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Laut Polizeiangaben haben rund 2.500 Kurden mit Ziegelsteinen, Flaschen und anderen Wurfgeschoßen 80 Polizisten verletzt und 13 Dienstautos beschädigt.
Die Kurden gelten als größtes Volk ohne Staat. Die Unterdrückung der kurdischen Minderheiten in der Türkei, dem Iran, dem Irak und Syrien verschafft(e) kurdischen Organisationen viel Sympathie in Europa. Doch dieses Wochenende war von solch einem Zuspruch für die "kurdische Sache" in deutschen Medien nicht viel zu spüren.
Grund dafür sind Ausschreitungen gegen die Polizei während eines kurdischen Kulturfestivals in Mannheim. Laut Polizeiangaben haben rund 2.500 Kurden mit Ziegelsteinen, Flaschen und anderen Wurfgeschoßen 80 Polizisten verletzt und 13 Dienstautos beschädigt.
Während die Polizei die Veranstalter scharf kritisiert, weist die Föderation kurdischer Vereine in Deutschland (YEK-KOM), die das Kulturfestival organisierte, jegliche Schuld von sich. Laut einer Pressemitteilung des kurdischen Dachverbands trägt die Polizei die Verantwortung für den Gewaltausbruch, da sie in den Tagen vor dem Festival kurdische Jugendliche "drangsaliert und provoziert" und der "türkischen Lobby" mehr Gehör geschenkt habe.
Beim Kurdischen Festival in Mannheim wurden 80 Polizisten verletzt.
Kurdische Jugendliche, die einen Marsch aus dem französischen Straßburg nach Mannheim gestartet hatten, seien in Polizeigewahrsam brutal behandelt worden. Die Polizei habe nichts gegen Angriffe von türkischen Nationalisten auf die marschierenden Jugendlichen unternommen, lautet ein weiterer Vorwurf. Laut der Mannheimer Polizei wurden die kurdischen Jugendliche aus Frankreich verhaftet, weil sie sich von türkischen Nationalisten in Mannheim provoziert gefühlt und diese dann angegriffen hätten.
Auch wenn es, wie vom Veranstalter behauptet, nur einige hundert randalierende Jugendliche gewesen sind, waren das eben ein- bis zweihundert gewaltbereite Jugendliche zu viel, die nicht nur die Sicherheit der Polizisten, sondern auch die der restlichen Veranstaltungsbesucher gefährdet haben.
Das Festival der YEK-KOM (analog dazu gibt es in Österreich den FEYKOM-Dachverband kurdischer Vereine) wurde unter dem Motto "Freiheit für Abdullah Öcalan, Status für Kurdistan" veranstaltet. Bei der Veranstaltung waren dann auch mehr PKK-Flaggen und Fahnen mit dem Konterfei Öcalans und ein Propagandavideo über Öcalan, das Führer- und Märtyrerkult gekonnt vereinte, zu sehen.
Nicht wenige kurdische Vereine dehnen - genauso wie türkische nationalistische Gruppen - in Österreich und Deutschland den Begriff "Kulturveranstaltung" sehr weit und nützen solche Veranstaltungen, um politische Propaganda und Rekrutierung zu betreiben. So kommt es, dass bei einem kurdischen Kulturfestival mehr Politik-Propaganda im Spiel ist als (multi)kulturelle Aspekte.
Die YEK-KOM wird vom niedersächsischen Verfassungsschutz als PKK-nahe Nebenorganisation des verbotenen Kongra-Gel (Volkskongress Kurdistans) eingestuft. Es ist also nicht verwunderlich, wenn die YEK-KOM in der Presseaussendung zu den Mannheimer Ereignissen die Aufhebung des PKK-Verbots verlangt. Weiters steht in der Aussendung, dass die PKK für Millionen Kurdinnen und Kurden eine legitime Vertretung sei.
Und hier liegt auch ein Problem der "kurdischen Bewegung" in Europa: Sie beansprucht für sich, alle kurdischstämmigen Migranten beziehungsweise alle Kurden in der Türkei zu vertreten. Doch nicht alle kurdischstämmigen Bürger in Deutschland oder Österreich heißen die Aktionen und die Ideologie der PKK und ihrer Neben- bzw. Untergrundorganisationen gut.
