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Auf die außergewöhnliche Frühförderung, die junge Sprinter beispielsweise in Jamaika erfahren, wird selten hingewiesen.
Schneller, als Bolt die 100 Meter läuft, schreien schon die Apologeten: Da können "wir Weißen" so viel trainieren wie wir wollen, gegen die Dynamo-DNA, die Sprint-Doppelhelix der Afrikaner kommen wir nicht an! Sportwissenschaftlich, medizinisch, ja, auch physikalisch wird in den Medienberichten dann untersucht: Was versteckt sich hinter der faszinierenden und mitreißenden Geschichte und den Erfolgen "Gold-Bolts", einer der Sport-Ikonen unserer Zeit? Man möchte hinter seine "Geheimnisse" kommen, herausfinden, wie die schweißglänzende Maschine "funktioniert", welche „Magie" vom Edelmetall-Bau Marke Usain Bolt ausgeht. Schon die Wortwahl in den Schlagzeilen verdeutlicht: Hier muss etwas höheres, Metaphysisches, unheimlich Unmenschliches am Werk sein.
In den Salzburger Nachrichten und im Boulevardblatt Heute wird der Sportler Stück für Stück, Gliedmaß für Gliedmaß (man möchte fast sagen - Bauteil für Bauteil) auseinandergenommen, durch eine kräftige Bio-Rassismus-Brille begutachtet und schließlich als Spitzen-Mutant wieder zusammengesetzt. Die Tiroler Tageszeitung holt den Pop-Physiker schlechthin, Werner Gruber, um seine (wissenschaftlich korrekten) Aussagen verkürzt und verzerrt in einen fraglichen Kontext zu stückeln.
Fitter Survivors
Auch im Angloamerikanischen Raum erfährt der verdächtige Genetikdiskurs eine Renaissance. Jedes Mal das Fazit: Eh klar, dass Bolt der Beste ist, schließlich hat seine Hardware die beste Qualität. Und - dafür kann er nichts und „wir" nichts dagegen, das ist ihm ebenso angeboren. Die besonders spitzfindig benannte Ghetto-Theorie erklärt die Erfolge schwarzer Sportler dadurch, dass der Sport für Menschen aus armen Verhältnissen die einzige Chance für sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg darstellt. Folglich strengen sie sich eben mehr an. Die BBC behauptete in einem Beitrag vor dem 200-Meter Finale der Olympischen Spiele in London allen Ernstes, dass Afroamerikaner einen Vorteil haben, weil der beschwerliche und oft tödliche Transport von Sklaven auf Schiffen und Eisenbahnen als natürliche Selektion wirkt. Nur die stärksten mit den besten Genen überlebten diese Tortur und reproduzierten sich dann in den USA, so die Theorie.
Alle diese Unternehmungen haben ein Ziel: Den Neid der Verlierer gegenüber den Siegern (pseudo-)wissenschaftlich zu rechtfertigen. Die Niederlage der selbsterkorenen „Herrenmenschen" bei einer so prestigeträchtigen Disziplin wie dem Sprint muss auch noch nach mehr als siebzig Jahren noch eine tiefe, unüberwindbare Kränkung sein. So schlimm, dass man die Methoden von damals aufleben lässt: Den biologischen Rassismus.
Schwarz-weiß kleinkariert
Ein Einstieg in die Debatte birgt natürlich Gefahren, denn auch bei Gegenargumenten und Richtigstellungen müsste man ständig von "Schwarz" und "Weiß" sprechen und dazwischen trennen. Die wissenschaftliche Korrektur pseudowissenschaftlicher Lügen ändert auch nichts an dem Irrtum, die Untersuchung biologischer Unterschiede weißer und schwarzer Sportler wäre notwendig oder unumgänglich. Doch dem gequirlten Blödsinn, der von "Sportjournalisten" in diesem Bereich in der letzten Zeit verbrochen wird, muss auch Einhalt geboten werden.
