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vergrößern 500x333Wenn die Zeitungsente ungehindert durchs Sommerloch watschelt.
Das Sommerloch hat etwa einen Durchmesser von zwei bis drei Monaten und ist so tief, wie die Boulevardmedien-Burleske es zulässt. Ähnlich wie ein Schwarzes Loch droht es, alles um sich herum zu fressen, ganze Redaktionen können hineinstürzen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass auch in der Nähe des Sommerlochs die Zeit langsamer zu vergehen scheint.
Die Politik, der Sport, die Kunst und ihre Beobachter sind auf Urlaub. Sich zu bewegen - geistig oder körperlich - ist eine schweißtreibende und also unbequem-unerwünschte Angelegenheit. Das Fernsehen zeigt Wiederholungen von Serien aus den 90ern, die keiner mehr sehen kann. In den Redaktionen wuseln die Praktikanten. In den Foren spotten die User: Schon wieder eine Sommerloch-Stopfung!
Doch was zeichnet sie aus, die perfekte Sommerloch-Geschichte? Prinzipiell gibt es drei Kategorien für Sommerloch-Geschichten: Jene aus erlesener Politiker-Produktion, irrelevante Chronik-Storys, die bei Abwesenheit dringenderer Nachrichten ins Sonnenlicht rücken, und die klassischen Zeitungsenten, die bei hitzebedingter Apathie ungehindert auf die Titelseite watscheln.
Aus der politischen Hinterbank
Das Sommerloch ist für Politiker aus den wenig beachteten hinteren Reihen eine ideale Gelegenheit, sich durch sogenannte "Sommerloch-Ideen" ins Gespräch zu bringen. Eine Sommerloch-Idee ist ein absurder Vorschlag weit fern der Realisierbarkeit und hat nur eine Aufgabe: die Hinterbänkler ins Gespräch zu bringen. So geschehen in Deutschland mit der Forderung, Griechenland-Urlaube staatlich zu fördern, um Deutsche aufzuheitern und gleichzeitig die griechische Wirtschaft anzukurbeln. Win-win für die Politiker Erwin Lotter und Jorgo Chatzimarkakis, die sich mit dieser Ouzo-Idee in die Schlagzeilen geschlichen haben.
Kuriositäten-Kabinett
Diese Art der Sommerloch-Geschichte ist am häufigsten anzutreffen. In Zeiten der großen Politik- und Wirtschaftsschlagzeilen lässt man die kleinen, vielleicht witzigen, absurden, einzigartigen, aber ohne Service- oder Newswert ausgestatteten Geschichtchen beiseite. Doch im Sommerloch können etwa "Der Mann, der verhaftet wurde, weil er einen zu langen Penis hat" oder die "Stripperin mit Achtlingen" nachrücken. Meinungsumfragen im Rundfunk à la "Was ist heute für Sie ins Wasser gefallen?" oder "Welches Kleidungsstück tragen Sie im Winter und Sommer?" zeugen von der neuronalen Ermüdung der Redakteure.
Ente auf griechische Art
Die Krönung der Sommerloch-Geschichten sind natürlich die komplett erfundenen. Praktisch hierbei: Man muss bei der Hitze nicht durch das Internet surfen oder die APA-Meldungen durchsuchen, sondern kann sich die Schlagzeile vom ereignislosen Tag so zurechtlegen, wie es einem gerade passt. So eine Geschichte wäre etwa die Legende von der griechischen Insel Ikaria, die - wohl im Zuge der Finanzkrise des Landes - lieber zu Österreich gehören möchte. Die sommerliche Zeitungsente des Boulevardblatts wurde dankend von vielen anderen deutschsprachigen Medien - unter anderem von derStandarad.at - übernommen.
