Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 600x450Das "Fischen verboten"-Schild hat nicht besonders viel Wirkung am Dianchi, obwohl es sehr angebracht ist.
vergrößern 600x450Der Grassee: Ein See aus Gras ist alles, was in einigen Teilen vom Dianchi übrig blieb.
vergrößern 600x450Der Dianchi von oben.
Bereits beim ersten Blick auf die Karte Yunnans machte uns der im Süden der Stadt gelegene See neugierig. Die Lage zwischen Großstadt und den Westbergen versprach einen lohnenden Ausflug, und wer weiß, vielleicht könnte man ja im Sommer sogar dort baden gehen. Diese Gedanken lösen sich aber sehr schnell in Luft auf, als wir selbst an den See kommen und feststellen, dass es sich dabei weniger um einen See als vielmehr um eine Brühe handelt, die man nicht einmal berühren, geschweige denn durchschwimmen möchte. Nur hartgesottene Fischerkinder baden noch immer darin, während ihre Eltern nebenan trotz strengen Angelverbots fischen.
Schwimmen? Nein danke!
Die chinesische Regierung bemüht sich schon seit langem, den größten See Yunnans im Süden Kunmings zu retten. Doch die schwere Verschmutzung durch industriellen Abfall hat den See so massiv mit Algen gefüllt, dass eine Rettung kaum noch möglich erscheint. Mit etwa acht Metern Tiefe war der relativ flache See die Hauptwasserquelle für Kunming und Umgebung. Ehemals stellte er fast die Hälfte der Trinkwasserversorgung der Stadt, doch mittlerweile ist die Lokalregierung aufgrund der schweren Verschmutzung auf andere Wasserquellen ausgewichen, etwa auf den Fuxianhu-See, der sich übrigens auch besser zum Schwimmen eignet.
Eine traurige, aber typische Geschichte
Wie konnte es so weit kommen? Schon seit Jahren wissen die Behörden von den hohen Verschmutzungsraten des Dianchi-Sees und probieren unterschiedliche Methoden aus, um ihn zu säubern. Er ist überwuchert mit blaugrünen Algenblüten, während in einigen Abschnitten des Sees noch immer ungeklärte Abwässer eingelassen werden. Düngemittel und Pestizide, die in der Umgebung exzessiv zum Einsatz kommen, werden in der Regenzeit in den See gespült. 1993 verabschiedete der Staatsrat einen Umweltschutzplan, um die wirtschaftlichen Verlusten zu bremsen, die durch die Verschmutzung entstehen. Weitreichende Projekte wurden ins Leben gerufen, um den überdüngten See vielleicht doch noch zu retten. Die Qinghua-Universität in Schanghai stellte ein Projekt zur Reduktion von Düngemittel- und Pestizidverschmutzung auf.
Doch wie immer zielen diese Projekte nicht auf den tatsächlichen Schutz der Umwelt ab, sondern vor allem auf die Begrenzung von wirtschaftlichen Verlusten. Und wie fast immer scheiterten diese Projekte aufgrund mangelnder Kontrolle und Korruption auf verschiedenen Ebenen des Managements und mangelnden Bewusstseins für die Ernsthaftigkeit des Problems. Die Idee etwa, Wasserpflanzen in den See zu setzen, die das Nitrat abbauen sollten, ging schief, denn die Pflanzen wucherten wie verrückt und sind nicht unter Kontrolle zu bringen. Ein Teil des Sees heißt mittlerweile "Grassee" - es ist tatsächlich ein See aus Gras.
