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Antonio Banderas' oder Benno Fürmanns Stimme in "Puss in Boots"?
Im deutschsprachigen Raum hat sich die Synchronisation fremdsprachiger Werke in Film und Fernsehen durchgesetzt. Untertitel sind nur auf Sendern, die sich fern vom Mainstream positionieren, anzutreffen und verleiten den einen oder anderen lesefaulen Zuseher zum zügigen Weiterzappen. Doch nicht überall auf der Welt sind von der Sprache losgelöste Lippenbewegungen so beliebt wie hierzulande. Im skandinavischen Raum und in Südosteuropa ist fast das gesamte Fernsehprogramm mit Untertitel-Zierzeilen geschmückt. In manchen Ländern wie Polen und Russland gibt es sogar noch das "Voice-over": Einer oder einige wenige Schauspieler sprechen einfach das gesamte Skript über den noch zu hörenden Originalton drüber. Das klingt dann so ähnlich wie Live-Dolmetschen in Nachrichtensendungen. Diese Unterschiede sind teils historisch oder traditionell, teils kulturell und teils finanziell bedingt.
Aalglatter bundesdeutschen Brei
Die Synchronfassungen, mit denen uns Fernsehen und Kino versorgen, lassen fragliche Gehörgewohnheiten entstehen. Klangtiefe und Feinheiten bei Sprache, Akzent, Intonation und Laustärke verschwimmen in einem aalglatten bundesdeutschen Brei. Das sind für Szenen, Rollen oder manchmal auch für den ganzen Film relevante Merkmale, die dem Publikum im deutschsprachigen Raum bewusst vorenthalten werden. Sie beschneiden die Wahrnehmung eines künstlerischen Produkts und verfälschen diese manchmal auf grausame Weise - etwa bei unübersetzbaren Wortwitzen, Akzent-Spielchen oder Sprachenmischungen.
Mehr Zweikanalton
Dabei wäre es auf so vielen Ebenen ein Gewinn, mindestens in Zweikanalton zu senden, so dass sich Zuseher zwischen original und wenig originell entscheiden könnten. Erstens würde man im PISA-gepeinigten Österreich von der Anregung oder wenigstens dem Angebot zum Lesen profitieren können. Dadurch könnten Untertitel im besten Fall sogar beim Erwerb von Rechtschreibkenntnissen und Lesefertigkeiten helfen. Doch nicht nur den Deutschkenntnissen wäre geholfen: Zweitens kann nämlich die auditive Auseinandersetzung mit Fremdsprachen und ihrer spezifischen Melodie, ihrem Rhythmus, der Aussprache auch bei ihrem Erwerb nützlich sein. Und vom künstlerischen Aspekt gar nicht zu sprechen! Man stelle sich nur vor, Regisseur, Schauspieler und Filmcrew arbeiten stundenlang penibelst an den Feinheiten der Atmosphäre einer Szene, nur damit im Nachhinein der immer gleiche Hamburger Studiosound drübergelegt wird.
Win-Win-Situation
Die Ausstrahlung von Filmen und Serien in Originalfassung wäre also für alle Seiten eine Win-Win-Situation, oder? Nicht ganz: Genauso stark oder stärker noch als die Tradition hängt eine ganze Industrie an der Synchronisation: Synchronsprecher und Schauspieler, Tontechniker, Übersetzer und alle, die an der Produktion einer Synchronfassung eines Filmes oder einer Serie beteiligt sind. Außerdem müssten bei Verträgen oder Lizenzen für fremdsprachige Filme und Serien die Rechte auf die Ausstrahlung der Originalfassung gesondert verhandelt werden. Diese Praxis zu ändern ist zunächst für Fernsehsender bestimmt teuer und schwierig.
Doch: Immer mehr (junge) Menschen greifen etwa bei beliebten amerikanischen Serien auf das Internet zurück. Es gibt im Netz genug Möglichkeiten, die neuesten Folgen der Lieblingsserie aus den USA zu streamen oder herunterzuladen. Ganz ohne darauf warten zu müssen, bis die Synchronfassung der neuesten Staffel fertig aufgenommen ist und ausgestrahlt wird. Oder gar darauf zu hoffen, dass die Sendung überhaupt vom Fernsehen hierzulande entdeckt wird. Diese Entwicklung wird nach und nach Druck auf Fernsehsender ausüben, weniger Synchronfassungen auszustrahlen. (Olja Alvir, daStandard.at, 4.7.2012)
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es gibt Beispiele wo die Synchronisation besser ist als das Original: Fernsehserien- oder Filme mit grottenschlechten Schauspielern. Da wird die "schauspielerische Leistung" durch die Synchronisation verbessert. Ansonsten ist es wirklich störend, wenn man Filme in Originalfassung gewöhnt ist.
...dadarf es vma gerne mehr geben.
Auch einer der Shrek Filme wurde zwischen DE und AT unterschiedlich übersetzt (Dagmar Koller fällt mir da nebulös ein).
Aber sonst kann ich meinen Finger nur auf "Ice Age" legen, aber auch nur weil Herrn Waalkes' Stimme einfach besser zu dem Urzeitfaultier passt.
Alles andere ist eher "aalglatter, bundesdeutscher Einheitsbrei" mit teilweise erschreckend ignoranter Betonungsweise.
