familienberatung so wichtig wäre.

El-Jelede: Wenn ein Mann bei meiner Beratung dabei ist, versuche ich ihm zu vermitteln, dass auch er etwas davon hat, wenn er seiner Frau mehr Freiraum lässt. Zum Beispiel wenn es darum geht, dass die Frau gerne Deutsch lernen möchte, ihr Mann sie aber nicht lässt. Dann sage ich zum Beispiel: "Sie arbeiten und haben wenig Zeit für die Kinder. Lassen Sie Ihre Frau doch in den Deutschkurs gehen, dann kann sie die Kinder bei den Schulaufgaben besser beobachten, und so kann sie Ihnen auch helfen." Ich mache ihm klar, dass auch er davon profitiert.

daStandard.at: Gesundheit spielt sich ja nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf psychischer und sozialer Ebene ab. Auch selbstbestimmtes Handeln gehört zum Wohlbefinden dazu, und die scheinbare Ohnmacht, nichts in seinem Leben tun zu können, kann einen noch kränker machen.

Löschke-Yaldiz: Ja, das ist unser Hauptfokus. Wir erklären unseren Klientinnen, dass sie sich selbst um ihren Körper kümmern müssen, weil es ihr Köper ist. Niemand anderer wird darauf schauen, dass es ihnen gut geht, wenn nicht sie selbst. Das muss man aber sehr sensibel und Schritt für Schritt vermitteln.

daStandard.at: Frau Blagojević, viele Ihrer Klientinnen stehen kurz vor der Pension und fühlen sich krank. Wie steht es um das Selbstbewusstsein dieser Frauen, ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen zu können?

Blagojević: Die meisten meiner Klientinnen haben ein verlorenes Selbstwertgefühl. Sie sind als junge Frauen mit 20 Jahren nach Österreich gekommen, da war es sehr wichtig, eine Existenz zu schaffen, also Arbeit zu finden, sich um die Familie zu kümmern oder ein Haus zu bauen. Gesundheit war für sie nie ein Thema. Für uns geht es jetzt darum, ihnen zu vermitteln, dass es auch andere Werte gibt, als ein schönes Haus zu haben oder sich um das Essen für die Familie zu sorgen. Zum Beispiel, sich Zeit für die Familie und sich selbst zu nehmen. Das ist ein schwieriger Prozess. Diese Frauen sind nach Österreich gekommen, um sich eine Existenz zu schaffen, und jetzt sind sie plötzlich krank. Dabei ist das ganz normal, dass diese psychosomatischen Beschwerden kommen, wenn man sich selbst vernachlässigt.

daStandard.at: Wie wird in den Familien der Frauen mit ihren gesundheitlichen Problemen umgegangen?

Blagojević: Ich habe bemerkt, dass es in der Familie oft nicht anerkannt wird, wenn eine Frau Probleme hat, wenn sie keine Tabletten nimmt. Nur wenn sie Tabletten nimmt, wird ihr Mann glauben, dass sie krank ist. Deswegen werden häufig Antidepressiva und Psychopharmaka genommen, obwohl es bei vielen gar nicht notwendig wäre. Die Tabletten sind ihr Schutz vor dem Mann und der Familie, die Krankheit ist ihr Schutz.

Bei uns bekommen diese Frauen durch Gespräche die gesamte Spiegelung ihrer eigenen Geschichte, und nach und nach erkennen sie, dass es auch mit weniger oder sogar ohne Medikamente geht. Auf einmal kommen sie selbst auf die Lösung ihres Problems.

daStandard.at: Es geht also vor allem darum, eine Gesprächsbasis zu schaffen, auf der die Frauen die Möglichkeit und Zeit bekommen, ihre Gesundheit und ihr Leben zu reflektieren?

