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Künftig soll beim Einbürgerungstest nicht mehr unnötiges, mit falschen Daten und Wikipedia-Plagiaten gespicktes Faktenwissen abgefragt werden, sondern "österreichische, humanistische Werte und kulturelle Grundsätze".
Wie Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz in einem Interview mit dem Gratisblatt "Heute" erklärt hat, soll künftig beim Einbürgerungstest nicht mehr unnötiges, mit falschen Daten und Wikipedia-Plagiaten gespicktes Faktenwissen, sondern österreichische, humanistische Werte und kulturelle Grundsätze abgefragt werden.
Ich war noch nicht volljährig, als meiner Familie die österreichische Staatsbürgerschaft zuerkannt wurde, und so habe ich meine migrantische Leistungsbereitschaft nicht hundertprozentig zeigen können. Noch dazu gab es zu dieser Zeit keinen schriftlichen Einbürgerungs- oder Sprachtest. Die Voraussetzungen wurden lediglich nachlässig vom zuständigen Beamten bei Erteilen der Urkunde festgestellt. Ein geschenkter Einser, wie man im österreichischen Bildungssystem sagen würde. Doch ganz so war es nicht: Der gesamte Prozess, der Papierkrieg und der Bewilligungsmarsch erforderten Ausgaben von einigen tausend Schilling. Doch was nichts kostet, ist nichts wert, nicht wahr? Und um im Nachhinein zu beweisen, dass mir die österreichische Staatsbürgerschaft nicht umsonst verliehen wurde und ich heute ein wertvolles und wahrhaftiges Mitglied dieser Gesellschaft bin, werde ich nun meine bürgerliche Kompetenz an den neuen, vom Staatssekretariat und der ÖVP vorgeschlagenen Fragen demonstrieren.
Wie funktioniert die österreichische Demokratie?
Österreichische Demokratie ist es, wenn ein nicht direkt vom Volk in diese Position gewählter Dritter Nationalratspräsident trotz mehrfacher Entgleisungen nicht abgewählt werden kann. Demokratie ist es auch, wenn beispielsweise Landesrechnungshofs-Direktoren - wesentliche Kontrollorgane der Regierungen und Parteien - nicht nach einem fairen Bewerbungsverfahren ausgesucht werden, sondern zwischen den Parteien "ausgehandelt" werden. Diese Form der Postenbesetzung ist auch bei wichtigen Organisationen und Firmen ein grundlegendes Kennzeichen der österreichischen Gesellschaft.
Österreichische Demokratie ist es auch, wenn Nationalratsabgeordnete nicht, wie es ihre gesetzlich festgelegte Aufgabe wäre, nach eigenem, persönlichem Gutdünken entscheiden und abstimmen, sondern sich der Parteilinie in allen Fragen beugen müssen. Wer nicht buckelt, bekommt in der nächsten Amtsperiode eben kein Mandat. Auch dies ist ein profundes Merkmal der österreichischen Demokratie. Weiters ist die vorzügliche und für uns aus undemokratischen Verhältnissen kommende Migranten vorbildhafte österreichische Demokratie gekennzeichnet durch eine seit Jahrzehnten stetig abnehmende Wahlbeteiligung.
Was sind freie Wahlen?
In den südlichen Gefilden des Landes scheint es auch klassische Wahlmanipulation durch Stimmenfälschung zu geben (sogar sehr regelmäßig), doch dies ist wahrscheinlich alleiniges Resultat der negativen Beeinflussung durch geografische Nähe zu politisch fragwürdigeren Gebieten. Ansonsten bedeuten freie Wahlen in Österreich, dass man sich subtilerer Formen der Manipulation bedient. Es gibt ein großes, täglich erscheinendes Blatt namens "Kronen Zeitung", und gemessen an der Einwohnerzahl ist dieses Blatt eines der stärksten und erfolgreichsten der Welt. Bei der Verbreitung unter den Einwohnern wird es wohl nur von chinesischen Parteizeitungen übertroffen und ist so an Einfluss kaum zu übertreffen. Der Begriff "freie Wahlen" wird in Österreich daher als Synonym zum Wort "Mediendiktatur" verwendet. Politische Parteien, Funktionäre und Abgeordnete knien nieder vor der "Kronen Zeitung", um sich ihre in Form der tendenziösen "Berichterstattung" und niveaulosen Meinungsmache dargebrachte Unterstützung zu sichern.
Was bedeutet die Gleichstellung von Mann und Frau?
