E-Sport: Tastatur statt Turnsackerl

Olja Alvir, 27. Juli 2012, 09:00
  • Spieler bei der E-Stars Seoul 2011.
    foto: apa

    Spieler bei der E-Stars Seoul 2011.

Während die Welt ihre Augen auf die Olympischen Spiele richtet, wächst eine neuartige Sport-Industrie um Computer- und Videospiele heran

Gedimmtes Licht und eine große Leinwand, Dutzende mit alkoholischen Getränken ausgestattete Besucher starren gebannt auf das Gewusel im Bild. Plötzlich brandet Jubel im Raum auf - der Wettkampf, der sich vor den Augen der gespannten Fans abspielte, ist entschieden. USA vs. Südkorea 2:1.

Doch die vorwiegend männlichen Besucher verfolgen auf den Bildschirmen nicht etwa ein Fußballspiel, sondern "StarCraft II", ein Echtzeit-Strategiespiel. Was hier passiert, nennt sich BarCraft - ein Public-Viewing-Event, bei dem sich "StarCraft"-Fans Livestreams großer Turniere wie etwa der MLG (Major League Gaming) gemeinsam ansehen. Doch nicht nur "StarCraft" wird per Internet-Livestream oder Fernsehübertragung zu Hause oder bei Public Viewings verfolgt. Auch "Dota 2" und "League of Legends" erfreuen sich momentan großer Bekanntheit.

Backyard Sports

Dieses Phänomen hängt mit dem Aufstieg des E-Sports zusammen. E-Sports ist der Sammelbegriff für Wettkämpfe in Computer- oder Konsolenspielen. In drei verschiedenen Genres oder Gruppen kämpfen die Teilnehmer um Preisgeld - kampfbetonte Spiele, Strategiespiele und Sportsimulationen. Genaue Daten zur Anzahl der professionellen Gamer sind nicht bekannt, Schätzungen zufolge sollen sich in Deutschland mehr als eine, weltweit sogar mehrere Dutzend Millionen Spieler mit E-Sports befassen. Doch die Anzahl derer, die vom E-Sport leben können, ist überschaubar, im deutschsprachigen Raum sind sie fast an einer Hand abzuzählen.

In Südkorea gibt es aufgrund der großen Popularität des E-Sports sogar ganze Fernsehsender, die sich größtenteils der Ausstrahlung von "StarCraft"-Turnieren verschrieben haben. Das halbjährlich in Schweden stattfindende größte Computer-Festival namens Dreamhack, das zahlreiche Turniere und LAN-Partys umfasst, wurde ebenfalls vom schwedischen Sender SVT übertragen.

Golden Eye

Beim Verfolgen von First-Person-Shootern können die Fans den Wettkampf beispielsweise aus der Ich-Perspektive verschiedener Spieler beobachten. Rennspiele sieht man genauso wie herkömmliche Rennen, bei Strategiespielen ist es etwas komplizierter: Der Kommentator bewegt sich meist als unbeteiligter Beobachter im Spiel und führt dadurch für die Zuseher die Kamera. Zwischen den Spielen werden die Kommentatoren mit ihren Analysen eingeblendet, bei aufwendig produzierten Streams kann man die am Computer sitzenden Spieler Bild in Bild gleichzeitig mit der Handlung im Spiel beobachten. Auch die haareraufenden Videospiel-Trainer sind manchmal im Fokus des Livestreams. Beeindruckend sind die Kameraeinstellungen, die einzig die Hände der Spieler mit ihrer kaum nachvollziehbaren Schnelligkeit zeigen. 400 APM - Aktionen pro Minute -, das schaffen die Besten.

Die flinken Finger der E-Sport-Spieler

"Age of Empires"

Begonnen hat alles mit einem vom Spielkonsolen-Hersteller Atari organisierten "Space Invaders"-Turnier in den USA im Jahr 1980. Schon damals traten zehntausend Spieler gegeneinander beim Spiel an, in dem man mit einem kleinen Raumschiff insektenförmige Aliens abschießt. In den 90ern gab es dann rund um den First-Person-Shooter "Quake" die ersten regelmäßigen Wettkämpfe.

Um die Jahrtausendwende entwickelten sich die ersten internationalen Turniere und Ligen, 2000 fanden die ersten World Cyber Games in Seoul in Südkorea statt. Hier gab es zum ersten Mal Wettkämpfe in verschiedenen Disziplinen - "Quake 3", "StarCraft", "FIFA" und "Age of Empires II". Wenige Jahre später zogen Nordamerika mit der MLG und Europa mit der E-Sports-Organisation ESL nach.

Battlefield

Wegen der Aufmerksamkeit, die E-Sports über Livestreams und Fernsehübertragungen generiert, werden auch Sponsoren auf die Noch-Nischensportart aufmerksam, etwa Hardware-Hersteller wie Intel und Nvidia. In den vergangenen Jahren steigen aber auch immer mehr Unternehmen ohne technischen Hintergrund in E-Sports ein, beispielsweise Red Bull und Pepsi.

Dass neuerdings auch Geld fließt, setzt die Spieler unter Druck - das Gaming wird immer professioneller, das Training härter und die E-Sports-Welt institutionalisierter: Die Pro-Gamer gehören von Unternehmen finanzierten Teams an (vergleichbar mit Vereinen, die auch mit Spielern handeln können), leben in Team-Häusern und trainieren dort mehrere Stunden pro Tag. In Österreich gibt es noch wenige Spitzensportler im E-Sports-Bereich. Aber wer weiß - vielleicht geht der Trend demnächst dazu, das alte Turnsackerl gegen die Tastatur einzutauschen. (Olja Alvir, daStandard.at, 27.7.2012) 

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dann mach ich hier mal feierabend und werd mal brav weiter LoL trainieren ;)

lest ein buch!

eSport ist noch langweiliger als richtiger Sport.

sie haben sich wohl auch, bis auf dass sie diesen artikel hier gelesen haben, noch kein bisschen damit auseinandergesetzt...

