Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 500x276Statt Ted und Co. sind es Dmitri, Pawel, Lucy, Katja und Jura. Sie leben in Moskau und verbringen ihre Zeit in einer dem New Yorker McLaren's nachempfundenen Bar und einer dem Original sehr ähnlichen Wohnung darüber.
Fünf Freunde und ihre Abenteuer in der großen Stadt, dargebracht aus der Perspektive eines manchmal vergesslichen, manchmal schusseligen, aber größtenteils humorvollen älteren Herrn, der seinen zwei Kindern erzählt, wie er deren Mutter kennengelernt hat - das ist "How I Met Your Mother". Nur sind es diesmal nicht Ted und Co., sondern Dmitri, Pawel, Lucy, Katja und Jura. Sie leben in Moskau und verbringen ihre Zeit in einer dem New Yorker McLaren's nachempfundenen Bar und einer dem Original sehr ähnlichen Wohnung darüber. Nur mit billiger Beleuchtung eben.
"How I Met Your Mother" - die russische Version.
In der russischen Version der "neuen Friends" sitzen "Barneys" Anzüge schlechter, aber die Physis des Schauspielers entspricht eher der Vorstellung, die die ursprünglichen Produzenten von dieser Figur hatten - einem weitaus älteren, kantigen, dunkelhaarigen und etwas schleimigeren Typen. Die restlichen Charaktere und auch deren Kleidung, Accessoires und Möbel wurden detailgetreu nachgestellt - kein Wunder, wurde doch das lizenzierte Remake mit Wohlwollen und Zusammenarbeit seitens 20th Century Fox erstellt.
Das Skript folgt einer genauen Übersetzung des Originals, auch Kameraeinstellungen und -fahrten wurden eins zu eins übernommen. Einzig manche Witze mussten kulturell transportiert und daher verändert werden, teurere Einstellungen und Szenen wurden dramaturgisch clever gelöst. Während wir Ted, Marshall und Lily durch Rückblenden oft in ihrer vernebelten und geschmacksverwirrten College-Zeit erleben, verzichtet die russische Version auf diese Perspektive und spart auch die Marihuana-Abenteuer der Helden aus. Man erfährt außerdem, woher die plötzlich aus dem Nichts aufgetauchte Ananas aus der ersten Staffel kommt - keine Toleranz für ungeklärte Fälle?
Modern Family?
In "How I Met Your Mother" sind, wie man im Englischen sagen würde, "people of color" nur klischeehaft und mit rassistischen Stereotypen eingebunden - man denke etwa an Ranjit, den Taxifahrer, oder Barneys schwulen schwarzen Bruder James. In "Kak ja wstretil waschu mamu" gibt es überhaupt keine Diversität im Cast, der Taxifahrer ist ein "Weißer", der Bruder hat eine attraktive Freundin namens Olja.
Ähnlich ist es bei der weißrussischen Version von "The Big Bang Theory" namens "Teoretiki" (Die Theoretiker). Zwar wurden fast alle Originalnamen der Hauptdarsteller beibehalten - nur die weißrussische "Schlumpfine" Penny heißt hier Natascha -, doch der im Original scheue Astrophysiker Raj aus Indien ist hier ein kleiner, dünner blonder Mann.
Die weißrussische Version von "The Big Bang Theory".
Criminal Minds
Laut einem Statement Chuck Lorres, des Produzenten von "The Big Bang Theory" (und beispielsweise auch "Two and a Half Men"), sind die "Theoretiker" nicht in Absprache mit ihm, CBS oder Warner Brothers entstanden. Lorre erklärt das in einem Statement und hebt hervor, dass es sinnlos wäre, den weißrussischen Sender CTV oder die Produzenten wegen Urheberrechtsverletzungen zu belangen, da diese eng mit der Regierung in Verbindung stünden. Die weißrussischen "Theoretiker" genießen also Narrenfreiheit und gesellen sich zu den unlizenzierten Rip-offs von "Prison Break" (China) und "24" (Indien).
Different Strokes
Für amerikanische Sender und Film- und Fernsehunternehmen sind neue, lokale Produktionen ihrer Formate eine willkommene Form der Umsatzsteigerung. Sie können dazu beitragen, eine Serie international als Marke zu etablieren, bereits eingestellte Produktionen wiederzubeleben oder gar im Ursprungsland unveröffentlichte Konzepte überhaupt erst zu etablieren. Diese Remakes können dann - wie eben das russische "How I Met Your Mother" - manchmal sehr originalgetreu sein. Andere verlieren im Prozess der kulturellen Übersetzung so viele ihrer ursprünglichen Qualitäten, dass man schon darüber streiten kann, ob es noch dieselbe Serie ist.