Die Gleichstellung von Mann und Frau ist in Österreich dadurch definiert, dass Frauen deutlich weniger verdienen als Männer. Weiters zeigt sich die beeindruckende Fortschrittlichkeit Österreichs bei der Gleichstellung von Männern und Frauen in internationalen Studien, in denen das Land in Fragen der Benachteiligung von Frauen konsequent auf den schlechtesten Plätzen landet. Klassisch "feminine" Berufe werden schlechter bezahlt als "männliche" Arbeiten, Frauen sind nicht nur seltener in Führungspositionen, sondern auch generell weniger häufig berufstätig als Männer und gehen öfter Teilzeitjobs nach, die zu einem niedrigeren Lebensstandard und niedrigen Pensionen führen. All dies versteht man im progressiven Österreich unter der Gleichstellung von Mann und Frau.
Was ist der Rechtsstaat?
Fangfrage. Man würde glauben, dass der Rechtsstaat etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat. Aber gar so einfach sind die Antworten auf den Einbürgerungstest nicht! Rechtsstaatlichkeit äußert sich in Österreich nämlich durch die Tatsache, dass man in (Schub- oder Untersuchungs-)Haft genommen werden kann allein deshalb, weil man ins Land eingereist ist. Als Ausgleich dazu kommen natürgemäß Menschen, die mutmaßlich Millionen oder Milliarden an Steuergeld veruntreut haben, nicht in Haft. Weiters ist der Rechtsstaat eine Institution, die ermöglicht, dass Menschen in Untersuchungs- oder Schubhaft misshandelt und gequält werden, sterben. Und dass die Verantwortlichen kaum Konsequenzen dafür tragen müssen. Das, liebe ÖVP, ist der österreichische Rechtsstaat. Ein Staat, dessen Bürger man nicht werden kann, wenn man eine angeborene oder durch Folter erlittene Behinderung hat. Dafür müssen bekannte Sportler, Sänger oder Schauspieler keine Voraussetzungen für die Staatsbürgerschaft erfüllen, nein, sie wird ihnen fast aufgezwungen, während "Drittstaatsangehörige" sogar schon außerhalb Österreichs mit "Lernmaterial" und Kursen schikaniert werden sollen.
Ergebnis
Ich hoffe, meine ausführlichen Antworten auf die Probe-Fragen zeigen, dass ich mich mit der österreichischen Kultur und den demokratischen Werten genügend auskenne und die Staatsbürgerschaft redlich verdient habe. Ich halte es für eine sinnvolle Idee, potenziellen Staatsbürgern diese Fragen zu stellen und sie so zur Reflexion und tiefgründigen Einsicht in österreichische Verhältnisse zu zwingen. Vielleicht wäre dies eine angemessene Lösung für das Problem, das Österreich mit Einwanderung hat, ganz ohne Diskriminierung, Restriktionen, Abschiebungen und Gewalt. Durch diesen Fragebogen könnten vielleicht einige von der Verleihung einer österreichischen Staatsbürgerschaft abgeschreckt werden. (Olja Alvir, daStandard.at, 8.6.2012)
Links
Staatsbürgerschaftstest: "Ideologisch sehr skurrile Angaben"
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Habe ihn mit Freude gelesen. Viel mehr Freude haben mir die "echten" Österreicher, die sich über den Artikel aufgeregt haben, gebracht. Scheint voll ins Schwarze getroffen zu haben ...
MfG, ein nicht in Österreicher geborener Österreicher, der sich gerne über den österreichischen Staat und vor allem die österreichische Politik aufregt/kritisiert/raunzt/schlecht macht ...
falls sie die posts auch inhaltlich verfolgt haben, sähen sie, dass kein einziger anwurf bestritten wird
lediglich der bashende gestus, die einseitige schwarzmalerei, die unlogischen schlüsse und das wildwütige beißen der fütternden hand wird zurecht zurückgewiesen
es ist ein politisches statement "grenzen auf ohne bedingungen" und keine interne kritik, das ist nur ein anschein, auf den fans wie sie aufspringen sollen
zum raunzen: es gibt immer den ort und die zeit allgemein zu raunzen und dann wieder themen, die eine differenzierte sich bedingen
ein spezielles thema allgemein wegzuraunzen zu versuchen, das hat uns die autorin vorgeführt und ist - gescheitert
gretchenfrage: sind sie für bedingungslose zuwanderung und einbürgerung?
Nehmen wir alleine "die fütternde Hand": Wird Frau Alvir etwa vom ehrenwerten Dr. Graf gefüttert? Das ist einfach nur lächerlich. Frau Alvir hat Missstände aufgezeigt, sie hat einige Personen und Prozesse berechtigterweise kritisiert. Damit hat sie nicht das Land Österreich angegriffen. Sie wiederum muss sich angreifen lassen und sich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung absprechen lassen, weil sie keine "echte" Österreicherin ist.