El-Jelede: Wir helfen, ihnen den Weg zu zeigen. Wenn ich eine Klientin, die aufgrund ihrer Beschneidung unter Schmerzen leidet, frage, wo ihre Ängste liegen, wenn sie sich für eine Operation entscheidet, dann höre ich oft: "Dann bleibe ich nicht Jungfrau und dann wird mich niemand heiraten wollen." Dann beginne ich behutsam zu erklären, dass die Dinge, die sie jahrelang geglaubt hat, einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Gerade über den Genitalbereich gibt es wirklich viele Fantasien, weil nie darüber gesprochen wird. Es ist wie eine geschlossene Tür, drinnen im dunklen Zimmer weiß man nicht, was es draußen zu sehen gibt. Es ist unsere Aufgabe, diese Türen zu öffnen. (Jasmin Al-Kattib, daStandard.at, 3.5.2012)

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Wichtig wäre es auch...

...dass die Beraterinnen vor Ort, gelegentlich auch anderen Helfersystemen wie Ärztinnen, Spitalsambulanzen, Behörden, anderen Einrichtungen etc. vermitteln (in Form von Seminaren, etc.) ob und wie die Wahrnehmung des -i.d. Fällen erkrankten oder leidenden- Körper/Seele Systems in den entsprechenden Kulturen funktioniert. Dies nämlich sicher manchmal erheblich anders als in westeurop. Kulturen. Wie ist zB. der kulturelle Umgang mit Schmerzen und mit derem Grad in westlichen oder östlichen Kulturen? Wo sind die Unterschiede- und Gemeinsamkeiten?

Nur deutsche Sprache- wie viele Poster hier als alleiniges Universalspezifikum verabreichen wollen, hilft hier sicher nicht weiter, sondern mehr das Einsichtnehmen in tiefere Zusammenhänge.

Danke, genau darum geht es ;).

Simpel und blöd gesagt, wenn man jemanden die selben moralischen und gesellschaftlichen Grundwerte vermitteln kann (bzw. diese hatt), ist die Sprache (im sinne von Wort und Schrift) komplett egal. Leider wird aufrgrund von Parteien wie den unseren (und da meine ich rot, schwarz, grün, blau, orange und die anderen dazwischen) nur darauf wert gelegt. Mein Einbürgerungstest wäre folgender: Lernen einer beliebigen primärsprache der EU: ) Deutsch, Englisch, Spanisch, Französich (und die ostblocker sollen sich auf 1-2 einigen): Und in dieser Sprache erklären was die EMRK ist und einen Eid sich an diese zu halten.

Eion pragmatischer Ansatz, den ich gut finde (und das obwohl ich sonst nicht dafür bin alles und jedes in jeder Sprache anzubieten, Ämter, Formulare etc.). Aber gerade bei diesem sinnvollen Bereich und für diese Zielgruppe sinnvoll!

Nur wenn ich so was lese: "Türkische Frauen werden schon manchmal von ihren Männern begleitet. Aber wenn diese dann sehen, dass wir hier ein reines Frauenteam in einem Spital sind, dann sind sie beruhigt" dann muss ich sagen:
MICH beruhigt DAS nicht...

Die Frau ist seit 20 Jahren in Österreich und kann kein Deutsch weil der Mann es nicht will? Na ich hoffe solche Leute sind nicht in Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft. Falls doch, wundert mich bald gar nichts mehr...

Na ich hoffe solche Leute sind nicht in Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft.

Meinen Sie, es bessert den Gesundheitszustand dieser Frauen oder deren Selbstbewusstsein, wenn sie die Ö. STB NICHT besitzen?
Wenn ja, wie belegen Sie diese Wechselwirkung zwischen dem Nichtbesitz der STB und dem Gesundheitszustand?
Wenn nein, worauf begründen Sie Ihre Hoffnungen im Zusammenhang mit dem vorliegenden Thread?

Ghadban (2004) über Parallelkulturen

Der Islamexperte Ralph Ghadban im Dezember 2004 im Gespräch mit Jan Feddersen von der taz.de:

taz:„Dient es der Integration, wenn viele Ämter ihre Dienste auch auf Türkisch anbieten?

Nein, das ist wirklich keine glückliche Entwicklung. Viele meiner Freunde und Bekannten haben sich beklagt, dass dort die Parallelkultur ihre Fortsetzung findet.“

http://www.taz.de/1/archiv/... 2/02/a0141

Sehr guter Artikel, danke!