Ein ungewöhnliches Beispiel hierfür sind die arabischen "Simpsons" - die Al-Shamshoon-Familie mit Omar, Mona und Badr -, ausgestrahlt vom Sender MBC in Dubai. Sie waren der Versuch, ein jüngeres Publikum zu gewinnen, und bestanden aus echtem "Simpsons"-Bildmaterial, arabischer Synchronisation und Zensur. Aber auch die "Nanny" und "Everybody Loves Raymond" mussten einige Veränderungen beim Umzug nach Russland durchleben, erstere Serie verlor gar die Hauptfigur, die zweite wurde mit einer deftigen Portion Slapstick ausgestattet.
Arabische "Simpsons".
The Office
Zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich gibt es wohl die ausführlichste Geschichte von Serien-Remakes. Eines der bekanntesten Beispiele ist "The Office", ein Konzept Ricky Gervais', das in den USA Steve Carrell zu großer Beliebtheit verholfen hat und immer wieder für humorvoll inszenierte Neid-Angriffe zwischen den Schauspielern sorgt. In Deutschland heißt die Serie "Stromberg" und war zunächst keine lizenzierte Version, wurde aber später mit dem Nachsatz "inspiriert von der BBC-Show The Office" betitelt.
Ricky Gervais meint zur "Eroberung" auf seiner Website: "I must say I was very surprised when I saw the new unauthorised version. It's not like the Germans just march in and take something that isn't theirs." Wie hellsichtig diese Anspielung beim Betrachten der Switch-Reloaded-Verarsche der Serie wirkt - in "Obersalzberg" geht es schließlich um den Hitler-Bunker. Das Office-Konzept ist so beliebt, dass es in vielen Ländern wenig abweichende Versionen davon gibt, etwa in Frankreich, Chile und Israel. Andere weit verbreitete Konzepte sind "Law & Order" und "Married ... with Children" mit zahlreichen Remakes auf der ganzen Welt.
American Dad
Der kulturelle Transfer von Narrativen, Konzepten und ganzen Geschichten ist keine Erfindung der Serien- und TV-Welt. Es ist ein natürlicher, organischer Prozess, der vor einigen hundert Jahren noch Romane und Theaterstücke - insbesondere Komödien - betraf und sich heute eben auf die Fernsehwelt konzentriert. Er wirft aber auch einige Fragen auf: Was bedeuten die kleinen, feinen Änderungen der Geschichten - sind das die oft zitierten "kulturellen Unterschiede" zwischen den Ländern? Wäre es nicht ein größerer Gewinn, durch den Konsum der Originale (mit Originalton vielleicht) den eigenen Horizont zu erweitern? Warum scheinen die USA Vorreiter auf diesem Gebiet zu sein? Und sollten lokale oder nationale Fernsehsender und Produktionsfirmen nicht lieber neue Talente und eigene Konzepte ausfindig machen und fördern? (Olja Alvir, daStandard.at, 13.6.2012)
In der Schule werden wir Kumpel weil er sich über meine Schwester beschwert. Er sagt, sie sei ein unglaublicher Geizhals, der sich nicht einmal mit dem Hinweis auf die Solidarität unter uns Tschuschen anschnorren lässt. Oder anbaggern. Ich nicke stumm und biete ihm eine Zigarette an
Ein Verein mit Kontakten zur rechtsextremen Szene beteiligt sich am Kampf gegen die "Veranglisierung" der deutschen Sprache
Richard Schuberths Balkanburleske "Trommeln" rechnet mit der kulturellen und wirtschaftlichen Verwertung des wilden Südens ab
Wenn Ivana, Jelena und Bülent ernst genommen werden wollen, müssen sie mehr als Klischees und Selbstexotisierung liefern
Klischeehafte und abgegriffe Konflikte im "Problembezirk" Ottakring: Die neue ORF-Serie "CopStories" - ein klassischer Fall von gut gemeint
Drei Menschen, ein Sturm und eine Trauminsel: Am 21. März wird die neue Produktion des Theaterkollektivs Plaisiranstalt, uraufgeführt. Die Mitwirkenden erzählen, was am Theater für Zweijährige so besonders ist
An diesem Mittwoch feiern mehr als 300 Millionen Menschen weltweit das Neujahrs- und Frühlingsfest Norouz - In Österreich sind es vor allem Iraner, Kurden und Afghaner
Sichtbar- und anders machen - Nachdenken über die Präsentation von Migrationsbewegungen
Zorica Rakić schildert, wie sie Jugendlichen das Rappen beibringt, was das Wort "Bitch" für sie bedeutet und weshalb Gangsta-Rap so populär ist
Das M-Media-Team ist bereits auf der Suche nach neuem Kooperationspartner