Auch wir "Neo-Österreicher" haben jedes Recht, unsere Meinung über UNSER Land kundzutun, ohne uns von Kleingeistern mit Sprüchen wie "Wie schaut's denn in deinem Land aus?" angegriffen zu werden. Das ist nämlich unser Land. Langsam sollte das auch in den letzten Winkel durchgerungen sein.
bei der fuetternden hand war mir auch klar, wie der poster die welt sieht:
migranten kommen und lassen sich fuettern.
dem poster duerfte noch nicht aufgefallen sein, dass die migrantInnen die wirtschaft ankurbeln mit ihrer arbeitskraft und ihrem unternehmergeist. das ist kein gutmenschenklischee sondern eine tatsache.
je laenger ich weg bin aus oesterreich, desto uebler wird mir, wenn ich die standardkommentare lese.
oesterreich ohne einwanderung waere tot, wien ein noch graueres, dreckigeres kaff voll raunzender pensionaere.
ich moechte ja den pulsschlag mancher poster nicht auf die spitze treiben, aber ich wuerde es eher umgekehrt formulieren: die immigranten fuettern uns! die oest. staatsbuergerschaft allein ist nicht essbar.
Kritik am Staat Österreich und an österreichischen Behörden ist strengstens untersagt! Sonst könnten nämlich Missstände aufgedeckt und vielleicht sogar behoben werden und das ist nicht im Sinne des kleinen "mia san mia"-Mannes!
Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie selbigen Text auch als "Wutbürgerin" verfassen können (bitte entsprechend deklarieren), weil Wutbürger dürfen alles machen und immer und sowieso.
Da für Österreich-Bashing eine Strafe von 20 Tetschn vorgesehen ist, melden Sie sich bitte bei Obertetschnmeister Uwe Scheuch. Er delegiert diese Armhandlung an seine Lakai-...ein unparteiisches Gremium, bestehend aus "Gabzilla", "palmström" und "mans zelmerlöw".
Mfg und auf baldigen Handschlag,
Ihre Tetschnkommission.
ist eine "Argumentationslinie" (ich wette, Sie betrachten Ihre Entäußerungen als solche), die sich komplett selbst ad absurdum führt. Ich darf Ihnen versichern, dass Uwe Scheuch und alles, wofür er steht, bei mir heftigen Brechreiz auslöst. Und Fräulein Alvir ist ganz bestimmt eine Migrantin von der Sorte, wie wir sie hierhaben wollen. Trotzdem darf ich ihre unreflektierte, wenn auch schön formulierte Polamik zurückweisen. Hätte ich mehr Zeichen zur Verfügung, würde ich ihr auch ganz lieb und ausführlich erklären, dass ein Staat ein Gefüge von Rahmenbedingungen für Rechtschaffene und Halunken gleichermaßen ist und für niemanden individuelle Zufriedenheit, aber mehr oder weniger Chancen dafür bieten kann. Und bei uns sind die recht gut!
Seltsam, denn Ihre bisherigen Zeichen haben Sie dafür ver(sch)wendet Frau Alvir milde zu raten in ein anderes Land zu ziehen:
"Aber als österreichische Staatsbürgerin haben Sie ja in der ganzen EU Niederlassungsrecht, sicherlich finden Sie sofort ein Land, wo es alle diese Missstände überhaupt nicht gibt und mischen die dort mit Ihrer Eloquenz kräftig auf."
Außerdem unterstellen Sie der Autorin "Scheiß-Land" geschrieben zu haben und behaupten, die Autorin sei nicht "erwachsen". Das ist nun mal das Niveau eines Uwe Scheuch. Stehen Sie doch einfach zu dem was Sie geschrieben haben und winden Sie sich nicht wie ein Politiker!
Und haben es nötig, Geschriebenes in die Ihnen genehme Richtung zu verdrehen. DAS ist Uwe Scheuch-Niveau, wenn Sie den schon an den Haaren herbeiziehen müssen. Aber Sie können gerne weiter krakeelen, ich setze die Diskussion mit Ihnen sicher nicht fort.
denn das ist die grundvoraussetzung jeder diskussion, der gemeinsame boden
es ist genau das negieren eines solchen bodens, was die politisch extremen äußerungen an den politischen rändern ausmacht
und frau alvir stellt sich an so einen rand wenn sie schwarzweißmalend ö basht
fakt.
noch dazu mit der insinuation, dass einbürgerungstests obsolet sind, solange ö kein perfekter staat ist
genauso sinnvoll, wie "solange nicht alle wiener hochdeutsch reden, braucht niemand, der zuwandert, deutsch können, lernen oder verstehen"
Wenn sie bei mir in der B1-Staatsbuergerschaftsdeutschpruefung sitzen wuerden, haette ich Sie jetzt wegen Themenverfehlung durchrasseln lassen.