Hier noch ein Ausschnitt:

-Woran ist damals bei den Migranten der Wunsch nach Integration zerschellt?-

An der Unwilligkeit der Politik, Deutschland als Einwanderungsland anzuerkennen. In diesen Jahren kamen die Islamisten auf den Plan. Die gab es ja längst. Sie lehnten diese demokratische Gesellschaft - dekadent, verdorben, unsittlich - ohnehin ab. Aber jetzt fanden sie mit ihren Reden Zulauf.

hier noch ein ausschnitt:

- Hat sich bei den Mehrheitsdeutschen denn inzwischen etwas getan?

Sehr viel, doch das Fatale ist, dass die deutsche Gesellschaft sich geöffnet hat, einige Segmente der ausländischen Gesellschaft haben hingegen geschlossen.

und:
... Zunächst in Bezug auf die Frauen. Plötzlich wurde großzügiger Recht gesprochen - man nahm es nicht mehr so genau mit den gleichen Rechten für die Frau. Das ist ihre Kultur, hieß es, wenn die Betroffene Muslimin war. Es zeigt sich immer an Frauen und Homosexuellen.

In Norwegen akzeptierten Behörden, dass die muslimische Community ihre Probleme selbst regelt. Plötzlich hatten die muslimische Frauen in Norwegen weniger Freiheiten als Frauen in Pakistan.

Ja es stimmt, d. man sich in Österreich nur mit umfassenden Deutschkenntnissen in allen Teilen d. Gesellschaft bewegen kann, d. ist aber auch kein Argument gegen d. Verwendung anderer Sprachen (abgesehen davon, d. ein Gesundheitszentrum ohnehin nicht der richtige Ort z. Vermittlung d. Deutschen =).
Und: D. Trennung zwischen "inländischer" u. "ausländischer" Gesellschaft bzw. die entsprechende Hierarchisierung erfolgt durch d. Mehrheitsgesellschaft. Die Betroffenen "Ausländer" nehmen diese Trennung z. T. auf u. verfestigen, instrumenalisieren etc. sie; nur: letztendlich bestimmt d. über d. Definitionsmacht verfügende Mehrheit wer dazugehören darf u. wer nicht, nur d. Mehrheit kann also d. letzten Schritt zur Integration tun - oder nicht tun

Im konkreten Fall hätte es keinen Sinn die Dienste auf Deutsch anzubieten - was ist die Alternative? Die Frauen in der Parallelgesellschaft alleine leiden zu lassen?

Die Paralell-Gesellschaft aufbrechen?

Oder gar nicht entstehen lassen? Schon mal 2 Möglichkeiten die ohne oder mit nur sehr wenig Türkisch auskommt.

Oder aber wir akzeptieren und schreiben archaische Strukturen fest, die wir glaubten schon überwunden zu haben. Das wäre Rückschritt. Etwas, das ich in Mitteleuropa einfach nicht möchte.

Persönlich habe ich die besten (Lern- oder Sport-)ergebnisse erzielt, wenn entsprechender Druck vorhanden war.

Wenn aber die eh selbstverständliche eCard und deren Leistungen noch mit einem Übersetzerdienst gepaart wird, dann: "Wo is mei Leistung?" oder
"Brauch ich überhaupt Deutsch lernen, wenn der Göttergatte das eh nicht will?" Eher nicht, oder?

Persönlich habe ich die besten (Lern- oder Sport-)ergebnisse erzielt, wenn entsprechender Druck vorhanden war.

Auch Sie trifft das Glück, da mich wieder die Muse geküsst hat!

Also lautet großer Stuß:
Daß der krank´Migrant teutsch lernen muß.
Nicht allein ein heißer Tee
Bringt die Leidenden in die Höh,
Nicht allein der Psychoquack
Bringt den Kranken flugs auf Zack;
Nicht allein in Gesundheitssachen
Soll sich der Fremdmann Mühe machen;
Sondern auch des Deutschkurs´ Lehren
Muß er mit Vergnügen hören.

Dass mit Ruck und Druck geschah,
War Lehrer Chinamann eiligst da.

Wenn Sie den Artikel gelesen haben: gerade das FEM bricht die Parallelgesellschaft auf und wendet sich gegen archaische Strukturen.