Bei der Anime- und Manga-Convention "Japancity" versammelten sich Lolitas, Cosplay-Fans und andere phantasievoll verkleidete WienerInnen
Mindestanforderungen des journalistischen Anstands sollten erfüllt werden. Auch in einem Gratisblatt
Gespräch einer Tochter mit ihrem Vater vor dem gemeinsamen Migrationshintergrund - Ein Dramolett
Berlin-Neukölln ist zum Synonym für misslungene Integrationspolitik geworden – Heinz Buschkowsky, der Bürgermeister des Bezirks, hat ein Buch über die Schattenseiten seines Stadtteils geschrieben
Die verschiedenen Formen der Jugo-Nostalgie sind viel mehr als nur Sehnsucht nach der vergangenen Zeit - und haben deshalb immer noch ihre Legitimation
Unter den Jugendlichen der zweiten Generation verbreitet sich unbeobachtet faschistisches und rechtsextremes Gedankengut
Die elfjährige Zlata Filipović führte während des Bosnienkriegs ein Tagebuch und wurde weltberühmt
Das zweitgrößte Filmfestival Wiens "This Human World" rückt das Thema Menschenrechte ins Zentrum seiner Projektionen. Von 29. November bis 9. Dezember 2012
In der Performance "Made in Austria" erzählen Menschen, warum sie in Österreich ihre zweite Heimat gefunden haben
Jung, schwul, migrantisch/deutsch, verliebt in den Klavierlehrer. Der Schauspieler Sascha Kekez spielt einen jungen Mann, der zu sich selbst stehen will
Journalistenlegende Peter Scholl-Latour arbeitet seit über 60 Jahren für Zeitung, Hörfunk und Fernsehen. In letzter Zeit hält er auch Vorträge - nah am politischen rechten Rand
In Kärnten wird derzeit die Fortsetzung zur Orwell'schen Parabel "Farm der Tiere" gedreht. Der bereits veröffentliche Trailer wirft zahlreiche Fragen auf
Die erfolgreiche europäische Koproduktion "Neprijatelj" fragt nach dem Wesen des Bösen und der Entfremdung zwischen den Menschen
Sexismus, Stereotype, Schamlosigkeit - so lautet das Erfolgsmotto des ATV-Quotenhits "Das Geschäft mit der Liebe. Frauen aus dem Osten"
Im Wodka-Glas ist Leitungswasser und die Hochzeit ist auch ein Fake. Wie K. zum Opfer ihres eigenen Traums von Ruhm und Liebe wurde
Und Gute Zeiten Schlechte Zeiten ist ein deutsches Original oder wie? Geh bitte, ist doch alles irgendwo abgeschaut oder nachgemacht von diversen Sitcoms. Grad mal Mundl und Kaisermühlenblues ist denk ich einzigartig. Obs davon eine russische oder amerikanische Version gibt, wäre aber intressant^^
Kaisermühlenblues im Wohnwagenpark... ;)
Positiv herauszustreichen dass die Russen diesen "klischeebeladenen" Charakter an die anderen angepasst haben, mag zwar aus einer vernünftigen Einstellung heraus passiert sein, verkennt aber die wahre Situation. Den Russen gings ziemlich sicher nicht um Beseitigung von Stereotypen. Versuchen Sie mal in Russland schwarz, schwul oder gar beides zu sein, vielleicht dämmert es dann warum besagter Charakter in dieser Form beim Publikum keine Chance hätte.
Ich nehme mal stark an, meine "Erwachsenenbildungsmatura" wird vermutlich als "minderwertig" angesehen, aber mal ehrlich: in meinem Kurs waren Leute, die konnten nicht einen Satz auf Englisch bilden bei dem die Zeit zur Gänze richtig war. Trotzdem haben viele bestanden.
Sofern man sich für Englisch interessiert und damit beschäftigt hat man kein Problem damit, Originalserien anzusehen. :') (Außer, wenn die Schauspieler herumnuscheln, dann wirds etwas schwieriger...)
Nur weil jemand Matura hat, heißt das nicht, dass die Englischkenntnisse entsprechend gut sind. Ich hatte eine Mitschülerin, die in Englisch grottenschlecht war, beim ersten Versuch auch prompt durchgeflogen ist und die Englisch-Matura beim zweiten Mal auch nur mit Ach und Krach geschafft hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich irgendeine Serie oder einen Film auf Englisch antut.
Wo kann ich mir denn legal im Fernsehen bei uns die Originale ansehen?
Manche Serien (wie Grey's Anatomy oder Desperate Housewives) gibt's beim ORF im Zweikanalton...aber das war's dann auch schon...würden's das auch bei den Simpsons, HIMYM oder Big Bang Theory anbieten, würd ich mir's auch lieber im O-Ton ansehen...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.