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Patricia Löwy übt mit ihrer Gruppe Einkaufsdialoge.
vergrößern 500x495Sprache lernen und neue Freunschaften schließen.

Nachmittagsprogramm für die Gruppe der der Sieben- bis Zehnjährigen im Auer-Welsbach-Park.
Wer diesen Sommer vormittags an der Volksschule Ortnergasse im fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk vorbeigeht, wird sich darüber wundern, dass das Schultor nicht geschlossen ist und Kinderstimmen zu hören sind. Es sind zwar Sommerferien, aber im Schulgebäude herrscht dennoch reger Betrieb. Einige Kinder spielen zu Mittag im Schulhof Fußball, es ist gerade große Pause, danach geht es wieder ins Klassenzimmer. In den sonst im Sommer leerstehenden Klassen der Volksschule Ortnergasse drücken Kinder aus ganz Wien auch in den Ferien die Schulbank, um ihre Deutschkenntnisse aufzubessern.
Kommunikativer Ansatz
Im dritten Stock sitzen vierzehn Kinder im Alter von elf bis vierzehn Jahren in einer Klasse. Schulbankreihen versucht man hier vergebens, stattdessen sind die Tische so ausgerichtet, dass sich die Kinder in einem großen Kreis gegenübersitzen. Auch die Lehrerin, Patricia Löwy, die während des Schuljahres eigentlich Englisch und Biologie an einer Neuen Mittelschule in Wien-Hietzing unterrichtet und während des Studiums eine Ausbildung zur DaF-Trainerin (Deutsch als Fremdspracheabsolviert hat, sitzt inmitten der Schüler. Frontalunterricht gibt es hier keinen.
Für Löwy ist der kommunikative Ansatz beim Sprachenlernen zentral. "Es ist wichtig, dass sie sich trauen Deutsch zu sprechen", so die Lehrerin. Am Anfang tastete sich daher mit Gruppenspielen an die Kinder an. Auch die Grammatikregeln werden ganz simpel und ohne Druck wiederholt. "Im regulären Deutsch-Unterricht wird immer noch vorausgesetzt, dass die Kinder gleich gut Deutsch können. Da gibt es keine Zeit Grammatikregeln zu wiederholen", erzählt Löwy.
In ihrer Sommerklasse werden daher die drei Grundkompetenzen Schreiben, Lesen und Sprechen gefördert. Die Kinder, die schon länger in Österreich leben oder hier aufgewachsen sind, haben weniger Probleme mit dem Sprechen, sondern mehr mit der Groß- und Kleinschreibung und der Grammatik. Löwy gibt daher auch Hausaufgaben auf, um etwaige Fehler beim Schreiben zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden.
Dialoge und Gruppenspiele
Resultate bringt der zweiwöchige Sprachkurs laut Löwy auf jeden Fall. "Es ist faszinierend, dass viele schon so gut Deutsch sprechen", sagt sie. Haben sich viele der Kinder anfangs nicht getraut, auf Deutsch zu sprechen, sind sich nach den zwei Wochen schon viel selbstbewusster im Umgang mit der deutschen Sprache. Noémi aus Ungarn zum Beispiel erzählt stolz, dass sie viele neue Wörter im Kurs gelernt hat. Und Sara, die in Österreich geboren ist und deren Eltern aus Ägypten und Polen kommen, traut sich mittlerweile auch in der Gruppe zu sprechen.
Die Kinder üben gerade Einkaufsdialoge. "Wo kann man einkaufen?", fragt Löwy. "Beim Billa oder beim Zielpunkt", ist aus der Runde zu hören. "So heißt das Unternehmen, aber wie nennt man das eigentlich", bohrt Löwy nach, bis die richtige Antwort kommt. "Supermarkt", sagt Tracy aus Nigeria, die erst seit neun Monaten in Österreich lebt, aber dennoch zu denjenigen in der Klasse gehört, die am häufigsten aufzeigen und mitarbeiten.
Ihre Sitznachbarin Kenny kommt ebenfalls aus Nigeria und ist seit achtzehn Monaten in Österreich. "Ich lerne Deutsch, weil ich gut Deutsch sprechen muss und eine gute Note in der Schule haben will", sagt Kenny. Besonders die Gruppenspiele machen ihr Spaß. Auch den anderen in der Gruppe, die wollen lieber gleich Stille Post spielen als noch weiter Einkaufsdialoge zu üben. Es ist die letzte Stunde an diesem Vormittag, die Konzentration der Kinder nicht mehr so groß wie in den ersten Vormittagsstunden. Löwy versucht dennoch die Kinder zum Mitarbeiten zu ermuntern. "Was kann man in der Bäckerei kaufen?", fragt sie. Und will dann auch gleich wissen, welcher Artikel bei dem Wort verwendet wird.