Auf den Fersen
So wird etwa geschrieben, Usain Bolt, sein Kollege Yohan Blake und generell alle Schwarzen hätten ein längeres Fersenbein, dass ihnen bessere Sprungkraft und dadurch einen Vorteil verleiht. Diesen Mythos gibt es schon seit Jesse Owens' nicht besonders freudig begrüßten Leichtathletik-Siegen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Tatsächlich wäre ein längeres Fersenbein ein Hindernis. Das Gegenteil, ein kürzeres Fersenbein - das wäre für Sportler, die Energie in Schnelligkeit und nicht Kraft (wie beim Sprint erwünscht) umsetzen wollen, wünschenswert. Dieses kürzere Fersenbein wurde bei Jesse Owens im Nachhinein sogar festgestellt. Doch es gibt absolut keine Belege dafür, dass Schwarze im Vergleich zu Weißen öfter sprintoptimierte Fersenbeine haben.
Auch von der Höhe des Bauchnabels wird in letzter Zeit gesprochen: Dieser sei bei Schwarzen durchschnittlich um drei Zentimeter höher als bei Weißen, was für ein besseres „Vorwärtsstürzen" sorgen soll. Was hier „Bauchnabel" genannt wird - von Journalisten zuvorkommend für den für dumm verkauften Leser in Bildsprache heruntergebrechen - ist der Körperschwerpunkt. Welche Rolle der Körperschwerpunkt aber genau beim absurd kryptischen „Vorwärtsstürzen" genau spielt, bleibt offen.
Mit allen Fasern
Konkreter werden die Hobby-Sportwissenschaftler des Landes schon bei den Muskeln und Muskelfasern der Sprinter. Es gibt zwei verschiedene Typen von Muskelfasern: jene, die auf Kraft spezialisiert sind, und solche, die für Schnelligkeit zuständig sind. Diese Muskelfasertypen sind bei jedem Menschen in einem bestimmten Verhältnis vorhanden - normalerweise 50:50. Gute Sprinter haben oft mehr als 80 Prozent "schnelle" Muskelfasern. Die Muskelfasern sind ein heißer Kandidat für die Erklärung dafür, warum manche Menschen bessere, manche schlechtere Sprinter sind. Ja - von Geburt an, denn das Verhältnis der Muskelfasern kann kaum durch etwa Training verschoben werden.
Aber auch hier gilt: Es wurde noch nicht nachgewiesen, dass Schwarze öfter ein geeigneteres Muskelfaser-Verhältnis haben als Weiße. Es gibt punktuelle Untersuchungen bei Spitzen-Sprintern wie Usain Bolt, Carl Lewis oder Michael Johnson, die zeigen, dass diese überwiegend "schnelle" Muskelfasern besitzen. Das bedeutet aber nicht, dass das alle Schwarzen gemeinsam haben, sondern dass dies eine Gemeinsamkeit mehrerer guter Sprinter ist.
Krampf und Kurzschluss
Dies ist der gängige Denkfehler: Die gemeinsamen Merkmale werden nämlich nicht als Merkmale guter Sprinter gezählt, sondern fälschlicherweise als Merkmale aller Menschen, die afrikanische Wurzeln haben. Tatsächlich ist es ein Kurzschluss, zu sagen, Schwarze oder Afrikaner seien besser Sprinter, nur weil in den 100m-Finali kaum Weiße zu sehen sind. Denn: Was ist mit Mauritanien, Guinea-Bissau, Sierra Leone, Liberia, der Elfenbeinküste, Mali, Gambia, Ghana, Senegal und noch vielen anderen afrikanischen Ländern mehr, die sogar mit vereinten genetischen Kräften keine einzige Medaille erlaufen haben?
Angeboren oder anerzogen
Es sind eben nicht (nur) Bauchnabel, Fersen und Muskeln - gegenständliche, also leicht vorstellbare, - im wahrsten Sinne des Wortes - greifbare Dinge, die diese komplexe Fragestellung ausmachen. Trotzdem wird im internationalen Diskurs kaum auf das Training schwarzer Sportler hingewiesen - als würden sie halt mal laufen und mühelos gewinnen, da die Gene sie ja anfeuern. Auf die außergewöhnliche Frühförderung, die junge Sprinter beispielsweise in Jamaika erfahren, wird selten hingewiesen. Auch die Tatsache, dass der Bildungsstatus und das Einkommen der Eltern wesentlich beeinflusst, ob und welche Sportarten Kinder ausüben (können), wird ignoriert. Zuletzt gibt es dann auch noch traditionell schwarze und traditionell weiße Sportarten, die Sphären sind recht undurchlässig.