Lieber kein Fisch in Kunming
Demnach gilt höchste Vorsicht bei allem, was aus dem See kommt. Wann immer es in Kunming Fisch oder Meeresfrüchte gibt, sollte man besonders aufpassen und am besten ganz abwinken - zu groß ist die Gefahr, dass diese Produkte aus der braunen Brühe im Süden der Stadt kommen. Vergangenes Jahr starb eine Frau an einer Schwermetallvergiftung - die Fische kamen aus dem Dianchi. Es ist eine traurige Geschichte, doch der See ist gleichzeitig ein Mahnmal für die Zukunft: Umweltschutz wird noch immer nicht ernst genommen. (An Yan, daStandard.at, 24.7.2012)
In der Provinz Yunnan gibt es Regionen, in denen Christen in der Mehrheit sind
In vielen Teilen Chinas gibt es christliche Minderheiten, die auf eine ganz eigene Missionierungsgeschichte zurückblicken
Die Mehrheit der Han-Chinesen bezeichnet sich als unreligiös - doch die Realität sieht anders aus
Wieder einmal geht es um Besitzansprüche, wieder einmal geht es gegen die Japaner
Klöster sind die wichtigsten Lehr- und Informationsstätten für die Tibeter
Immer mehr junge Chinesen machen sich auf die Reise über die berühmte G318 in die autonomen tibetischen Gebiete
Männer wie Frauen tragen in Tibet einen großen Teil ihres materiellen Besitzes am Körper
In der Präfektur Ganzi treffen Han-Chinesen und Tibeter aufeinander - und die Lage ist nicht gerade entspannt
Tibet ist viel weiter weg als man denkt – denn Entfernungen sind nicht nur in Kilometern messbar
Was vermissen aus China Heimgekehrte am meisten? Weder Tee noch Kalligrafie - es sind die Shaokaos
zum Dianchi gibts ein Kunstprojekt - mit dem "Wasser" hat eine Südtiroler Künstlerin Postkarten gemalt und diese als "Greetings from the Lake" vorort an Tourist/innen verkauft.
http://bit.ly/QYQMBh
Da kriegt das Thema "Wasserfarben" gleich eine ganz andere Bedeutung ;-)
Der DianChi See ist ein kuenstlich angelegter See ohne genuegenden Zulauf und Ablauf und die Geschichte der Umweltsuenden ist schon tausende von Jahren alt. Entsprechend komplex ist der staendige Eintrag in den See und die Reaktion der Biosphaere. Die Probleme sind Jahr fuer Jahr gewachsen und die eingesetzten finanziellen Mittel zur Rettung sind inzwischen gigantisch. Entsprechend begehrlich scheinen die auch die Heerscharen von Beteiligten, die in unbeobachteten Momenten Gelder verschwinden lassen wollen. Dennoch gibt es Hoffnung : Das Know How ist sehr viel besser geworden, um mit den Problemen umzugehen, und es hat sich genuegend Umweltbewusstsein gebildet hat, um die durchaus noch denkbaren Resourcen des Sees vielfaeltig zu nutzen.
Ich war letzten Sonntag am Dianchi mit einigen Einheimischen. Diese haben den See noch immer als schön empfunden. Ich fühlte mich eher genötigt ihnen beizupflichten.
Es gibt da auch einige Restaurents die von außen hochpreißig ausschen und insgesamt war das Gebiet gut besucht.
Bin erst seit wenigen Tagen in China und hoffe definitiv noch schönere Orte als diesen zu sehen.
Lol! Ich glaube das muss ich mal einigen Kollegen zeigen, die China als die grosse Hoffnung der Biotechnikbranche sehen...heilige Einfalt, so dämlich muss man erst mal sein!
Für nicht Biologen: Alle Pflanzen brauchen Stickstoff, und es gibt keine bessere Quelle dafür, als gelöstes Nitrat, das direkt in den N-Stoffwechsel gespeist werden kann. Dass die Idee dort Pflanzen auszusetzen in einer Explosiven Verbreitung mündet, hätte den Kasperln ein Zweitsemester sagen können.
Das mit den Pflanzen würde schon funktioniern . Man müßte sie aber genügend rasch aus dem See entfernen und entsorgen - passiert hierzulande auch hin und wieder.
Dort wär es langfristig allerdings billiger, den Eintrag zu verhindern.
Stimmt, damit das ganze was bringen würde, müsste man die Pflanzen wieder aus dem See entfernen nachdem sie gewachsen sind...inklusive des in ihrer Biomasse gebundenen Stickstoffs.