Kako si?
Am leisesten ist Borna aus Kroatien, der Junge mit den blonden Haaren ist erst seit zwei Monaten in Österreich und kann noch nicht so gut Deutsch sprechen. Auch ihm macht der Unterricht sichtlich Spaß. Seinem Sitznachbarn Taiwo aus Nigeria bringt er gerade bei was "Kako si?" auf Deutsch heißt. So lernt Taiwo heute auch wie man auf Kroatisch nach dem Befinden der anderen Person fragt. Die unterschiedlichen Herkunftsländer, von Afghanistan bis Polen, und Erstsprachen der Kinder beziehungsweise deren Eltern werden hier nicht als Manko gesehen. "Mir gefällt es sehr, dass ich hier Kinder aus anderen Ländern treffe und mit ihnen kommuniziere", sagt die 14-jährige Amélie aus den USA, der schon im Elternhaus Deutsch beigebracht wurde, und die diesen Herbst in Österreich in die Schule gehen wird.
Die meisten Kinder in der Gruppe besuchen den Deutschkurs als Vorbereitung für den Schuleintritt in Österreich. Die "Sowieso Mehr"-Sommersprachkurse werden seit 2009 von der MA 17 für Integration und Diversität in Zusammenarbeit mit dem Verein Interface, einer gemeinnützigen Einrichtung der Stadt Wien zur Förderung der Integration durch Bildungs-, Integrations- und Beratungsmaßnahmen, und dem Verein "Zeit!Raum", der vor allem im Bereich aufsuchender Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, angeboten. Zielgruppe sind SchülerInnen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren, die erst vor kurzem nach Wien zugewandert sind und keine Benotung im Unterrichtsfach Deutsch erhalten haben, aber auch diejenigen, die im Schulzeugnis mit einem Vierer oder Fünfer benotet wurden.
Am Nachmittag Sport oder Kultur
Die Kurse finden im Zweiwochentakt statt, die Eltern können sich für die Ganztags- oder Halbtagsvariante entscheiden. Je nach Variante kostet der zweiwöchige Intensivkurs dreißig oder sechzig Euro. Beim Ganztagsangebot gibt es neben dem Deutschkurs am Vormittag auch ein reichhaltiges Nachmittagsprogramm, das je nach Interessen der Kinder Sport- oder kulturelle Freizeitangebote beinhaltet. So können die Kinder nach dem gemeinsamen Mittagsessen entweder im nahe gelegenen Auer-Welsbach-Park Sport machen, ins Schwimmbad gehen oder am kulturellen Freizeitprogramm, das zu den Sehenswürdigkeiten in die Wiener Innenstadt oder auch mal ins Technische Museum Wien führt, teilnehmen.
"Wir bieten Sprachkurse in Verbindung mit einer Nachmittagsbetreuung an. Die Kinder können Schwimmen lernen oder Wien kennen lernen. Auch die Kinder, die schon länger hier sind, lernen dabei die Stadt von neuem kennen und erzählen begeistert ihren Eltern, was man in Wien in der Freizeit so alles unternehmen kann", erzählt Romana M. vom Verein "Zeit!Raum", der für die sozialpädagogische Betreuung der Kinder zuständig ist. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Kinder auch beim Sport- oder Nachmittagsprogramm spielerisch ihre Deutschkenntnisse verbessern. Am Ende des Kurses bekommen die Kinder eine Urkunde, manche hängen nach dem ersten Anfängerkurs noch einmal zwei Wochen an, wo sie in eine Klasse für Kinder mit fortgeschritteneren Deutschkenntnissen kommen.
Die ersten Wörter auf Deutsch
Im Sommer vormittags für zwei oder mehrere Wochen in der Schule zu hocken, scheint den Kindern nicht viel auszumachen. Ganz im Gegenteil. In Patricia Löwys kleiner Gruppe haben sich in den zwei Wochen auch innige Freundschaften entwickelt. Die Kinder stecken die Köpfe auch in den Pausen oder beim nachmittäglichem Sport- oder Kulturprogramm zusammen, tuscheln und tauschen Geheimnisse aus oder helfen sich gegenseitig, wenn die Sitznachbarin oder der Sitznachbar Fehler beim Schreiben oder Sprechen macht.