Sommerliche Dreieinigkeit
Eine perfekte Sommerloch-Geschichte würde natürlich alle diese Merkmale in sich vereinen. Aber bei der Stärke der Boulevard-Dreifaltigkeit in Österreich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie uns ereilt. Bis dahin können wir uns fragen: Warum haben so viele Sommerloch-Geschichten mit Griechenland zu tun? Und könnte es sein, dass es gar kein Sommerloch gibt, sondern dass nur unser Blick auf die Medienwelt temporär geschärft ist, der Boulevard besser ausgeleuchtet? (Olja Alvir, daStandard.at, 21.7.2012)
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Ehrlich gesagt finde ich manche Sommerlochgeschichten gar nicht so schlimm und unnötig. Das hängt mit den Meldungen, die außerhalb des Sommerlochs rausgeworfen werden, zusammen.
Wer möchte schon zum 173ten Male lesen, dass Griechenland bald pleite ist?
Oder dass die Bundesregierung wieder ein Sparpaket schnürt?
Oder dass Grasser zu schön, zu intelligent ist?
Oder dass in Afghanistan ein Selbstmordattentäter XX Menschen umgebracht hat?
Oder dass ein führendes Unternehmen in der Unterhaltungselektronik ein neues Mobiltelefon auf den Markt gebracht hat?
http://derstandard.at/134213936... ikaGroup=1
Die user waren begeistert! Geht's noch tiefer? DAs Loch meine ich jetzt...
Hallo Leute,
wir sind gestern von unserem 3-wöchigen Urlaub zurück gekommen. Und, wo waren wir? Auf Ikaria! Wir lieben diese so wildromantische Insel und ihre zwar reservierten und stolzen, aber - wenn man sie näher kennt - im Grunde genommen sehr herzlichen
Einwohner. Herrliche, unberührte Natur, tolle geologische Formationen und nicht von Pauschaltouristen überlaufen, weil nach wie vor nicht einfach erreichbar. Die Thematik des Auslaufens dieses angeblichen Vertrages war bereits einige Tage vor dem 17. Juli ein großes Thema bei den Leuten dort. Da gibt´s ja auch das eh sehr bekannte T-Shirt mit "Ikaria 1912".
Scherzhaft hab´ ich bei solchen Diskussionen immer vorgeschlagen, Ikaria soll sich doch - sofern es möglich wäre - Österreich anschließen! Alle unsere Freunde (nach fünf Aufenthalten kennt man schon einige Leute) da unten waren dieser Idee gar nicht abgeneigt, aber im Grunde genommen wären sie gern unabhängig, weg von Athen! Denn eines stimmt ganz sicher: Alle bisherigen Griechischen Regierungen haben sie bisher eher stiefmütterlich behandelt. Beispielsweise liegen Infrastruktur und gesundheitliche Versorgung ziemlich im Argen, es gibt nur eine klein strukturierte Landwirtschaft und die paar Gewerbebetriebe, aber ansonsten hängt das Wohl der Leute am Tourismus.
Dieses rege Medien-Interesse finden sie nicht so schlecht, denn gerade heuer haben sie mit ernsthaften Einbußen zu kämpfen. Zu hoffen wär allerdings, dass diese herrliche Ruhe-Oase nicht von heute auf morgen vom Massentourismus überfallen wird. Wäre so schade um die Natur in dieser rauen Gegend. Es müsste halt ein sensibler Mittelweg gefunden werden. Einer, der den Leuten halbwegs gutes Einkommen sichert, aber die herrliche Landschaft nicht zusätzlich verschandelt, denn die gerade nicht so umweltfreundlichen Griechen tragen da selbst einiges dazu bei. Aber; Ikaria, wir kommen sicher wieder!
news aus asien sind hier sehr selten, afrika verschwindend gering, südamerika kann man suchen, australien ein exote, europa hört bei deutschland im westen auf und bei klingenbach im osten. der süden reicht bis arnoldstein und im norden ist sowieso bei laa die welt für österreichische medien zu ende. und vom bildungsauftrag gar net zu reden!
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