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vergrößern 500x411das Gründer-Team: Sammy Zayed (Mode-Multitalent), Barbara Millonig (Berufscoach), Geronimo-Noah Hirschal (Werbe- und Medientausendsassa) und Hennes Weiß (Pratersauna.
Musik, Literatur, Kunst, Film, Design - das sind nur einige der Branchen, in denen das Austrian Talent Network Vielfalt fördern will. "Das Projekt entstand aus einem Bedürfnis heraus, etwas gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit zu tun", meint einer der Initiatoren, Geronimo-Noah Hirschal. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sammy Zayed hatte Hirschal die Idee zur Netzwerkgründung bei einer gemeinsamen Produktion. Das Austrian Talent Network wird nun mit finanzieller Unterstützung vom Staatssekretariat für Integration aufgebaut.
"In unserer Bobo-Ray-Ban-Welt gibt es manchmal kein großes Bewusstsein für diese Umstände," sagt Hirschal. Die Kreativbranche habe zeitweise das Gefühl, etwas über gesellschaftlichen Problemen und sozialen Missständen zu stehen. Das liege laut Hirschal daran, dass Diskriminierung in der Lebensrealität vieler in einer Blase lebender ´"Asti-Schlürfer" kein großes Problem sei. "Aber Diversity ist immer sinnvoll und inspirierend, bringt neue Impulse."
Jobbörse als Netzwerk-Ersatz
Ein großer Schwerpunkt liegt auf der Jobbörse, die auf der Website der Austrian Talents abrufbar ist. „In Kreativberufen ist die Arbeitssuche allgemein ungewöhnlich." Man stolpere eher über Anzeigen und Annoncen, anstatt gezielt suchen zu können. Hirschal erklärt, dass einem etwa das AMS in bestimmten Branchen oft nicht gut weiterhelfen kann. „Das ist genau, wo die persönlichen Netzwerke ins Spiel kommen." Doch gerade Migranten oder Neueinsteiger können nicht immer auf ein ausgeprägtes Netz an Bekanntschaften zurückgreifen. Auf der Website des Austrian Talent Networks werden deshalb verschiedenste Jobs ausgeschrieben, für die man sich direkt auf der Website bewerben per Formular bewerben kann. Die Bewerbungen werden vom ATN-Team gesichtet und die besten an die Arbeitgeber weitergeleitet.
Doch wie genau nimmt man das mit dem Migrationshintergrund? Was ist mit Bewerbungen von "autochtonen" Österreichern? "Wir schließen niemanden aus, aber wir diskriminieren positiv", so Hirschal. Bei gleicher Qualifikation würden den Arbeitgebern Anwärter in Folgender Reihenfolge vorgeschlagen: Zuerst Frau mit Migrationshintergrund, dann Mann mit Migrationshintergrund, Frau ohne Migrationshintergrund, zuletzt Mann ohne Migrationshintergrund.
Stipendien und Übungslabor
Bisher beschränkt sich die Tätigkeit des Netzwerks auf die Entwicklung von Kooperationen, die Jobbörse und Headhunting - die gezielte Suche und das Ansprechen potenzieller Talente. Somit fungiert das Austrian Talent Network als Vermittler zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, als Talente-Scout. Doch auch für engagierte Neueinsteiger soll es künftig Services geben: So seien etwa ein Übungs-Fotolabor und Angebote an Stipendien für verschiedene Bildungseinrichtungen geplant. „Mein Traum wäre es, wenn durch das und mit der Hilfe des ATN ein Unternehmen gegründet würde, dem wir mit dem Gesamtpaket Coaching, Networking und Know-How weiterhelfen könnten", sagt Hirschal, der im Projekt auch eine Anlaufstelle für junge Selbstständige oder Unternehmensgründer sieht.
Austrian Talent Network - Es gibt sogar ein inspirierendes und stylisches Video voller Lens-Flares und stimmungsvoller Einstellungen.
Ausbaufähig
Einzig die Möglichkeit, sich eigenständig einzubringen, gibt es noch nicht. Ins Netzwerk aufgenommen werden kann man fast ausschließlich über Bewerbungen für die ausgeschriebenen Jobs oder wenn man Headhunter Sammy Zayed über den Weg läuft und einen Eindruck hinterlässt. Aber: "Wir halten alle interessanten Bewerber in Evidenz", erklärt Hirschal- Es wäre allerdings wünschenswert, dass junge selbstbewusste Talente sich dem Austrian Talent Network anschließen könnten, ohne auf schwankende und manchmal noch dürftige Jobangebote angewiesen zu sein. Auch könnte man fürchten, dass eine Vorab-Selektion von Bewerbungen problematisch ist und dass das Austrian Talent Network sich dadurch eher als Dienstleister für Unternehmen und nicht eine Vernetzungsmöglichkeit für Talente positioniert.
Zukünftig könnte der Kampf gegen strukturelle Diskriminierung und die Bewusstseinsbildung zum Thema Diversity etwa durch Seminare, Mentoring, Beratung und vor allem Möglichkeiten zum Kontakte-Knüpfen organisiert werden. Denn wie wir wissen, gibt es kaum Wichtigeres als Vitamin B - auf dass Migranten künftig öfter in die Bobo-Blase kommen! (Olja Alvir, 22. Juni 2012, daStandard.at)
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besser wäre es gewesen endlich mal eine offene, innovative plattform für ALLE kreativen zu schaffen … mehrsprachig zum beispiel. dann kann man sich "positiv diskriminierende" reihenfolgen à la "migration-frau-mann" sparen, denn so etwas nervt. es ist einfach wieder nur ein weiterer verein der selbst bestimmen will und kein offenes system, schade.
das projekt ist aus privater initiative entstanden und bewegt sich im rahmen des machbaren für die personen, die es tatsächlich auch umsetzen.
wenn sie ein offenes projekt für ALLE auf die beine stellen, dann sind wir sofort unterstützend im boot.
bis dahin werden wir dieses projekt mit voller energie umsetzen und damit jungen menschen helfen, ihren selbst gewählten weg zu gehen.
was genau sie im kryptischen letzten satz mit "selbst bestimmen" meinen, würde uns aber brennend interessieren.
liebe grüße, das ATN-team
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