Außenstehende und Nichtsympathisanten werden von den militanten Nationalisten, die es sowohl bei den Türken als auch den Kurden gibt, dann gerne als antikurdisch bzw. antitürkisch wahrgenommen, je nachdem, welche Flagge verherrlicht wird.
Ein Propagandavideo, das auf das Mannheimer Festival hinweist. Macher unbekannt.
Problematisch ist auch der starke Nationalismus, der sowohl bei türkischen als auch bei kurdischen Jugendlichen verstärkt zu sehen ist. Selbst die, die in Deutschland oder Österreich geboren oder aufgewachsen sind, klammern sich an kurdische oder türkische Nationalflaggen und entwickeln einen Führerkult um alternde Männer, die sich innerhalb der jeweiligen politischen Bewegung durch einen autoritären Führungsstil "hervorheben".
Warum Jugendliche im 21. Jahrhundert immer noch so leicht auf Personen- und Märtyrerkult hereinfallen und bereit sind, diesen auch mit Gewalt zu verteidigen, beziehungsweise glauben, im Kampf für Menschenrechte auch zur Gewalt greifen zu dürfen, ist eine andere, brennende und vielleicht die dringendere Frage. (Güler Alkan, daStandard.at, 11.9.2012)
Links
FAZ: Ausschreitungen in Mannheim. Kurdischer Krawall
Frankfurter Rundschau: Kurden greifen Polizisten an
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Genau die PKK Bomt/tötet und verstümmelt im Nahmen der Menschenrecht.
Ich will zu ihren Gunsten annehmen dass Sie Heer Autor aufgrund ihres MH es ihnen die Sicht (oder aus angst) auf die Realität versperrt. Aber bei aller Liebe was Sie hier schreiben ist Blödsinn.
Zitat: "Warum Jugendliche im 21. Jahrhundert immer noch so leicht auf Personen- und Märtyrerkult hereinfallen und bereit sind, diesen auch mit Gewalt zu verteidigen, beziehungsweise glauben, im Kampf für Menschenrechte auch zur Gewalt greifen zu dürfen, ist eine andere, brennende und vielleicht die dringendere Frage."
Weil sie dumm sind.
Ich halte die Gleichsetzung zwischen türkischem und kurdischen Nationalismus für problematisch.
Der türkische Nationalismus ist der des Staates, der bis vor wenigen Jahren das Sprechen der kurdischen Sprache weitgehend untersagte (Abgeordnete kamen dafür ins Gefängnis), der die Parteien der KurdInnen auflöst und der den KurdInnen das Recht auf Selbstbestimmung vorenthält. Der kurdische Nationalismus ist die Antwort auf eine reale Unterdrückung.
Eine andere Geschichte ist die Politik der PKK. Sie hat mao-stalinistische Wurzeln und in vielen Bereichen eine hoch problematische und kontraproduktive Politik.
Notwendig wäre die Einheit der türkischen und kurdischen ArbeiterInnenbewegung und Linken gegen den Staat.
******
www.sozialismus.ne
Die Türkei ist ein multiethnischer und multikultureller Staat der in eine politische Einheit gepresst wird. Nicht nur Kurden werden dabei in ihren Rechten beschnitten und sogar unterdrückt. Noch gibt es viele zwangsassimilierte Armenier, die es nicht wagen, sich als armenischstämmige Türken zu bezeichnen. In der heutigen Türkei gibt es nur ein einziges "offiziell" anerkanntes armenisches Dorf mit 125 Einwohnern. Es heisst Vakifli und liegt am Fuss des durch Franz Werfels Roman bekannt gewordenen Musa Dagh. Die Türkei ist ein faszinierendes und kulturell sehr reiches Land, in die die europäische Kultur geboren wurde, doch fehlt ihm der Wille, sich demokratisch zu restrukturieren. Das ist nur eine Frage der Zeit. Europa könnte dabei helfen.