Nur wie du gesagt hast...da wärs dann einfacher den Eintrag zu unterbinden. Bzw. würde es auch nur dann funktionieren...denn Komplettes Entfernen der Pflanzen ist unmöglich, nicht wenn ich gleichzeitig wie verrückt weiterdünge und so den See weiter mit Nitraten anreichere...Wasserpflanzen wachsen in der Regel UNHEIMLICH schnell wenn sie die nötigen Ressourcen haben...als ERSATZ für einen Stop des Eintrages ist die Methode jedenfalls ungeeignet.
Wenn es nur Nitrate sind müsste sich der See doch theoretisch hervorragend zur Produktion von pflanzlicher Nahrung eignen, oder liege ich da falsch?
Aufgrund der Schwermetalle und anderer Gifte im See geht das natürlich nicht, weil man die sonst auch in der Nahrung hat.
Und welche Nutzpflanzen gedenkst du in einem See anzubauen?
Ausserdem, was glaubst du wodurch die Nitrate in den See kommen? Stickstoffverbindungen sind einer der Hauptbestandteile von Düngemitteln, das ganze Nitrat kommt ins Wasser, weil man in der Umgebung mit Dünger zum Zwecke der Landwirtschaft nur so um sich wirft im Reich der Mitte.
Naja von irgendwo kommt das ja auch nicht. Die Chinesen haben sich das extrem hohe Wirtschaftswachstum durch Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Bevölkerung erkauft.
Während bei uns Kraftwerke mit Schwefel- und weißgottwelchen -Filtern bestückt sind, werden bei ihnen Abgase volley in die Natur befördert. Ebenso hier mit den Industrieabwässern.
Dass das nicht lange gut gehen kann war ihnen glaub ich auch selber klar, aber die Gier ist ein Hund.
Naja wenn ich mir die Praktika und 1 euro Jobs in Ger/Eu/aut ansehe sollte man nicht immer die Chinesen an den Pranger stellen.
Immerhin steigen dort die Löhne/Lebensstandard seit 30 Jahren. Und die Regierung versucht (muss!!! es auch tun) die breite Masse am Wohlstand teil haben zu lassen- Konzepte dies bei uns kaum mehr gibt, da gehts nur mehr um Banken,Ratings etc.
"Ausbeutung der Bevölkerung erkauft. "
Jo 70% der Bevölkerung verdienen zwar heute fast doppelt soviel wie vor noch 10 Jahren und die Mittelschicht ist explodiert in grossen Teilen des Landes aber klar...
Und dass es in manchen Provinzen Umweltprobleme gibt, dazu brauche die Chinesen nicht uns allwissende Europäer.
"Jo 70% der Bevölkerung verdienen zwar heute fast doppelt soviel wie vor noch 10 Jahren und die Mittelschicht ist explodiert in grossen Teilen des Landes aber klar... "
Mach dich nicht lächerlich, vor 20 Jahren hat die "explodierende Mittelschicht" sich um den Monatslohn in Österreich heute eine Wurstsemmel kaufen können (überspitzt formuliert). "Made in China" geht heute auch massiv zurück. Warum? Weils mehr verdienen, deshalb. Damals hat man die Bevölkerung sogar ganz massiv ausgebeutet.
Preisniveau sagt dir was oder?
Und btw. eine Wurstsemmel(oder was man in CH drunter versteht) kostet heute in Shanghai teilweise auch schon fast soviel wie bei uns und es gilt trotzdem nicht als Luxusgut...
und natürlich geht gar nix MASSIV zurück, China exportiert heuer wieder mehr als letztes jahr.
Ich finde es immer wieder erschreckend wie weit wir es mit unserer Lebensgrundlage - unserer Natur - kommen lassen, und wie lange wir überlegen was wir dagegen zu tun gedenken.
Sollten wir dann jemals zu einer Entscheidung gelangen, wird diese noch möglichst lange hinausgezögert bis sie gestartet wird. Wenn sie überhaupt gestartet wird.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.