Pigmentstörungen
Diejenigen, die sich die Olympischen Spiele weiterhin unbedingt mit der Hautfarben-Brille ansehen möchten, seien beruhigt: Mit den Erkenntnissen zu Muskelfasertypen und anderen Unterschieden in der Anatomie (Skelett, Fettverteilung) gibt es Anzeichen für Unterschiede in der Eignung für Spitzensport. Doch die Lage ist bei weitem nicht so klar, als dass man von wasserdichten Belegen sprechen könnte, die Einschätzungen der Wissenschaftler sind widersprüchlich. Wir anderen träumen deshalb weiterhin von Sport, bei dem die Pigmentierung der Sieger das Langweiligste am gesamten Spektakel ist. (Olja Alvir, 10.8.2012, daStandard.at)
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man denke bitte ans skifahren!
obwohl wir sehr wenige einwohner haben sind wir top dabei! und das liegt ganz sicher nciht daran, dass österreicher bessere muskeln, knochen, oder sonstwas haben als andere sonder schlicht daran, dass man bei uns gar nicht weiter als 100km von einem berg wegwohnen kann und einfahc jeder 6 jährige skifahren kann.
und bei den jamaikanern wirds halt in grüngelb :) das selbe sein!
da wird halt einfach jeder 6 jährige laufen geshcickt udn so wie sich bei uns dann viele talente beim skifahren finden ist es dort halt der sprint!
das der ganze ghetto blabla schwachsinn ist ist klar.
auch bei der muskelfaserverteilung muss ich zustimmen - die ist genetisch bedingt und es macht keinen unterschied ob der Athlet schwarz oder weiß ist.
bewiesene unterschiede:
der wadenansatz von dunkelhäutigen menschen liegt wieder oben - das führt dazu, dass sie eine verlängerte Achillessehne haben - dort kann große elastische energie gespeichert werden - was unter anderem zu einer verbesserten sprungleistung bzw. einer längeren schrittlänge führt.
weiters ist das verhältnis der länge des unterschenkels zur länge des oberschenkel ausschlaggebend - kurzer oberschenkel zu langem unterschenkel bewirkt ein besseres drehmoment - mechanik.
und dann gibts noch irgendwas mit der hüfte ...
Eine genetische Überlegenheit einer "Rasse" kann es somit in keiner Hinsicht geben. Wenn David Kay, dessen Posting hoch bewertet wurde, gegenüber Larry Bird auf seiner genetischen Überlegenheit im Basketball beharren würde, wäre das schlichtweg lächerlich. Gleichzeitig können(!) einzelne Mitglieder verschiedener ethnischer oder familärer Gruppen natürlich Vorteile erzielen, dass sagt über den Einzelnen allerdings relativ wenig aus. Man kann als Urösterreicher schlechter Auto fahren als 95 % der Asiaten und gleichzeitig besser ausgestattet sein als 99 % aller afroamerikanischen Pornodarsteller, so what.
ich bin austauschstudent für sportwissenschaften an der universitaet innsbruck, professioneller sportler von der partneruniversitaet new orleans und schwarz. entsprechende genetische unterschiede zwischen schwarzen und weißen sind in den us-sportwissenschaften schon lange eindeutig erwiesen. ich empfinde das verneinen genetischer vorteile afroamerikaner nicht nur falsch sondern auch verletzend. erzaehlen sie diese anti-genetics-thesen mal unserem basketball-nachwuchs-team. dann moechte ich sehen, wie sehr sich die freuen, dass sie "gleichgestellt" wurden.
mach erst einmal dein Studium fertig.
Und dann beobachte - möglichst lange - die Realität, soweit dies möglich ist.
Dann sehen wir weiter, was verletzender ist - dein hanebüchener rassistischer Unsinn, oder das Verneinen vermeintlicher genetischer Vorteile.
ich hoffe, dass die starken schwarzen Sportler nicht die gleichen Zugänge zum Eishockey bekommen, sonst können sich die Russen warm anziehen.