Stimmt, weil Europa und die Türkei ja nix miteinander zu tun haben/hatten...
http://de.wikipedia.org/wiki/Vert... n_Lausanne
Die Schreibweise in diesem Artikel ist anders als in vielen anderen. Möglich, dass "Güler Alkan" türkischer Abstammung ist?
Ich fände es schöner, wenn auf solchen Veranstaltungen überwiegend kurdische Flaggen zu sehen wären, anstatt nur Flaggen von Öcalan. "Biji Kurd u Kurdistan" zu rufen hätte meiner Meinung nach auch mehr Sinn, als ständig "Biji PKK" oder "Biji serok Apo".
Solche Kulturveranstaltungen sollten etwas Schönes sein. Es hat wenig Sinn, immer schlecht aufzufallen..
zur letzten frage: eine solche bewegung ist erfolgreich in bezug auf die gewinnung junger mitglieder wenn sie einerseits attraktiv ist (alles ist attraktiver als als mittelbegabter schueler eine buergerliche karriere in einem westlichen land einzuschlagen) und andererseits kein starke hemmung besteht (das heisst die kinder nicht von frueh auf lernen dass es verboten ist die eigene ethnie mit staerke und zukunftsfaehigkeit in verbindung zu bringen, wie es in den europaeischen voelkern ueblich ist)
super artikel, den ich so unterschreiben kann!
warum kurden und nationalistische türken einen konflikt der weder mit deutschland noch mit österreich etwas zu tun hat,hierher schleppen ist mir unverständlich...bitte zum gegenseitigen schädel-einschlagen dorthin gehen wo der konflikt herkommt!
Es ist nur der Bumerang den Ihre Politiker, ihre Medien und naiven Menschen auf Türken geworfen habt.
Die Medien haben die PKK verherrlicht, die Rechten haben sie geliebt, für die Linken war es eine ersatzdroge für Ihre antitürkischen Ambitionen.
Allen gemein, ist sie haben sich gefreut wenn PKK Mitglieder türkische Häuser in Brand gesetzt haben, und türkische Staatsbürger erpresst und antitürkische Stimmung verbreitet haben. Ihre Medien winden sich immer noch die Terrorgefahr die von der PKK ausgeht einzugestehen.
Wie sie sehen, mit Türken in der EU hat dieser Konflikt zwischen PKK und einigen EU Staaten nichts zu tun, bis auf den Umstand, dass sie potenzielles Opfer vom Pkk Terror sind.
Es ist euer Problem.
ohne staat einen nationalismus zu hegen ist nicht so einfach!
es geht da mehr um die anerkennung des volkes bzw. der nation!!!
ein volk welches seit jahrhunderten unterdrückt wird hat wohl das recht dafür zu kämpfen anerkannt zu werden!
der kurdische "nationalismus" hat nichts gegen seine nachbarn sei es kulturell noch religiös!!
beim türkischen nationalismus sage ich nur: kurden griechen armenier/ christen jeziden aleviten juden
alles feindbilder der wahren nationalisten nämlich der türken!!!!!
Nationalismus bezieht sich auf die Nation (im Sinne von Volk/sprachlichkulturelle Identität) und nicht auf Staatsgebilde.
Die Kurden, die einen kurdischen Staat fordern, sind Nationalisten. Sie besetzen den Begriff Nationalismus negativ, setzen ihn mit Chauvinismus usw. usf. gleich - und müssen dann nicht-rassistische Nationalisten aus dem Nationalismusbegriff nehmen...
Gerade im Deutschen Raum ist das Selbstbestimmungsrecht der Völker unter Nationalisten doch überhaupt nicht umstritten. Wo wird denn Fremdherrschaft über andere Völker gefordert??
dieses festival findet jedes jahr mit 40 000 menschen statt! glauben sie im ernst das es das erste jahr mit solchen fahnen ist? das ganze gelände ist mit "verbotenen fahnen der pkk".
und bloss weil ein türkenfreund provozieren wollte und es letztendlich auch geschafft hat wird das so aufgespielt???
schon mal was von deeskalation gehört? anscheinend versteht die deutsche polizei nichts von ihrer arbeit!!! bei allem verständis!!!!
in österreich wäre sowas nicht passiert!
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