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In den USA und Kanada sucht Sebastian Kurz nach Vorbildmodellen für eine erfolgreiche Integration.
Jeder Besuch im Kindergarten oder Migrantenverein wird von einer Journalisten- und Fotografenmeute begleitet. Jede neue Initiative ist gleich ein "Vorstoß". Jedem auch so kleinen Projekt werden zahllose Zeilen und Sendeminuten gewidmet. Beispiellos ist auch mit welcher Intensität das erste Amtsjahr analysiert und medial abgefeiert wurde. Kaum ein (Nachwuchs)Politiker kann sich über so viel mediale Aufmerksamkeit freuen. Sie ahnen es schon - die Rede ist vom Staatssekretär für Integration Sebastian Kurz.
Und wenn man vielleicht erwartet hätte, dass es im Sommerloch auch zu einem Kurz-Loch kommen würde, weit gefehlt. Während andere Politiker Urlaub machen oder es zumindest "aus Gründen" vorgeben, unternimmt Sebastian Kurz eine Bildungsreise. In den USA und Kanada sucht er nach Vorbildmodellen für eine erfolgreiche Integration. Auch in Übersee kann sich der Integrationsstaatssekretär auf die mediale Begleitung aus der Heimat verlassen: Fast alle österreichischen Tageszeitungen brachten bereits stimmungsvolle Reportagen und Interviews aus New York und Toronto.
Integration als Top-Thema und der Integrationsstaatssekretär als neuer politischer Shootingstar, das war vor wenigen Jahren noch kaum denkbar. Anfang 2010 veröffentlichte der Österreichische Integrationsfonds eine Studie mit dem sperrigen Titel "Einstellungen von ChronikjournalistInnen österreichischer Tageszeitungen zu den Themen Migration und mediale Integration". Unter anderem ergab die Umfrage, dass viele Journalisten "Angst vor negativer Berichterstattung" haben und "Integration als ein heikles und polarisierendes Thema" sehen. Vereinfacht gesagt, man ließ das Thema lieber links liegen, weil "zu heiß". Den Boulevardmedien überließ man das Eindreschen auf die Migranten als Problemgruppe und das Nachplappern der rechtsrechten "Ausländer raus"-Sager.
Für eine ausgewogene Berichterstattung, die auch Kontakte zu den unterschiedlichen Migrantengruppen voraussetzt, fehlten Jahrzehnte lang Ressourcen, aber auch der gute Wille. Mit der Einrichtung des Integrationsstaatssekretariats ging ein hörbarer Erleichterungsseufzer durch die Redaktionstuben. Jetzt gab es endlich einen Ansprechpartner, eine klare Agenda und obendrauf einen jungen, umtriebigen und für österreichische Verhältnisse vor Ideen und Tatendrang nahezu strotzenden Politiker, der sein Anliegen medienwirksam präsentierte. Alles was man tun muss, ist das Mikro hinzuhalten, den Auslöser zu drücken und ab und zu eine Frage nach "Visionen, Zielen, Plänen" zu stellen.
"Wir haben sie ja alle lieb, besonders die Braven. Sie sollen brav weiter leisten und dann gibt es auch keine Probleme", so das grob zugespitzte Stimmungsbild, das Sebastian Kurz medienwirksam über das Zusammenleben in Österreich verbreitet. Kaum ein Medienvertreter widerspricht oder wagt eine kritische Frage, vielleicht eine zu Diskriminierung und Gegenmaßnahmen. Man ist bescheiden und dankbar. (Olivera Stajić, 16.08. 2012, daStandard.at)
Diese Beitrag erschient auch als Kolumne im Magazin MO am 8. September 2012.
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Es ist beeindruckend und erfrischend wie ein junger Nachwuchspolitiker die Sache sehr gut macht. Immerhin hat er die Diskussion um die Integration entkrampft und versucht alle einzubeziehen.
Eigentlich müssten wir mehr solche junge Akteure haben. (damit meine ich natürlich keine Grassers)
Wie man an meinem Nicknamen sieht ,stehe ich der ÖVP nicht nahe , und bin auch schon wpetwas älter.
Kurz ist Marionette seiner Partei und verleiht lediglich deren Parteilinie in Sachen Integration ein Gesicht und eine Stimme. Seine Schritte waren unambitioniert und kurzsichtig und nichts anderes als ein Nachplappern der Parteilinie zum Thema. Man hätte sich gewünscht, dass er sich mit dem Thema auseinander setzt und vielleicht etwas "aufmischt", spricht sich etwa dafür einsetzt, dass Migrantenkindern ihre Muttersprache unterrichtet wird als Basis für das leichtere Erlernen der Fremdsprache Deutsch. Oder dass er sich einsetzt für Sozialarbeiter an Schulen.
Außerdem setzt er eine in Österreich lange Tradition fort: Politiker einsetzen auf Gebieten, für die sie keien Qualifikation haben (zB Betriebswirtin als Finanzministerin)...
ich versuche optimistisch zu bleiben, frau stajic: es mögen journalisten, selbstbewusste neu- und offene altösterreicher heranwachsen, die integrationsstaatssekretären auch auf den zahn fühlen und gewichtigere taten einfordern.
mögen kurzens bemühungen ein anfang sein.
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