Dass von den Rassismusbekämpfern noch niemand auf die Idee gekommen ist, dass die Weißen eben ihr Geschick nur verloren haben: zu DDR-Zeiten waren sie schon sehr gut; wie schnell doch die Evolution manchmal sein kann, unbarmherzige Selektion... ;-))
Sie meinen so wie im Schwergewichtsboxen? Da hat man ja auch Ewigkeiten davon geredet, dass die Weißen nicht mitkommen.Komischerweise sind diese Stimmen mittlerweile sehr, sehr leise geworden...
Abgesehen davon dass sich die russen ohnehin warm anziehen muessen, wollen sie in sotchi gewinnen. Jedenfalls kommt es einem schon vor als haette zu diesem thema ein religioes mythisches Denken platz gegriffen, dass schon pathologische zuege traegt. Mit gleichem Recht koennte man sagen, dass osteuropaer koerperlich staerker sind, weil sie alle kraftsportarten dominieren bis hin zum boxen. Trotzdem ist es gerade die brachialgewslt und haerte des kanadischen eishockey was es den russen so schwer macht.
Der einzige bisherige starspieler mit afrikanischen wurzeln
ist jerome iginla. Ach ja, entferntest noch grant fuhr. Dann faellt mir noch anson carter ein.
http://en.wikipedia.org/wiki/List... an_descent
Nicht mythisch und schon gar nicht religiös, find ich, nur ein wenig witzig. Wenn david_kay mit seinen sportwissenschaftlichen Aussagen Recht hat, frag ich mich, was daran so böse sein soll. Eltern sind auf ihre Kinder oft stolz, Salzburger auf Mozart, viele Österreicher auf Hermann Maier, viele Briten auf Ihre Olympiade und die Leistung Ihrer Athleten - und ein paar junge Amerikaner auf ihre verbesserte Chancen, in gewissen Sportarten zu reüssieren. Das hat überhaupt nix mit der unsäglichen Nazi-Zeit und ihren wahnsinnigen Folgen zu tun.
Viele Afro Amerikaner sollen das auch glauben wollen. Irgendwann im Zeitrahmen der Buergerrechtsbewegung hat die agentur fuer amerikanische sozialtechnik oder irgendein anderer think tank beschlossen, um die aufmerksamkeit der farbigen von den wichtigen gesellschaftlichen Bereichen auf brot und spiele abzulenken, diese in einem sport und entertainment ghetto einzusperren. Parallel dazu wurden halt irgendwelche thesen aufgestellt. Nur zu typisch fuer die korrupte wissenschaft in den usa.
Nicht von ungefaehr ist der praesident zum teil afrikanischer herkunft.....
In amerika ist all das gang und gaebe, brauchen sie sich ja nur anschauen was mit huey newton passiert ist oder den black panther, red panther u.a.
die cointelpro, mkultra etc. Programme sind laengst bewieseneSache
und hatten neben dem geheimen krieg gegen die innere subversion das ziel poltisch aufmuepfige organisationen ethnischer minderheiten zu zerschlagen.
Habe ich Sie richtig verstanden: david_kaye sei ein von einem think tank Verführter, dem weiß gemacht würde, er hätte gewisse sportliche Chancen, damit er sich nicht um die wirklichen Probleme der Afro-Amerikaner kümmern solle????
Obama wäre zum Präsidenten gemacht, damit die Afro-Amerikaner Ruhe geben????
Missverstaendnis, denn obama ist eigentlich ja kein "afroamerikaner".
Die Anspielung bezog sich eher auf den bezeichnenden umstand, dass es sich beim ersten amerikanischen praesidenten mit tw. afrikanischen Wurzeln eben nicht um jemanden aus einer alteingesessen afro amerikanischen familie sondern um den Sohn eines Einwanderers aus Kenia handelt, also abseits des afro smerikanischen milieus. Jedenfslls meinte Obama, dass als er aus indonesion nach amerika zurueckkehrte er vom rassismus ziemlich geschockt war.
Nun, ich glaube nicht, dass Mitglieder von Sportvereinen per se, Experten für Genetik sind.
Sie haben andere Kompetenzen.
Es könnte daher sein, daß hier Genotypus mit Phänotypus verwechselt wird.
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