Welche Pech, dass manche schon als OesterreicherInnen geboren werden. Man koennte mittels Tests das Land endlich in eine intelligentes umvolken...
(Achtung Ironie!)
zumindest nicht im fach deutsch bzw. rechtschreibung :)
zumindest einer ihrer beiden fehler ist ein grammatikfehler, wissen sie welcher? (der zweite könnte ein tippfehler sein, sonst ebenfalls grammatik)
;)
Verehrter Palmstroem,
diese Erleichterung kann ich Ihnen leider nicht verschaffen, ich habe bereits hunderte KandidatInnen in B1 Deutsch geprueft.
Ist zwar voellig jenseitig darueber zu diskutieren, aber dennoch tun wir Ihnen den Gefallen: beide Fehler sind Tippfehler. Ich finde es allerdings immer wieder lustig, wie offenbar beim Ausgehen von Argumenten ueber Schreibfehler hergezogen wird ;-)
Ich habe hier noch selten ein Posting gesehen, das fehlerfrei bez. Rechtschreibung oder Grammatik war. Ihr Posting wuerde vielleicht bei mir als B1 noch durchgehen, bei einer Deutschschularbeit wuerde es da schon anders aussehen. Nur soviel zum Steinwerfen im Glashaus. Oder wurden u.a. die Grossschreibung und die Interpunktion geaendert? ;-)
ich lasse mich über rechtschreibfehler lediglich dann aus, wenn mir die vorposterin ihrerseits mit deutsch als "argument" kommt
kann mir kaum vorstellen, dass es bei b1 wie bei schularbeiten eine "themenverfehlung" gibt
whatsoever, das e ist übrigens ziemlich weit weg vom n, denke nicht, dass das ein tippfehler war
wenn sie auf meiner fehlenden interpunktion herumreiten: seit wann hat man im deutschen die umlaute abgeschafft? und groß schreibt man mit scharfem s und nein, das ist nicht equivalent mit ss
wenn sie wirklich jemanden prüfen dürfen, führen wohl blinde blinde, traurig für ö
und ja, hihi, ad "ausgehen der argumente": das haben ja sie erfunden! :))
und würdelose Wenn-Sätze eh noch nicht dran?
Weil sonst müsste man Sie dafür belangen, dass Sie Ihren Schützlingen Grundlegendes falsch beibringen!
- Habe übrigens schon öfters erlebt, dass gerade Lehrpersonen, die selbst alles andere als firm waren, umso vehementer auf ihrer Prüfungskompetenz beharrt haben - mit den typischen Worten "Also bei mir ....". Zum Glück kann ich das bei meinen Kindern richtigstellen und ihnen auch beibringen, dass man Lehrern nur ja nicht widersprechen darf, auch wenn man's besser weiß. Aber so frisch Zugewanderte? Die müssen sich auf Sie verlassen. Die Ärmsten....
eine serie von eigentoren, meine liebe
auch "aus foren wie diesen" ist nicht einwandfrei, da wir hier ja in einem posten und nicht in mehreren, aber ihre schüler werdens ihnen schon erklären :)
wenn sich strache und konsorten über proporz bei schwarz und rot aufregen (wobei sie die eigenen postenschacher während der "ära" schüssel natürlich immer ausblenden), dann würden manche poster voller verzückung zustimmen. macht das aber jemand, der einen nicht-österreichischen namen trägt, dann wird die person tollwutartig angegriffen und ihre ganze familie in den dreck gezogen.
was für eine erbärmliche show, die ihr da abzieht. habt's ihr keine freizeit, dass ihr permanent alle dastandard-redakteurInnen immer mit eurer abneigung und eurem kleingeist zuposten müsst oder kriegt ihr gar was bezahlt dafür?
Ich find die Glosse ganz lustig, nur beim Thema Gleichberechtigung haben Sie, Fr. Alvir, komplett danebengegriffen.
Die Gleich*berechtigung* von Mann und Frau wird in Österreich nur mehr bei folgenden zwei Punkten mißachtet:
* Wehrpflicht
* Pensionsberechtigung
Und zur vielbejammerten fehlenden Gleich*stellung* darf ich nachreichen:
* Selbstmordrate
* Lebenserwartung
* Obsorgeberechtigung
etc. etc.
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