Glauben Sie wirklich, dass Ihr Leben mit dem einer türkischen Hausfrau vergleichbar ist?

@anders and

Wenn ich mein Leben mit dem Leben einer türkischen Hausfrau vergleichen würde (ich tue es nicht) dann habe ich
* eine gute Ausbildung
* gut bezahlten Job
* spreche mehrere Sprachen
(auch jene des Landes in dem ich zZt lebe)
* kann mich auch hier (in China) in ein Krankenhaus
begeben und zum Ausdruck bringen.
* Obendrein bin ich ein Mann
(von Beschneidungen nicht betroffen und
* obendrein kein Moslem. (somit auch keine
anderen auferlegtem Beschränkungen ausgesetzt)

Ja, wenn ich diesen Vergleich anstelle, geht es mir natürlich besser (aber das wussten Sie ja) daher versehe ich die Frage nicht.

Den Artikel habe ich natürlich gelesen und glaube auch verstanden zu haben.

Fazit: eine Org mit Kosten daher mit Fragezeichen

Sie schrieben:

"Persönlich habe ich die besten (Lern- oder Sport-)ergebnisse erzielt, wenn entsprechender Druck vorhanden war."

Der Satz hat nur einen Sinn, wenn Sie davon ausgehen, dass sich eine türkischen Hausfrau durch dieselben Faktoren motivieren lässt wie Sie.

Und genau das bezweifle ich.

Falsche Ideologie?

Probleme wegen Beschneidung;
Viele Kopftücher im Bild;
Nach 20, 30 Jahren in Österreich noch immer nicht ausreichend Deutsch um sich zu verständigen;
Mann will nicht, dass Frau Deutsch lernt;

Wird hier möglicherweise von der Mehrheit eine falsche Ideologie unterstützt? Eine, die vielleicht gar nicht gewünscht ist?

Ich frag´ mal so, weil alle die beschriebene Institution vorbehaltlos als gut und hilfreich bezeichnen.

Gäbe es die nicht, würden sich vielleicht doch einige der Patienten durchringen, alte Situationen früher als sonst in Frage zu stellen, oder?

Und Kosten, die überall im Gesundheitssystem eingespart werden müssen (müssen wir?) könnte man dann ja auch sparen, wenn es keine Übersetzungsdienste mehr bräuchte.

Gäbe es die nicht, würden sich vielleicht doch einige der Patienten durchringen, alte Situationen früher als sonst in Frage zu stellen, oder?

Eine alte chinesische Weisheit jedwedes Helfersystems lautet:

"Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern."

Sie scheinen den Hungernden aber auch nicht Fischen lehren zu wollen. Sie scheinen ihn am liebsten in der Wüste zu wissen, wo es weit und breit kein Wasser und daher auch keine Fische gibt.

ich finde wirklich sehr gut, dass man mit jenen leuten redet, die mit der hiesigen "kultur" nicht viel anfangen können, weil sie kaum zugang finden. und das, obwohl sie schon lange da sind.

ich glaube, nur so kann man zumindest etwas für nachkommende generationen tun.

was für eine wunderbare, wichtige arbeit.

Muttersprache ist okay..

aber wenn der Herr will das seine Frau nur von Frauen behandelt wird, soll er das selber zahlen und in ein Privatspitla gehen

dann werden frauen einfach garnicht behandelt.

sicher wirds ihnen dann viel besser gehn.

Dann müssen die Männer eben dazu gezwungen werden

ich seh nicht ein warum die Machos da unterstüzt werden und die normalen Männer und Frauen wieder die Blöden sind.

Sollen sie sich halt von dem Mann scheiden lassen.

wieder die Blöden sind.

... Blöddmann!!!

ein rotstrich kam irrtüml. von mir.

"...zu vielfältigen Gesundheitsfragen beraten lassen - und zwar auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (B/K/S) und Französisch. Für viele weitere Sprachen, etwa Somali und Amhari, werden Übersetzerinnen organisiert."

meiner Ansicht nach der falsche Weg, so versuchen Migranten dann nie gutes Deutsch zu lernen, das Ergebnis hört man in Wien täglich (mit wenigen Ausnahmen).

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