Und wenn der Sitznachbar einmal nicht still sitzt und nervt, und das machen die Jungs aus der Gruppe heute in der letzten Stunden vor dem Pausengong sehr gerne, dann kann die 13-jährige Kenny aus Nigeria auch schon mit einem deutschen Fäkalwort kontern, auch wenn das die Lehrerin gar nicht gerne hört. Schimpfwörter lernt man anscheinend wirklich zuerst in einer fremden Sprache. Oder aber die Frage wie es einem geht. (Güler Alkan, 15.8. 2012, daStandard.at)
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also erstens einmal zahlen die eltern der kinder für den kurs (wie im artikel beschrieben), zweitens zahlen deren eltern auch steuern, drittens zahlen sie mit ihren steuern auch unsere de**aten politiker (inkl. deren lobbyisten und "berater"), die euro-fighter, den koralm-tunnel usw.
bei all den sachen regen sie sich nicht auf, aber bei investitionen in die bildung schon. das ist wieder mal typisch für österreich.
ich choache seit jahren kinder,jugendliche und erwachsenen kostenfrei mit und ohne migrationshintergrund erfolgreich durch große prüfungen (NAWI)
ich fordere flächendeckend ideenreiche, freudige leistbare potentialfördernde kinder und schüler betreuung
nicht bloß einzelveranstaltungen zu denen das ministerium dann alle journalisten und fernsehstationen dieses landes einlädt um darüber zu berichten
also ich habe einen broterwerb der mir freude bereitet und basis für ein gutes leben ist.
mein bedürfnis ein helfersyndrom auszuleben hält sich in grenzen
ein-1-schulprojekt mit anderen bürgern am laufen zu halten ist zeitintensiv
öffentlichkeit schätze ich nicht in dem maße als das ich meine freizeit mit ihr verbringen möchte
„Anders als die Europäer schauen die USA, Kanada und Australien ganz konsequent darauf, wer dem Land nutzen könnte. Einwanderer? Gern. Aber bitte nur, wenn sie nichts kosten, sondern das Land mit ihrer Arbeitskraft, ihren Fähigkeiten bereichern. (...) Jung, gebildet, flexibel, so sieht der ideale Neubürger aus, zudem sollte er Berufserfahrung haben, gesund sein und mindestens 7700 Euro auf dem Konto oder eine Arbeitsstelle haben."
http://www.spiegel.de/spiegel/p... 91863.html
Wie hätten Sie´s denn gerne? Ein schöneres Amtsdeutsch?
"von Primärrelevanz ist minderjährigenseitig die hemmnisfreie Anwenderkenntnis der Amtssprache", so die Lehrerin.
Eingangs gelangten daher lehrerinnenseitig pädagigigwissenschaftlich fundierte Gruppenunternehmungen in minderjährigengerechter Form zur Anwendung...."
sie scheinen mir auf teufel komm raus die autorin! schlechtmachen zu wollen, warum wohl? ich vermisse bei dem artikel weder sprachliche noch inhaltliche qualität. bei ihren postings jedoch schon.
pudeln sie sich woanders dermaßen auf, am besten bei einem "qualitätsmedium", das ihren "anforderungen" und ihrem kleingeist entspricht. und wenn sie's besser können, schreiben sie doch selbst.
Ich bin ein Verfechter des generischen Maskulin, somit impliziert "Autor" nicht, dass ich davon ausgehe, dass es sich um einen Mann handelt. Und ich möchte nicht die Person an sich schlecht machen, dazu sehe ich keinen Grund, ich kenne sie nämlich nicht, ich finde lediglich den Artikel sprachlich sehr mangelhaft.
Ihr letzter Satz "und wenn sie's besser können, schreiben sie doch selbst." ist übrigens an Schwachsinn kaum zu überbieten, denn wenn man nur kritisieren darf, was man selbst besser kann, dürfte man so gut wie keine Leistung von jemandem verlangen. Von jemandem der in einer Tageszeitung Artikel schreibt, kann man sich journalistische Qualität erwarten, auch wenn man selbst kein Journalist ist. Genauso von einem Arzt, Lehrer, usw.
...vor Fremdwörtern und weist kaum Schachtelsätze auf. Ein Mangel?
Immerhin ist der Artikel kein Scriptum für eine Vorlesung in Philosophie sondern versucht- meines Eindrucks nach- in der Sprache das Thema nachzufühlen, und somit die LeserIn in die Welt deutschlernender Kinder zu entführen... was auch eine besondere schriftstellerische Qualität bedeutet.
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