E-Sport Mania

Wenn man all diese Postings so liest, dann braucht man sich um die österreichische Teilnahme bei Rio 2016 keine Sorgen mehr zu machen.

Sie wird unnötig sein.

nach über einem jahrzehnt professionellem e-sport und dem niedergang von 2 der (wenn nicht die) legendärsten spielen die es im e-sport je gab, broodwar und counter strike 1.6 (+vorgänger), kommt der standard in einem artikel zu dem schluss: "seit neuestem ist auch geld im spiel"
aber ok, besser jetzt als nie! ^^

Dass neuerdings auch Geld fließt, setzt die Spieler unter Druck - das Gaming wird immer professioneller, das Training härter und die E-Sports-Welt institutionalisierter.

Süss ... irgendwie ist der historische Kontext viel zu kurz gekommen. Während in Österreich die E-Sport-Szene ein Nischendasein fristet, in Deutschland schon seit Jahren länger ins Rollen gekommen ist, ist das in den USA, Japan und Südkorea so "normal" wie jeder andere bessere Nischensport. Nur Südkorea sieht eSport als etwas so normales wie Fußball oder Skifahren ....

IMLosirA's Hands - Anfangsphase des Spiels

Toll, das Video zeigt Losiras Finger, während er im Spiel genau nichts macht, als alle seine Dronen markieren und wieder zu deselektieren. Sozusagen die Aufwärmphase, mit fixem Muster ...

Ist das spannender als curling?

Ich find' die komplett willkürlichen Überschriften ja ganz, äh...super?

Ich hab’ mal laut für Sie mitgedacht

Backyard Sports:
Sportspiel – Absatz über Spiel als Sport
Backyard – noch eher Nischensport

Golden Eye:
FPS & es geht um Beobachten und Perspektive

“Age of Empires”:
Begleitet den Aufstieg vom Beginn einer Zivilisation (hier e-sports)

Battlefield:
Passt vom Namen zu widrigen Umständen unter denen Progamer mehr und mehr leiden und Inhaltlich zum Aufstieg einer Nischensportart zum Mainstream (siehe BF2->BF3)

Kann mich erinnern als ich mal spätnachts auf Arirang (internationaler südkoreanischer Sender) eine Spielesendung gesehen habe, es wurde ein Starcraft-Match gezeigt. Die beiden Moderatoren haben sehr begeistert kommentiert und herumgeschrien, als dann das Match zu Ende war sind sie nochmal komplett durchgedreht.

Dann wirst du das hier auch mögen:

http://www.youtube.com/watch?v=uMec5aE5Gm0

Der eine Kommentator schreit am Ende "ACE", was so viel bedeutet, dass das gegnerische Team komplett eliminiert wurde und der andere Kommentator schreit danach "PENTAKILL". Pentakill bedeutet, dass ein Spieler alle anderen vom gegnerischen Team erledigt hat.

OGN

Bei dieser Gelegenheit könnte man auch gleich das derzeit stattfindende LoL Tournier in Korea erwähnen. http://www.ognlol.com/
Stream: http://en-gb.twitch.tv/azubuogn/popout

netter artikel
nur ...
und dieser artikel ist auf DAstandard.at und dort im kulturteil weil ....?

Redaktion daStandard.at
13
27.7.2012, 12:52
Weil wir uns bei daStandard

nicht auf das Thema "Integration" beschränken.

das daStandard.at-Team

danke für den artikel, sie haben damit eigentlich 3 ressorts vom standard ausgestochen, web, sport und kultur. bezüglich dreamhack: findet öfters statt, aber die große lan-veranstaltung nur 2x im jahr. und zum letzten absatz: seit starcraft in südkorea ein profisport ist, ist geld geflossen. ein spieler hat in der regel 3 einnahmequellen: gehalt vom team (wenn leistbar von 0-10.000$/Monat), geld via streaming-plattform (twitch, owned, mittlerweile auch youtube-stream) und siegprämien bei turnieren. wer sich reinsteigern möchte, auf www.teamliquid.net gibt es vieles rund um starcraft 2. und wer etwas zum einsteigen sucht: www.twitch.tv/thegdstudio

besonders die clans sind in österreich halt auch sowas von semiprofessionell. - da sind nicht grad die größten sponsoring-experten am werk :). sowas würd dem ganzen schon wieder einen echten boost geben denk ich.

Gutes Timing.

In einer guten Stunde beginnt das Finale des hochkarätigsten und prestigeträchtigsten Starcraft2-Turniers, der GSL, wo um Preisgelder von insgesamt über 150.000$ gespielt wird.
http://www.teamliquid.net/forum/vie... _id=355913

soll das ein witz sein? die typen haben nicht mal caster die halbwegs verständliches englisch sprechen und wollen auch noch geld für hd streams?

gibt's keine alternative? würd gern zuschauen, aber das tu ich mir sicher nicht an.

was stricheln hier einige nixchecker rot? vorher waren koreaner die in völlig unverständlichem englisch geredet haben. jetzt sind es zum glück amerikaner.

selbstmord auf raten!

Wie jeder andere Sport auch.
Oder Atmen.

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