Ansonsten bitte Untertitel! Wir sind des Lesens mächtig und die Sinnerfassung eines geschriebenen Wortes im Blickfeld ist blitzschnell.
der gerne die Originalfassung ansieht, wenn es möglich ist (und ich am besten die Sprache verstehe).
ABER: Andauernd Untertitel mitlesen zu müssen hat ein grundlegendes Problem. Die Konzentration auf den FILM ist beschränkt, schließlich muss man im unteren Abschnitt des Bildes mitlesen. Somit fehlt die Fokussierung auf das eigentliche Geschehen, die Mimik der Sprechenden wird unmöglich noch vollkommen wahrgenommen, geschweige denn von Aktionen in den tieferen Teilen der Bilder.
Außerdem macht es das Ansehen von Filmen auch zu einem wesentlichen Teil anstrengender. Mag in manchen Filmen zu verschmerzen sein, ein "Gott des Gemetzels" z.B. hätte mir mit Untertiteln (wenn ich die Sprache nicht verstandenhätte) weniger Spaß bereitet.
man nach einer Weile vor allem das untertitelte Englisch schon so gut versteht, dass man gar nicht mehr mitlesen muss.
Der Lerneffekt in Punkto Hörverständnis ist enorm!!
Jammerschade, dass wir uns das entgehen lassen, die Nordwesteuropäer sind uns nihct zuletzt deshalb meilenweit voraus.
Ich glaube eines der wenige positiv-Beispiele wie man einen Film gut synchronisieren kann ist Pixar's "Oben" mit der Stimme von Otti Schenk. Gefällt mir um längen besser als das piefkinesische, sogar besser als der OT.
Die perfekte Lösung für alle wäre es, alles in Zweikanalton auszustrahlen, dann brauchen wir uns von schlappen Übersetzungen nicht mehr den Wortwitz und die Emotionen des OTs zerstören lassen.
Wobei auch nicht alle Synchronisationen zu verteufeln sind, das will ich auch noch erwähnt haben.
Hugh Laurie wird meiner Meinung nach hervorragend synchronisiert, ebenso Bruce Willis, Sly Stallone oder Charlie Sheen.
Störend wird es für mich halt, wenn man den OT kennt und dann in der Synchro-Fassung ganze Wortwitze verloren gehen und auch wenig schlüssig werden.
zweikanalton den zusehern zur auswahl stehen. nach vielen jahren usa aufenthalt kann ich mich noch immer nicht (nach 5 jahren in wien!!) an die sinchronisation gewöhnen. damit werden 50% des kunstwerkes gekillt!!! das erlebnis wird den leuten schlechhin weggeraubt. wir als zuseher sollten zumindest die auswahl haben!!!
Denn ich muß auch als OT-Liebhaber gestehen, dass ganz selten, aber doch, die Synchronisation besser ist, als das Original - also Goldständer ohne "holländischen" Akzent der deutschen Fassung war zB eine Enttäuschung (für mich persönlich natürlich). Oder falls sich noch jemand an "Die 2" erinnert - der Humor dieser Serie wurde von den Verantwortlichen der Synchronisation erst erfunden, wodurch die Serie im englischsprachigen Raum bei weitem nicht so beliebt war, wie hierzulande.
Abgesehen von solchen Ausnahmen bin ich aber ganz beim Artikel!
naja ein Akzent war da aber schon deutlich hörbar in der oV, nur evtl ungewohnt für uns
Als weiteres Beispiel für kreative flapsige Synchronisation muss man - speziell wenn man ernüchterter Käufer der "Bud Spencer & Terence Hill" Komplettedition ist - ebendiese Filme erwähnen. Italiener oder Amerikaner verstehen grundsätzlich nicht wieso diese Filme nur in deutschsprachigen Ländern heute noch so ein (Jugend)erfolg sind. Speziell auf englisch ist das todlangweiliger Steinzeit-Italo-Action-Müll.
Seit gut 10 Jahren bietet zB der SF2 bei Kinofilmen den Zweikanalton an. Kostet auch nix extra ;-)
PS: ein Film, den man unbedingt im finnischen Orginal mit englischem Untertitel sehen muß: "Star Wrek - In the Pirkening" ;-)
untertitel sind lästig, da man sich weder auf das bild, den ton bzw. auf den untertitel konzentrieren kann. das lesen ist anstrengend und vermindert den filmspaß doch erheblich. ich persönlich schaue mir filme entweder in der originalversion an oder eben den synchronisierten film - die oft falsche übersetzung vorallem bei redewendungen stört mich nicht wirklich... außerdem gibt es ja die möglichkeit auf zweikanalton umzuschalten und somit die originalstimmen zu hören bzw. einen untertitel zu aktivieren wenn dies wirklich gewünscht wird.
Prinzipiell versuche ich, mir die Serien auf Englisch-Original anzusehen. Jedes Wort und jeden Satz verstehe ich nicht, aber es reicht für ein Verständnis der Handlung.
Vor kurzem habe ich How I Met Your Mother auf Deutsch gesehen und ich muss sagen: Es war einfach nur grottenschlecht. Da kommt so gar nichts vom Flair der Originalserie rüber.
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